Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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„Chinas Wahrheit ist nicht elegant“

Der chinesische Schriftsteller Mo Yan erzählt, wie er vom Bauer zum Erfolgsautor wurde, weshalb Chinas Gegenwartsliteratur nicht ohne Gewalt auskommt und warum John Updike das nie verstehen konnte.

mo_yan_2Frage: Mo Yan, ich sage es Ihnen lieber gleich zu Anfang: In diesem Gespräch wird es viel um Schubladendenken gehen.

Mo Yan: (lächelt) Ach du liebe Güte!

Frage: Wir wollen ja über chinesische Literatur reden, und davon verstehen wir im Westen leider so wenig, dass wir die Autoren meistens alle in einen Topf werfen. Das gilt auch für Sie: Ihre Romane werden bei uns in erster Linie als „chinesische Bücher“ gelesen, statt als Werke des einzigartigen Schriftstellers Mo Yan…

Bernhard Bartsch | 15. Juli 2009 um 02:35 Uhr

 

Chinalco plant größte chinesische Auslandsinvestition

In der Krise sinkt die Scheu vor chinesischen Beteiligungen: Der australische Minenkonzern Rio Tinto will 19,5 Milliarden Dollar von einem Staatsbetrieb annehmen.

Chinas staatlicher Rohstoffkonzern Chinalco plant die größte Auslandsinvestition, die ein chinesisches Unternehmen je getätigt hat. Für 19,5 Milliarden Dollar will das Unternehmen Anteile und Minenbeteiligungen des australischen Bergbauriesen Rio Tinto kaufen, verkündeten die beiden Konzerne. Das Geschäft muss noch von Australiens Finanzministerium genehmigt werden und dürfte nicht nur dort zu kontroversen Diskussionen führen…

Bernhard Bartsch | 13. Februar 2009 um 02:15 Uhr

 

China spielt den Anwalt der Dritten Welt

Die Volksrepublik China will die Führungsmacht der Entwicklungsländer werden. Noch setzt Peking im Umgang mit dem Westen auf eine zurückhaltende Diplomatie.

Chinas Präsident Hu Jintao ist beim G-20-Gipfel in Washington die heimliche Hauptperson. Kein Land verkörpert besser, wie sehr die Globalisierung die Welt schon verändert hat, und keine Regierung hat derzeit eine klarere Vorstellung davon, wo in der Krise ihre sprichwörtliche Chance liegen könnte…

Bernhard Bartsch | 15. November 2008 um 16:25 Uhr

 

Der Globalisierungsgewinner

Albrecht Grimm zählte sich zum alten Eisen. Bis er erkannte, dass das, was er kann, sehr wertvoll ist. Heute hilft der 65-Jährige in China, Indien und anderswo bei der Optimierung der internationalen Arbeitsteilung.

An einem Samstag im Herbst 1994 ging Albrecht Grimm in Berlin auf dem Kurfürstendamm spazieren. Und traf einen alten Bekannten, für den sein Gedächtnis nach kurzer Suche den Namen Uwe Hellmann zutage förderte. “Wie geht es Ihnen?”, fragte Hellmann, und weil Grimm sein Herz auf der Zunge trug, antwortete er nicht “gut” oder “geht so”, sondern frei heraus: “Schlecht.”

Bernhard Bartsch | 01. November 2007 um 04:47 Uhr

 

Welcher Kapitalismus darf’s denn sein?

In China wetteifert die kapitalistische Plan- mit der Clanwirtschaft. Erstaunlicherweise funktionieren beide.

In Wenzhou nennen sie Sun Jiangling einen „Schlangenkopf“. Woher die Bezeichnung stammt, weiß Sun selbst nicht genau. „Vielleicht, weil Schlangen schlau sind?“, fragt er lachend. „Oder weil sie lautlos überall hinkommen?“ Sun ist Menschenschmuggler. Seit fast 20 Jahren schleust er Zahlungswillige auf abenteuerlichen Routen ins Ausland. Taiwan ist mit 40 000 Yuan (rund 4000 Euro) das billigste Ziel…

Bernhard Bartsch | 01. März 2006 um 05:35 Uhr