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Seekonflikt eskaliert

Peking bestellt im Fischkutter-Streit zum vierten Mal den japanischen Botschafter ein. Der Konflikt wird für beide Regierungen zum außenpolitischen Testfall.

„Diplomatie ist die Kunst, so lange ‚guter Hund’ zu sagen, bis man einen Stein gefunden hat“, besagt ein alter Diplomatenwitz. Pekings Außenpolitiker machen derzeit jedoch keinen Hehl daraus, dass sie ihren japanischen Kollegen lieber mit Steinen als mit ruhigen Worten begegnen würden: In tiefster Nacht ließ Chinas oberster Diplomat, Staatsrat Dai Bingguo, am Sonntag den japanischen Botschafter einbestellen…

Bernhard Bartsch | 12. September 2010 um 13:10 Uhr

 

Und noch ein Konjunkturpaket

Schwaches Wachstum, starker Yen: Japan kämpft gegen die Deflation. Mit einem neuen Konjunkturpaket soll der Wirtschaftsmotor endlich wieder anspringen.

Mit der Weltwirtschaft geht es wieder bergauf – doch an Japan droht die konjunkturelle Erholung vorbeizugehen. Weil das Land seit anderthalb Jahren in der Deflation steckt, sehen sich Notenbank und Regierung gezwungen, abermals Geld ins System zu pumpen, in der Hoffnung, dass der Wirtschaftsmotor endlich anspringt…

Bernhard Bartsch | 30. August 2010 um 16:34 Uhr

 

Japan plagt die Abstiegsangst

Die Regierung des Inselreichs verliert ihre Mehrheit.

Sie wollten sein wie Barack Obama – und wurden es mehr, als ihnen lieb ist: Japans Demokraten (DPJ), die mit dem Versprechen eines grundlegenden Systemwechsels einen historischen Wahlsieg errangen, stehen wie der US-Präsident mit dem Rücken zur Wand. Bei der Oberhauswahl verlor die Regierung ihre Mehrheit in der zweiten Parlamentskammer und damit die Möglichkeit, ehrgeizige Reformvorhaben allein durchzusetzen. Das Votum ist ein unmissverständliches Zeichen, dass die Japaner den Neuanfang für gescheitert halten…

Bernhard Bartsch | 12. Juli 2010 um 08:44 Uhr

 

Der Walkampf geht weiter

Nach dem Scheitern einer neuen Walfangregelung sieht Japan sich als Opfer unvernünftiger Tierschützer. Doch diese halten mit Kritik ebensowenig zurück.

Nach der ergebnislos beendeten Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im marokkanischen Agadir versuchen die beteiligten Parteien einander die Verantwortung für das Scheitern einer neuen Walfang-Regelung zuzuschieben. Während Umweltschützer die Schuld vor allem bei Japan, der mit Abstand größten Walfangnation, sehen, bezeichnet Tokio die Forderung nach einem vollkommenen Fangverbot in antarktischen Gewässern seinerseits als „unverständlich“…

Bernhard Bartsch | 26. Juni 2010 um 21:56 Uhr

 

Döner mit Stäbchen

Iyad Mansour kam als 14-Jähriger aus Palästina nach Tokio. Von seinem Naturell können die Japaner manches abschauen.

Es gibt auf der Welt nicht viele Dönerbuden, in denen Essstäbchen auf den Tischen liegen. Die Globalisierung ist eben doch noch nicht so weit fortgeschritten, wie es immer heißt. “Eigentlich sind Stäbchen zum Kebabessen ziemlich praktisch”, sagt Iyad Mansour. “Ein richtiger Döner muss nämlich so dick sein, dass man ihn erst in den Mund kriegt, wenn man ein paar Fleischstücke herausgepickt hat.” Und die Moral weiß er ohnehin auf seiner Seite. Denn wie sollte auf diesem zerstrittenen Planeten jemals Frieden herrschen, wenn ein Palästinenser nachts um zwei in einem Rotlichtviertel in der Tokioter Vorstadt auf dem kulturell korrekten Verzehr von gefüllten Teigtaschen bestünde?…

Bernhard Bartsch | 07. Juni 2010 um 07:32 Uhr

 

Insel des Unmuts

Wie ein umstrittener US-Stützpunkt Japans Regierung zu Fall brachte.

Den USA gilt sie als “unsinkbarer Flugzeugträger”, aber für Japans Premier Yukio Hatoyama bedeutete sie den Untergang: Die kleine Insel Okinawa ist zum Schauplatz eines politischen Machtkampfes geworden. Weil Hatoyama sein Wahlkampfversprechen nicht halten konnte, einen umstrittenen US-Luftwaffenstützpunkt von der Insel – und am besten ganz aus Japans – zu verbannen, musste er zurücktreten…

Bernhard Bartsch | 03. Juni 2010 um 07:18 Uhr

 

Zweiter Anlauf zum Systemwechsel

Nach dem Rücktritt von Premier Hatoyama versuchen Japans Demokraten einen Neuanfang. Das schwierige Erbe fällt an Finanzminister Naoto Kan.

Es ist ein heißer Stuhl, den Japans Demokratische Partei (DPJ) am Freitag besetzen will. Auf dem Posten des Premierministers sind in den vergangenen vier Jahren vier politische Karrieren verglüht. Drei der fast schon vergessenen Namen – Shinzo Abe, Yasuo Fukuda und Taro Aso – versuchten vergeblich, den Machtverfall der ein halbes Jahrhundert regierenden Liberaldemokraten (LDP) zu verhindern. Der vierte, Yukio Hatoyama, trat vergangenen Herbst an, um mit seiner DPJ Japans politisches System zu erneuern – und am Mittwoch nach nur acht Monaten wieder zurück…

Bernhard Bartsch | 03. Juni 2010 um 07:14 Uhr

 

Tick Siebzehn

Maid-Cafés galten einst als Japans skurrilste Subkultur. Doch seitdem sie zur Popkultur avanciert sind, droht den Fantasiewelten der Ausverkauf.

Rico feiert Geburtstag. Sie hat den Raum mit Luftschlangen und Konfetti dekoriert, aus Buntpapier die Zahl „17“ ausgeschnitten und mit Fingerfarben „Happy Birthday“ an die Fensterscheiben geschrieben. Für ihre Freunde gibt es rosafarbenen Eistee und Pfannkuchen, die Rico mit Schokoladeneis und Bananenstückchen in Pandabären verwandelt hat. Dazu wird gesungen, getanzt und „Ich packe in mein Köfferchen“ gespielt. Zum Abschied bekommt jeder ein Erinnerungsfoto, auf das Rico mit Glitzerstift Herzchen, Blümchen und Mickeymäuse gemalt hat. Sie macht es ihren Gästen leicht zu glauben, sie seien tatsächlich zu einem Mädchengeburtstag eingeladen…

Bernhard Bartsch | 03. Juni 2010 um 04:41 Uhr

 

Nationale Karambolage

Toyotas Pannen beschädigen das Image des größten Autoherstellers der Welt – und spiegeln die Probleme der ganzen japanischen Wirtschaft.

Ausgerechnet das Gaspedal! Welch bittere Ironie. Über Jahre hinweg hat der japanische Automobilkonzern Toyota bei Millionen Fahrzeugen Beschleunigungspedale eingebaut, die im durchgedrückten Zustand verklemmen können. Im schlimmsten Fall ist das Auto dann nicht mehr zu stoppen, und die Insassen können nur hoffen, dass wenigstens der Airbag funktioniert…

Bernhard Bartsch | 07. Februar 2010 um 14:55 Uhr

 

Enkel in Not

Akio Toyoda sollte den Autokonzern Toyota durch die Krise steuern. Jetzt steckt er mittendrin.

“Ich werde wieder zu den Grundsätzen zurückkehren, auf denen dieses Unternehmen aufgebaut wurde”, sagte Akio Toyoda im Januar 2009. Damals war der Enkel des Toyota-Gründers gerade zum neuen Vorstandschef des weltgrößten Autokonzerns erkoren worden und wollte das Unternehmen, das durch die Finanzkrise erstmals in seiner 75jährigen Geschichte in die roten Zahlen gerutscht war, wieder in die Profitzone steuern…

Bernhard Bartsch | 03. Februar 2010 um 04:20 Uhr

 

Klemmender Mythos

Toyota muss wegen klemmender Gaspedale bis zu acht Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Es ist der größte Image-Unfall in der Konzerngeschichte.

„Nichts ist unmöglich. Toyota“ lautet der Werbeslogan des weltgrößten Autobauers. Nun ist tatsächlich das scheinbar Unmögliche eingetreten: Die Japaner, die über drei Jahrzehnte lang branchenweit den Ruf der zuverlässigsten Produktionsqualität genossen, müssen bis zu acht Millionen Autos aus dem Verkehr ziehen und mit dem größten Image-Unfall der Konzerngeschichte rechnen…

Bernhard Bartsch | 29. Januar 2010 um 05:20 Uhr

 

Japan will Klimaschutzweltmeister werden

Premier in spe verspricht drastische Emissionssenkung. Der Vorstoß soll die stockenden Kopenhagen-Verhandlungen voranbringen.

Japan will Klimaschutzweltmeister werden. Eine Woche vor seinem Amtsantritt hat der designierte Regierungschef Yukio Hatoyama ehrgeizige Emissionsziele formuliert, mit denen er die Führung im globalen Kampf gegen die Erderwärmung übernehmen will: 2020 könne die zweitgrößte Wirtschaftsmacht ein Viertel weniger Kohlenstoffdioxid produzieren als im Jahr 1990, verspricht Hatoyama. Sein Vorgänger Taro Aso hatte im Juni noch acht Prozent als anspruchsvolle Vorgabe bezeichnet…

Bernhard Bartsch | 08. September 2009 um 03:35 Uhr

 

Wenn Japan Demokratie wagt

Japans Wähler haben ihrer neuen Regierung ein starkes Reformmandat erteilt. Doch in Sachen Strukturwandel ist die Wirtschaftsmacht noch ein Anfänger.

Den Zahlen nach zu urteilen, lässt Japans Wahlergebnis keine Fragen offen. Eine überwältigende Mehrheit der Wähler hat am Sonntag für die Demokratische Partei (DPJ) gestimmt und den Liberaldemokraten (LDP), die das Land 54 Jahre lang fast ununterbrochen regiert haben, deutlich das Misstrauen ausgesprochen. Das Resultat gibt dem designierten Premierminister Yukio Hatoyama ein starkes Mandat für die Reformen, die er im Wahlkampf versprochen hat…

Bernhard Bartsch | 30. August 2009 um 17:03 Uhr

 

Klonpartei auf Siegkurs

Japans Politik steht erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg vor einem echten Machtwechsel. Einen Systemwechsel bedeutet das aber noch lange nicht.

Was man in der Not nicht alles tut: Mit einem abenteuerlichen Aufruf versucht Japans regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) ihre zu erwartende Niederlage bei den Wahlen am kommenden Sonntag im letzten Moment zu verhindern. „Die Situation ist hart, die bösen Wellen der Demokratischen Partei greifen Tokio an“, warnte Finanzminister Kaoru Yosano diese Woche bei einer Wahlkampfveranstaltung. „Wenn das so weiter geht, besteht das Risiko einer Ein-Partei-Despotie.“…

Bernhard Bartsch | 27. August 2009 um 02:43 Uhr

 

Das Duell der Enkel

Japans Spitzenkandidaten führen einen Generationen alten Familienwettstreit fort: Schon ihre Großväter rivalisierten um das Amt des Premierministers.

Japans Parlamentswahl am kommenden Sonntag ist ein Familienduell: Beide Spitzenkandidaten entstammen alten Politikerklans, die seit Generationen rivalisieren und nach dem Zweiten Weltkrieg schon einmal erbittert um das Amt des Premierministers stritten. Allen Prognosen zufolge dürfte der Sieger von damals auch diesmal gewinnen…

Bernhard Bartsch | 26. August 2009 um 02:20 Uhr