Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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So schön ist Nordkorea

Herr Klimke von der CDU will sich ein Bild von Land und Leuten machen. Die Gastgeber wollen ihm zeigen, wie glücklich das Volk ist. Ein Reisebericht.

Der junge Mann ist seltsam. Er steigt als letzter ins Flugzeug, hat eine riesige Sonnenbrille auf, trägt Jeans, Turnschuhe, ein blaues Hemd mit Krawatte und eine Gelfrisur wie asiatische Popstars sie haben. Man kann sich ihn in einer japanischen Disco oder Hongkonger Shopping Mall vorstellen. Aber er ist auf dem Weg nach Nordkorea. In Peking hat er als letzter die Maschine der nordkoreanischen Fluglinie Koryo Air bestiegen und in der ersten Klasse auf Sitz 1A Platz genommen. Die Stewardessen behandeln ihn wie einen Ehrengast. Wer ist er? Drei Plätze weiter, auf Sitz 1D, sitzt Jürgen Klimke von der CDU. Klimke nestelt an einer kleinen Digitalkamera. „Machen wir mal ein Foto“, sagt er, dreht sich zur Seite und drückt schnell ab…

Bernhard Bartsch | 08. April 2011 um 16:25 Uhr

 

Kims Hunger nach Diplomatie

Südkorea will wieder mit dem Norden verhandeln, doch die Annäherung ist umstritten.

Süd- und Nordkorea nähern sich an – oder demonstrieren zumindest ihren guten Willen, nach einem Jahr auf Eskalationskurs wieder zur Diplomatie zurückzukehren. Am 8. Februar sollen sich Armeevertreter im Waffenstillstandsdorf Panmunjom treffen. Auch andere Kontakte würden auf Arbeitsebene wieder aufgenommen, sagte Südkoreas Präsident Lee Myung Bak…

Bernhard Bartsch | 02. Februar 2011 um 13:29 Uhr

 

Wikileaks entzweit Peking und Pjöngjang

Die Wikileaks-Veröffentlichungen zeigen Brüche im Bündnis zwischen China und Nordkorea. Könnte dadurch Bewegung in den festgefahrenen Konflikt kommen?

Als „alter Freund“ reiste Choe Thae-bok in Pjöngjang ab, als „verwöhntes Kind“ kam er in Peking an: Nordkoreas Parlamentspräsident und Sekretär des Zentralkomitees der Arbeiterpartei musste am Dienstag zum Auftakt seines Chinabesuchs brisante Enthüllung von Wikileaks verkraften. Unmittelbar vor seiner Landung war bekannt geworden, wie Chinas Vizeaussenminister He Yafei vergangenes Jahr vor Mitarbeitern der US-Botschaft in Peking über die Verbündeten aus Pjöngjang hergezogen haben soll…

Bernhard Bartsch | 30. November 2010 um 18:11 Uhr

 

Chinas Gesichtswahrer

Vize-Außenminister Wu Dawei soll im Koreakonflikt Chinas Interessen wahren.

Chinas Diplomaten spielen wieder einmal “good cop, bad cop”. Der böse Bulle ist Außenminister Yang Jiechi: Als Südkorea in der vergangenen Woche als Reaktion auf Nordkoreas Artillerieangriff auf die Insel Yeonpyeong ein großes Marinemanöver mit den USA ankündigte, sagte er kurzerhand einen Besuch in Seoul ab – offenbar aus Ärger darüber, dass abermals eine Militärübung in unmittelbarer Nachbarschaft der Volksrepublik stattfindet. Doch sein Stellvertreter darf nun die Rolle des guten Bullen spielen…

Bernhard Bartsch | 28. November 2010 um 17:52 Uhr

 

Verhandeln, ob verhandelt wird

China bietet sich im Korea-Konflikt als Vermittler an und holt sich gleich eine Absage.

Es war ein seltsames Stück Diplomatietheater, das sich gestern in Pekings Außenministerium abspielte. Per SMS hatten die Beamten kurzfristig die Weltpresse einbestellt, um eine wichtige Ankündigung zu machen. Peking will im Nordkoreakonflikt vermitteln, erklärte Vizeaußenminister Wu Dawei…

Bernhard Bartsch | 28. November 2010 um 17:48 Uhr

 

Der Stellvertreterkonflikt

Der Streit um Nordkorea offenbart die Bruchstellen der neuen Weltordnung.

Nein, diesen Gefallen werden wir Kim Jong-il nicht tun! Mit seinen jüngsten Provokationen – dem Beschuss der südkoreanischen Insel Yeonpyeong und der Präsentation seiner Urananreicherungsanlage – will Nordkoreas Diktator der Welt Angst vor einem neuen Korea-Krieg machen. Er möchte, dass man ihm jeden Wahnsinn zutraut, selbst den Einsatz seiner Atombomben. Denn nur wenn das Ausland Kim fürchtet, macht es ihm die politischen und finanziellen Zugeständnisse, die er braucht, um sein tyrannisches Regime am Leben zu erhalten…

Bernhard Bartsch | 27. November 2010 um 10:37 Uhr

 

George Washington soll Kim Jong-un einschüchtern

Nach dem Angriff aus dem Norden unterstützen die USA ihren Verbündeten im Süden und verlegen einen Flugzeugträger ins Gelbe Meer.

Ein südkoreanisches Manöver war der Anlass für das tödliche Feuergefecht an der innerkoreanischen Grenze – und ein Manöver soll auch Seouls Antwort sein. Einen Tag, nachdem Nordkoreas Armee beim Beschuss der südkoreanischen Insel Yeonpyeong zwei Soldaten und zwei Zivilisten tötete, zwanzig Menschen verletzte und dutzende Häuser zerstörte, haben die Regierungen in Seoul und Washington demonstrativ eine gemeinsame Marineübung beschlossen. Dafür wird unter anderem der US-Flugzeugträger “George Washington” ins Gelbe Meer verlegt…

Bernhard Bartsch | 24. November 2010 um 14:02 Uhr

 

Koreanisches Poker

Kim Jong-il reizt – und weiß, dass seine Aggression bisher immer belohnt worden ist.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-il hat eine eigenwillige Art, der Welt Verhandlungen anzubieten. Erst führte er US-Wissenschaftlern eine neue Nuklearfabrik vor, die zur Herstellung von atomwaffenfähigem Uran verwendet werden könnte – eine offene Aufrüstungsdrohung. Nun ließ er auch noch unvermittelt Granaten auf eine südkoreanische Insel schießen – eine unverhohlene Warnung, dass er zu Gewalt bereit ist, wenn er nicht bekommt, was er will…

Bernhard Bartsch | 23. November 2010 um 16:15 Uhr

 

Gefährlicher Grenzkonflikt

Nordkorea provoziert die Welt wieder einmal mit einem Angriff auf senen Nachbarn.

Nordkorea hat am Dienstag überraschend ein Gefecht an der innerkoreanischen Grenze provoziert. Am Nachmittag, um 14.34 Uhr Ortszeit, schlugen mehr als 50 Granaten auf der südkoreanischen Insel Yeonpyeong ein, berichtete das Verteidigungsministerium in Seoul. Bei dem Angriff wurden zwei Soldaten getötet, 17weitere sowie drei Zivilisten verletzt…

Bernhard Bartsch | 23. November 2010 um 16:11 Uhr

 

Nordkorea reichert Uran an

Pjöngjang führt Wissenschaftlern moderne Atomanlage vor. Errichtet wurde sie womöglich mit Hilfe auf China und Pakistan.

Wenn Nordkoreas Diktator Kim Jong-il der Welt droht, bedient er sich meist martialischer Formulierungen. “Flammenmeer” und “totaler Krieg” gehören zum Standardvokabular seines offiziellen Sprachrohrs, der Nachrichtenagentur KCNA. Doch Pjöngjangs jüngste Warnung kommt in feinstem Wissenschaftsjargon daher…

Bernhard Bartsch | 21. November 2010 um 03:44 Uhr

 

Der dicke Bär macht Stunk

Widerspruch für Kim Jong-il: Sein ältester Sohn kritisiert aus dem Exil Nordkoreas Erbfolgeregelung.

Das enfant terrible des Kim-Klans meldet sich zurück: Kaum hat Nordkoreas Diktator Kim Jong-il seinen jüngsten Sohn, Kim Jong-un, bei einer pompösen Militärparade als Machterben präsentiert, kritisiert sein Ältester die dynastische Herrschaftsfolge. Kim Jong-nam, der seit Jahren in Peking und Macao lebt, sagte dem japanischen Fernsehsender TV Asahi, er sei persönlich dagegen, dass Nordkorea in dritter Generation von seiner Familie geführt werde…

Bernhard Bartsch | 13. Oktober 2010 um 03:33 Uhr

 

Nordkorea bleibt in Familienbesitz

Diktator Kim Jong-il regelt sein Erbe und sichert den Machterhalt des Klans gleich doppelt ab: Seine Schwester und sein jüngster Sohn erhalten hohe Ämter.

Und die große Neuigkeit ist: Nordkoreas Diktator Kim Jong-il bleibt Nordkoreas Diktator! So lässt sich zusammenfassen, was die nordkoreanischen Medien am Dienstag über den ersten Parteikongress seit dreißig Jahren berichteten. Seit dem Morgen hatte die Staatspresse das Volk darauf vorbereitet, dass es um 14 Uhr Ortszeit eine „bedeutsame Nachricht“ geben werde, und verkündete dann, der „Geliebte Führer“ General Kim Jong-il sei von der Arbeiterpartei „unter einem Beifallssturm erneut als Generalsekretär nominiert worden“…

Bernhard Bartsch | 28. September 2010 um 15:36 Uhr

 

Diktator 3.0

Nordkoreas designierter Machthaber Kim Jong-un ist für das Ausland ein Phantom.

Sein Bild geht um die Welt, obwohl niemand sicher sein kann, dass es ihn tatsächlich zeigt: Kim Jong-un, der jüngste Sohn von Nordkoreas Diktator Kim Jong-il, gilt als designierter Nachfolger seines Vaters – und damit auch als Machterbe seines 1994 verstorbenen Großvaters Kim Il-sung. Doch für internationale Beobachter ist er ein Phantom. Alles, was über ihn bekannt ist, beruht mehr auf Gerüchten als auf gesicherten Erkenntnissen…

Bernhard Bartsch | 27. September 2010 um 16:16 Uhr

 

Das Testament des Tyrannen

Nordkorea beruft den größten Parteikongress seit drei Jahrzehnten ein. Wahrscheinlich soll er den jüngsten Sohn von Kim Jong-il zum Machterben küren.

Angaben über Nordkorea sind immer ohne Gewähr. Auf jede richtige Meldung kommen mindestens zwei falsche, sagen Experten. Schließlich hat das Ausland zu Pjöngjangs Nomenklatura so gut wie keine direkten Verbindungen, und angesichts des anhaltenden Kriegszustands mit Südkorea wird das politische Spiel mit Informationen und Desinformationen so lebhaft betrieben wie einst im Kalten Krieg. Obwohl die internationalen Nordkorea-Beobachter in den vergangenen Wochen mehrfach falsch gelegen haben, glauben sie nun, endlich wieder einen Treffer gelandet zu haben…

Bernhard Bartsch | 27. September 2010 um 16:12 Uhr

 

Tunnel der Freundschaft

Südkorea plant unterirdische Verbindungen nach Japan und China und hofft nicht nur auf räumliche Annäherung

Ostasien will zusammenwachsen. Ein 220 Kilometer langer Eisenbahntunnel unter dem Meeresboden könnte künftig die südkoreanische Hafenstadt Busan mit dem japanischen Fukuoka verbinden. Sogar eine 350 Kilometer lange Röhre von der südkoreanischen Westküste in die chinesische Hafenstadt Weihai wird geprüft…

Bernhard Bartsch | 21. September 2010 um 16:25 Uhr