Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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George Washington soll Kim Jong-un einschüchtern

Nach dem Angriff aus dem Norden unterstützen die USA ihren Verbündeten im Süden und verlegen einen Flugzeugträger ins Gelbe Meer.

Ein südkoreanisches Manöver war der Anlass für das tödliche Feuergefecht an der innerkoreanischen Grenze – und ein Manöver soll auch Seouls Antwort sein. Einen Tag, nachdem Nordkoreas Armee beim Beschuss der südkoreanischen Insel Yeonpyeong zwei Soldaten und zwei Zivilisten tötete, zwanzig Menschen verletzte und dutzende Häuser zerstörte, haben die Regierungen in Seoul und Washington demonstrativ eine gemeinsame Marineübung beschlossen. Dafür wird unter anderem der US-Flugzeugträger “George Washington” ins Gelbe Meer verlegt…

Bernhard Bartsch | 24. November 2010 um 14:02 Uhr

 

Koreanisches Poker

Kim Jong-il reizt – und weiß, dass seine Aggression bisher immer belohnt worden ist.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-il hat eine eigenwillige Art, der Welt Verhandlungen anzubieten. Erst führte er US-Wissenschaftlern eine neue Nuklearfabrik vor, die zur Herstellung von atomwaffenfähigem Uran verwendet werden könnte – eine offene Aufrüstungsdrohung. Nun ließ er auch noch unvermittelt Granaten auf eine südkoreanische Insel schießen – eine unverhohlene Warnung, dass er zu Gewalt bereit ist, wenn er nicht bekommt, was er will…

Bernhard Bartsch | 23. November 2010 um 16:15 Uhr

 

Gefährlicher Grenzkonflikt

Nordkorea provoziert die Welt wieder einmal mit einem Angriff auf senen Nachbarn.

Nordkorea hat am Dienstag überraschend ein Gefecht an der innerkoreanischen Grenze provoziert. Am Nachmittag, um 14.34 Uhr Ortszeit, schlugen mehr als 50 Granaten auf der südkoreanischen Insel Yeonpyeong ein, berichtete das Verteidigungsministerium in Seoul. Bei dem Angriff wurden zwei Soldaten getötet, 17weitere sowie drei Zivilisten verletzt…

Bernhard Bartsch | 23. November 2010 um 16:11 Uhr

 

Frische Impulse aus Korea

G20 einigen sich in Seoul auf Prozess für Finanzmarktreformen. Die französische Präsidentschaft spricht bereits von einem neuen Bretton Woods.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits die Heimreise nach Berlin angetreten, als Südkoreas Präsident Lee Myung-bak in Seoul vor die Mikrophone trat, um zu erläutern, wie die G20-Staaten das internationale Finanzsystem weiter reformieren wollen. „Beachtliche Fortschritte“ seien bei dem zweitägigen Gipfel der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie der EU erreicht worden, erklärte Lee. Der „Seoul Action Plan“, wie das Abschlusskommuniqué die Beschlüsse enthusiastisch übertitelt, weise den Weg zu einer grundlegenden Neuordnung des globalen Finanzsystems…

Bernhard Bartsch | 12. November 2010 um 15:01 Uhr

 

Nachts im Museum

Zum Auftakt des G20-Gipfels streiten Deutschland, die USA und China über die richtige Welthandelspolitik.

Ein bisschen Kultur muss sein: Mit einem Abendessen im Koreanischen Nationalmuseums hat am Donnerstagabend der G20-Gipfel begonnen. Doch die Regierungschefs der zwanzig größten Industrie- und Schwellenländer sowie der Europäischen Union hatten für die Pagoden, Buddhas und Vasen des Gastgebers nur einen höflichen Streifblick übrig. Denn im Zentrum des Treffens stehen Grundsatzfragen der internationalen Währungs- und Handelspolitik, über die es im Vorfeld zu scharfen Auseinandersetzungen gekommen war, vor allem zwischen Deutschland, den USA und China…

Bernhard Bartsch | 11. November 2010 um 16:03 Uhr

 

Ginsengseifen für eine bessere Welt

Der G20-Gipfel in Seoul ist für Südkorea das wichtigste Ereignis seit den Olympischen Spielen von 1988. Das Land erhofft sich einen Imagesprung.

Zwanzig Meter groß steht sie da und formt mit den Fingern ein Herz: In Übergröße strahlt Kim Yu-na, Eiskunstlaufstar und international das berühmteste Gesicht Südkoreas, von Seouls Rathaus. „Die Zukunft der Welt öffnet sich in Korea“ lautet der Slogan, mit dem die Schlittschuhprinzessin für das wichtigste Ereignis wirbt, das ihr Land seit den Olympischen Spielen von 1988 ausrichtet: Am Donnerstag und Freitag treffen sich die Regierungschefs der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in der südkoreanischen Hauptstadt, um über weitere Reformen des globalen Wirtschaftssystems zu beraten…

Bernhard Bartsch | 09. November 2010 um 04:55 Uhr

 

Tunnel der Freundschaft

Südkorea plant unterirdische Verbindungen nach Japan und China und hofft nicht nur auf räumliche Annäherung

Ostasien will zusammenwachsen. Ein 220 Kilometer langer Eisenbahntunnel unter dem Meeresboden könnte künftig die südkoreanische Hafenstadt Busan mit dem japanischen Fukuoka verbinden. Sogar eine 350 Kilometer lange Röhre von der südkoreanischen Westküste in die chinesische Hafenstadt Weihai wird geprüft…

Bernhard Bartsch | 21. September 2010 um 16:25 Uhr

 

Koreanisches Theater

Vor 60 Jahren brach der Koreakrieg aus – und ist bis heute nicht beendet. Ein Besuch bei den US-Soldaten, die den Waffenstillstand am 38. Breitengrad sichern.

Das “Affenhaus” bleibt heute leer. Die Spitzengardinen hinter den Fenstern der grauen Baracke sind zugezogen, die Türen versperrt ein Kettenschloss. “Manchmal schleichen sich die Nordkoreaner dort hinein und reißen plötzlich die Vorhänge auf, um uns den Vogel oder den Mittelfinger zu zeigen”, erklärt Sean Howard. “Aber wir ignorieren sie. Das hier ist kein Ort für Albereien: Jede Provokation könnte zu einem militärischen Zwischenfall führen.”…

Bernhard Bartsch | 25. Juni 2010 um 02:35 Uhr

 

Kommunistische Stiefbrüder

China gilt als Nordkoreas einziger Verbündeter. Doch die sozialistische Brudertreue ist erfüllt von Misstrauen.

Nordkorea und China seien wie „Lippen und Zähne“, beschrieb einst Mao Zedong die Beziehung der kommunistischen Bruderstaaten. Heute scheint es jedoch eher, als beiße sich China mit den Zähnen auf die Lippen: So sehr beide Länder auch nach außen ihre Freundschaft beschwören, so sehr ist das Verhältnis von wachsendem Misstrauen geprägt.

Bernhard Bartsch | 27. Mai 2010 um 04:36 Uhr

 

Dreist gewinnt

Warum Nordkorea es sich erlauben kann, südkoreanische Schiffe zu versenken.

Militärische Aufklärungsberichte sind stets mit Vorsicht zu genießen. Doch im Fall des Untergangs der südkoreanischen Korvette „Cheonan“ gibt es wenig Grund, an Seouls Untersuchungsergebnissen zu zweifeln: 46 Matrosen sind Opfer eines nordkoreanischen Torpedoangriffs geworden. Warum die unvermittelte Provokation?

Bernhard Bartsch | 20. Mai 2010 um 14:42 Uhr

 

Pjöngjang droht mit “totalem Krieg”

Nordkorea hat ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkt – und bezeichnet das Untersuchungsergebnis nun seinerseits als Provokation.

Südkorea macht den Vorwurf gegen Nordkorea offiziell: Das Land soll an der innerkoreanischen Grenze den schwersten militärischen Zwischenfall seit 57 Jahren verursacht haben. Ein nordkoreanisches U-Boot soll am 26. März einen Torpedo auf das südkoreanische Patrouilleschiff “Cheonan” abgeschossen und die Korvette versenkt haben. 46 Besatzungsmitglieder starben…

Bernhard Bartsch | 20. Mai 2010 um 14:27 Uhr

 

Gefährliche Missionen

Südkoreas Christen gelten als die hartnäckigsten Missionare der Welt. Doch die Methoden der Seelensammler sind umstritten und politisch problematisch.

Vergangenen September schmuggelte Peter Chung neun nordkoreanische Flüchtlinge aus China nach Vietnam. „Ich hatte im Grenzgebiet eine Stelle ausfindig gemacht, die nicht bewacht wird“, erzählt der Südkoreaner. „Trotzdem war es ein gefährliches Unterfangen und wir hatten alle große Angst.“ Nachdem er seine Schützlinge auf vietnamesischer Seite an einen Vertrauensmann übergeben hatte, wanderte er alleine zurück nach China…

Bernhard Bartsch | 18. Mai 2010 um 14:51 Uhr

 

Koreanische Fußball-Diplomatie

Militärisches Foul, politischer Elfmeter: Nordkoreas erste WM-Teilnahme seit 44 Jahren wird zum diplomatischen Duell zwischen Seoul und Pjöngjang.

Das Runde muss ins Eckige – vor diesem Gesetz sind alle Fußballer gleich. Doch wenige Wochen bevor Nordkoreas Kicker zum ersten Mal seit 44 Jahren bei einer Weltmeisterschaft den Ball im gegnerischen Tor versenken könnten, bereitet ihren Landsleuten ein anderes Rechteck Probleme: Bisher ist unklar, wie das südafrikanische Fußballfest ins nordkoreanische Fernsehen kommen soll…

Bernhard Bartsch | 14. Mai 2010 um 14:28 Uhr

 

Pünktliche Provokation

Vor dem Südkorea-Besuch von US-Präsident Obama provoziert Pjöngjang ein Seegefecht im Gelben Meer.

Kim Jong-il gilt als Mann mit diplomatischem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom – und pünktlich zur Asienreise von US-Präsident Barack Obama, die auch nach Südkorea führen wird, steht Nordkoreas Diktator nun wieder im Mittelpunkt. Schiffe der nord- und südkoreanischen Marine lieferten sich im Gelben Meer einen Schusswechsel, wobei das direkte Feuer offenbar Kims Soldaten eröffneten…

Bernhard Bartsch | 10. November 2009 um 22:11 Uhr

 

Karadzics Richter

Der Südkoreaner O-gon Kwon leitet den Prozess gegen den früheren bosnischen Serbenführer.

Der Gerechtigkeit eine Bühne geben, nicht Radovan Karadzic – das ist die Vorgabe, an der O-Gon Kwon im wichtigsten Prozess seines Lebens gemessen werden wird. Der südkoreanische Richter leitet beim Kriegsverbrechertribunal in Den Haag das Verfahren gegen den früheren Führer der bosnischen Serben. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher will die Verhandlung sabotieren…

Bernhard Bartsch | 03. November 2009 um 04:19 Uhr