Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Bauern an der Börse

Chinesische Landwirtschaftssparkasse absolviert größten Börsengang der Welt. Ihre Investoren wetten auf die Entwicklung in den ländlichen Gebieten.

Die Agricultural Bank of China (ABC) hat am Donnerstag den ersten Teil des größten Börsengangs der Geschichte absolviert. In Shanghai wurde der chinesische Teil des Aktienpakets zum Handel freigegeben, am Freitag soll in Hongkong die internationale Tranche folgen. Damit dürfte Chinas drittgrößte Bank rund 23 Milliarden US-Dollar einnehmen…

Bernhard Bartsch | 15. Juli 2010 um 15:30 Uhr

 

Abwarten und Tee trinken

Wie man mit traditioneller chinesischer Medizin die Sommerhitze bekämpft.

Wie würde ich den Sommer überleben ohne Vivian Mak? Eigentlich war ich aus Angst vor Vivians Verkaufstalent fest entschlossen, ihr Hongkonger Teehaus “Mingcha” erst nach der nächsten Beerdigung einer reichen Tante wieder zu besuchen. Doch dann musste ich kürzlich in ihrer Nachbarschaft zwei Stunden totschlagen, die Luft glühte bei knapp vierzig Grad und sehnte mich nach einem Ort mit Klimaanlage. „Aber was ist schon eine Klimaanlage gegen grünen Tee?”, begrüßte mich Vivian…

Bernhard Bartsch | 13. Juli 2010 um 13:15 Uhr

 

Japan plagt die Abstiegsangst

Die Regierung des Inselreichs verliert ihre Mehrheit.

Sie wollten sein wie Barack Obama – und wurden es mehr, als ihnen lieb ist: Japans Demokraten (DPJ), die mit dem Versprechen eines grundlegenden Systemwechsels einen historischen Wahlsieg errangen, stehen wie der US-Präsident mit dem Rücken zur Wand. Bei der Oberhauswahl verlor die Regierung ihre Mehrheit in der zweiten Parlamentskammer und damit die Möglichkeit, ehrgeizige Reformvorhaben allein durchzusetzen. Das Votum ist ein unmissverständliches Zeichen, dass die Japaner den Neuanfang für gescheitert halten…

Bernhard Bartsch | 12. Juli 2010 um 08:44 Uhr

 

Neuer Babymilch-Skandal in China

Chinesische Molkerei entdeckt 38 Tonnen verseuchtes Milchpulver. Diskussionen besorgter Eltern im Internet werden blockiert.

Chinas Eltern machen sich wieder Sorgen um die Sicherheit von Babymilch: Zwei Jahre nach dem Skandal um verseuchte Kleinkindnahrung ist erneut Milchpulver aufgetaucht, das die Industriechemikalie Melamin enthält. 2008 waren daran 300.000 Babys an Nierensteinen erkrankt, mindestens sechs starben…

Bernhard Bartsch | 09. Juli 2010 um 13:04 Uhr

 

Der Ölprinz

Der taiwanesische Unternehmer Nobu Su will mit seinem Supertanker „A Whale“ das Öl im Golf von Mexiko einfangen.

Es soll ein klassischer Deus-ex-machina-Auftritt werden: Mitten in die Ratlosigkeit, wie der Deepwater-Horizon-Katastrophe im Golf von Mexiko beizukommen sein könnte, platzt der taiwanesische Unternehmer Nobu Su mit seiner Ankündigung, das ausgelaufene Öl wieder einfangen zu wollen: Sein umgebauter Supertanker „A Whale“ solle durch den Ölfilm fahren, „wie ein Rasenmäher durch Gras“ und durch zwölf Ansaugstutzen das Öl-Wasser-Gemisch aufsaugen…

Bernhard Bartsch | 05. Juli 2010 um 19:19 Uhr

 

Ein Land geht in die Stadt

Bis 2015 wird Chinas Bevölkerung um weitere 70 Millionen steigen – und erstmals mehrheitlich in der Stadt leben.

China liebt Superlative, doch sein berühmtester Spitzenwert ist mehr Last als Stolz: Die Chinesen sind das größte Volk der Welt – und ihre Zahl nimmt stetig zu. 2015 werden in der Volksrepublik 1,39 Milliarden Menschen leben, 70 Millionen mehr als heute…

Bernhard Bartsch | 04. Juli 2010 um 15:55 Uhr

 

China bereitet europäischen Firmen Sorgen

Seit der Finanzkrise ist China für europäische Unternehmen wichtiger als je zuvor – obwohl sie sich von der Regierung zunehmend diskriminiert fühlen.

Für europäische Unternehmen nimmt die Bedeutung des chinesischen Marktes weiter zu, obwohl sie sich zunehmend verzerrten Wettbewerbsbedingungen ausgesetzt sehen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der EU-Handelskammer unter ihren Mitgliedern…

Bernhard Bartsch | 02. Juli 2010 um 06:49 Uhr

 

Google sucht Kompromiss mit China

Google beantragt Lizenzverlängerung in China. Doch Peking hat dem Unternehmen den Zensurstreit nicht verziehen – und könnte Google.cn ganz abschalten.

Google sucht einen neuen Weg, seinen Streit mit der chinesischen Regierung beizulegen. Drei Monate nachdem der Internetkonzern aus Protest gegen Chinas Zensurvorschriften damit begonnen hatte, Suchanfragen von der chinesischen Website Google.cn automatisch an seinen unzensierten Hongkonger Dienst umzuleiten, hat das Unternehmen Peking eine Kompromisslösung vorgeschlagen…

Bernhard Bartsch | 30. Juni 2010 um 04:45 Uhr

 

Annäherung durch Handel

China und Taiwan unterzeichnen ein historisches Wirtschaftsabkommen. Kritiker sehen darin eine Gefahr für Taiwans politische Selbständigkeit.

China und Taiwan haben gestern ein wegweisendes Abkommen zur Vertiefung ihrer wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterschrieben. Der Vertrag, der offiziell den Titel “Wirtschaftliches Kooperations-Rahmenabkommen” (ECFA) trägt und den Abbau von Zöllen für mehr als 800 Produktklassen vorsieht, stellt eine Art Freihandelsabkommen dar…

Bernhard Bartsch | 29. Juni 2010 um 16:42 Uhr

 

Nordkoreanische Zwickmühle

Die USA verlangen von China eine klare Position zum Abschuss des südkoreanischen Kriegsschiffes “Cheonan”. Doch Peking hat selbst nur wenig Handlungsspielraum.

Aus chinesischer Sicht ist es eine Ungeheuerlichkeit, was Barack Obama sich zum Abschluss des G-20-Gipfels erlaubt hat. “Es gibt einen Unterschied zwischen Zurückhaltung und bewusster Blindheit im Angesicht beständiger Probleme”, verurteilte der US-Präsident Chinas Politik gegenüber Nordkorea…

Bernhard Bartsch | 28. Juni 2010 um 04:39 Uhr

 

Der schwere Weg nach Hause

Nordkoreas Fußballer sollten für ihr Land Sympathiepunkte sammeln, doch sie ernteten nur Mitleid. Droht ihnen in ihrer Heimat nun das Arbeitslager?

Es ist einer dieser schwarzhumorigen Scherze, über die man in aller Unschuld lacht, weil man sich nicht vorstellen kann, dass ihre Absurdität bittere Realität sein könnte: Müssen Nordkoreas Fußballer nach ihrem Vorrunden-Aus und der 7:0-Blamage gegen Portugal bei ihrer Heimkehr mit Arbeitslager oder anderen Strafen rechnen? Viele WM-Zuschauer stellten sich spaßhaft diese Frage, in Internetforen war sie ein Running Gag. Dabei könnte sie den nordkoreanischen Mannschaftsmitgliedern allen Ernstes durch den Kopf gehen, wenn sie diese Woche in ihr abgeschottetes Land zurückreisen…

Bernhard Bartsch | 27. Juni 2010 um 19:09 Uhr

 

Der Walkampf geht weiter

Nach dem Scheitern einer neuen Walfangregelung sieht Japan sich als Opfer unvernünftiger Tierschützer. Doch diese halten mit Kritik ebensowenig zurück.

Nach der ergebnislos beendeten Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im marokkanischen Agadir versuchen die beteiligten Parteien einander die Verantwortung für das Scheitern einer neuen Walfang-Regelung zuzuschieben. Während Umweltschützer die Schuld vor allem bei Japan, der mit Abstand größten Walfangnation, sehen, bezeichnet Tokio die Forderung nach einem vollkommenen Fangverbot in antarktischen Gewässern seinerseits als „unverständlich“…

Bernhard Bartsch | 26. Juni 2010 um 21:56 Uhr

 

Koreanisches Theater

Vor 60 Jahren brach der Koreakrieg aus – und ist bis heute nicht beendet. Ein Besuch bei den US-Soldaten, die den Waffenstillstand am 38. Breitengrad sichern.

Das “Affenhaus” bleibt heute leer. Die Spitzengardinen hinter den Fenstern der grauen Baracke sind zugezogen, die Türen versperrt ein Kettenschloss. “Manchmal schleichen sich die Nordkoreaner dort hinein und reißen plötzlich die Vorhänge auf, um uns den Vogel oder den Mittelfinger zu zeigen”, erklärt Sean Howard. “Aber wir ignorieren sie. Das hier ist kein Ort für Albereien: Jede Provokation könnte zu einem militärischen Zwischenfall führen.”…

Bernhard Bartsch | 25. Juni 2010 um 02:35 Uhr

 

Machtmittel Yuan

Hat Peking im Yuan-Streit dem Druck des Auslands nachgegeben?

Westliche Politiker und Wirtschaftsverbände werfen China seit Jahren vor, seinen Exporten auf dem Weltmarkt mit einem künstlich billigen Währungskurs unfaire Vorteile zu schaffen. Nun hoffen sie, die Volksrepublik endlich auf internationale Spielregeln verpflichten zu können: zu einer Währung, deren Kurs der Markt bestimmt, nicht die Regierung. Aus chinesischer Sicht stellt sich die Sache allerdings anders dar…

Bernhard Bartsch | 21. Juni 2010 um 01:44 Uhr

 

Peking dreht am Yuan

China gibt überraschend die Dollar-Bindung seiner Währung auf. Mit einer schnellen Aufwertung des Yuan ist trotzdem nicht zu rechnen.

Es könnte eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Entscheidungen des Jahres sein – und sie wurde verkündet wie ein behördlicher Formalakt: Am Samstagabend veröffentlichte Chinas Zentralbank auf ihrer Webseite eine Pressemeldung, deren Überschrift nur zur Hälfte lesbar war und lediglich durch das daneben blinkende Wort “new” ins Auge fiel: “Weitere Reform des RMB-Wechselkursregimes und Weiterentwicklung der RMB-Wechselkursflexibilität” lautete der nüchterne Titel…

Bernhard Bartsch | 20. Juni 2010 um 17:46 Uhr

 

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