Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Chinas Militär zeigt Muskeln

Peking präsentiert einen neuen Tarnkappen-Jet für den Einsatz auf Flugzeugträgern. Die Technologie wurde womöglich von den USA ausspioniert.

Kurz vor dem Parteitag der Kommunistischen Partei und mitten in einem erbitterten Territorialdisput mit Japan demonstriert Chinas Militär seine Stärke: Mit einem neuen Tarnkappen-Jet hat die Volksbefreiungsarmee diese Woche ein weitgehend selbstentwickeltes Kampfflugzeug für den Einsatz auf ihrem ersten Flugzeugträger präsentiert, der seit September in Betrieb ist. Der Flieger vom Typ J-31 absolvierte seinen Jungfernflug in der nordostchinesischen Provinz Liaoning. Der J-31 ist Teil einer Modernisierungskampagne, mit der Chinas Streitkräfte zu den militärischen Grossmächten USA und Russland aufschliessen wollen…

Bernhard Bartsch | 03. November 2012 um 14:56 Uhr

 

Der Frieden der Fische

Im Südchinesischen Meer eskaliert der Streit zwischen China und den Philippinen.

Bei militärischen Machtspielen werden Statisten mitunter zu Hauptfiguren. Im Südchinesischen Meer sind es die Fische, die derzeit im Mittelpunkt stehen und unverhofft den Frieden erklärt bekommen haben, damit China und die Philippinen einen Krieg verhindern können. Fast gleichzeitig verordneten beide Regierungen, dass der Fischfang rund um eine umstrittene Inselgruppe, von den Philippinen als Scarborough-Riff und von Chinas als Huangyan-Inseln bezeichnet wird, verboten ist. Zwar besteht jede Seite darauf, die Entscheidung eigenständig und allein aus Sorge um die Fischbestände gefällt zu haben, doch in Wirklichkeit handelt es sich wohl um einen mühsam erreichten diplomatischen Kompromiss…

Bernhard Bartsch | 16. Mai 2012 um 06:51 Uhr

 

China im Würgegriff

Mit einem Raketentest meldet Indien seine Machtansprüche an – vor allem gegenüber China. Dort fühlt man sich zwar nicht direkt bedroht, aber zunehmend eingekesselt.

Eine turbulentere Woche hatten Chinas Sicherheitspolitiker wohl lange nicht mehr. Am Donnerstag testete Indien erfolgreich seine neue Langstreckenrakete Agni-V, die das Land in die Lage versetzt, Atomwaffen in alle grossen chinesischen Städte zu schiessen. Aus Sicht der chinesischen Volksbefreiungsarmee ist dies die seit Jahren grösste Provokation im Verhältnis der beiden bevölkerungsreichsten Staaten, zwischen denen jahrzehntealte Grenzkonflikte für Spannungen sorgen. Doch nicht nur an Chinas Westflanke herrscht Unruhe…

Bernhard Bartsch | 22. April 2012 um 05:37 Uhr

 

Kim der Ewige

Nordkorea zelebriert seine toten Diktatoren.Zur Feier soll eine Langstreckenrakete starten – auch um den Preis einer weiteren Isolation.

Alle Macht will Ewigkeit: Nordkoreas im Dezember verstorbener Diktator Kim Jong Il ist zum „ewigen Generalsekretär“ der Arbeiterpartei ernannt worden – und damit zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung ähnlich geehrt worden wie sein Vater, der auch 18 Jahre nach seinem Tod noch als „ewiger Präsident“ amtiert. Die Entscheidung sei bei einem Sonderparteitag gefallen, meldete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Gleichzeitig wurde ein weiterer dereinst womöglich ewiger Kim in Stellung gebracht: Kim Jong Un…

Bernhard Bartsch | 11. April 2012 um 06:21 Uhr

 

Putin drückt aufs Gas

Beim Geld fängt die Freundschaft erst an: Die Rivalen Russland und China ringen um ein Erdgas-Abkommen, das auch Europas Versorgung beeinflussen könnte.

Nordasien rückt ins Zentrum des weltweiten Wettlaufs um Ressourcen. Unmittelbar bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag in der Mongolei einen großen Rohstoffabkommen festzurren will, stehen auch die großen Nachbarn China und Russland offenbar vor einer Vereinbarung über langfristige Erdgas-Lieferungen…

Bernhard Bartsch | 12. Oktober 2011 um 13:01 Uhr

 

Strategische Perlenkette

China erweitert mit einem Flugzeugträger seine Machtposition – sehr zum Ärger der Nachbarn.

Andeutungen zirkulieren schon seit Jahren und Fotos seit Monaten, doch erst jetzt hat sich Chinas Volksbefreiungsarmee offiziell zu ihrem aufsehenerregendsten Rüstungsprojekt bekannt. „China baut einen Flugzeugträger“, erklärte Generalstabschef Chen Bingde vergangene Woche, „er ist aber noch nicht fertig.“ Der knappe Satz ist nichts weniger als die Bestätigung, dass die Volksrepublik auch auf den Weltmeeren den Status einer Großmacht beansprucht…

Bernhard Bartsch | 16. Juni 2011 um 03:31 Uhr

 

Der Beziehungstest

Chinas Präsident Hu Jintao reist in die USA. Die Rivalität zwischen beiden Grossmächten zeigt sich offener denn je und ein Ende der Eskalation ist nicht in Sicht.

Sie gelten als die beiden mächtigsten Politiker der Welt – und ihre Treffen entwickeln sich zunehmend zu einem diplomatischen Muskelspiel. Wenn der amerikanische Präsident Barack Obama und Chinas Staatschef Hu Jintao diesen Mittwoch in Washington wieder einmal zusammenkommen, ist die Liste der akuten Konfliktthemen erneut länger geworden…

Bernhard Bartsch | 16. Januar 2011 um 03:32 Uhr

 

Kein Raum für Missverständnisse

Der Großmachtwettbewerb zwischen den USA und China weitet sich von Wirtschaft und Politik nun auch aufs Militär aus. Abrüstungsversuche gibt es nur verbal.

Wenn doch alles nur ein Missverständnis wäre! US-Verteidigungsminister Robert Gates wollte es so erscheinen lassen. „Wir sind uns sehr einig, dass sich die Gefahr von Misskommunikation, Missverständnissen und Misskalkulationen nur reduzieren lässt, wenn unsere zwischenmilitärischen Beziehungen solide und verlässlich sind und sich nicht mit dem politischen Wind ändern“, sagte er nach einem Gespräch mit seinem chinesischen Amtskollegen Liang Guanglie in Peking…

Bernhard Bartsch | 11. Januar 2011 um 03:35 Uhr

 

Kims Kommando

Militär Nordkorea ist das am stärksten militarisierte Land der Welt. Die Armee ist die wichtigste Machtstütze des Regimes.

Nordkorea gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, doch es leistet sich einen der größten Militärapparate: Rund 1,2 Millionen Soldaten zählt die Koreanische Volksarmee (KVA). Das ist weltweit Rang vier und gemessen an der Bevölkerungszahl der mit Abstand höchste Militarisierungsgrad. Zwischen vier und acht Millionen Nordkoreaner werden außerdem als Reservisten geführt…

Bernhard Bartsch | 24. November 2010 um 04:20 Uhr

 

„China muss zivilisierter werden“

Der chinesische Reformvordenker Ding Xueliang über den G20-Gipfel, Chinas Rolle in der internationalen Politik und den Streit mit den asiatischen Nachbarn.

Bernhard Bartsch: Professor Ding, heute treffen sich in Seoul die Regierungschefs der G-20-Staaten, zum fünften Mal seit Beginn der Finanzkrise. Hat sich das Zwanziger-Forum als neue Weltregierung etabliert?

Ding Xueliang: Für die Lösung der großen Probleme sind die G 20 zweifellos eine viel bessere Plattform als früher die G 8. Dass die großen Wirtschaftsmächte sich jetzt regelmäßig abstimmen, ist eine entscheidende Voraussetzung, um die Restrukturierung des globalen Finanzsystems zu bewerkstelligen, auch wenn es da noch immer viele Uneinigkeiten gibt…

Bernhard Bartsch | 09. November 2010 um 04:43 Uhr

 

Das Gesicht der anderen

China beschwert sich über die Arroganz des Westens – dabei hat es sie längst kopiert.

Chinesen, so heißt es, dürfe man niemals ihr Gesicht verlieren lassen. Aber wie nehmen sie es eigentlich mit dem Gesicht von anderen? Auf der politischen Bühne gewinnt man derzeit den Eindruck, Chinas Regierung agiere ausgesprochen unchinesisch. Immer häufiger fallen Pekings Diplomaten durch unnötige Ruppigkeit auf: zuletzt gegen Japan, davor gegen die Mit-Anrainer im Südchinesischen Meer, und seit Jahren im Währungskonflikt gegen die ganze Welt. Ist dies das Gesicht der neuen Großmacht?…

Bernhard Bartsch | 01. Oktober 2010 um 05:52 Uhr

 

Seekonflikt eskaliert

Peking bestellt im Fischkutter-Streit zum vierten Mal den japanischen Botschafter ein. Der Konflikt wird für beide Regierungen zum außenpolitischen Testfall.

„Diplomatie ist die Kunst, so lange ‚guter Hund’ zu sagen, bis man einen Stein gefunden hat“, besagt ein alter Diplomatenwitz. Pekings Außenpolitiker machen derzeit jedoch keinen Hehl daraus, dass sie ihren japanischen Kollegen lieber mit Steinen als mit ruhigen Worten begegnen würden: In tiefster Nacht ließ Chinas oberster Diplomat, Staatsrat Dai Bingguo, am Sonntag den japanischen Botschafter einbestellen…

Bernhard Bartsch | 12. September 2010 um 13:10 Uhr

 

Der Drache pflanzt Fahnen auf

China bekräftigt seinen Anspruch auf das Südchinesische Meer. Die Nachbarn fürchten, Peking könne militärische Expansionsbestrebungen haben.

Es ist eine Eroberungsgeste aus alten Zeiten, realisiert mit den Mitteln der Hochtechnologie: Die Volksrepublik hat mit einem U-Boot eine chinesische Flagge in den Grund des Südchinesischen Meers gerammt. „Einige Länder mögen sich provoziert fühlen, aber das macht nichts”, erklärte Zhao Junhai, Entwickler des Forschungstauchschiffs „Seedrachen“, das den Meeresboden nach wertvollen Mineralien absuchen soll. „Das Südchinesische Meer gehört China, und ich möchte den sehen, der sich traut, das anzuzweifeln.”…

Bernhard Bartsch | 28. August 2010 um 07:37 Uhr

 

Koreanisches Theater

Vor 60 Jahren brach der Koreakrieg aus – und ist bis heute nicht beendet. Ein Besuch bei den US-Soldaten, die den Waffenstillstand am 38. Breitengrad sichern.

Das „Affenhaus“ bleibt heute leer. Die Spitzengardinen hinter den Fenstern der grauen Baracke sind zugezogen, die Türen versperrt ein Kettenschloss. „Manchmal schleichen sich die Nordkoreaner dort hinein und reißen plötzlich die Vorhänge auf, um uns den Vogel oder den Mittelfinger zu zeigen“, erklärt Sean Howard. „Aber wir ignorieren sie. Das hier ist kein Ort für Albereien: Jede Provokation könnte zu einem militärischen Zwischenfall führen.“…

Bernhard Bartsch | 25. Juni 2010 um 02:35 Uhr

 

Verantwortung für drei

China spielt beim Atomsicherheitsgipfel eine Schlüsselrolle – auch als Verbündeter von Nordkorea und Iran.

Er kontrolliert das fünftgrößte Atombombenarsenal der Welt, doch beim Washingtoner Nukleargipfel spielt Chinas Präsident Hu Jintao nicht nur wegen seiner eigenen Waffen eine Rolle, sondern vor allem wegen seines Einflusses auf die Regime in Nordkorea und im Iran. Pekings Taktik gilt als ambivalent…

Bernhard Bartsch | 11. April 2010 um 05:02 Uhr