Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Was Nordkoreaner in der Zeitung lesen

Die Welt verbündet sich gegen Kim Jong-il – aber was bekommen eigentlich die Nordkoreaner davon mit? Eine Pjöngjanger Presseschau.

Am Dienstagmorgen war der Endsieg wieder einmal nah. Die gute Nachricht fanden die Nordkoreaner wie gewohnt auf der Titelseite ihrer Zeitung, diesmal unter der Schlagzeile „Pjöngjanger Mammutdemonstration verurteilt ‚Resolution’ des UN-Sicherheitsrats“. Demnach hatten über 100.000 Demonstranten am Vorabend auf dem Kim-Il-sung-Platz gegen die „hintertückische Erpressungsoffensive der US-Imperialisten“ protestiert…

Bernhard Bartsch | 17. Juni 2009 um 00:46 Uhr

 

Warten auf Kims nächste Provokation

Nordkorea kündigt nach der neuen Uno-Resolution den Bau weiterer Atomwaffen an. Damit riskiert Kim Jong-il die Unterstützung seines letzten Verbündeten.

Der diplomatische Schlagabtausch um Kim Jong-ils Atomwaffenprogramm geht in die nächste runde: Nach der neuen Resolution des UN-Sicherheitsrats hat Nordkorea den Bau weiterer Atombomben angekündigt und erstmals erklärt, über Urananreicherungsanlagen zu verfügen…

Bernhard Bartsch | 14. Juni 2009 um 00:49 Uhr

 

Zwei Frauen zwischen den Fronten

Nordkorea verurteilt US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager. Doch Washington will sich durch das drakonische Urteil nicht erpressen lassen.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il hat zwei US-Journalistinnen zu Geiseln seines antiamerikanischen Konfrontationskurses gemacht. “Zwölf Jahre Umerziehung durch Arbeit” lautete das Urteil, das Pjöngjangs oberstes Gericht am Montag gegen die Fernsehreporterinnen Euna Lee und Laura Ling verhängte. Sie waren Mitte März an der chinesischen Grenze festgenommen worden…

Bernhard Bartsch | 09. Juni 2009 um 01:41 Uhr

 

Kim 3.0

Nordkoreas Diktatorendynastie geht in die dritte Generation: Kim Jong-il soll seinen jüngsten Sohn als Machterben auserkoren haben.

Kim Jong-un - ein "Strahlender Führer"?Kim und kein Ende in Nordkorea: Diktator Kim Jong-il soll seinen jüngsten Sohn Kim Jong-un offiziell in den Rang seines Nachfolgers erhoben haben. Unmittelbar nach dem Atombombentest am Montag vergangener Woche habe das Regime seine Auslandsvertretungen über die Wahl des Machterben informiert, berichten südkoreanische Zeitungen unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Vertreter des Parlaments und der Armee hätten bereits Treueschwüre auf Kim Jong-un schwören müssen, hieß es. Der Tyrannenspross würde die seit 1948 andauernde Herrschaft des Kim-Clans in die dritte Generation führen…

Bernhard Bartsch | 02. Juni 2009 um 13:14 Uhr

 

“Ich war wie James Bond”

Gwon Hyeok gehörte zu Nordkoreas Elite. Er beaufsichtigte Straflager, arbeitete im Ausland, eliminierte Deserteure. Dann floh er. Wegen einer Frauengeschichte.

Gwon Hyeok (Copyright: Martin Gottske)Sein Blick klebt an einem Paar langer Beine, das auf hohen Absätzen die Bar verlässt. “Mit Frauen hat man nichts als Ärger”, murmelt Gwon Hyeok. Er hat einiges getrunken, aber auch ohne Alkohol landet er über kurz oder lang bei seinem Lieblingsthema: Frauen. Während seine Augen den Raum nach weiblichen Rundungen absuchen, erzählt Gwon, dass er früher jede haben konnte, ob sie wollte oder nicht. Doch irgendwann landete er bei der Falschen. Und deswegen sitzt er jetzt hier, in einem Restaurant in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Viel lieber wäre er in seiner Heimat: in Nordkorea…

Bernhard Bartsch | 28. Mai 2009 um 12:58 Uhr

 

Kim droht mit neuem Koreakrieg

Nordkorea kündigt den Waffenstillstand aus dem Jahr 1953 mit Südkorea auf und droht mit “unvorstellbar gnadenloser Bestrafung” jedes “feindlichen Akts”.

Pjöngjang/Seoul. – Nordkoreas Diktator Kim Jong Il scheint genau zu verfolgen, wie die Weltpresse über ihn berichtet. Nachdem die Reaktionen auf seinen zweiten Atomwaffentest vom Montag weitgehend darin übereinstimmten, dass Kims Bombe zwar eine enorme Provokation, aber keine unmittelbare Gefahr darstelle, zeigte sich Pjöngjang gestern bemüht, doch als echte Bedrohung wahrgenommen zu werden…

Bernhard Bartsch | 27. Mai 2009 um 16:34 Uhr

 

Kim keilt nach

Die Welt tobt und Nordkoreas Diktator hört Schlager. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch will er sich teuer bezahlen lassen.

Kim Jong Il spielt den Unverwundbaren. Mitten in die weltweite Empörung über seinen zweiten Atombombentest hat Nordkoreas Diktator am Dienstag erneut zwei Kurzstreckenraketen abgeschossen und die internationale Gemeinschaft per Pressemeldung wissen lassen, dass ihn ihre Drohungen nicht beeindrucken. Während am Montagabend rund um den Globus Politiker und Sicherheitsstäbe über Pjöngjangs nukleare Provokation berieten, soll sich der „Geliebte Führer“ in aller Seelenruhe bei einer Schlagergala vergnügt haben…

Bernhard Bartsch | 27. Mai 2009 um 05:25 Uhr

 

Wie Kim lernte, die Bombe zu lieben

Nordkoreas Diktator ist kein Dr. Seltsam, sondern ein skrupelloser Machtstratege: Seine Atomwaffen sind eine Lebensversicherung für sein grausames Regime.

1964, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, erteilte der Regisseur Stanley Kubrick der Welt eine Lektion in Galgenhumor. Sein Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ wurde über Nacht zum Referenzwerk über den Wahnsinn des atomaren Kräftemessens, wobei vielen Kinobesuchern bewusst war, dass die Satire in gewisser Hinsicht mehr über die Wirklichkeit verriet als alle Zeitungsberichte…

Bernhard Bartsch | 26. Mai 2009 um 02:38 Uhr

 

Der Wink mit dem Zahnstocher

Immer mehr Nordkoreanern gelingt die Flucht aus einem Land, aus dem es einst kein Entrinnen gab. Im Süden angekommen, sind sie überwältigt von ihrer neuen Freiheit. Und enttäuscht vom Desinteresse, mit dem ihnen ihre Landsleute begegnen.

Kim Yong-sun (Copyright Martin Gottske)Kim Yong-sun ist eine Frau, der man ihre Geschichte nicht ansieht. “Das ist mein großer Stolz”, sagt die 71-Jährige mit einem Anflug von mädchenhafter Koketterie. Wie so oft sitzt sie in der sonnigen Fensternische eines Coffeeshops in Seouls Geschäftsviertel, eine elegante Dame in Seidenbluse, umgeben von jungen Büroangestellten. Kim bewegt sich ganz selbstverständlich in dieser Gesellschaft. Dabei hat sie ihren ersten Cappuccino erst vor vier Jahren getrunken. In Nordkorea gibt es keinen Milchkaffee. Ihre Geschichte trägt Kim mit sich herum: einen dicken Stapel eng beschriebener Seiten, auf denen sie ihre Memoiren festgehalten hat. Der Titel lautet: “Die schönste Frau der Welt”…

Bernhard Bartsch | 30. April 2009 um 11:00 Uhr

 

Und Kim spricht doch

Nordkorea nimmt Verhandlungen mit dem Süden wieder auf. Der Weg zu neuen Atomwaffengesprächen führt zunächst über Wirtschaftskontakte.

Kim Jong-il hat es in der Isolation nicht lange ausgehalten. Nur eine Woche, nachdem der Tyrann von Pjöngjang die Welt wissen ließ, dass er seine Atomwaffenentwicklung wieder aufnehmen und „niemals mehr“ über einen Verzicht verhandeln wolle, nahm Nordkorea neue Gespräche mit dem Süden auf…

Bernhard Bartsch | 21. April 2009 um 00:54 Uhr

 

Déjà-vu in Nordkorea

Die Weltmächte können mit Sanktionen drohen, so viel sie wollen. Einen Hebel, um Kim an der Wiederaufnahme seines Atomprogramms zu hindern, haben sie nicht.

Kim Jong Il ist wieder ganz der alte. Ein halbes Jahr nach seinem Schlaganfall, der weltweit Hoffnung auf ein Ende der Schreckensherrschaft des nordkoreanischen Tyrannen beflügelte, zeigt der „Geliebte Führer“, dass er von seiner kriminellen Energie nichts eingebüßt hat. Kaum gesundet, hat Kim die Beziehungen zu Südkorea und deren Schutzmacht USA auf Konfrontationskurs gesteuert und sich so einen Vorwand geschaffen, um seinen grausamsten Trumpf auszuspielen…

Bernhard Bartsch | 15. April 2009 um 01:11 Uhr

 

Kim will wieder Bomben bauen

Nordkorea will sein Nuklearprogramm reaktivieren und nie wieder über dessen Einstellung verhandeln.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Il lässt den Streit über sein Atomwaffenprogramm weiter eskalieren. Einen Tag nach der Verurteilung von Pjöngjangs jüngstem Raketentest durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) kündigte das erzkommunistische Land am Dienstag die Wiederaufnahme seiner Nuklearforschung an – und drohte damit, künftig nicht mehr über dessen Einstellung verhandeln zu wollen…

Bernhard Bartsch | 15. April 2009 um 01:05 Uhr

 

Pizza Pjöngjang

In Nordkorea hat erstmals eine Pizzeria eröffnet. Sie dürfte vor allem die kulinarischen Gelüste von Diktator Kim Jong-il befriedigen.

Kein Land verweigert sich der Globalisierung konsequenter als Nordkorea, doch nun ist ein Hauch weite Welt durch den Panzer des interkommunistischen Staates geweht: In Pjöngjang hat erstmals eine Pizzeria eröffnet. Das Lokal soll auf Anweisung der obersten Führung eröffnet worden sein, die den kulinarischen Fortschritt als Geschenk an ihr Volk verstanden wissen möchte. Diktator Kim Jong-il persönlich habe sich entschlossen, den Nordkoreanern „Zugang zu den berühmten Gerichten dieser Erde zu erlauben“…

Bernhard Bartsch | 17. März 2009 um 05:27 Uhr

 

Will Kim kämpfen?

Nordkorea versetzt Streitkräfte in volle Gefechtsbereitschaft und deutet Satellitenstart während US-südkoreanischem Manöver an.

Nordkorea hat am Montag die Kommunikation mit Südkorea vollständig abgebrochen und seine Streitkräfte in volle Kampfbereitschaft versetzt. Damit reagierte Pjöngjang auf den Beginn eines zwölftägigen Gemeinschaftsmanövers US-amerikanischer und südkoreanischer Truppen. An der jährlichen Militärübung nehmen diesmal 26 000 US-Soldaten und 30 000 Südkoreaner teil. In den vergangenen Jahren war Nordkoreas Protest diplomatischer ausgefallen…

Bernhard Bartsch | 10. März 2009 um 01:27 Uhr

 

Liebesgrüße aus Pjöngjang

Nordkorea kündigt alle Abkommen mit dem Süden. Dort spekuliert man, Diktator Kim Jong-il suche die Aufmerksamkeit des neuen US-Präsidenten.

Nordkorea heizt den schwelenden Konflikt mit Südkorea weiter an. Das Regime von Diktator Kim Jong-il kündigte am Freitag sämtliche Abkommen mit dem Süden auf. In einer von Pjöngjangs offizieller Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung warf das „Komitee für eine friedliche Wiedervereinigung Koreas“ der Regierung in Seoul vor, die „innerkoreanischen Beziehungen an den Rand eines Krieges gedrängt“ zu haben…

Bernhard Bartsch | 31. Januar 2009 um 03:02 Uhr