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Was tun gegen Kater?

Die Chinesen haben den Kampf gegen den Kater zu einer Wissenschaft entwickelt wie kaum ein anderes Volk. Aus gutem Grund.

56 Prozent aller Chinesen fehlt das für den Alkoholabbau wichtige Enzym Acetaldehyddehydrogenase, kurz AlDH. Alkoholgenuss kann für die Betroffenen zu Schweißausbrüchen, knallrotem Anlaufen und Übelkeit führen. Wer für die Rache des Rauschs optimal gewappnet sein will, sollte für die Vorbereitungen mehrere Stunden einplanen oder eine Haushälterin haben: Um den Alkoholabbau zu beschleunigen, wird schon vor dem Gelage ein Glas Selleriesaft empfohlen und ein zweites am besten gleich auf den Nachttisch gestellt, zusammen mit einem Krug Honigwasser, der gegen Kopfschmerzen hilft. Am nächsten Morgen gibt es zum Frühstück eine kräftige Suppe mit grünen Bohnen, zusammen mit frischen Weintrauben gegen die Übelkeit, Wassermelonensaft gegen die Hitzewallungen, Tomaten gegen Schwindel und gesüßter Grapefruit gegen die Fahne. Von Tee wird abgeraten, denn der reizt den Magen. Da viele Chinesen den Aufwand der Hausmittel scheuen, haben Apotheken inzwischen Pillen und Infusionen gegen Kater im Angebot. Auch traditionelle Masseure oder Akupunkteure versprechen Abhilfe. Doch wer am Tag nach der Feier nicht zum Patienten werden will, kann sich an die Nordchinesen halten und ein „Toutou“ trinken: ein Gläschen. Schnaps, versteht sich.

Bernhard Bartsch | 31. Dezember 2008 um 03:02 Uhr

 

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