Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Buntes Bild

Chinas Industrieproduktion legt zu, doch der Handel bricht ein. Belastet wird Chinas Exportindustrie auch vom Kollaps des Einzelhandelskonzerns Arcandor.

Die chinesische Wirtschaft bietet derzeit ein „buntes Bild“. So beschreibt Liu Mingkang, Chinas oberster Bankenregulator und einer der einflussreichsten Pekinger Konjunktursteuerer, die jüngsten Entwicklungen in der drittgrößten Volkswirtschaft. Im Mai zogen die Industrieproduktion und die Investitionen überraschend stark an, während gleichzeitig der Handel ebenso überraschend stark einbrach…

Bernhard Bartsch | 13. Juni 2009 um 01:23 Uhr

 

Flirt mit fatalen Folgen

Peking und Taipeh nähern sich weiter an. Die Taiwanesen zahlen dafür einen hohen Preis: Die wirtschaftliche Zusammenarbeit kostet sie ihre politische Selbständigkeit.

Chiang Pin Kung schaut sich gerne selber ins Gesicht. An den Wänden seines Büros in einem Hochhaus in Taipeh hängen gleich mehrere Ölporträts. Daneben Fotos von den wichtigsten Handschlägen seiner Karriere, darunter einer mit Chinas Staatspräsident Hu Jintao. Auf seine Bildersammlung ist der 76-Jährige offenbar so stolz, dass er sie auf Briefmarken hat drucken lassen, um sie Gästen mit feierlicher Geste zu schenken…

Bernhard Bartsch | 25. April 2009 um 03:29 Uhr

 

China bangt und hofft

Gemischte Wirtschaftssignale aus China: Handel bricht dramatisch ein, doch Pekings Konjunkturpaket zeigt allmählich Wirkung.

Schweißer in einer chinesischen FabrikChinas Wirtschaft schwankt zwischen Krisenstimmung und der Hoffnung auf baldige Erholung. Bei den jüngsten Konjunkturdaten mischen sich bedrückende und ermunternde Signale. Einerseits ist der Handel der nach Berechnungen Pekings drittgrößten Volkswirtschaft im Februar dramatisch eingebrochen, andererseits scheinen steigende Investitionen darauf hinzuweisen, dass Pekings Konjunkturpaket allmählich Wirkung entfaltet…

Bernhard Bartsch | 12. März 2009 um 02:34 Uhr

 

Beziehungen bekommen Schlagseite

Der Tod von acht Seeleuten eines chinesischen Frachters bei einer Verfolgungsjagd im Pazifik hat zu einer schweren Verstimmung zwischen China und Russland geführt.

Wenn in China ein Sack Reis umfällt, kümmert das bekanntlich niemanden, aber wenn ein ganzer Reisfrachter Schlagseite bekommt, wird daraus eine Staatsaffäre. Peking verlangt von Moskau Aufklärung darüber, warum die russische Marine ein chinesisches Handelsschiff versenkte und sich danach offenbar wenig Mühe bei der Suche nach Überlebenden gab…

Bernhard Bartsch | 21. Februar 2009 um 07:49 Uhr

 

“Das ist die schlimmste Krise der Nachkriegszeit”

Japan steckt bereits doppelt so tief in der Rezession wie Europa. Der zweitgrößten Volkswirtschaft wird vor allem ihre hohe Exportabhängigkeit zum Verhängnis.

Das japanische Arbeitsethos ist legendär, doch erst in der Krise zeigt der Sozialkodex, was wirklich in ihm steckt. “Früher war ich zwölf Stunden im Büro, aber inzwischen sind es eher 14, plus ein paar Sonderschichten am Wochenende”, erzählt ein Angestellter einer Tokioer Beratungsfirma. “Dabei haben wir im Moment fast nichts zu tun.”…

Bernhard Bartsch | 17. Februar 2009 um 06:07 Uhr

 

Besuch eines Handlungsreisenden

Chinas Premier Wen Jiabao kam mit einer großen Wirtschaftsdelegation nach Deutschland. Seine Botschaft: Chinaengagement ist Krisenbewältigung.

Wie in den alten Zeiten: Chinas Premier Wen Jiabao machte auf seiner Europareise am Donnerstag in Berlin Halt und hatte mehr als hundert chinesische Topmanager dabei. Das erinnerte an Visiten der späten 90er Jahre, als Chinas Politiker als Handlungsreisende verkehrten und mit westlichen Amtskollegen ausgiebige Unterschriftenzeremonien absolvierten…

Bernhard Bartsch | 30. Januar 2009 um 02:08 Uhr

 

China braucht Obamas Erfolg

Peking fordert eine schnelle Reform des US-Finanzsystems – und wird dafür womöglich mitbezahlen

“Change” in Washington – darauf hofft auch China. Da der Wirtschaftseinbruch in den USA auch Chinas Wachstum nach unten zieht, fordert Peking von Barack Obama eine schnelle Wiederbelebung der Konjunktur und eine grundlegende Reform des Finanzsystems. Vordergründig decken sich die Erwartungen mit den Vorhaben des neuen Präsidenten, doch im Detail steckt reichlich Konfliktstoff.

Bernhard Bartsch | 24. Dezember 2008 um 10:33 Uhr

 

Pjöngjanger Zierapfelblüte

Die Botschaft in Peking ist Nordkoreas wichtigste diplomatische Vertretung – und der größte wirtschaftliche Außenposten.

Nordkoreaner verstehen etwas von gutem Essen. “Wir servieren hier die Schätze unseres Landes”, erklärt Kellnerin Lee, während sie in ihrer weißen Tracht, die aussieht wie ein bunt bestickter Hochzeitstraum, durch die Tischreihen gleitet. “Nordkoreanisches Fleisch, nordkoreanischer Fisch, nordkoreanisches Gemüse – etwas Frischeres und Köstlicheres gibt es nicht auf der Welt.”

Bernhard Bartsch | 18. Oktober 2006 um 06:38 Uhr

 

Welcher Kapitalismus darf’s denn sein?

In China wetteifert die kapitalistische Plan- mit der Clanwirtschaft. Erstaunlicherweise funktionieren beide.

In Wenzhou nennen sie Sun Jiangling einen „Schlangenkopf“. Woher die Bezeichnung stammt, weiß Sun selbst nicht genau. „Vielleicht, weil Schlangen schlau sind?“, fragt er lachend. „Oder weil sie lautlos überall hinkommen?“ Sun ist Menschenschmuggler. Seit fast 20 Jahren schleust er Zahlungswillige auf abenteuerlichen Routen ins Ausland. Taiwan ist mit 40 000 Yuan (rund 4000 Euro) das billigste Ziel…

Bernhard Bartsch | 01. März 2006 um 05:35 Uhr

 

Trainingslager China

Den beinharten Wettbewerb im Reich der Mitte überleben nur die fittesten Firmen. Kolonialismus, mal umgekehrt.

Es ist Sonntag, und Peter Legner ist mal wieder mächtig stolz auf seine Mannschaft. In seiner Werkhalle herrscht reger Betrieb. „Überstunden und Wochenendschichten machen meine Mitarbeiter ohne zu murren“, sagt er. „Man kann von den Chinesen viel lernen, vor allem Zähigkeit.“

Bernhard Bartsch | 01. März 2005 um 06:01 Uhr