George Washington soll Kim Jong-un einschüchtern
Nach dem Angriff aus dem Norden unterstützen die USA ihren Verbündeten im Süden und verlegen einen Flugzeugträger ins Gelbe Meer.
Ein südkoreanisches Manöver war der Anlass für das tödliche Feuergefecht an der innerkoreanischen Grenze – und ein Manöver soll auch Seouls Antwort sein. Einen Tag, nachdem Nordkoreas Armee beim Beschuss der südkoreanischen Insel Yeonpyeong zwei Soldaten und zwei Zivilisten tötete, zwanzig Menschen verletzte und dutzende Häuser zerstörte, haben die Regierungen in Seoul und Washington demonstrativ eine gemeinsame Marineübung beschlossen. Dafür wird unter anderem der US-Flugzeugträger “George Washington” ins Gelbe Meer verlegt…
Gefährlicher Grenzkonflikt
Nordkorea provoziert die Welt wieder einmal mit einem Angriff auf senen Nachbarn.
Nordkorea hat am Dienstag überraschend ein Gefecht an der innerkoreanischen Grenze provoziert. Am Nachmittag, um 14.34 Uhr Ortszeit, schlugen mehr als 50 Granaten auf der südkoreanischen Insel Yeonpyeong ein, berichtete das Verteidigungsministerium in Seoul. Bei dem Angriff wurden zwei Soldaten getötet, 17weitere sowie drei Zivilisten verletzt…
Nachts im Museum
Zum Auftakt des G20-Gipfels streiten Deutschland, die USA und China über die richtige Welthandelspolitik.
Ein bisschen Kultur muss sein: Mit einem Abendessen im Koreanischen Nationalmuseums hat am Donnerstagabend der G20-Gipfel begonnen. Doch die Regierungschefs der zwanzig größten Industrie- und Schwellenländer sowie der Europäischen Union hatten für die Pagoden, Buddhas und Vasen des Gastgebers nur einen höflichen Streifblick übrig. Denn im Zentrum des Treffens stehen Grundsatzfragen der internationalen Währungs- und Handelspolitik, über die es im Vorfeld zu scharfen Auseinandersetzungen gekommen war, vor allem zwischen Deutschland, den USA und China…
Weltkaiser Hu
Forbes kürt Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao zum mächtigsten Mann des Planeten – vor US-Präsident Barack Obama.
„Danke Amerika, deine Arroganz macht uns nur noch stärker.“ Mit diesen Worten kommentierte ein chinesischer Blogger die neueste Rangliste der mächtigsten Menschen der Welt, die das US-Wirtschaftsmagazin Forbes einmal im Jahr zusammenstellt: Auf den ersten Platz, der bisher verlässlich dem Präsident der Vereinigten Staaten zugestanden wurde, setzten die Redakteure diesmal Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao. Ist sie das, die vielbeschworene Epochenwende, mit der sich die Weltführerschaft vom Westen nach Asien verschiebt?…
Klimaverhandlungen stecken fest
Schuldzuweisungen zwischen Peking und Washington überschatten das Treffen vor der UN-Klimarunde in Cancún.
Die wachsenden Spannungen zwischen den USA und China drohen die globalen Klimaschutzbemühungen zu lähmen. Bei der letzten Vorbereitungskonferenz für den Weltklimagipfel Ende November haben Unterhändler beider Länder sich im chinesischen Tianjin gegenseitig die Schuld für die stockenden Verhandlungen zugewiesen…
US-Kongress macht gegen China mobil
Repräsentantenhaus will China mit Strafzöllen zur Yuan-Aufwertung zwingen.
Der US-Kongress sucht die Machtprobe mit Peking. Das Repräsentantenhaus stimmte mit großer Mehrheit für ein Gesetz, das Strafzölle gegen chinesische Waren ermöglichen soll. Damit soll die Volksrepublik gezwungen werden, ihren Yuan schnell und deutlich aufzuwerten…
Der Drache pflanzt Fahnen auf
China bekräftigt seinen Anspruch auf das Südchinesische Meer. Die Nachbarn fürchten, Peking könne militärische Expansionsbestrebungen haben.
Es ist eine Eroberungsgeste aus alten Zeiten, realisiert mit den Mitteln der Hochtechnologie: Die Volksrepublik hat mit einem U-Boot eine chinesische Flagge in den Grund des Südchinesischen Meers gerammt. „Einige Länder mögen sich provoziert fühlen, aber das macht nichts”, erklärte Zhao Junhai, Entwickler des Forschungstauchschiffs „Seedrachen“, das den Meeresboden nach wertvollen Mineralien absuchen soll. „Das Südchinesische Meer gehört China, und ich möchte den sehen, der sich traut, das anzuzweifeln.”…
Nordkoreanische Zwickmühle
Die USA verlangen von China eine klare Position zum Abschuss des südkoreanischen Kriegsschiffes “Cheonan”. Doch Peking hat selbst nur wenig Handlungsspielraum.
Aus chinesischer Sicht ist es eine Ungeheuerlichkeit, was Barack Obama sich zum Abschluss des G-20-Gipfels erlaubt hat. “Es gibt einen Unterschied zwischen Zurückhaltung und bewusster Blindheit im Angesicht beständiger Probleme”, verurteilte der US-Präsident Chinas Politik gegenüber Nordkorea…
Machtmittel Yuan
Hat Peking im Yuan-Streit dem Druck des Auslands nachgegeben?
Westliche Politiker und Wirtschaftsverbände werfen China seit Jahren vor, seinen Exporten auf dem Weltmarkt mit einem künstlich billigen Währungskurs unfaire Vorteile zu schaffen. Nun hoffen sie, die Volksrepublik endlich auf internationale Spielregeln verpflichten zu können: zu einer Währung, deren Kurs der Markt bestimmt, nicht die Regierung. Aus chinesischer Sicht stellt sich die Sache allerdings anders dar…
Insel des Unmuts
Wie ein umstrittener US-Stützpunkt Japans Regierung zu Fall brachte.
Den USA gilt sie als “unsinkbarer Flugzeugträger”, aber für Japans Premier Yukio Hatoyama bedeutete sie den Untergang: Die kleine Insel Okinawa ist zum Schauplatz eines politischen Machtkampfes geworden. Weil Hatoyama sein Wahlkampfversprechen nicht halten konnte, einen umstrittenen US-Luftwaffenstützpunkt von der Insel – und am besten ganz aus Japans – zu verbannen, musste er zurücktreten…
Zweiter Anlauf zum Systemwechsel
Nach dem Rücktritt von Premier Hatoyama versuchen Japans Demokraten einen Neuanfang. Das schwierige Erbe fällt an Finanzminister Naoto Kan.
Es ist ein heißer Stuhl, den Japans Demokratische Partei (DPJ) am Freitag besetzen will. Auf dem Posten des Premierministers sind in den vergangenen vier Jahren vier politische Karrieren verglüht. Drei der fast schon vergessenen Namen – Shinzo Abe, Yasuo Fukuda und Taro Aso – versuchten vergeblich, den Machtverfall der ein halbes Jahrhundert regierenden Liberaldemokraten (LDP) zu verhindern. Der vierte, Yukio Hatoyama, trat vergangenen Herbst an, um mit seiner DPJ Japans politisches System zu erneuern – und am Mittwoch nach nur acht Monaten wieder zurück…
“Die Globalisierung verändert sich – und das ist gut so”
Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz über den globalen Reformstau, das Ende der Dominanz des Westens und die neue Weltmacht China.
Bernhard Bartsch: Professor Stiglitz, ist die Krise vorbei oder nur unter einem Haufen Geld vergraben?
Joseph Stiglitz: Die Krise ist noch nicht vorbei. Wir stehen zwar nicht mehr direkt am Abgrund, aber es gibt noch eine Menge Probleme. In den USA haben wir immer mehr Zwangsvollstreckungen, zunehmende Schwierigkeiten auf dem Markt für Gewerbeimmobilien und große Finanzsorgen in den Staaten und Kommunen. In Europa erleben wir gerade die Griechenlandkrise und müssen befürchten, dass Ähnliches noch in anderen Ländern passieren könnte…
Verantwortung für drei
China spielt beim Atomsicherheitsgipfel eine Schlüsselrolle – auch als Verbündeter von Nordkorea und Iran.
Er kontrolliert das fünftgrößte Atombombenarsenal der Welt, doch beim Washingtoner Nukleargipfel spielt Chinas Präsident Hu Jintao nicht nur wegen seiner eigenen Waffen eine Rolle, sondern vor allem wegen seines Einflusses auf die Regime in Nordkorea und im Iran. Pekings Taktik gilt als ambivalent…
“Chinesen sind es gewohnt, die besten zu sein”
Der Pekinger Regierungsberater Yan Xuetong über die chinesisch-amerikanische Rivalität, konfuzianische Außenpolitik und Chinas Supermachtstatus.
Bernhard Bartsch: Professor Yan, trotz des gespannten Verhältnisses zwischen China und den USA reist Präsident Hu Jintao zum Atomsicherheitsgipfel nach Washington. Hat Peking dem amerikanischen Druck nachgegeben?
Yan Xuetong: Nein, die Initiative kam aus dem Weißen Haus. Obama hat kürzlich auf eigene Anregung ausführlich mit dem neuen chinesischen Botschafter getroffen. Auf dieses Gespräch hat China sehr positiv reagiert…
Diplomatische Dehnübungen
Die USA und China bemühen sich um eine Besserung ihres Verhältnisses. Dafür könnte Peking seinen Widerstand gegen Iran-Sanktionen aufgeben.
Keine Antwort ist auch eine Antwort – aber welche? Eine Stunde lang stellte sich der iranische Atomunterhändler Said Dschalili am Freitagnachmittag in Peking der internationalen Presse, doch zu der entscheidenden Frage sagte er nichts: Gibt Chinas Regierung ihren Widerstand gegen westliche Sanktionsforderungen auf? „Wir haben gute Beziehungen“, wich Dschalili ein ums andere Mal aus…