Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

RSS Home | Archiv | ImpressumKontakt

Wie Kim lernte, die Bombe zu lieben

Nordkoreas Diktator ist kein Dr. Seltsam, sondern ein skrupelloser Machtstratege: Seine Atomwaffen sind eine Lebensversicherung für sein grausames Regime.

1964, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, erteilte der Regisseur Stanley Kubrick der Welt eine Lektion in Galgenhumor. Sein Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ wurde über Nacht zum Referenzwerk über den Wahnsinn des atomaren Kräftemessens, wobei vielen Kinobesuchern bewusst war, dass die Satire in gewisser Hinsicht mehr über die Wirklichkeit verriet als alle Zeitungsberichte…

Bernhard Bartsch | 26. Mai 2009 um 02:38 Uhr

 

Der Wink mit dem Zahnstocher

Immer mehr Nordkoreanern gelingt die Flucht aus einem Land, aus dem es einst kein Entrinnen gab. Im Süden angekommen, sind sie überwältigt von ihrer neuen Freiheit. Und enttäuscht vom Desinteresse, mit dem ihnen ihre Landsleute begegnen.

Kim Yong-sun (Copyright Martin Gottske)Kim Yong-sun ist eine Frau, der man ihre Geschichte nicht ansieht. “Das ist mein großer Stolz”, sagt die 71-Jährige mit einem Anflug von mädchenhafter Koketterie. Wie so oft sitzt sie in der sonnigen Fensternische eines Coffeeshops in Seouls Geschäftsviertel, eine elegante Dame in Seidenbluse, umgeben von jungen Büroangestellten. Kim bewegt sich ganz selbstverständlich in dieser Gesellschaft. Dabei hat sie ihren ersten Cappuccino erst vor vier Jahren getrunken. In Nordkorea gibt es keinen Milchkaffee. Ihre Geschichte trägt Kim mit sich herum: einen dicken Stapel eng beschriebener Seiten, auf denen sie ihre Memoiren festgehalten hat. Der Titel lautet: “Die schönste Frau der Welt”…

Bernhard Bartsch | 30. April 2009 um 11:00 Uhr

 

Und Kim spricht doch

Nordkorea nimmt Verhandlungen mit dem Süden wieder auf. Der Weg zu neuen Atomwaffengesprächen führt zunächst über Wirtschaftskontakte.

Kim Jong-il hat es in der Isolation nicht lange ausgehalten. Nur eine Woche, nachdem der Tyrann von Pjöngjang die Welt wissen ließ, dass er seine Atomwaffenentwicklung wieder aufnehmen und „niemals mehr“ über einen Verzicht verhandeln wolle, nahm Nordkorea neue Gespräche mit dem Süden auf…

Bernhard Bartsch | 21. April 2009 um 00:54 Uhr

 

Déjà-vu in Nordkorea

Die Weltmächte können mit Sanktionen drohen, so viel sie wollen. Einen Hebel, um Kim an der Wiederaufnahme seines Atomprogramms zu hindern, haben sie nicht.

Kim Jong Il ist wieder ganz der alte. Ein halbes Jahr nach seinem Schlaganfall, der weltweit Hoffnung auf ein Ende der Schreckensherrschaft des nordkoreanischen Tyrannen beflügelte, zeigt der „Geliebte Führer“, dass er von seiner kriminellen Energie nichts eingebüßt hat. Kaum gesundet, hat Kim die Beziehungen zu Südkorea und deren Schutzmacht USA auf Konfrontationskurs gesteuert und sich so einen Vorwand geschaffen, um seinen grausamsten Trumpf auszuspielen…

Bernhard Bartsch | 15. April 2009 um 01:11 Uhr

 

Kim will wieder Bomben bauen

Nordkorea will sein Nuklearprogramm reaktivieren und nie wieder über dessen Einstellung verhandeln.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Il lässt den Streit über sein Atomwaffenprogramm weiter eskalieren. Einen Tag nach der Verurteilung von Pjöngjangs jüngstem Raketentest durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) kündigte das erzkommunistische Land am Dienstag die Wiederaufnahme seiner Nuklearforschung an – und drohte damit, künftig nicht mehr über dessen Einstellung verhandeln zu wollen…

Bernhard Bartsch | 15. April 2009 um 01:05 Uhr

 

Pizza Pjöngjang

In Nordkorea hat erstmals eine Pizzeria eröffnet. Sie dürfte vor allem die kulinarischen Gelüste von Diktator Kim Jong-il befriedigen.

Kein Land verweigert sich der Globalisierung konsequenter als Nordkorea, doch nun ist ein Hauch weite Welt durch den Panzer des interkommunistischen Staates geweht: In Pjöngjang hat erstmals eine Pizzeria eröffnet. Das Lokal soll auf Anweisung der obersten Führung eröffnet worden sein, die den kulinarischen Fortschritt als Geschenk an ihr Volk verstanden wissen möchte. Diktator Kim Jong-il persönlich habe sich entschlossen, den Nordkoreanern „Zugang zu den berühmten Gerichten dieser Erde zu erlauben“…

Bernhard Bartsch | 17. März 2009 um 05:27 Uhr

 

Will Kim kämpfen?

Nordkorea versetzt Streitkräfte in volle Gefechtsbereitschaft und deutet Satellitenstart während US-südkoreanischem Manöver an.

Nordkorea hat am Montag die Kommunikation mit Südkorea vollständig abgebrochen und seine Streitkräfte in volle Kampfbereitschaft versetzt. Damit reagierte Pjöngjang auf den Beginn eines zwölftägigen Gemeinschaftsmanövers US-amerikanischer und südkoreanischer Truppen. An der jährlichen Militärübung nehmen diesmal 26 000 US-Soldaten und 30 000 Südkoreaner teil. In den vergangenen Jahren war Nordkoreas Protest diplomatischer ausgefallen…

Bernhard Bartsch | 10. März 2009 um 01:27 Uhr

 

Liebesgrüße aus Pjöngjang

Nordkorea kündigt alle Abkommen mit dem Süden. Dort spekuliert man, Diktator Kim Jong-il suche die Aufmerksamkeit des neuen US-Präsidenten.

Nordkorea heizt den schwelenden Konflikt mit Südkorea weiter an. Das Regime von Diktator Kim Jong-il kündigte am Freitag sämtliche Abkommen mit dem Süden auf. In einer von Pjöngjangs offizieller Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung warf das „Komitee für eine friedliche Wiedervereinigung Koreas“ der Regierung in Seoul vor, die „innerkoreanischen Beziehungen an den Rand eines Krieges gedrängt“ zu haben…

Bernhard Bartsch | 31. Januar 2009 um 03:02 Uhr

 

Kim Jong-il hat wieder Gäste

Nordkoreas Diktator empfängt chinesischen Beamten und zeigt sich in alter Unberechenbarkeit: Nach tagelangen Kriegsdrohungen spricht er nun wieder von Frieden.

Fünf Monate nach seinem angeblichen Schlaganfall hat Nordkoreas Diktator Kim Jong-il erstmals wieder einen ausländischen Gast getroffen. Am Freitag empfing er in Pjöngjang Wang Jiarui, Leiter der Auslandsabteilung der Kommunistischen Partei Chinas. Pekings amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, Wang habe Kim eine Neujahrsbotschaft von Präsident Hu Jintao überbracht.

Bernhard Bartsch | 23. Januar 2009 um 14:48 Uhr

 

Keine Götter neben Kim

Kein Land verfolgt Christen schärfer als Nordkorea. Wer nicht an das Regime glaubt, riskiert sein Leben.

Anfang des 20. Jahrhunderts galt Pjöngjang wegen seiner großen christlichen Gemeinde als „Jerusalem des Ostens“, doch heute leben Christen nirgendwo gefährlicher als in der nordkoreanischen Hauptstadt. Auf dem Weltverfolgungsindex der christlichen Organisation Open Doors steht das Land seit sechs Jahren an erster Stelle.

Bernhard Bartsch | 24. Dezember 2008 um 07:01 Uhr

 

Hunger ist stärker als Propaganda

Die gewaltsame Isolation Nordkoreas bekommt Löcher – durch Handys und Schwarzhandel

Seit Beginn der kalten Jahreszeit schweifen die Blicke der Nordkoreaner, die nahe der Grenze zu China leben, besonders sehnsüchtig auf die andere Seite. Im Sommer ist es nur die nächtliche Beleuchtung, die ihren Neid erweckt; in ihren eigenen Dörfern gibt es keinen Strom. Im Winter kommen noch die Rauchsäulen hinzu, die anzeigen, dass in den chinesischen Häusern geheizt wird, während sie selbst meist nur mit Decken und Körperwärme gegen die sibirische Kälte ankämpfen.

Bernhard Bartsch | 14. November 2008 um 03:42 Uhr

 

“Es war die Hölle auf Erden”

Kim Yong-sun, Jugendfreundin der Mutter von Kim Jong-ils ältestem Sohn, über die heimliche Geliebte des Diktators, die Ermordung ihres Mannes und acht Jahre im Straflager.

Kim Yong-sun (Copyright: Martin Gottske)Frage: Frau Kim, wie wird man zur Geliebten des „Geliebten Führers“?

Kim: Song Hye-rim und ich haben uns als Kinder in der Ballettschule kennen gelernt und waren später beide Mitglieder im staatlichen Tanzensemble. Dort ist Kim Jong-il auf sie aufmerksam geworden…

Frage: Wie hat er um sie geworben?

Kim: Gar nicht, er hat sie sich einfach genommen…

Bernhard Bartsch | 13. November 2008 um 03:58 Uhr

 

Nordkorea macht die Grenze dicht

Am 1. Dezember will Nordkorea seine Grenze zu Südkorea zu schließen. Das Regime droht zudem mit einem vollständigen Abbruch aller Beziehungen zum südlichen Nachbarn.

Nordkorea lässt den Konflikt mit Südkorea weiter eskalieren: Auf Anfang Dezember hin will der erzkommunistische Staat die Grenze zu seinem Nachbarland vollständig schliessen. Pjöngjangs amtliche Nachrichtenagentur KCNA meldete gestern, Nordkoreas Regierung reagiere damit auf eine «feindselige Politik» und «Lippenbekenntnisse» des Nachbarn im Süden.

Bernhard Bartsch | 13. November 2008 um 03:51 Uhr

 

Womöglich tot, aber kein bisschen leise

Nordkorea versucht Gerüchte über Kim Jong Ils Gesundheitszustand zu zerstreuen – mit Provokationen und Drohungen, wie man sie von dem Diktator kennt.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Il gilt als krank, vielleicht ist er schon tot. Doch der Politik seines Landes nach zu urteilen, könnte der “Geliebte Führer” auch noch ganz der alte sein. Seit Wochen macht Pjöngjang mit Warnungen gegen Südkorea auf sich aufmerksam – als wolle Nordkoreas Führung beweisen, dass sich an ihrer Politik nichts geändert habe.

Bernhard Bartsch | 29. Oktober 2008 um 04:16 Uhr

 

Lebt Kim?

Nordkorea plant angeblich eine wichtige Bekanntmachung und schürt damit Spekulationen über das Ende des Diktators.

Die Spekulationen über den Gesundheitszustand von Nordkoreas Diktator Kim Jong Il erhalten neue Nahrung. Zwei japanischen Medienberichten zufolge plant Pjöngjang für den heutigen Montag eine “wichtige Ankündigung”. Dabei könnte es sich um die Bekanntmachung von Kims Tod, seiner Regierungsunfähigkeit oder eines Putsches handeln, mutmaßen Nordkorea-Experten.

Bernhard Bartsch | 20. Oktober 2008 um 04:30 Uhr