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Mehr Motorlärm!

In Japan müssen Hybridfahrzeuge vielleicht bald künstlich Krach erzeugen – den Blinden zuliebe.

Es sieht aus wie ein Auto, es fährt wie ein Auto, aber es klingt nicht so. Was das ist? Ein Hybridfahrzeug. Wenn die klimafreundlichen Pkw mit dem Doppelantrieb in den Elektromodus schalten, bewegen sie sich fast so leise wie ein Fahrrad. Doch weniger Lärm ist nicht unbedingt besser, warnen japanische Verbraucherschützer…

Bernhard Bartsch | 06. Juli 2009 um 09:37 Uhr

 

Die Buddha-Bar

Buddhistische Mönche betreiben in Tokio eine Kneipe. Sie wollen zeigen, dass Spiritualität und Spaß gut zusammenpassen.

Gugan Gaguchi (Copyright: Martin Gottske)Donnerstagabend, kurz nach zehn. Aus den Lautsprechern sprudelt Jazz, und der blinde Mönch an der Theke lauscht, wie sich John Coltranes Saxofon in die Stimmen seiner Gäste webt. Knapp zwei Dutzend sind gekommen, und wenn einer aufsteht, muss sich die Hälfte des Raumes mit ihm erheben, so eng ist es. Ursprünglich war die Vowz-Bar ein Einzimmerapartment im zweiten Stock eines Hauses in Tokios Stadtteil Shinjuku. Doch nun steht an der Stelle des Bettes eine Theke, auf der neben den Sakeflaschen auch ein paar Bände buddhistischer Schriften ausliegen. An den Wänden hängen Gebetswimpel und Kalligrafien, und in der hinteren Ecke sitzt ein Bronzebuddha, vor dem Räucherstäbchen ihren Sandelholzduft in den Zigarettenqualm mischen…

Bernhard Bartsch | 22. Juni 2009 um 04:50 Uhr

 

Toyota sieht rot

Toyota hat den ersten operativen Jahresverlust seiner Geschichte eingefahren. Und der weltgrößte Autobauer befürchtet, dass das Schlimmste noch vor ihm liegt.

Toyota galt jahrzehntelang als krisensicher, doch der aktuelle globale Konjunktureinbruch ist selbst für den japanischen Musterkonzern ein paar Nummern zu groß. Gestern musste Unternehmenschef Katsuaki Watanabe deshalb tun, wozu in der mehr als 70-jährigen Firmengeschichte bisher kein Vorstandsvorsitzender gezwungen war: Er vermeldete einen operativen Jahresverlust…

Bernhard Bartsch | 09. Mai 2009 um 13:57 Uhr

 

Kalte Freundschaft

Kurz vor seiner Chinareise versucht Japans Premier mit antichinesischen Tönen aus dem Popularitätstief zu kommen. Peking reagiert gereizt, aber diszipliniert.

Taro AsoEine Topfpflanze überschattet das Verhältnis zwischen China und Japan. Doch zum Scheitern des am Mittwoch beginnenden Gipfeltreffens der beiden asiatischen Großmächte soll das provozierende Geschenk des japanischen Premierministers Taro Aso an den umstrittenen Yasukuni-Schrein allerdings nicht führen, erklärte Gastgeber Peking am Montag. „Wir messen diesem Besuch große Bedeutung bei“, erklärte Außenamtssprecherin Jiang Yu am Dienstag. China hoffe auf gemeinsame Fortschritte bei der Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise sowie im Konflikt um Nordkoreas Atomwaffenprogramm. Noch am vergangenen Donnerstag hatte Jiang „ernste Sorge und Unzufriedenheit“ ausgedrückt…

Bernhard Bartsch | 29. April 2009 um 01:22 Uhr

 

Ungleiche Nachbarn

Japan rutscht tiefer in die Rezession, während China erste Anzeichen einer Wende sieht.

Die Wirtschaftsmächte Ostasiens senden in der Krise unterschiedliche Konjunktursignale. Japan, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, versinkt immer tiefer in der Rezession. China, die Nummer drei der globalen Wirtschaftsrangliste und damit knapp vor Deutschland, sieht dagegen Anzeichen für ein Ende des Abschwungs und mutet sich sogar schon eine Erhöhung der Benzinpreise zu…

Bernhard Bartsch | 26. März 2009 um 03:03 Uhr

 

Japan ist vorerst keine Exportnation mehr

Handelsbilanz im Januar erstmals seit 13 Jahren negativ. Nikkei fällt auf 26-Jahres-Tief.

Die Finanzkrise hat Japans Handelsbilanz das Vorzeichen umgekehrt: Die große Exportnation ist seit Anfang des Jahres ein Nettoimporteur. Aufgrund der dramatisch gefallenen Nachfrage nach „Made in Japan“ lag der Wert der Einfuhren im Januar erstmals seit 13 Jahren über dem der Ausfuhren…

Bernhard Bartsch | 10. März 2009 um 01:31 Uhr

 

Betrunken am Konjunktursteuer

Japans Finanzminister erklärt nach peinlicher Pressekonferenz seinen Rücktritt. Sein Auftritt wirkt symptomatisch für das Krisenmanagement der japanischen Regierung.

Ein kleines Gläschen Wein auf eine große Portion Erkältungsmittel – mit dieser Rezeptur hat Japans Finanzminister Shoichi Nakagawa seine Karriere gegen die Wand gefahren. Zumindest lautet so seine eigene Erklärung einen bizarren Auftritt am vergangenen Wochenende, der ihn am Dienstag zum Rücktritt zwang. Bei einer Pressekonferenz am Rande des G7-Treffens in Rom hatte Nakagawa mit lallender Stimme, geschlossenen Augen und holpriger Syntax auf Fragen geantwortet, die teilweise gar nicht an ihn gestellt waren…

Bernhard Bartsch | 18. Februar 2009 um 02:04 Uhr

 

“Das ist die schlimmste Krise der Nachkriegszeit”

Japan steckt bereits doppelt so tief in der Rezession wie Europa. Der zweitgrößten Volkswirtschaft wird vor allem ihre hohe Exportabhängigkeit zum Verhängnis.

Das japanische Arbeitsethos ist legendär, doch erst in der Krise zeigt der Sozialkodex, was wirklich in ihm steckt. “Früher war ich zwölf Stunden im Büro, aber inzwischen sind es eher 14, plus ein paar Sonderschichten am Wochenende”, erzählt ein Angestellter einer Tokioer Beratungsfirma. “Dabei haben wir im Moment fast nichts zu tun.”…

Bernhard Bartsch | 17. Februar 2009 um 06:07 Uhr

 

Der Elektronikriese Panasonic streicht 15.000 Stellen

Die Finanzkrise ist nach Angaben des Elektronikkonzerns Panasonic der Auslöser für ein großes Sparprogramm. Der Konzern schließt 27 Fabriken. Massenentlassungen sind in Japan längst kein Tabu mehr.

Die Finanzkrise zwingt Japans Exportindustrie zu Massenentlassungen. Am Mittwoch war es der Elektronikhersteller Panasonic, der schlechte Neuigkeiten bekanntgeben musste: Weltweit sollen 27 Produktionsstätten geschlossen und damit 15 000 Jobs abgebaut werden, erklärte Vorstandsmitglied Makoto Uenoyama in Osaka. Fünf Prozent der Belegschaft würden damit arbeitslos…

Bernhard Bartsch | 05. Februar 2009 um 05:52 Uhr

 

Prinz Toyoda wird König Toyota

Toyotas Gründerenkel Akio Toyoda rückt an die Spitze des weltgrößten Autokonzerns – ein ungemütlicher Posten

Beruf, Hobby und Familie sind für Akio Toyoda eins: Alles dreht sich um Autos – und überall strebt der 52-Jährige an die Spitze. Im Juni wird er dort ankommen. Dann soll Toyoda, der 2007 beim 24-Stunden-Rennen in einem von ihm selbst mitentwickelten Toyota Lexus vier Stunden lang über den Nürburgring raste, die Führung des Konzerns übernehmen, den sein Großvater vor 75 Jahren als Ableger der elterlichen Webstuhlfirma gründete und der bis heute in leicht abgewandelter Form den Namen der Familie trägt.

Bernhard Bartsch | 21. Januar 2009 um 17:32 Uhr

 

Asien rückt zusammen

Die Finanzkrise zwingt China, Japan und Südkorea zu Absprachen. Das kann Keimzelle für eine neue Union in Politik und Wirtschaft sein.

Sich mit dem fernen Feind verbünden, um den nahen anzugreifen”, lautet ein chinesisches Sprichwort. Es hätte als Motto stehen können über einem Treffen Mitte Dezember in Tokio. Zum ersten Mal kamen die Regierungschefs von Japan, China und Südkorea zu einem Gipfel zusammen. Was in Europa seit Jahrzehnten üblich ist, war für die ostasiatischen Mächte ein Novum…

Bernhard Bartsch | 31. Dezember 2008 um 02:57 Uhr

 

Japans stahlharte Landung

Exportkollaps, Produktionseinbruch, Jobabbau: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt rutscht immer tiefer in die Rezession. Regierung und Opposition suchen in der Krise den schnellen politischen Profit – 2009 wird schließlich gewählt.

Als Toyota-Chef Katsuaki Watanabe vergangene Woche vor die Presse trat, sprach er nicht nur für sein Unternehmen, sondern für das ganze Land. Der Autohersteller gilt seit Jahrzehnten als Symbol der japanischen Wirtschaftskraft, denn er bewältigte alle Krisen der letzten siebzig Jahre, ohne auch nur einmal in die roten Zahlen zu rutschen.

Bernhard Bartsch | 27. Dezember 2008 um 12:25 Uhr

 

Unzufrieden und stolz darauf

Katsuaki Watanabe, 66, führte Toyota an die Spitze der internationalen Autoindustrie – und von dort in die Krise.

„Mein Charakter neigt zur Aggressivität, und ich mag ihn so“, sagte Katsuaki Watanabe 2005 in einem Interview. Da war der Manager gerade Vorstandsvorsitzender von Toyota geworden und konnte davon ausgehen, dass Japans größter Autokonzern unter seiner Führung zur weltweiten Nummer eins aufsteigen würde. Trotzdem sang Watanabe das Hohelied der Unzufriedenheit.

Bernhard Bartsch | 26. Dezember 2008 um 14:51 Uhr

 

Erfolgskonzern Toyota macht erstmals Verlust

Der erfolgsverwöhnte Autobauer Toyota erwartet im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr 2008 zum ersten Mal rote Zahlen. Der Konzern leidet unter einem weltweiten Absatzrückgang und dem starken Yen.

Der japanische Automobilhersteller Toyota erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2008 den ersten operativen Verlust in der Unternehmensgeschichte…

Bernhard Bartsch | 23. Dezember 2008 um 10:39 Uhr

 

Ein Falke wird Premier

ASD Japans ehemaliger Außenminister Taro Aso übernimmt die Führung der Regierungspartei LDP. Seine Hauptaufgabe besteht darin, sie vor einem drohenden Wahldebakel zu bewahren.

Japans neuer Regierungschef liebt Mangas, Humphrey Bogart und markige Sprüche: Taro Aso, seit Jahrzehnten eine der exaltiertesten Figuren in Tokios Politikbetrieb, hat am Montag den Vorsitz der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) übernommen…

Bernhard Bartsch | 23. September 2008 um 17:06 Uhr