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Japan | Bernhard Bartsch - Part 2

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Japan macht sich Mut

Ein Jahr nach der Katastrophe versucht Japans Regierungschef Noda, Optimismus zu verbreiten. Doch die Aufräumarbeiten kommen nur schleppend voran.

Ein Geiger spielt auf einer aus Tsunami-Trümmern gefertigten Geige, Opferfamilien pflanzen Kirschbäume, Künstler führen traditionelle Rituale auf: Mit hunderten Veranstaltungen haben die Japaner am Sonntag den Jahrestag der verheerenden Dreifachkatastrophe aus Erdbeben, Tsunami und Nuklearunglück begangen, die am 11. März 2011 das Land erschütterte. Um 14:46 Uhr, dem Zeitpunkt des Bebens, fand eine japanweite Schweigeminute statt…

Bernhard Bartsch | 11. März 2012 um 20:36 Uhr

 

Die verdrängte Katastrophe

Ein Jahr nach dem Dreifachunglück aus Erdbeben, Tsunami und Nuklearunfall sucht Japan nach einem Neuanfang. Trümmerschau in einem traumatisierten Land.

Sadami Namie kann es noch immer schwer begreifen, dass aus seinen Birnen nichts mehr werden soll. „Wenn man an den Bäumen ein Jahr lang nichts macht, dauert es natürlich eine Weile, bis sie wieder richtig in Schuss sind“, sagt der 82-Jährige. „Aber in ein, zwei Jahren bekämen wir das wieder hin.“ Der Gedanke an seine Obstplantage weckt Namies Lebensgeister. Als Erstes würde er die Äste nachschneiden, sagt er, und sich dann an das Unkraut machen. Nicht auszumalen, was jetzt zwischen den Bäumen alles wuchere. Und dann … Die Runde lacht. „Und dann?“, unterbricht einer der Männer Namies Redefluss. „Ich weiß es ja selbst“, gibt sich der alte Bauer geschlagen. „Wer will je wieder Birnen aus Fukushima essen?“…

Bernhard Bartsch | 11. März 2012 um 16:32 Uhr

 

Japan ringt um Atomausstieg

Ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima sind in Japan nur noch zwei der 54 Kernreaktoren am Netz. Über die Wiederinbetriebnahme wird gestritten.

Ein Jahr nach der Katastrophe von Fukushima ringt Japans Politik mit einem Automausstieg. Während sich in Umfragen mehr als drei Viertel der Japaner ein Ende der Kernkraftära wünschen, drängen Stromkonzerne und Industrieverbände auf eine schnelle Wiederinbetriebnahme der heruntergefahrenen AKWs. Im Sommer will die Regierung ein neues Energiekonzept vorstellen, doch inwiefern sie sich darin zu einem vollständigen Ausstieg bekennen wird, ist bisher unklar…

Bernhard Bartsch | 11. März 2012 um 15:33 Uhr

 

Nuckeln gegen die Krise

Die Monchhichis waren ein Kinderzimmerkult der 80er-Jahre. Nun erleben sie ein Revival.

Susumu Yoshida liebt die Krise. Wenn die Wirtschaft schlecht läuft, macht sich seine Arbeit fast von alleine. „Warum das so ist, können wir uns selbst nicht recht erklären“, sagt der Marketingdirektor der japanischen Kuscheltierfirma Sekiguchi. „Vielleicht haben die Menschen in Krisenzeiten ein besonderes Bedürfnis nach etwas Warmem und Weichem.“ Sollten Sekiguchis Verkaufszahlen tatsächlich als Index taugen, dann braucht die Welt keine Rettungsschirme, Sparprogramme oder Konjunkturpakete, sondern vor allem eins: Monchhichis…

Bernhard Bartsch | 07. Januar 2012 um 16:12 Uhr

 

„Europa hat die japanische Krankheit“

Ökonom Richard Koo über das Wesen der Schuldenkrise, die Rettung des Euro und deutsche Luxusprobleme.

Bernhard Bartsch: Herr Koo, Europas Regierungschefs suchen einen Ausweg aus der Eurokrise. Können die Rettungspläne die Probleme lösen, oder verschlimmern sie die Lage nur?

Richard Koo: Ich fürchte, dass sich in Europa viele nicht bewusst sind, mit welchen Problemen sie es eigentlich genau zu tun haben. Dabei ist die Antwort meiner Meinung nach klar: Europa und auch die USA haben sich die japanische Krankheit eingefangen.

Japan hat nach dem großen Einbruch von Anfang der 1990er nie wieder zu seiner alten Dynamik zurückgefunden. Droht jetzt auch Europa ein „verlorenes Jahrzehnt“?…

Bernhard Bartsch | 10. Dezember 2011 um 03:56 Uhr

 

„Wir werden für dumm verkauft“

Neun Monate nach Fukushima ringt Japan noch immer mit dem Ausmaß der Katastrophe. Die junge Anti-Atomkraftbewegung ist inzwischen desillusioniert.

Was sind die Ängste der Opfer von Fukushima wert? Im Fall von Masako Hashimoto sollen es 80 000 Yen (770 Euro) sein. Mit dieser Summe sollen Bewohner aus der weiteren Umgebung des havarierten Atomkraftwerks entschädigt werden, wie der Stromkonzern Tepco bekanntgab. Kinder und Schwangere sollen das Fünffache bekommen. „Tepco behauptet, das sei eine Wiedergutmachung für unsere Sorgen“, sagt Masako Hashimoto. „Dass viele Menschen echten Schaden erlitten haben, gibt Tepco nicht zu – das macht mich ungeheuer wütend.“ Das Haus der Mittvierzigerin steht 50 Kilometer von den Unglücksreaktoren entfernt…

Bernhard Bartsch | 09. Dezember 2011 um 04:17 Uhr

 

Der Tenno geht in Rente

Japans Kaiser Akihito soll in den Ruhestand gehen. Der einst göttliche Tenno schrumpft damit auf das Maß eines Normalbürgers.

Kaiser sind auch nur Menschen. Sie werden alt, schneller müde und häufiger krank. Warum sollten sie da nicht wie andere Menschen in Rente gehen? In Japan, dem letzten Land mit einem Kaiser als Staatsoberhaupt, ist diese Diskussion nun entbrannt. Der 77-jährige Kaiser Akihito solle die Erlaubnis bekommen, in Pension zu gehen, fordert sein Sohn Akishino…

Bernhard Bartsch | 01. Dezember 2011 um 03:00 Uhr

 

Japan im politischen Vakuum

Premier Naoto Kan zieht die Konsequenz aus dem schlechten Krisenmanagement in Fukushima und tritt ab. Sein Nachfolger erbt einen politischen Schleudersitz.

Japans unsicherster Job ist wieder zu haben: Premierminister Naoto Kan hat am Freitag seinen Rücktritt erklärt und damit die Konsequenz aus dem desaströsen Krisenmanagement seiner Regierung nach der Tsunami- und Nuklearkatastrophe im März gezogen. Sein Nachfolger wird als sechster Regierungschef in fünf Jahren mit politischen Problemen kämpfen müssen, die noch weitaus größer sind als die Herausforderungen, an denen seine Vorgänger sang- und klanglos gescheitert sind…

Bernhard Bartsch | 26. August 2011 um 17:55 Uhr

 

Japans langer Lauf zu den Grünen

Nach der Katastrophe von Fukushima formiert sich in Japan eine Anti-AKW-Bewegung. Von politischem Einfluss ist sie weit entfernt.

Von ihrem alten Leben ist Chikako Matsumoto nicht mehr geblieben als das, was in den Kofferraum ihres Kleinwagens passte: ein paar Schachteln mit Schnellheftern, Fotos und persönlichen Gegenständen, einige Taschen mit Winterkleidung, die ihr jetzt im Sommer nichts nützen. „Wer hätte ahnen können, dass die Katastrophe ein solches Ausmaß annehmen würde?“, sinniert die Krankenschwester. Jahrzehntelang lebte sie in unmittelbarer Nähe des Atomkraftwerks Fukushima-Daichi. Und wie alle ihre Nachbarn glaubte sie den Beteuerungen der Regierung und der Betreiber, dass Kernenergie sicher sei…

Bernhard Bartsch | 26. August 2011 um 07:01 Uhr

 

In der Abwärtsspirale

Ratingagentur stuft Japans Kreditwürdigkeit herunter. Die Regierungsprobleme wachsen.

Peking Kreditbewertungen sind für Staaten wie Führungszeugnisse für Menschen: Wer keinen einwandfreien Leumund vorweisen kann, gerät leicht in den Strudel von Verdächtigungen. Denn Länder, deren Kreditwürdigkeit in Zweifel steht, können diese letztlich nur durch gute Wirtschaftsdaten zerstreuen. Doch der Versuch, mit immer neuen schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen Wachstum zu generieren, schlägt häufig fehl. Japan scheint in einer solchen Schuldenspirale gefangen zu sein…

Bernhard Bartsch | 24. August 2011 um 07:02 Uhr

 

Kogas Verrat

Ein japanischer Top-Bürokrat gibt seinen Kollegen die Schuld für Japans Misere und die Katastrophe von Fukushima. Sein Buch ist ein Überraschungsbestseller.

Am schlimmsten ist es im Fahrstuhl. „Wenn ich in einen Lift komme, in dem schon ein Kollege steht, beschäftigt der sich sofort demonstrativ mit seinem Handy oder verfolgt angestrengt die Stockwerke“, erzählt Shigeaki Koga. „Hauptsache, er muss keinen Kontakt mit mir haben.“ Auf den Fluren des Tokioter Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie, kurz METI genannt, in dem er seit mehr als 30 Jahren arbeitet, wird Shigeaki Koga kaum noch gegrüßt. Vorgesetzte haben ihm den Rücktritt nahe gelegt. „Je höher jemand in der Hierarchie ist, umso mehr Angst hat er davor, mit mir gesehen zu werden“, sagt der 55-jährige Koga. „Nur einige der Jüngeren trauen sich noch, mit mir Kontakt zu haben und mir hinter vorgehaltener Hand zu sagen, dass sie in Wahrheit genauso denken wie ich.“…

Bernhard Bartsch | 21. August 2011 um 14:13 Uhr

 

Ehrliche Japaner

Im Tsunami-Gebiet finden Katastrophenhelfer Geld in Millionenhöhe – und geben es zurück.

Die Spuren der Zerstörung sind noch frisch. Im Hafen des japanischen Fischerstädtchens Ishinomaki, wo am 11. März Hunderte Bewohner Opfer des Tsunamis wurden, sind Arbeitertrupps damit beschäftigt, Häusertrümmer abzutransportieren. „Leichen gibt es hier keine mehr“, sagt einer der Männer. „Aber beim Abriss der Häuser finden wir noch immer Gegenstände, die den ehemaligen Bewohnern vielleicht noch wichtig sind, sollten sie überlebt haben.“ Jeden Abend geben die Arbeiter ihre Funde bei der Polizei ab, die dann versucht, die Eigentümer zu finden. Unter den Funden sind auch große Mengen Geld…

Bernhard Bartsch | 20. August 2011 um 07:08 Uhr

 

Aus und raus

Japans Regierungschef will auf Atomausstieg hinarbeiten. Von einem konkreten Plan zu sprechen, traut er sich aber noch nicht.

Vier Monate nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima versucht Japans glückloser Regierungschef Naoto Kan mit der Vision eines Atomausstiegs politisch zu punkten. „Ich glaube, wir sollten eine Gesellschaft anstreben, die nicht mehr von Kernenergie abhängig ist“, sagte der Premier am Mittwoch…

Bernhard Bartsch | 13. Juli 2011 um 14:21 Uhr

 

100 Tage Fukushima: Bittere Bilanz

Fukushima wird in den globalen Wortschatz eingehen – als Inbegriff für die Gefahren der Atomenergie, aber auch als Symbol für Japans Niedergang.

Der Name der japanischen Präfektur Fukushima – Heimat von zwei Millionen Menschen, weltweit erfolgreichen Hightech-Unternehmen und vielfach prämierten Birnen – wird nie wieder so klingen wie früher. Am Sonntag ist es hundert Tage her, dass ein Erdbeben und ein Tsunami dafür gesorgt haben, dass die dadurch ausgelöste Nuklearkatastrophe Fukushima in den globalen Wortschatz eingehen musste. Der Name erscheint als Inbegriff für die Gefahren der Atomenergie, aber auch als Symbol für den Niedergang eines Landes, das einst zur Avantgarde des Fortschritts gehörte und nun den Anschluss zu verlieren droht…

Bernhard Bartsch | 18. Juni 2011 um 15:23 Uhr

 

GAU in Scheiben

Die Misere um das japanische Katastrophen-AKW Fukushima ebbt nicht ab. Erst jetzt gesteht Tepco weitgehende Kernschmelzen in zwei weiteren Reaktorblöcken ein.

Die Kette von Hiobsbotschaften aus dem japanischen Katastrophen-AKW Fukushima-Daiichi reißt nicht ab. Am Dienstag erklärte die Betreiberfirma Tepco, dass es in den Reaktoren 2 und 3 wohl zu einer weitgehenden Kernschmelze gekommen sei, und zwar schon in den Tagen nach dem Erdbeben vom 11. März. Es ist das erste Mal, dass Tepco bestätigt, was Experten schon seit langem vermuten. Für das späte Eingeständnis gibt es zwei mögliche Gründe, und beide sind gleichermaßen beängstigend…

Bernhard Bartsch | 24. Mai 2011 um 13:22 Uhr