<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Bernhard Bartsch &#187; Finanzkrise</title>
	<atom:link href="http://www.bernhardbartsch.de/archiv/tag/finanzkrise/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.bernhardbartsch.de</link>
	<description>TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN</description>
	<lastBuildDate>Tue, 27 Jul 2010 13:31:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
		<item>
		<title>“Die Globalisierung verändert sich – und das ist gut so”</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/%e2%80%9cdie-globalisierung-verandert-sich-%e2%80%93-und-das-ist-gut-so%e2%80%9d/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/%e2%80%9cdie-globalisierung-verandert-sich-%e2%80%93-und-das-ist-gut-so%e2%80%9d/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 22:50:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Stiglitz]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1914</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz über den globalen Reformstau, das Ende der Dominanz des Westens und die neue Weltmacht China.</h3>
<em><a href="http://www.bernhardbartsch.de/wp-content/uploads/2009/03/img_3758.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-1008" title="Joseph Stiglitz" src="http://www.bernhardbartsch.de/wp-content/uploads/2009/03/img_3758-796x1024.jpg" alt="" width="138" height="177" /></a>Bernhard Bartsch: Professor Stiglitz, ist die Krise vorbei oder nur unter einem Haufen Geld vergraben?</em>

Joseph Stiglitz: Die Krise ist noch nicht vorbei. Wir stehen zwar nicht mehr direkt am Abgrund, aber es gibt noch eine Menge Probleme. In den USA haben wir immer mehr Zwangsvollstreckungen, zunehmende Schwierigkeiten auf dem Markt für Gewerbeimmobilien und große Finanzsorgen in den Staaten und Kommunen. In Europa erleben wir gerade die Griechenlandkrise und müssen befürchten, dass Ähnliches noch in anderen Ländern passieren könnte...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz über den globalen Reformstau, das Ende der Dominanz des Westens und die neue Weltmacht China.</h3>
<p><em><a href="http://www.bernhardbartsch.de/wp-content/uploads/2009/03/img_3758.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-1008" title="Joseph Stiglitz" src="http://www.bernhardbartsch.de/wp-content/uploads/2009/03/img_3758-796x1024.jpg" alt="" width="233" height="299" /></a></em><em>Bernhard Bartsch: Professor Stiglitz, ist die Krise vorbei oder nur unter einem Haufen Geld vergraben?</em></p>
<p>Joseph Stiglitz: Die Krise ist noch nicht vorbei. Wir stehen zwar nicht mehr direkt am Abgrund, aber es gibt noch eine Menge Probleme. In den USA haben wir immer mehr Zwangsvollstreckungen, zunehmende Schwierigkeiten auf dem Markt für Gewerbeimmobilien und große Finanzsorgen in den Staaten und Kommunen. In Europa erleben wir gerade die Griechenlandkrise und müssen befürchten, dass Ähnliches noch in anderen Ländern passieren könnte.</p>
<p><em>Obwohl die Ereignisse der vergangenen anderthalb Jahre oft als „Jahrhundertkrise“ bezeichnet werden, können wir also nicht davon ausgehen, dass wir für die nächsten hundert Jahre wieder einigermaßen sicher sind.</em></p>
<p>Genau, eine Krise ist nie eine Versicherung gegen die nächste Krise. Dass wir seit der Großen Depression viele Jahrzehnte lang relative Stabilität hatten, lag einzig und allein daran, dass die Menschen damals die richtigen Lehren gezogen und die Wirtschaft effektiv reguliert haben.</p>
<p><em>Ziehen unsere Politiker denn heute die richtigen Lehren?</em></p>
<p>Leider ist bei der Reform der Finanzmärkte noch nicht viel passiert. Dabei hat die Krise eindeutig gezeigt, dass der Finanzsektor seine volkswirtschaftliche Funktion nicht erfüllt hat: Er soll Risiko kontrollieren, nicht kreieren. Er soll Kapital an der richtigen Stelle bereitstellen, nicht damit zocken. Er soll effiziente Zahlungsmechanismen einrichten, anstatt sich an horrenden Gebühren zu bereichern. Aber obwohl das Finanzsystem rundherum versagt hat, arbeitet es in den USA im Grunde noch genau so wie vor der Krise. Die Europäer sind in ihrer Diskussion zwar schon weiter, aber auch noch weit vom Ziel entfernt.</p>
<p><em>Wie müsste denn eine stabile globale Finanzarchitektur aussehen?</em></p>
<p>Es gibt zwei zentrale Reformansätze. Erstens brauchen wir eine globale Reservewährung. Bisher basiert unsere Finanzarchitektur auf dem Dollar, aber der hat sich nicht als besonders guter Wertspeicher erwiesen und wird sicherlich nie wieder die gleiche Rolle spielen wie in der Vergangenheit. Zweitens müssen wir unsere Märkte wieder besser regulieren. Vor der Krise war ja viele Jahre Deregulierung in Mode: Man glaubte an Liberalisierung, ungehinderte Marktkräfte und offene Finanzmärkte. Heute wissen wir, wie falsch das war. Regulierung spielt für eine gut funktionierende Wirtschaft eine ganz entscheidende Rolle, und damit sie wirklich effektiv ist, müssen wir sie global koordinieren.</p>
<p><em>Sie glauben also, dass die ganze Welt sich auf gemeinsame Regeln für Banken, Versicherungen, Aktienmärkte und Finanzströme einigen kann?</em></p>
<p>Natürlich ist das sehr schwierig – und wenn sich heute ausgerechnet im Finanzsektor viele für eine globale Regelung einsetzen, liegt das sicher nicht zuletzt daran, dass sie im Stillen darauf hoffen, dass es ohnehin nie dazu kommen wird. Aber man muss ja nicht gleich alles gemeinsam beschließen. Praktikabler ist es, wenn jedes Land erst einmal seine eigenen Regeln verabschiedet, so wie es das zum Schutz seiner Wirtschaft und Bevölkerung für notwendig hält. Hinterher kann man das dann international harmonisieren und zu einem einheitlichen Rahmenwerk zusammenfügen.</p>
<p><em>Bedeutet das nicht einen Rückschritt: mehr nationale Alleingänge, weniger internationale Zusammenarbeit?</em></p>
<p>Nein, das bedeutet, dass sich die Globalisierung verändert: Natürlich wird der freie Verkehr von Finanzprodukten beeinträchtigt werden und Länder werden in Zukunft sehr viel vorsichtiger sein, welche Finanzprodukte aus anderen Ländern sie zulassen. Aber das ist eine gute Sache – wir haben ja gesehen, wozu es führt, wenn giftige Hypotheken unkontrolliert über Landesgrenzen hinweg gehandelt werden können.</p>
<p><em>Wie viel Zeit dürfen sich unsere Regierungen für diese Reformen lassen?</em></p>
<p>Wenn es so langsam weitergeht wie derzeit in den USA, werden wir wahrscheinlich noch eine weitere Krise erleben müssen, bevor wir uns zu grundlegenden Reformen durchringen. Der nächste Einbruch kann in fünf Jahren kommen oder in 15 &#8211; aber ich hoffe inständig, dass wir nicht bis dahin warten werden.</p>
<p><em>Während die westlichen Industrienationen sich nur langsam von der Krise erholen, hat China bereits wieder zweistellige Wachstumsraten. Ist die Volksrepublik der Gewinner der Krise?</em></p>
<p>In einer Krise, die global so viel Bruttoinlandsprodukt vernichtet, gibt es keine Gewinner. Aber es hat sich gezeigt, dass China die Krise besser gemanagt hat als wohl jedes andere Land. Deswegen geht die Volksrepublik aus der Krise mit neuem Selbstbewusstsein hervor.</p>
<p><em>Was haben die Chinesen besser gemacht als wir – und was können wir von ihnen lernen?</em></p>
<p>Zunächst einmal muss man feststellen, dass China und der Westen auf ganz unterschiedlichen Entwicklungsstufen stehen und deshalb nicht so ohne weiteres zu vergleichen sind. China ist eine Wirtschaft mit niedrigen Einkommen, die sich noch in einer Übergangsphase zur Marktwirtschaft befindet. Aber eine Sache, die man in China offensichtlich besser verstanden hat als im Westen, ist die Bedeutung von Regulierung. Ist es nicht ironisch, dass wir die Chinesen jahrelang gewarnt haben, ihrem Finanzsystem drohe der Kollaps, wenn sie es nicht nach unserem Vorbild reformieren – und am Ende sind wir selbst zusammengebrochen? Eine weitere Lehre, die man aus Chinas Erfolg ziehen kann, ist, die wichtige Rolle des Staats bei der Förderung von Industrie, Innovationen und Bildung. Zumindest für Entwicklungsländer stellt China damit durchaus ein Modell dar.</p>
<p><em>Allerdings ist höchst umstritten, ob dieses Modell tatsächlich langfristig stabil ist. China kämpft mit gewaltigen Umweltproblemen, grassierender Korruption und wachsenden sozialen Spannungen.</em></p>
<p>Ich sehe bei Chinas Wachstumsmodell vor allem zwei Probleme. Das eine ist in der Tat die Umwelt. Das hat die Regierung auch erkannt und ein sehr ehrgeiziges Umweltschutzprogramm aufgelegt. Ich traue ihr zu, dass sie damit Erfolg haben wird. Die größere Herausforderung ist die Transformation von einer exportorientierten Wirtschaft zu etwas anderem. In den letzten 30 Jahren has das Exportmodell gut funktioniert, aber je größer Chinas Marktanteil wird, umso schwieriger wird es, das Wachstum zu halten, zumal in einem Umfeld mit schwachem Wachstum in Europa und Amerika. Auch dieses Problem hat China erkannt. Wir sollten deshalb davon ausgehen, dass Chinas Rolle in der Welt unvermeidlich größer werden wird. Die Volksrepublik ist ja schon heute die zweit- oder drittgrößte Volkswirtschaft, und damit wird sie auch ein größeres Mitspracherecht haben, nach welchen Regeln die Weltwirtschaft funktioniert.</p>
<p><em>Für China sind das gute Aussichten, für den Westen nicht unbedingt. In den USA und Europa symbolisiert die Volksrepublik für viele Menschen die Ängste, die sie mit der Globalisierung verbinden. Ist das gerechtfertigt?</em></p>
<p>Diese Ängste zeigen zweierlei: Erstens gibt es eine große Verunsicherung darüber, nach welchen Regeln die Welt künftig funktionieren wird. In den letzten Jahrhunderten war es der Westen, der die Regeln bestimmt hat, und er hat sie so geschrieben, wie es seinen Interessen entsprach. In der neuen Welt geht das nicht mehr, da werden Entscheidungen zunehmend multipolar getroffen. Kein Wunder, dass darüber im Westen viele unglücklich sind. Zweitens hat die Globalisierung dazu geführt, dass die USA und Europa in vielen Bereichen ihre Wettbewerbsvorteile verloren haben. Das führt zu Umbrüchen in unserer Wirtschaft und Gesellschaft, die sehr schwierig sind. Wir sollten aber nicht so tun, als wären wir die ersten und einzigen, denen etwas derartiges widerfährt. Man braucht nur in die Geschichte zu schauen: Vor 1820 hat Indien Textilien nach England exportiert, dann haben die Engländer diverse Handelsgesetze erlassen und ihre Militärmacht genutzt, um Indien einzuschränken – mit dem Ergebnis, dass Indien anfangen musste, Textilien aus Großbritannien zu importieren. Das war für Indien damals ein dramatischer Wechsel und hat zur Verarmung des Landes beigetragen. Inzwischen ist es wieder andersherum, wobei die Veränderung diesmal nicht von Politik oder Militär ausgegangen sind, sondern von Marktkräften.</p>
<p><em>In ihrem neuen Buch “Im freien Fall” schreiben sie, die Welt brauche nicht nur eine wirtschaftliche und politische Erneuerung, sondern auch eine moralische. Eine pastorale These für einen Ökonomen.</em></p>
<p>Stiglitz: Es ist doch offensichtlich, dass der Finanzsektor nicht nur unsere Wirtschaft verzerrt hat, sondern auch unsere Werte. Die Gier hat völlig inakzeptable Ausmaße angenommen. Es ist einfach nicht richtig, wenn Banken wie in den USA die Ärmsten mit Kreditkarten dazu verführen, sich Dinge zu kaufen, die sie sich nicht leisten können. Und wir geben jungen Menschen nicht die richtigen Anreize, wenn man als Banker mit dem Verkauf von schlechten Finanzprodukten ein Vielfaches von dem verdient, was Wissenschaftler, Ärzte oder Lehrer für Arbeit von viel höherem gesellschaftlichem Nutzen bekommen. Geld ist zum Maßstab für richtig und falsch geworden. Deswegen brauchen wir dringend eine Debatte darüber, inwieweit wir der Wirtschaft weiterhin erlauben wollen, unsere Gesellschaft zu prägen – und inwieweit es umgekehrt sein sollte.</p>
<p><em>ZUR PERSON<br />
Joseph Stiglitz, 67, zählt zu den einflussreichsten Ökonomen unserer Zeit. Der US-Amerikaner war Wirtschaftsberater von Präsident Bill Clinton und von 1997 bis 2000 Chefökonom der Weltbank – ein Posten, den er aus Protest gegen die Vergabekriterien von Hilfsgeldern an Drittweltländer verließ. 2001 erhielt er für seine Forschung zu asymmetrischen Marktinformationen den Nobelpreis. Stiglitz, der an der Columbia University in New York lehrt, trat zuletzt als scharfer Kritiker der Wirtschaftspolitik von US-Präsident Barack Obama in Erscheinung. In seinem neuesten Buch, „Im Freien Fall“, analysiert er die Ursachen und Lehren der Finanzkrise.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/%e2%80%9cdie-globalisierung-verandert-sich-%e2%80%93-und-das-ist-gut-so%e2%80%9d/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tritt auf die Kreditbremse</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/tritt-auf-die-kreditbremse/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/tritt-auf-die-kreditbremse/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 03:45:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Geldpolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1776</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Peking zieht in der Geldpolitik die Zügel an und schaltet vom Krisenmodus zurück in den Kampf gegen eine Überhitzung der Konjunktur.</h3>
Als im Herbst 2008 die Finanzkrise über die Welt hineinbrach, befand sich China mitten im Dauerkampf gegen die Überhitzung der Konjunktur. 16 Monate und einen globalen Jahrhunderteinbruch später machen Pekings Wirtschaftslenker nun dort weiter, wo sie aufgehört haben...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Peking zieht in der Geldpolitik die Zügel an und schaltet vom Krisenmodus zurück in den Kampf gegen eine Überhitzung der Konjunktur.</h3>
<p>Als im Herbst 2008 die Finanzkrise über die Welt hineinbrach, befand sich China mitten im Dauerkampf gegen die Überhitzung der Konjunktur. 16 Monate und einen globalen Jahrhunderteinbruch später machen Pekings Wirtschaftslenker nun dort weiter, wo sie aufgehört haben: Seit Beginn des Jahres ringt die Regierung darum, die zur Krisenbewältigung eingeführte Politik des billigen Geldes wieder zurückzunehmen, ohne dabei jedoch die Erholung der Wirtschaft zu gefährden.</p>
<p>Um den Geldverleih zu drosseln, trat gestern für die Geschäftsbanken eine vergangene Woche angekündigte Erhöhung der Mindestreserveanforderungen in Kraft. Das hat zur Folge, dass sie weniger Geld verleihen können. Es ist das erste Mal seit Juni 2008, dass die Zentralbank wieder von diesem Mittel Gebrauch macht. Notenbank-Vizepräsident Su Ning ermahnte die Banken, &#8220;abnormale Schwankungen zum Monats- oder Quartalsende&#8221; zu vermeiden. Medienberichten zufolge wurden besonders undisziplinierte Filialen großer Banken sogar angewiesen, die Vergabe neuer Krediten vorläufig einzustellen, darunter Niederlassungen der Citic Bank in Shanghai und der Industrial and Commercial Bank (ICBC) in Peking.</p>
<p>Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung 21st Century Business Herald waren die bisherigen Versuche der Regierung, die Banken zu einer zurückhaltenden Kreditvergabe zu bewegen, nicht von Erfolg gekrönt. In den ersten 19 Tagen des Jahres seien neue Darlehen im Wert von 1,45 Billionen Yuan (150 Milliarden Euro) vergeben worden. Peking hat für 2010 das Ziel ausgegeben, die Kreditvergabe auf 800 Milliarden Euro zu beschränken. Zuvor hatte die Zentralbank bereits Bemühungen gezeigt, die Liquidität auf den Geldmärkten einzuschränken und die Rendite für dreimonatige Schatzwechsel erhöht.</p>
<p>An den Börsen sorgt die Ankündigungsserie für Spekulationen über weitere Maßnahmen. Einige Marktakteure haben bereits begonnen, mit Risiken behaftete Anlagen zu verkaufen. Sie fürchten, dass China übers Ziel hinausschießen könnte. Zwar hat die Politik des billigen Geldes geholfen, auch im Krisenjahr 2009 ein robustes Wirtschaftswachstum von 8,7 Prozent zu generieren. Doch die Konjunkturhilfe hat ihren Preis. Im Dezember stieg der Verbraucherpreisindex um 1,9 Prozent gegenüber 0,6 Prozent im November und zuvor neun Monaten rückläufiger Preise. Zwar ist die Inflation an sich noch nicht bedenklich hoch und außerdem zum Teil jahreszeitlich bedingt, doch die Marke von drei Prozent, die Peking als angestrebtes Höchstmaß sieht, könnte schnell überschritten werden.</p>
<p>Gravierender sind jedoch die langfristigen Auswirkungen einer zu lockeren Geldpolitik. Ein überproportionaler Anteil des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) stammt aus Investitionen, die zum Teil in Sektoren mit ohnehin schon beträchtlichen Überkapazitäten oder großen Umweltproblemen fließen. Nachdem Peking seine Wirtschaftspolitik zweieinhalb Jahrzehnte darauf ausgerichtet hatte, ein möglichst hohes BIP-Wachstum zu generieren, versucht die Regierung seit 2003, ein nachhaltigeres Entwicklungsmodell zu finden. Durch die Finanzkrise wurde Peking gezwungen, seine Disziplinierungsmaßnahmen einstweilen aufzugeben. Zwar wurde mit dem Konjunkturpaket versucht, weiter Impulse in Richtung Umweltschutz und Entwicklung der ländlichen Gebiete zu setzen, doch dies gelang nur eingeschränkt. Ein beträchtlicher Teil der staatlichen Finanzspritzen nährte neue Blasen an den Immobilien- und Aktienmärkten.</p>
<p>Diesen ungesunden Trend will Peking nun wieder umkehren. Grundsätzlich neue Impulse sind aber erst bei der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses im März zu erwarten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/tritt-auf-die-kreditbremse/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>China wächst &#8211; aber wohin?</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/china-wachst-aber-wohin/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/china-wachst-aber-wohin/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 03:51:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Wachstum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1778</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Chinesisches BIP legte 2009 um 8,7 Prozent zu. Doch ein Teil der staatlichen Konjunkturspritzen fließt in neue Spekulationsblasen.</h3>
James Chanos lebt davon, gegen den Trend zu denken. Vor neun Jahren hat der amerikanische Hedgefonds-Manager ein Vermögen verdient, als er zum richtigen Zeitpunkt auf einen Kursverfall der Aktie des Energiekonzerns Enron wettete. Seitdem wird seinen Prognosen in Investorenkreisen Gewicht beigemessen, weshalb es für ein gewisses Aufsehen sorgte, als Chanos kürzlich über den Absturz der chinesischen Wirtschaft orakelte. Der Immobilienmarkt sei völlig überhitzt, sagt Chanos, und die Volksrepublik sei deshalb "wie Dubai mal tausend - oder schlimmer"...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Chinesisches BIP legte 2009 um 8,7 Prozent zu. Doch ein Teil der staatlichen Konjunkturspritzen fließt in neue Spekulationsblasen.</h3>
<p>James Chanos lebt davon, gegen den Trend zu denken. Vor neun Jahren hat der amerikanische Hedgefonds-Manager ein Vermögen verdient, als er zum richtigen Zeitpunkt auf einen Kursverfall der Aktie des Energiekonzerns Enron wettete. Seitdem wird seinen Prognosen in Investorenkreisen Gewicht beigemessen, weshalb es für ein gewisses Aufsehen sorgte, als Chanos kürzlich über den Absturz der chinesischen Wirtschaft orakelte. Der Immobilienmarkt sei völlig überhitzt, sagt Chanos, und die Volksrepublik sei deshalb &#8220;wie Dubai mal tausend &#8211; oder schlimmer&#8221;. Zustimmung erntete Chanos kaum.</p>
<p>Schließlich gilt China derzeit als das Land, das die Wirtschaftskrise am besten überstanden hat. Vergangenes Jahr legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 8,7 zu und lag damit nicht weit unter dem Vorjahreswert von 9,6 Prozent. Angesichts der hohen Dynamik steht China unmittelbar davor, Japan als zweitgrößte Wirtschaftsmacht nach den USA abzulösen. Das ist nicht überraschend und war nur eine Frage der Zeit, denn schließlich gibt es 1,3 Milliarden Chinesen. Japan zählt dagegen nur knapp 130 Millionen Einwohner. Den Titel des Exportweltmeisters haben die Chinesen den Deutschen inzwischen abgenommen. Da Chinas Devisenreserven mit 2 130 Milliarden Dollar die mit Abstand größten der Welt sind, scheint das Land gut gewappnet, um künftige Einbrüche abzufedern.</p>
<p>Doch trotz der Erfolgsstatistiken ist Chanos nicht der einzige, der Zweifel an der Nachhaltigkeit des chinesischen Aufschwungs hat &#8211; auch wenn kaum einer seine Radikalität teilt. In Peking macht man sich keine Illusionen darüber, warum China das Krisenjahr 2009 &#8211; zumindest was die BIP-Zahlen angeht &#8211; gut bewältigt hat. Die magische Wachstumsmarke von acht Prozent, die in der Regierung als Minimum für die Aufrechterhaltung der sozialen Stabilität gilt, wurde ermöglicht durch staatliche Investitionsprogramme und großzügige Kreditvergabe der Staatsbanken, die umgerechnet 400 Milliarden Euro in das System pumpten. Doch die konjunkturelle Erste Hilfe ist längst nicht überall in zukunftsträchtige Projekte geflossen. Ein beträchtlicher Teil des Geldes, das für Straßen, Kraftwerke oder Schulen budgetiert war, floss tatsächlich in Spekulationen auf dem Aktien- oder Immobilienmarkt. Die Weltbank warnte jüngst vor &#8220;Zeichen von Blasen&#8221;. Es bestehe eine &#8220;Verletzlichkeit durch zu viele Konjunkturanreize&#8221;, sagte Weltbankökonom Hans Timmer. &#8220;Den chinesischen Behörden ist das sehr bewusst.&#8221;</p>
<p>Die Regierung steht erneut vor einem alten Problem, das vor der Finanzkrise jahrelang als die größte &#8211; und bisher ungelöste &#8211; Aufgabe der Wirtschaftssteuerung galt: Nicht alles Wachstum ist gutes Wachstum. Ein überproportionaler Anteil des BIP stammt aus Investitionen, die zum Teil in Sektoren mit ohnehin schon beträchtlichen Überkapazitäten oder großen Umweltproblemen fließen. Einige Experten fordern schon seit Monaten ein Ende der Politik des billigen Geldes, doch offensichtlich traute Peking seinem staatlichen Finanzsystem nicht recht zu, bei der Mittelvergabe volkswirtschaftlich sinnvolle von sinnlosen Projekten zu unterscheiden. Deswegen blieb der Geldhahn auch dann noch weit aufgedreht, als die Preise von Aktien und Wohnungen im vergangenen Sommer wieder unvernünftig in die Höhe zu schnellen begannen.</p>
<p>Doch damit soll nun Schluss sein. Jüngst kündigte Bankenaufsichtschef Liu Mingkang eine Einschränkung der Kreditvergabe an. Die Zentralbank erhöhte die Rendite für dreimonatige Schatzwechsel sowie die Mindestreserven für die Geschäftsbanken. Medienberichten zufolge wurde einigen großen Instituten wie der China Merchants Bank oder der Agricultural Bank of China sogar bis Ende Januar die Vergabe neuer Kredite vollständig untersagt &#8211; was ebenfalls nicht für das staatliche Vertrauen in das Finanzsystem spricht.</p>
<p>Die Weltbank geht davon aus, dass China im Jahr 2010 um rund neun Prozent wachsen wird und damit weit schneller als die Weltwirtschaft, der sie im Durchschnitt nur 2,7 Prozent zutraut. Für Deutschland liegen die Prognosen bei mageren 1,5 bis zwei Prozent. Doch selbst das wäre schon ein Erfolg. Bei allen Gefahren &#8211; für die deutschen Maschinenbauer ist das starke Wirtschaftswachstum in China ein Segen. Und nicht nur für Deutschland ist China so etwas wie eine Konjunkturlokomotive.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/china-wachst-aber-wohin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Knoblauchblase</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/die-knoblauchblase/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/die-knoblauchblase/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 07:53:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinegrippe]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1712</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Knoblauch ist in China zum heißen Spekulationsobjekt geworden – dank Finanzkrise und Schweinegrippe.</h3>
Frau Wens Imbiss am Tuanjiehu, dem "Solidaritäts-Teich" in der Pekinger Oststadt, ist eine beliebte Adresse für rustikale Hausmannskost. Nachbarn, die selbst keine Zeit zum Kochen haben, können sich dort für wenig Geld den Magen füllen. Auf den Tischen stehen verschmierte Töpfe mit Koriander und Chili, Sojasoße und Essig. Bis vor kurzem gehörten auch gestampfter Knoblauch und eingelegte Zehen zum Selbstbedienungssortiment. Aber die gibt es inzwischen nur noch auf Nachfrage und in kleinen Mengen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Knoblauch ist in China zum heißen Spekulationsobjekt geworden – dank Finanzkrise und Schweinegrippe.</h3>
<p>Frau Wens Imbiss am Tuanjiehu, dem &#8220;Solidaritäts-Teich&#8221; in der Pekinger Oststadt, ist eine beliebte Adresse für rustikale Hausmannskost. Nachbarn, die selbst keine Zeit zum Kochen haben, können sich dort für wenig Geld den Magen füllen. Dicht an dicht sitzen sie auf niedrigen Hockern vor dampfenden Nudelsuppen, die sich jeder nach Geschmack deftig würzt. Auf den Tischen stehen verschmierte Töpfe mit Koriander und Chili, Sojasoße und Essig. Bis vor kurzem gehörten auch gestampfter Knoblauch und eingelegte Zehen zum Selbstbedienungssortiment. Aber die gibt es inzwischen nur noch auf Nachfrage und in kleinen Mengen. &#8220;Knoblauch ist einfach zu teuer geworden&#8221;, rechtfertigt Wen die Sparmaßnahme. &#8220;Bei den Mengen, die meine Gäste davon essen, hätte mich das noch in den Ruin getrieben.&#8221;</p>
<p>Das mag ein wenig übertrieben sein. Allerdings tatsächlich nur ein wenig. Denn der Preis für Knoblauch spielt derzeit verrückt: Im Verlauf des Jahres 2009 stieg er um etwa das 40-fache. Im Vergleich zum Oktober 2008, als Knoblauch so billig war wie seit Jahren nicht mehr, ist der Preis sogar um den Faktor 50 in die Höhe geschnellt: Im Dezember lag der Preis bei mehr als neun Yuan (0,90 Euro) pro Kilogramm. Vor einem Jahr waren es noch 0,2 Yuan (0,02 Euro) gewesen.</p>
<p>Die Entwicklung trifft die Chinesen an einer ihrer verwundbarsten Stellen: beim Essen. Weil Knoblauch in China eines der am häufigsten verwendeten Gewürze ist, wird seit Monaten in Restaurants, auf Märkten und in den Medien erregt die Frage diskutiert, wer hinter der Knoblauchhausse steckt &#8211; und wie lange sie noch weitergeht. Schließlich bereiten sich die Chinesen derzeit auf ihr Neujahrsfest Mitte Februar vor, und dabei darf vor allem an Knoblauch nicht gespart werden.</p>
<p>&#8220;Die Preisexplosion hat zwei Gründe&#8221;, sagt Li Jingfeng, Vorsitzender des Knoblauchbauernverbands im Kreis Jinxiang in der Provinz Shandong, der größten Anbauregion des Landes. &#8220;Der eine ist die Finanzkrise, der andere ist die Schweinegrippe.&#8221; Als im Winter 2008 mit der Weltwirtschaft auch der Lebensmittelmarkt zusammenbrach, entschieden sich viele chinesische Bauern, im Frühjahr nur noch halb so viel Knoblauch anzubauen und stattdessen mehr auf Weizen und Baumwolle zu setzen. Doch als die Erntezeit kam, hatte sich die chinesische Wirtschaft bereits erholt, nicht zuletzt, weil die Pekinger Regierung rund 400 Milliarden Euro in die Stabilisierung des Konsums gepumpt hatte.</p>
<p>Der Knoblauchkonsum schoss sogar weit über das bisherige Niveau hinaus, weil chinesische Medien verbreiteten, das Lauchgewächs eigne sich als Prophylaxe gegen die Schweinegrippe. Da in China seit dem Trauma wegen des Sars-Grippevirus im Jahre 2003 schnell Panik ausbricht, kam es auf vielen Märkten zu Hamsterkäufen. Schulen, Universitäten und Firmen ließen ihre Kantinen Knoblauchvorräte anlegen, um sich für eine mögliche Pandemie zu wappnen.</p>
<p>Doch den Ansturm hätte der Markt wohl noch verkraftet &#8211; hätten nicht clevere Geschäftsleute begonnen, Knoblauch lastwagenweise aufzukaufen und in Lagerhäusern zu horten.</p>
<p>Mehrere Millionen Tonnen Knoblauch wurden so zur Spekulationsmasse. Schnell etablierten sich im Internet spezialisierte Internetseiten wie dasuan.cn (das chinesische Wort für Knoblauch) oder 51garlic.com, auf denen die aktuellen Preise verfolgt und Transaktionen eingefädelt werden können.</p>
<p>Chinesische Medien, in denen das Märchen vom plötzlichen Reichtum ohnehin ein festes Genre ist, veröffentlichen seit Monaten die Geschichten von erfolgreichen Knoblauchzockern. Etwa dem Chauffeur Liu Jun, der mit umgerechnet 40.000 Euro, den gesamten Ersparnissen von Familie und Freunden, 300 Tonnen Knoblauch kaufte und sie wenige Monate später mit einem Profit von 50.000 Euro wieder abstieß. Oder dem 22-jährigen Arbeitslosen Shao Mingqing. &#8220;Ich habe mir Geld geliehen und im September hundert Tonnen Knoblauch für 3,2 Yuan pro Kilogramm gekauft&#8221;, erzählt Shao. &#8220;Einen Monat später habe ich ihn zum Preis von 7,2 Yuan verkauft und damit 400.000 Yuan Profit gemacht.&#8221; Das entspricht in etwa 40.000 Euro. Von dem Geld kaufte Shao sich eine schwarze Limousine. Der Händler Han Yunzhe hat es mit Spekulationen sogar zu einer 300 Quadratmeter großen Villa gebracht. Und das sei nicht einmal ein großer Verdienst, sagt Han. &#8220;Andere haben mit Knoblauch dieses Jahr hunderte Millionen verdient.&#8221; Doch über die wahren Hintermänner des Knoblauchgeschäft wird nur gerätselt. Es heißt, einige für ihre Skrupellosigkeit bekannte Kohleminenbesitzer sollen auf dem Markt mitmischen, ebenso Geschäftsleute aus dem südchinesischen Wenzhou, deren Spürsinn für Goldadern legendär ist.</p>
<p>Bei den Bauern bleibt wenig hängen. Knoblauchbauer Wang Qingyu erklärt, er habe vergangenes Jahr mit seinem halben Hektar 1600 Euro verdient. &#8220;Damit bin ich schon ganz zufrieden&#8221;, sagt der Landwirt. Inzwischen beschäftigt der Knoblauch auch die Regierung in Peking. Um den überhitzten Markt abzukühlen, sah sich das Wirtschaftsministerium gezwungen, auf seiner Internetseite Mediziner zu Wort kommen zu lassen. Diese erklärten, dass es für die prophylaktische Wirkung von Knoblauch gegen die Schweinegrippe &#8220;keine wissenschaftlichen Beweise&#8221; gebe. Auch Jinxiangs Landwirtschaftsbehörde hat inzwischen erklärt, dass die Anbaufläche für Knoblauch dieses Jahr um mindestens zehn Prozent ausgeweitet werden solle. Damit wird der Preis wohl wieder fallen und der Knoblauch-Notstand an Frau Wens Imbiss ein Ende haben.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/die-knoblauchblase/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gekühlte Geldströme</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/gekuhlte-geldstrome/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/gekuhlte-geldstrome/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 00:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Währung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1658</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Asiens Regierungen wollen mit Kapitalverkehrskontrollen den Zufluss von „hot money“ eindämmen. Denn die wirtschaftliche Erholung gibt auch neuen Blasen Nahrung.</h3>
Geld ist nicht gleich Geld - schon gar nicht nach der großen Kapitalvernichtung der Finanzkrise. Denn mit der Stabilisierung der Weltwirtschaft geht auch die Entstehung von sogenanntem "hot money" einher, hochspekulativen Anlagen, die derzeit unter anderem mit Wetten auf staatliche Konjunkturbemühungen hohe Gewinne erzielen und so neuen Blasen Nahrung geben...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Asiens Regierungen wollen mit Kapitalverkehrskontrollen den Zufluss von „hot money“ eindämmen. Denn die wirtschaftliche Erholung gibt auch neuen Blasen Nahrung.</h3>
<p>Geld ist nicht gleich Geld &#8211; schon gar nicht nach der großen Kapitalvernichtung der Finanzkrise. Denn mit der Stabilisierung der Weltwirtschaft geht auch die Entstehung von sogenanntem &#8220;hot money&#8221; einher, hochspekulativen Anlagen, die derzeit unter anderem mit Wetten auf staatliche Konjunkturbemühungen hohe Gewinne erzielen und so neuen Blasen Nahrung geben.</p>
<p>Deshalb wollen Asiens Regierungen, deren Länder bei der globalen Erholung in Führung gegangen sind, nun auch bei der Eindämmung heißer Geldströme die Initiative ergreifen. In zahlreichen Hauptstädten wird derzeit die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen diskutiert oder bereits begonnen.</p>
<p>So kündigte vergangene Woche die Regierung in Seoul an, die Liquidität im Markt für Währungsgeschäfte künftig strenger zu kontrollieren. Anfang des Monats verbot Taiwan ausländischen Investoren, Kapitalbeträge in Termineinlagen zu positionieren. Indonesiens Zentralbank hegt ähnliche Pläne.</p>
<p>Indiens Finanzminister Ashok Chawla sagte vergangene Woche, sein Land werde Maßnahmen zur Verlangsamung der Kapitalzuflüsse ergreifen, sollten ausländische Investments zunehmen. Medienberichten zufolge soll die Geldmenge, die lokale Unternehmen aus dem Ausland aufnehmen dürfen, gedeckelt werden. Auch die regionale Wirtschaftsmacht China, die Geldzu- und -abflüsse seit jeher stark einschränkt, erwägt eine noch schärfere Regulierung.</p>
<p>Vor allem die hohen Gewinne bei Aktien, Immobilien und anderen Vermögenswerten machen den Wirtschaftslenkern sorgen. &#8220;Die asiatischen Volkswirtschaften zeigen deutliche Zeichen von Erholung, aber das heißt noch lange nicht, dass diese Erholung nachhaltig sein wird&#8221;, sagt der Shanghaier Ökonom Andy Xie, der unter Asiens Analysten den Spitznamen &#8220;Herr der Blasen&#8221; trägt, weil er mit seinen Hinweisen auf aufgeblähte Märkte häufig richtig lag. &#8220;Der Aufschwung ist zumindest teilweise das Ergebnis neuer Überhitzungen.&#8221;</p>
<p>Geschürt werde die Welle an spekulativem Kapital durch die niedrigen Zinsraten der USA, sagte kürzlich Hongkongs Regierungschef Donald Tsang. &#8220;Wir haben im Moment einen Carry Trade im US-Dollar&#8221;, so Tsang. Dabei nehmen Investoren günstig Kredite in einer Währung auf und konvertieren das Kapital in die Währung eines Landes mit höheren Zinssätzen, um es dort zu investieren. Der übliche geldpolitische Hebel, übermäßige Investitionen durch Zinserhöhungen einzudämmen, wird unwirksam, da er den Zufluss von &#8220;hot money&#8221; nur verstärkt. &#8220;Wo das Geld hinfließt, da werden später auch die Probleme sein: in Asien&#8221;, warnte Tsang. &#8220;Man sieht, wie die Vermögenspreise hochschießen, nicht nur in Korea, in Taiwan, in Singapur und in Hongkong, sie steigen auf Niveaus, die mit den ökonomischen Fundamentaldaten nicht vereinbar sind.&#8221;</p>
<p>Der Zufluss von Geld treibt auch die Währungskurse in die Höhe und behindert so die Bemühungen asiatischer Länder, ihre Exportwirtschaft wieder anzukurbeln. Unter anderem sind die indonesische Rupie, die indische Rupie und der südkoreanische Won in diesem Jahr gegenüber dem US-Dollar stark gestiegen. Nur Chinas Regierung kann sich dem Aufwertungsdruck entziehen, da ihr Yuan nicht frei handelbar und an den Dollar gekoppelt ist.</p>
<p>Pekings Währungsmanipulation sorgt derzeit für ernsthafte politische Verstimmungen mit den USA, Europa sowie den Nachbarländern. US-Finanzminister Timothy Geithner, seine indonesische Amtskollegin Sri Mulyani Indrawati und Singapurs Finanzminister Tharman Shanmugaratnam forderten vergangene Woche in einem gemeinsamen Papier &#8220;marktorientierte Wechselkurse, die den wirtschaftlichen Fundamentaldaten entsprechen&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/gekuhlte-geldstrome/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Teurer Triumph</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/teurer-triump/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/teurer-triump/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 22:46:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1516</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Am 15. September 2008 bricht die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammen. Ein Jahr später ruhen die Hoffnungen auf China als globaler Konjunkturmotor.</h3>
Kann China den Rest der Welt aus der Krise ziehen? Seitdem die Volksrepublik als erste große Wirtschaftsmacht wieder auf Wachstumskurs eingeschwenkt ist, sind die Erwartungen gewaltig - und die Ängste. Denn das fernöstliche Land gilt vielen als einziger Gewinner des globalen Finanzmarktkollaps und des anschließenden Konjunktureinbruchs...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Am 15. September 2008 bricht die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammen. Ein Jahr später ruhen die Hoffnungen auf China als globaler Konjunkturmotor.</h3>
<p>Kann China den Rest der Welt aus der Krise ziehen? Seitdem die Volksrepublik als erste große Wirtschaftsmacht wieder auf Wachstumskurs eingeschwenkt ist, sind die Erwartungen gewaltig &#8211; und die Ängste. Denn das fernöstliche Land gilt vielen als einziger Gewinner des globalen Finanzmarktkollaps und des anschließenden Konjunktureinbruchs. Zwar hat auch China stark gelitten: Nach neuesten Berechnungen der Akademie für Sozialwissenschaften haben aufgrund der Krise 41 Millionen Chinesen ihren Job verloren, und erst 40 Prozent von ihnen haben vom staatlichen Konjunkturprogramm profitiert und eine neue Arbeit gefunden. Aber die internationale Wirtschaftsarchitektur der Nachkrisenära könnte für die Volksrepublik tatsächlich vorteilhafter sein als zuvor.</p>
<p>Seitdem aller Welt offensichtlich geworden ist, dass nicht nur China vom Westen abhängig ist, sondern auch der Westen von China, tritt Peking politisch und wirtschaftlich selbstbewusster auf als je zuvor. &#8220;Unser Land muss sich nicht mehr von anderen sagen lassen, was es darf und was nicht&#8221;, erklärt ein ranghoher Mitarbeiter des chinesischen Wirtschaftsministeriums. Namentlich zitiert werden will er allerdings nicht &#8211; in Peking gilt die Devise, strategische Erfolge nicht öffentlich zu feiern. &#8220;Wir lassen uns nicht mehr diskriminieren&#8221;, so der Beamte. In westlichen Augen dürfte sich der Sachverhalt allerdings anders darstellen: Die Chancen, China auf internationale Spielregeln zu verpflichten, haben sich dadurch nicht gerade verbessert.</p>
<p>Seine schnelle Erholung verdankt China vor allem dem 400 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket, das die Zentralregierung im vergangenen November aufgelegt hatte und das bis 2010 einen Infrastrukturboom hervorrufen soll. Das offizielle Jahreswachstumsziel von acht Prozent, das Peking für notwendig hält, um die soziale Stabilität aufrecht erhalten zu können, dürfte damit erreicht werden. Die Investmentbank Goldman Sachs glaubt, dass China Ende des Jahres mit einer Expansion des Bruttoinlandsprodukts von vielleicht mehr als neun Prozent dastehen könnte und 2010 sogar mit 11,9 Prozent Zuwachs rechnen kann.</p>
<p>Allerdings ist der neuerliche Boom nicht ohne Gefahren. So droht die Volksrepublik wieder dorthin zurückzugeraten, von wo sie eigentlich wegwollte: einer Wirtschaft, die den Signalen des Staates folgt statt denen des Marktes. Strukturreformen werden damit gestoppt &#8211; und teilweise sogar zurückgedreht. In vielen Branchen sorgt das billige Geld der Staatsbanken dafür, dass neue Überkapazitäten aufgebaut werden, etwa im Stahl- oder Zementsektor. So stehen die 660 Millionen Tonnen Stahl, die in China dieses Jahr produziert werden, einer erwarteten Nachfrage von nur 470 Millionen Tonnen gegenüber, weswegen Industrieminister Li Yizhong die Hersteller bereits aufforderte, in den kommenden drei</p>
<p>Jahren keine neuen Projekte auf den Weg zu bringen. In der Zementbranche wurde mit dem Bau von 200 neuen Fabriken begonnen, womit das Angebot bald 300 Millionen Tonnen über der Nachfrage liegen dürfte. Mit Besorgnis wird in Peking außerdem beobachtet, dass ein beachtlicher Teil der Staatshilfen zweckentfremdet worden ist und einen neuen Börsenboom beflügelt hat. Im ersten Halbjahr verliehen Chinas Staatsbanken 770 Milliarden Euro, wovon rund 100 Milliarden Euro in Spekulationen geflossen sind.</p>
<p>Dennoch gibt man sich in Peking optimistisch, dass die Vorteile, die China aus der Krise entstehen, langfristig größer sein könnten als die Nachteile. Gleich mehrfach hat die Regierung in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, dass sie alles daran setzen will, ihren neu gewonnenen Spielraum zu nutzen. Der wohl offensivste Schritt ist die Berufung einer Kommission, die studieren soll, wie es China gelingen könnte, die Vorherrschaft des US-Dollar brechen und den Yuan als Währung für den Welthandel zu etablieren. Um den internationalen Einfluss der chinesischen Währung zu stärken, will Peking ausgewählte Länder in der Region dazu bewegen, ihre Im- und Exportgeschäfte mit der Volksrepublik in Yuan abzuwickeln. Was vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre, stößt auf Zustimmung seitdem die Welt gesehen hat, wie verletzlich das internationale Finanzsystem durch die Abhängigkeit von einer einzigen Weltwährung ist. Russland hat sich bereits hinter Chinas Offensive zur Aufweichung des Dollar-Monopols gestellt. Die Uno-Kommission zur Reform des internationalen Finanzwesens ist auch davon überzeugt, dass die Dollar-Ära ihrem Ende entgegen geht. Zwar kommt aus den USA Widerstand, doch so laut wie früher sind Washingtons Angriffe nicht. Denn China ist mit seinen Devisenreserven von über zwei Billionen Dollar ein Großinvestor in US-Staatsanleihen.</p>
<p>Doch gerade seinen Devisenreichtum versucht China zu nutzen, um noch in anderer Weise von der Krise zu profitieren. Der 2007 gegründete Staatsfonds China Investment Corp (CIC) soll weltweit in Rohstoffe, Firmenanteile und andere profitable oder strategisch wichtige Bereiche investieren. 200 Milliarden Dollar hat CIC dafür zur Verfügung. Unter anderem starteten die Chinesen in den vergangenen Monaten eine milliardenschwere Initiative zum Kauf von Rohstoffen in Australien. Zwar ist das chinesische Geld nicht überall erwünscht. Doch ein prominent besetztes Beraterteam, dem unter anderen Ex-Weltbank-Präsident James Wolfensohn angehört, soll nun in aller Welt Lobbyarbeit machen, um die Angst vor der Volksrepublik zu vertreiben.</p>
<p>Doch das dürfte so schnell nicht gelingen. Für viele im Westen ist China nun die Verkörperung aller Globalisierungsängste. In China findet man das unfair, denn obwohl das Land in der Summe immer reicher wird und seinen Sieben-Prozent-Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung deutlich ausbauen dürfte, liegt das Durchschnittseinkommen der Chinesen wohl auf Jahrzehnte noch</p>
<p>immer weit hinter dem westlicher Industrienationen. Doch zu Chinas Leidwesen bringt Armut in Zeiten der Krise noch weniger Sympathiepunkte als sonst. So dürfte man besonders in Deutschland in den kommenden Monaten ein Augenmerk darauf legen, ob die Chinesen der deutschen Industrie eine lieb gewonnene Trophäe abjagen: Seit 2003 trägt die Bundesrepublik den Titel Exportweltmeister. 2009 könnte er</p>
<p>aber an China gehen. Im ersten Halbjahr lagen die chinesischen Ausfuhren knapp vor den deutschen &#8211; und für die zweite Jahreshälfte sind Chinas Wachstumsprognosen allemal optimistischer als die deutschen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/teurer-triump/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>China greift den Dollar an</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/chin-greift-den-dollar-an/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/chin-greift-den-dollar-an/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 15:14:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Yuan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1455</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Regierung erarbeitet Pläne, um Yuan als Währung für den Welthandel zu etablieren.</h3>
China verschärft seine Angriffe auf die Vorherrschaft des US-Dollars: Eine Regierungskommission erarbeitet derzeit Konzepte, wie der Yuan als Währung für den Welthandel durchgesetzt werden kann. Einem Bericht der in Hongkong erscheinenden South China Morning Post zufolge wird die Taskforce von Vizepremier Wang Qishan und dem stellvertretenden Zentralbankgouverneur Hu Xiaolian geleitet...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Regierung erarbeitet Pläne, um Yuan als Währung für den Welthandel zu etablieren.</h3>
<p>China verschärft seine Angriffe auf die Vorherrschaft des US-Dollars: Eine Regierungskommission erarbeitet derzeit Konzepte, wie der Yuan als Währung für den Welthandel durchgesetzt werden kann. Einem Bericht der in Hongkong erscheinenden South China Morning Post zufolge wird die Taskforce von Vizepremier Wang Qishan und dem stellvertretenden Zentralbankgouverneur Hu Xiaolian geleitet. Wang ist in der Pekinger Regierung für internationale Wirtschaftsfragen zuständig. Hu verwaltete seit 2005 Chinas gewaltige Devisenreserven, bevor er im Juli für seine neue Aufgabe freigestellt wurde. Der Kommission gehören Experten des Finanz- und Wirtschaftsministeriums, der Zentralbank, der Bankenaufsicht sowie des Zoll- und Steueramtes an.</p>
<p>Um den internationalen Einfluss der chinesischen Währung zu stärken, will Peking zunächst ausgewählte Länder in der Region dazu bewegen, ihre Im- und Exportgeschäfte mit der Volksrepublik in Yuan abzuwickeln. In Hongkong und Macao experimentiert China bereits mit dem Yuan als Handelswährung. Doch um seine Währung zu internationalisieren, wird Peking auch die enge Kontrolle seines Geldes aufgeben müssen. Bisher ist der Yuan nicht frei konvertibel &#8211; und daher für andere Länder daher als Reservewährung nicht einsetzbar.</p>
<p>Die Volksrepublik fordert seit Beginn der Finanzkrise offen, die Weltwirtschaft dürfe künftig nicht mehr nur vom US-Dollar als einziger Leitwährung abhängen. Unterstützung findet China dabei vor allem von Russland. Im April hatte der chinesische Zentralbankchef Zhou Xiaochuan beim G20-Gipfel in London betont, die Welt brauche eine globale Reservewährung, die nicht von einem einzelnen Land gemanagt werde. Chinas Vorschlag deckt sich mit Empfehlungen, welche die UN-Kommission zur Reform des globalen Finanzwesens unter Leitung von Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz formuliert hat.</p>
<p>Washington versucht dagegen mit aller Macht, die internationale Vorherrschaft ihrer eigenen Währung zu sichern. Das Dollar-System hat es der USA-Regierung unter anderem erlaubt, günstig an ausländisches Geld zur Finanzierung ihres gewaltigen Haushaltsdefizits zu gelangen. Auch China hat seine immensen Devisenreserven von mittlerweile mehr als zwei Billionen Dollar in der Vergangenheit vorwiegend in US-Staatsanleihen investiert. Doch inzwischen versucht die Volksrepublik, die Ersparnisse zu nutzen, um ihren globalen Einfluss zu stärken. So hat Peking unter anderem dem Internationalen Währungsfond mehr finanzielle Unterstützung versprochen &#8211; allerdings nur im Gegenzug für mehr Stimmrechte in dem von den USA dominierten Gremium. Außerdem soll der chinesische Staatsfond China Investment Corporation Beteiligungen an Unternehmen und Rohstoffvorkommen kaufen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/chin-greift-den-dollar-an/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Verkohlte Aktien</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/verkohlte-aktien/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/verkohlte-aktien/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 20:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Börse]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Planwirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1415</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Chinas Leitindex ist im August um 20 Prozent gefallen. Doch was an der Wallstreet Panik auslösen würde, macht die Chinesen nur leicht nervös.</h3>
Chinesen sehen das Börsengeschehen seit jeher sportlich. „Chao gupiao“ nennen sie ihre Aktiengeschäfte, was wörtlich „Wertpapiere braten“ heißt. Das Vorbild ist die Wok-Küche: Zutaten ins heiße Fett werfen, kurz wenden - fertig. Dass dabei gelegentlich etwas anbrennt, gilt als lästig, aber unvermeidlich. Nun sind in China wieder einmal die Aktien verkohlt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Chinas Leitindex ist im August um 20 Prozent gefallen. Doch was an der Wallstreet Panik auslösen würde, macht die Chinesen nur leicht nervös.</h3>
<p>Chinesen sehen das Börsengeschehen seit jeher sportlich. „Chao gupiao“ nennen sie ihre Aktiengeschäfte, was wörtlich „Wertpapiere braten“ heißt. Das Vorbild ist die Wok-Küche: Zutaten ins heiße Fett werfen, kurz wenden &#8211; fertig. Dass dabei gelegentlich etwas anbrennt, gilt als lästig, aber unvermeidlich.</p>
<p>Nun sind in China wieder einmal die Aktien verkohlt: In den vergangenen zwei Wochen hat der Shanghaier Leitindex SCI ein Fünftel seines Wertes eingebüsst. Allein am Mittwoch fiel er um 4,3 Prozent und schloss bei 2785 Punkten, so niedrig wie seit zwei Monaten nicht mehr. Zu den größten Verlierern des Tages gehörten der Broker China Everbright Securities, der nur einen Tag nach seinem Börsengang zehn Prozent einbüsste, und die China State Construction Engineering, die Ende Juli den weltgrößten Börsengang seit 15 Monaten aufs Parkett gelegt hatte und nun auf einen Schlag sieben Prozent verlor.</p>
<p>Zwar zog Chinas Kursrutsch am Mittwoch auch andere Börsen der Region in die Tiefe. In Tokio gab der Nikkei um 0,8 Prozent nach, der Hongkonger Hang-Seng-Index rutschte um 1,7 Prozent ab und Singapurs Leitindex verlor 1,8 Prozent. Doch ein 20-Prozent-Sturz in zwei Wochen an der Wallstreet Panik verursachen würde, verursacht er in China lediglich Nervosität. Die drei einflussreichsten chinesischen Börsenblätter zeigten sich am Mittwoch überzeugt, dass der Bullenmarkt anhalten werde. Starke Kursschwankungen seien für Chinas Aktienmärkte normal, hieß es, und immerhin sei der Leitindex gegenüber dem Jahresanfang noch immer mit mehr als 50 Prozent im Plus. Vielmehr sei die Entwicklung Zeichen, dass die Behörden derzeit nicht bereit seien, die Kurse zu stützen.</p>
<p>Denn die Entwicklung an Chinas Börsen wird maßgeblich von der Regierung gesteuert. Schließlich sind die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen vom Ausland weitgehend abgeschottet und dienen in erster Linie als Kapitalisierungsvehikel für Staatsunternehmen. Für den überwiegenden Teil der börsennotierten Unternehmen befindet sich die Aktienmehrheit im Besitz des Staates, der damit auch über die Firmenführung entscheidet &#8211; und das nicht unbedingt nach marktwirtschaftlichen, sondern politischen Kriterien. Shareholder-value spielt an Chinas Börsen also nur eine untergeordnete Rolle. Sie sind vor allem ein Marktplatz für Minderheitsaktionäre, deren Interessen die Unternehmen zur Kenntnis nehmen können, aber nicht müssen.</p>
<p>Entsprechend verlassen sich Chinas Analysten seit jeher nur wenig auf die Unternehmenszahlen, die in der Regel ohnehin wenig transparent und aufschlussreich sind, und achten dafür umso mehr auf die Signale aus Peking. Die sind derzeit unklar. Seitdem die Volksrepublik wieder auf Wachstumskurs zu sein scheint, wird in der Regierung darüber diskutiert, ob es nicht an der Zeit ist, die Geldpolitik wieder zu straffen. Im ersten Halbjahr hatten Chinas Staatsbanken auf Geheiß der Regierung umgerechnet 770 Milliarden Euro verliehen – eine Rekordsumme, die rund der Hälfte des chinesischen Bruttoinlandsprodukts entspricht. Obwohl Peking angekündigt hat, auch weiterhin für billiges Geld zu sorgen, gilt es als wahrscheinlich, dass in der zweiten Jahreshälfte nicht noch einmal die gleiche Summe in Umlauf gebracht werden wird. Dabei hatten die Konjunkturausgaben den Börsenboom maßgeblich beflügelt. Offizielle Stellen nehmen an, dass rund 100 Milliarden Euro Staatsgelder für Spekulationen zweckentfremdet wurden. Dies möchte Peking nun stoppen – da ist es für Chinas Anleger nur rational, auf fallende Kurse zu setzen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/verkohlte-aktien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kommando zurück</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/kommando-zuruck/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/kommando-zuruck/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 01:43:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Urbanisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderarbeiter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1413</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Durch die Finanzkrise verloren Millionen chinesischer Wanderarbeiter plötzlich ihren Job. Nun sollen sie ebenso plötzlich in die Fabriken zurückkehren.</h3>
Zhang Quanshou sucht wieder Angestellte. "Kommt zurück: Im Perlflussdelta mangelt es an Wanderarbeitern", lauteten die Schlagzeilen, mit denen die Zeitungen kürzlich über die jüngste Geschäftsreise von Chinas berühmtestem Jobvermittler berichteten. "Vor vier Monaten gab es keine Jobs, jetzt gibt es keine Arbeiter", erklärt der als "Wanderarbeiterkommandant" bekannte Zhang...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Durch die Finanzkrise verloren Millionen chinesischer Wanderarbeiter plötzlich ihren Job. Nun sollen sie ebenso plötzlich in die Fabriken zurückkehren.</h3>
<p>Zhang Quanshou sucht wieder Angestellte. &#8220;Kommt zurück: Im Perlflussdelta mangelt es an Wanderarbeitern&#8221;, lauteten die Schlagzeilen, mit denen die Zeitungen kürzlich über die jüngste Geschäftsreise von Chinas berühmtestem Jobvermittler berichteten. &#8220;Vor vier Monaten gab es keine Jobs, jetzt gibt es keine Arbeiter&#8221;, erklärt der als &#8220;Wanderarbeiterkommandant&#8221; bekannte Zhang. 18 000 Menschen hatte seine Leiharbeitsfirma Quanshun in ihren besten Zeiten unter Vertrag, bevor die Finanzkrise Chinas Exporte einbrechen ließ und Zhang über die Hälfte der Arbeiter nach Hause schicken musste. Doch nun versucht er mit einer mehrwöchigen Tour durch seine Heimatprovinz Henan abermals tausende Landbewohner zu überreden, ihm wieder nach Südchina zu folgen.</p>
<p>&#8220;Die Fabriken haben wieder Aufträge und fragen mich, wo die Arbeiter geblieben sind&#8221;, sagt Zhang. Wenn in der Schuh-, Textil- und Elektronikindustrie Not am Mann ist, kann Zhang seine Angestellten für einen deutlich höheren Lohn weitervermieten &#8211; ein Geschäftsmodell, das ihn während der Boomjahre zum Multimillionär gemacht hat und seinen Reichtum nun wohl noch weiter vergrößern wird.</p>
<p>&#8220;Ab 16 Jahren, gesund und belastbar, gültige Ausweise verlangt, keine Erfahrung erforderlich&#8221;, steht auf seinen Flugblättern. Bewerbern verspricht er einen Monatslohn von 1 300 bis 2 500 Yuan (130 bis 250 Euro) plus Kost und Logis. Weil Zhang dafür bekannt ist, seine Versprechen zu halten, sehen viele Chinesen seine Rekrutierungsreise als Signal, dass die Krise tatsächlich bald zu Ende sein wird. Zwar rechnen Pekings Regierungsökonomen schon seit mehreren Monaten vor, dass es mit der Wirtschaft wieder bergauf geht. Aber wer glaubt in China schon den Statistiken?</p>
<p>Zhang gilt dagegen als unkorrumpierbares Barometer der konjunkturellen Großwetterlage: Wenn es im Perlflussdelta, wo rund ein Drittel der chinesischen Exporte hergestellt werden, wieder Jobs gibt, scheint Chinas größter Wachstumsmotor anzuspringen. Der Vermittlungsagentur Zhitong zufolge hatten im Mai allein in der südchinesischen Leichtindustriemetropole Dongguan 8 000 Unternehmen Stellen ausgeschrieben. Millionen Wanderarbeiter müssen deshalb überlegen, ob sie noch einmal die Reise in die Industriezonen antreten, von wo sie erst vor wenigen Monaten aufs Land zurückgeschickt wurden.</p>
<p>Eine schwere Entscheidung. Denn selbst wenn die Volksrepublik bald wieder einen Boom melden sollte, so ist der chinesische Wirtschaftswundertraum doch für viele zerplatzt. Nach offiziellen Angaben haben mindestens 35 Millionen Binnenmigranten ihren Job verloren, rund ein Fünftel der Landflüchtlinge, deren Gesamtzahl auf 150 Millionen bis 200 Millionen geschätzt wird. Da in China gute und schlechte Nachrichten gleichermaßen schöngefärbt werden, dürfte die tatsächliche Zahl der plötzlich Entlassenen noch weitaus höher liegen. Da es in China kein funktionierendes soziales Netz gibt und die meisten Wanderarbeiter ohnehin ohne Vertrag arbeiten, mussten sie ohne jegliche Entschädigung oder eine andere Form finanzieller Absicherung die weite Heimreise antreten. Dort sind oft ganze Familien von ihrem Einkommen abhängig.</p>
<p>Viele wurden zum Abschied sogar noch um den Lohn der letzten Monate geprellt, weil Fabrikbesitzer oder Bauunternehmer sich mit den Resten des Firmenvermögens absetzten. &#8220;Viele meiner Freunde trauen sich nicht mehr in die Stadt&#8221;, erzählt ein Bauarbeiter am Pekinger Westbahnhof, dem Hauptankunftsort für Wanderarbeiter in der chinesischen Hauptstadt. Er selbst will trotzdem nach mehrmonatiger Pause noch einmal versuchen, einen Job zu finden. Denn das Leben auf dem Land bietet erst recht keine Perspektive.</p>
<p>Aber auch in Peking ist es nicht mehr so einfach. &#8220;Die Arbeitsbedingungen sind schlechter geworden und in vielen Jobs soll man erst nach einem ganzen Jahr sein Gehalt bekommen&#8221;, sagt er. Kamen früher Baustellenleiter zum Bahnhof, um sich Arbeitertrupps zusammenzustellen, beherrschen nun Vermittler das Feld, bei denen es sich häufig um Betrüger handelt. &#8220;Mir hat jemand eine Arbeit als Wachmann angeboten, aber nachdem ich einen Monat gearbeitet hatte, wurde ich wieder vor die Tür gesetzt&#8221;, erzählt ein 17-Jähriger.</p>
<p>Zwar waren Chinas Wanderarbeiter schon immer leichte Beute für Ausbeuter. Doch in den letzten Jahren hatten sie vielerorts gelernt, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Die wirtschaftliche Entwicklung gab ihnen dazu die Gelegenheit. Denn mit dem Wohlstand stiegen auch die Ansprüche und Lebenshaltungskosten &#8211; und damit die Gehälter. In den Industriezonen waren Arbeitskräfte plötzlich Mangelware. Noch vor einem Jahr jagten Fabriken einander die Angestellten ab. Fortschrittliche Manager bemühten sich, ihre Belegschaft mit Vergünstigungen wie Fortbildungen, Feierabendveranstaltungen oder kostenlosen Kindergartenplätzen an sich zu binden. Einige experimentierten sogar mit Betriebsräten &#8211; eigentlich ein Tabu für Chinas alleinherrliche Unternehmer.</p>
<p>Pendeln zwischen Stadt und Dorf</p>
<p>Doch nun sind die Wanderarbeiter wieder zur gesellschaftlichen Verschiebemasse geworden, die zwischen Stadt und Dorf pendeln müssen, wie es die Konjunktur gerade hergibt. Zwar hat die Regierung erklärt, die Landbevölkerung unterstützen und auch fernab der Metropolen neue Jobs schaffen zu wollen, etwa im Straßen- und Eisenbahnbau. Anfang August erklärte der stellvertretende Direktor des Arbeitsministeriums, 97 Prozent aller Wanderarbeiter hätten inzwischen neue Jobs gefunden. Nur fünf Prozent seien dauerhaft aufs Land zurückgekehrt.</p>
<p>Experten wie der Ökonom Liu Yuanchun von der Pekinger Volksuniversität bezweifeln diese Angaben allerdings. &#8220;Das staatliche Konjunkturprogramm hat zweifellos einen positiven Effekt auf die Beschäftigungszahlen gehabt&#8221;, sagt Liu. &#8220;Aber die tatsächliche Zahl der Wanderarbeiter, die in die Städte zurückgekehrt ist und dort auch einen Job gefunden hat, ist sicherlich nicht so hoch, wie die offiziellen Zahlen vermuten lassen.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/kommando-zuruck/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Chinas Geld soll teurer werden</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/chinas-geld-soll-teurer-werden/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/chinas-geld-soll-teurer-werden/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 23:36:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Konjunktur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1393</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Chinas Wirtschaft wächst wieder - dank hoher Staatsausgaben. Doch nun ist über das weitere Vorgehen ein Richtungsstreit ausgebrochen.</h3>
Peking. Chinas Kampf gegen die Finanzkrise gilt als Erfolgsmodell: Dank gewaltiger Staatsausgaben scheint sich die Volksrepublik als erstes großes Land wieder auf Wachstumskurs zu befinden. Doch über das weitere Vorgehen ist nun ein Richtungsstreit ausgebrochen: Soll die Regierung ihre Unternehmen weiterhin mit billigem Geld unterstützen oder ist es nun an der Zeit, die Kreditschraube wieder anzuziehen?...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Chinas Wirtschaft wächst wieder &#8211; dank hoher Staatsausgaben. Doch nun ist über das weitere Vorgehen ein Richtungsstreit ausgebrochen.</h3>
<p>Peking. Chinas Kampf gegen die Finanzkrise gilt als Erfolgsmodell: Dank gewaltiger Staatsausgaben scheint sich die Volksrepublik als erstes großes Land wieder auf Wachstumskurs zu befinden. Doch über das weitere Vorgehen ist nun ein Richtungsstreit ausgebrochen: Soll die Regierung ihre Unternehmen weiterhin mit billigem Geld unterstützen oder ist es nun an der Zeit, die Kreditschraube wieder anzuziehen?</p>
<p>Umgerechnet 770 Milliarden Euro haben Chinas Staatsbanken im ersten Halbjahr verliehen &#8211; eine Rekordsumme, die rund der Hälfte des chinesischen Bruttoinlandsprodukts entspricht. Doch einiges deutet darauf hin, dass Peking nicht bereit ist, in der zweiten Jahreshälfte noch einmal die gleiche Summe in Umlauf zu bringen. Am Freitag verkündete die China Construction Bank (CCB), Chinas zweitgrößtes Geldhaus, die Vergabe neuer Darlehen im zweiten Halbjahr um rund 70 Prozent zu reduzieren. Die Nachricht ließ Chinas Börsenbarometer, den Shanghai Composite Index, um fast drei Prozent einbrechen.</p>
<p>Zwei Tage zuvor hatte die Zentralbank erklärt, die Geldpolitik werde demnächst einer &#8220;Feinabstimmung&#8221; unterzogen. Analysten werteten dies als Signal, dass den staatlichen Instituten Kreditvergabegrenzen auferlegt werden könnten &#8211; ein Instrument, dessen sich Peking in der Vergangenheit mehrfach bedient hatte, zuletzt 2007. Außerdem verlangte Chinas Bankenaufsicht von den städtischen Instituten, die vor allem lokale Firmen finanzieren, ihre Eigenkapitalhinterlegung von zehn auf zwölf Prozent zu erhöhen.</p>
<p>Dies mag nach eindeutigen Signalen für eine restriktivere Kreditpolitik aussehen. Doch es gibt auch Zeichen, die dagegen sprechen. So bekräftigte Premierminister Wen Jiabao am Wochenende, Geld werde bis auf weiteres zu niedrigen Zinssätzen zu bekommen sein. &#8220;Der Grund, dass wir bei der gegenwärtigen Politik bleiben, besteht darin, dass wir noch viele Schwierigkeiten und Unsicherheiten sehen, einschließlich des noch unklaren Ausblicks für die Weltwirtschaft&#8221;, so Wen. Damit wiederholte er fast wörtlich, was er den Medien in den vergangenen 40 Tagen schon mindestens sechs Mal gesagt hat.</p>
<p>All dies werten einige Beobachter als Indiz für eine sich zuspitzende Kontroverse innerhalb der Regierung. Auch der Vizechef der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, Zhu Zhixin, beteuerte, dass eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik derzeit nicht geplant sei. Der stellvertretende Zentralbankchef Su Ning erteilte seinerseits Spekulationen über Kreditobergrenzen eine Absage und sagte, man verfüge über andere Instrumente, die Geldmenge einzuschränken.</p>
<p>Kommende Woche werden die Juli-Statistiken für Chinas Wirtschaft veröffentlicht. Zeichnet sich wie erwartet ein Wachstumssprung ab, dürfte die Debatte damit aus der Öffentlichkeit verbannt sein. Doch zu Ende ist sie noch lange nicht. Denn obwohl Pekings Konjunkturpaket dem Land fürs Erste den Boom wieder gebracht hat, sind die Nebenwirkungen unübersehbar. Ökonomen befürchten sogar, dass das Wachstum nicht nachhaltig ist, sondern zum beträchtlichen Teil auf neuen Spekulationsblasen an den Börsen und Immobilienmärkten beruht. So legt der Leitindex seit Anfang des Jahres um fast 80 Prozent zu, und in den 70 größten Städten lagen die Immobilienpreise im Juli nach einem tiefen Fall bereits wieder ein Prozent über dem Vorjahreswert.</p>
<p>Selbst offizielle Stellen nehmen an, dass ein Großteil des Geldes, das Aktien- und Wohnungspreise in die Höhe treibt, aus dem staatlichen Konjunkturpaket zweckentfremdet wurde. Die Schätzungen beginnen bei 100 Milliarden Euro. Die Zweckentfremdung dürfte Folgen haben; denn sogar das Parteiorgan Volkszeitung nennt den Bullenmarkt schlichtweg &#8220;schockierend&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/chinas-geld-soll-teurer-werden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>China boomt mit Flower-Power</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/china-boomt-mit-flower-power/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/china-boomt-mit-flower-power/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 22:56:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandsinvestitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1312</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Chinas Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 7,9 Prozent – und stellt das Land erneut vor die Frage, ob jedes Wachstums gutes Wachstum ist.</h3>
Die Zeichen der wirtschaftlichen Erholung kann man in China am Straßenrand pflücken. Tausende Kilometer Blumenrabatten legten Arbeitertrupps in den vergangenen Monaten entlang den Verkehrsadern an. Von den Innenstädten pflanzten sie sich allmählich ins Umland, und inzwischen blühen selbst an wenig befahrenen Bergstraßen Stiefmütterchen und Bouganvillen. Die Begrünungskommandos sind Teil des umgerechnet 460 Milliarden Euro schweren Konjunkturprogramms, mit dem die Regierung ihr Volk beschäftigt hält, während in den Fabriken Flaute herrscht...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Chinas Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 7,9 Prozent – und stellt das Land erneut vor die Frage, ob jedes Wachstums gutes Wachstum ist.</h3>
<p>Die Zeichen der wirtschaftlichen Erholung kann man in China am Straßenrand pflücken. Tausende Kilometer Blumenrabatten legten Arbeitertrupps in den vergangenen Monaten entlang den Verkehrsadern an. Von den Innenstädten pflanzten sie sich allmählich ins Umland, und inzwischen blühen selbst an wenig befahrenen Bergstraßen Stiefmütterchen und Bouganvillen. Die Begrünungskommandos sind Teil des umgerechnet 460 Milliarden Euro schweren Konjunkturprogramms, mit dem die Regierung ihr Volk beschäftigt hält, während in den Fabriken Flaute herrscht.</p>
<p>Pekings Flower-Power funktioniert – zumindest für den Moment. Die jüngsten Konjunkturdaten, die das staatliche Statistikamt am Donnerstag veröffentlichte, zeigten einen Aufschwung, der die Erwartungen vieler Ökonomen übertraf: Im zweiten Quartal wuchs die chinesische Wirtschaft um 7,9 Prozent und nähert sich damit wieder Pekings Plansoll von acht Prozent an. Für das gesamte erste Halbjahr ergab sich daraus ein Wachstum von 7,1 Prozent. Im ersten Vierteljahr dümpelte die chinesische Konjunktur noch bei 6,1 Prozent – ein Wert, der bei Chinas Entwicklungsstand und Demographie bereits Rezessionserscheinungen hervorgerufen hatte, insbesondere einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit.</p>
<p>Zwar scheint das staatliche Investitionsprogramm die Beschäftigungsmisere und den damit einhergehenden Konsumrückgang weitgehend abgefedert zu haben. Doch mit der Erholung stellt sich die Frage, wie nachhaltig die Rückkehr zum Turbowachstum ist, und ob das Geld in die richtigen Sektoren fließt. Auch Peking weiß, dass Blumenrabatten an Bergstraßen kein langfristig Erfolg versprechendes Wachstumsmodell sind. „Die Basis für die Erholung ist noch immer schwach und der Wachstumstrend unsicher“, erklärten die Staatsstatistiker am Donnerstag. „Der Erholungsprozess ist noch nicht ausbalanciert und voller Unsicherheiten.“ Vor allem die Exportwirtschaft, bisher einer der Haupttreiber des Wachstums, steckt noch immer tief in der Krise, weil die internationale Nachfrage ausbleibt. Im ersten Halbjahr lagen die Ausfuhren 22 Prozent unter dem Vorjahreswert.</p>
<p>Peking versucht den Exporteinbruch durch Konsumförderung und Investitionsmaßnahmen auszugleichen. Im ersten Halbjahr vergaben die Banken doppelt so viel Kredite wie im Vorjahreszeitraum. Die Geldmenge steigt derzeit dreimal so schnell wie in den USA. In den Städten stiegen die Investitionen im ersten Halbjahr um ein Drittel. Auch ausländisches Kapital ist wieder leichter erhältlich. Am Mittwoch hatte die Zentralbank bekannt gegeben, dass die Devisenreserven Ende Juni einen Rekordstand von 2,13 Billionen Dollar erreicht haben und in den vergangenen Monaten insbesondere aufgrund ausländische Mittelzuflüsse gestiegen seien. In den ersten sechs Monaten erhöhte sich Pekings Devisenkonto um 186 Milliarden Dollar.</p>
<p>Doch das billige Geld birgt Risiken. Nachdem die Regierung den staatlichen Bankensektor Jahrelang angehalten hat, bei der Kreditvergabe schärfere Regeln anzulegen, um die Bildung von Blasen oder umweltschädigende Bauvorhaben zu vermeiden, ist Kapital nun wieder leicht erhältlich – und zwar fast für jede Art von Projekten. So zeigen die Kurven auf dem Immobiliensektor und an der Börse wieder steil nach oben. Die Wohnungspreise steigen derzeit aufs Jahr gerechnet um zehn Prozent. Der Shanghaier Leitindex legte seit Jahresbeginn um 75 Prozent zu und erreichte am Mittwoch ein 13-Monats-Hoch. Experten befürchten, dass die dringend benötigte Korrektur damit ausgeblieben sei und die Blasen der vergangenen Jahre nicht geplatzt seien, sondern sich neu aufpumpten.</p>
<p>So ist die Regierung derzeit in einer Zwickmühle: Einerseits will sie Zuversicht schüren, andererseits vor verfrühtem Optimismus warnen. Vergangene Woche erklärte Premier Wen Jiabao: „Ein Verbesserungstrend heißt noch lange nicht, dass die schwierige Zeit vorbei ist.“ Eine ähnliche Botschaft verbreitete das Staatliche Informationszentrum: „Der gegenwärtige Aufschwung ist in erster Linie ein kurzfristiges Auffüllen der Inventare, was nicht mit einem Erholungstrend zu verwechseln ist“, hieß es in einer Analyse. Von einem echten Aufschwung könne erst die Rede sein, wenn wieder in großem Maßstab in Produktionsmaschinen und andere Kapitalgüter investiert werde. Davon könnte dann auch die deutsche Industrie profitieren – wenn es denn erst soweit ist.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/china-boomt-mit-flower-power/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Fluch der vielen Dollars</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/der-fluch-der-vielen-dollars/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/der-fluch-der-vielen-dollars/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 03:29:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandsinvestitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Devisenreserven]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1308</guid>
		<description><![CDATA[<h3>China besitzt Währungsreserven von 2,13 Billionen Dollar - und weiß nicht, wohin mit dem Geld.</h3>
Es ist das Jahr der großen Zahlen - und in China sind es nicht die Schulden, die auf Rekordniveau steigen, sondern die Ersparnisse. Zum ersten Mal weisen die Chinesen mehr als zwei Billionen Dollar Devisenreserven aus, erklärte die Zentralbank gestern. Im ersten Halbjahr stiegen sie um 185,6 Milliarden Dollar auf 2,13 Billionen Dollar (1,52 Billionen Euro) und sind damit mit weitem Abstand die größten der Welt. Die Summe entspricht in etwa zwei Drittel der chinesischen oder deutschen Wirtschaftsjahresleistung...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>China besitzt Währungsreserven von 2,13 Billionen Dollar &#8211; und weiß nicht, wohin mit dem Geld.</h3>
<p>Es ist das Jahr der großen Zahlen &#8211; und in China sind es nicht die Schulden, die auf Rekordniveau steigen, sondern die Ersparnisse. Zum ersten Mal weisen die Chinesen mehr als zwei Billionen Dollar Devisenreserven aus, erklärte die Zentralbank gestern. Im ersten Halbjahr stiegen sie um 185,6 Milliarden Dollar auf 2,13 Billionen Dollar (1,52 Billionen Euro) und sind damit mit weitem Abstand die größten der Welt. Die Summe entspricht in etwa zwei Drittel der chinesischen oder deutschen Wirtschaftsjahresleistung.</p>
<p>Als besonders positives Signal stellten die chinesischen Staatsbanker heraus, dass ihr Devisenkonto zuletzt nicht mehr vorrangig vom chinesischen Handelsüberschuss in die Höhe getrieben wurde, sondern durch den Zufluss von Investitionen. Dies zeige das internationale Vertrauen in die chinesische Wirtschaftskraft, hieß es. Obwohl jeder neue Reservenrekord in China als Erfolg gewertet wird, ist unter Ökonomen umstritten, ob die hohen Devisenrücklagen tatsächlich ein Zeichen der Stärke sind, oder vielmehr für ein viel zu unflexibles Währungssystem stehen. Denn die Dollars landen bei der Zentralbank &#8211; chinesische Unternehmen und Privatleute dürfen nur in beschränktem Umfang ausländische Währung halten.</p>
<p>Der Staat hat jedoch gewaltige Schwierigkeiten, dieses Geld profitabel anzulegen. Der größte Teil liegt in US-Staatsanleihen und hat die Volksrepublik zu einem der größten Geldgeber der amerikanischen Regierung gemacht. Deshalb sorgt man sich in Peking um die Stabilität des Dollars &#8211; und muss diesen mit stützen, damit die Investitionen ihren Wert nicht verlieren. Peking plädiert seit Monaten für eine Reform des internationalen Reservesystems, das bisher allein am Dollar hängt. Politisch dürfte dies mittelfristig allerdings kaum durchsetzbar sein.</p>
<p>Ähnliche Sorgen machen den Chinesen ihre Schwierigkeiten, ihre Dollars auf den internationalen Märkten zu investieren, etwa in Rohstoffe oder Firmenanteile. Zwar gründete China 2007 einen Staatsfonds, die China Investment Corp. (CIC), die von den Devisenreserven rund 200 Milliarden Dollar investieren sollte. Doch vielerorts ist chinesisches Geld nicht willkommen: Während die Staatsfonds der Ölstaaten des Nahen Ostens bei Weltkonzernen wie Daimler oder Porsche gerngesehene Investoren sind, gilt chinesisches Kapital als gefährlich. So gibt es etwa gegen das Opel-Gebot des staatlichen chinesischen Autokonzerns BAIC erhebliche Widerstände, weil Gewerkschaften und Politiker fürchten, die Chinesen würden Technologie und Produktion in die Volksrepublik verlagern. In Peking ist man darüber verärgert und fühlt sich politisch gemobbt. Für noch größeren Streit sorgt der gescheiterte Einstieg des chinesischen Rohstoffkonzerns Chinalco bei dem australischen Minenkonzern Rio Tinto. Der 19,5 Milliarden Dollar schwere Anteilskauf wäre die größte chinesische Auslandsinvestition gewesen. Die Absage hat derzeit ein diplomatisches Nachspiel, nachdem Peking kürzlich Rio Tintos China-Chef wegen Spionageverdachts verhaften ließ. Viele sehen darin einen Racheakt.</p>
<p>Chinas Staatsfonds hofft allerding doch noch von der Krise profitieren zu können. Im Juni erhöhte die CIC ihren Anteil an der US-Bank Morgan Stanley auf 9,86 Prozent. Auch an dem Investmenthaus Blackstone ist die CIC mit neun Prozent beteiligt. Ein hochkarätiges Beraterteam soll nun weitere Lobbyarbeit leisten. Dem Gremium gehört bereits Ex-Weltbank-Präsident James Wolfensohn an.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/der-fluch-der-vielen-dollars/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>China wächst &#8211; und zwar am liebsten allein</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/china-wachst-und-zwar-am-liebsten-allein/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/china-wachst-und-zwar-am-liebsten-allein/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 23:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Protektionismus]]></category>
		<category><![CDATA[WTO]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1233</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Weltbank traut China 2009 ein Wachstum von 7,2 Prozent. Doch die Erholung ist teilweise mit Protektionismus erkauft – und deshalb womöglich nicht nachhaltig.</h3>
China ist wieder auf Wachstumskurs – und versucht die wirtschaftliche Erholung mit protektionistischen Maßnahmen im eigenen Land zu halten. Bei der Vorstellung ihres Quartalsberichts für die drittgrößte Volkswirtschaft hob die Weltbank am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 7,2 Prozent. Gleichzeitig kritisierte sie jedoch Berichte, wonach die Pekinger Zentralregierung untere Verwaltungsebenen aufgefordert haben soll, bei öffentlichen Aufträgen chinesische Produkte und Dienstleistungen zu bevorzugen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Weltbank traut China 2009 ein Wachstum von 7,2 Prozent. Doch die Erholung ist teilweise mit Protektionismus erkauft – und deshalb womöglich nicht nachhaltig.</h3>
<p>China ist wieder auf Wachstumskurs – und versucht die wirtschaftliche Erholung mit protektionistischen Maßnahmen im eigenen Land zu halten. Bei der Vorstellung ihres Quartalsberichts für die drittgrößte Volkswirtschaft hob die Weltbank am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 7,2 Prozent. Gleichzeitig kritisierte sie jedoch Berichte, wonach die Pekinger Zentralregierung untere Verwaltungsebenen aufgefordert haben soll, bei öffentlichen Aufträgen chinesische Produkte und Dienstleistungen zu bevorzugen. Die offizielle Tageszeitung China Daily hatte Anfang der Woche gemeldet, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) und acht andere Ministerien hätten am 4. Juni „gemeinsam eine  Aufforderung veröffentlicht, die von lokalen Regierungen verlangt, bei Projekten mit Regierungsinvestitionen chinesischen Produkten den Vorzug zu geben“. Waren ausländischer Hersteller brauchen demnach Sondergenehmigungen. Ardo Hansson, Chefökonom der Weltbank in China, zeigte sich am Donnerstag „überrascht“, dass die Volksrepublik als große Exportnation zu einer Politik der Marktabschottung greife. Bisher habe Peking sich „global führend für die Vermeidung von Protektionismus eingesetzt“, sagte Hansson.</p>
<p>Die „Kauf-Chinesisch“-Klausel hat international scharfe Kritik hervorgerufen. Die EU-Kommission prüft derzeit, inwieweit die Bestimmungen gegen die Regeln der Welthandelsorganisation WTO verstoßen. Am Mittwoch hatte auch der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel, der mit einer Unternehmerdelegation aus dem Umwelttechnologiebereich in China unterwegs war, gegenüber der NDRC gefordert, auf protektionistische Maßnahmen zu verzichten. „Wir müssen China dazu bekommen, dem WTO-Abkommen zur öffentlichen Auftragsvergabe beizutreten“, sagte der SPD-Politiker vor Journalisten. Wie aus Delegationskreise verlautete, soll die NDRC die Existenz der Regelung bestritten haben. Die Amerikanische Handelskammer in China bezeichnete die Abschottungsmaßnahmen ihrerseits als „extrem schädlich“ und forderte, bei öffentlichen Aufträgen „an wirtschaftliche und soziale, nicht an politische Kriterien zu denken“.</p>
<p>Chinas Lokalregierungen müssen derzeit über hunderte Investitionsvorhaben entscheiden, nachdem Peking im vergangenen Herbst ein Konjunkturpaket von umgerechnet 460 Milliarden Euro aufgelegt hatte, mit dem Projekte im Bereich Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung, Umweltschutz, Bildung und technologische Entwicklung gefördert werden sollen. Nach Angaben der Weltbank sind die öffentlichen Investitionen sowie die ausgeweitete Kreditvergabe durch das staatliche Bankensystem der Hauptgrund für die Aufhellung der chinesischen Wirtschaft. Zuletzt hatte die Weltbank China für dieses Jahr nur noch eine Zuwachsrate von 6,5 Prozent zugetraut. Chinas Regierung hält dagegen an ihrer Zielvorgabe von acht Prozent fest. Die Marke gilt in Peking seit Deng Xiaoping als das Minimum, das die Volksrepublik zur Aufrechterhaltung der sozialen Stabilität erreichen muss.</p>
<p>Allerdings warnte Hansson vor falschen Hoffnungen. Trotz der verbesserten Zuwachsraten könne man noch nicht von einer „robusten und anhaltenden Erholung sprechen“. Für 2010 sei nur noch ein leichter Anstieg auf 7,7 Prozent zu erwarten. Schließlich gebe es Grenzen, „wie weit und wie lange Chinas Wachstum auf Grundlage der staatlich gelenkten Ausgaben vom weltweiten Wachstum abweichen“ könne, sagte er. Chinas einstiger Wachstumsmotor, die Exportwirtschaft, liegt weiterhin am Boden. Die Ausfuhren sind seit sieben Monaten beständig gefallen. „Sehr schwache Exporte sind noch immer die größte Wachstumsbremse“, urteilt die Weltbank.</p>
<p>Nichtsdestotrotz versuchen chinesische Unternehmen die Krise zu nutzen, um international auf Einkaufstour zu gehen. So soll der Pekinger Autohersteller BAIC versuchen, doch noch als Käufer von Opel ins Spiel zu kommen. Einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) zufolge sollen die Chinesen dem Opel-Mutterkonzern GM inzwischen ein Angebot vorgelegt haben, in dem größere Zugeständnisse angeboten werden als von dem Rivalen Magna. BAIC will in den kommenden zwei Wochen eine Delegation nach Rüsselsheim schicken, um bei Betriebsräten, Gewerkschaften und Politikern um Vertrauen zu werben und Einblick in die Bücher zu nehmen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/china-wachst-und-zwar-am-liebsten-allein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Buntes Bild</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/buntes-bild/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/buntes-bild/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 23:23:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1222</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Chinas Industrieproduktion legt zu, doch der Handel bricht ein. Belastet wird Chinas Exportindustrie auch vom Kollaps des Einzelhandelskonzerns Arcandor.</h3>
Die chinesische Wirtschaft bietet derzeit ein „buntes Bild“. So beschreibt Liu Mingkang, Chinas oberster Bankenregulator und einer der einflussreichsten Pekinger Konjunktursteuerer, die jüngsten Entwicklungen in der drittgrößten Volkswirtschaft. Im Mai zogen die Industrieproduktion und die Investitionen überraschend stark an, während gleichzeitig der Handel ebenso überraschend stark einbrach...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Chinas Industrieproduktion legt zu, doch der Handel bricht ein. Belastet wird Chinas Exportindustrie auch vom Kollaps des Einzelhandelskonzerns Arcandor.</h3>
<p>Die chinesische Wirtschaft bietet derzeit ein „buntes Bild“. So beschreibt Liu Mingkang, Chinas oberster Bankenregulator und einer der einflussreichsten Pekinger Konjunktursteuerer, die jüngsten Entwicklungen in der drittgrößten Volkswirtschaft. Im Mai zogen die Industrieproduktion und die Investitionen überraschend stark an, während gleichzeitig der Handel ebenso überraschend stark einbrach. „Die Daten sind wirklich sehr gemischt“, warnte Liu am Freitag vor verfrühtem Optimismus, dass die Krise ihren Tiefpunkt überschritten und die Erholung bereit begonnen habe.</p>
<p>Denn Chinas bisher wichtigster Wachstumsmotor, die Exportindustrie, springt noch immer nicht an. Im Mai fielen die Ausfuhren bereits im siebten Monat in Folge und lagen mit 88,8 Milliarden Dollar 26,4 Prozent niedriger als im Vorjahr. Im April hatte das Minus noch bei 22,6 Prozent gelegen. Die Importe sanken im Mai um 25,2 Prozent auf 75,4 Milliarden Dollar, ebenfalls schneller als im April (23 Prozent). Viele Experten hatten erwartet, dass der Exportrückgang sich abschwächen würde, da die Regierung die Ausfuhren mit Steuernachlässen anzukurbeln versucht und sich gegen eine weitere Aufwertung des Yuan stemmt, um chinesische Waren im Ausland nicht zu verteuern. Doch der Nachfragerückgang aus den USA, Europa und Japan ist größer als die neuen Anreize für „Made in China“. So macht sich in der Volksrepublik auch die Insolvenz des Einzelhandelskonzerns Arcandor bemerkbar, der viele seiner Waren in China gekauft hatte. Nach Angaben des Hongkonger Handelshauses Li &amp; Fung, Arcandors Chefeinkäufer für Textilien und verschiedene Hartwaren, bedeutet der Kollaps des deutschen Unternehmens Umsatzverluste von 550 Millionen Euro im Jahr, wovon ein großer Teil chinesische Fabriken betrifft. Die Welthandelsorganisation (WTO) hält es allerdings dennoch für möglich, dass die Volksrepublik dieses Jahr zur größten Exportnation aufsteigen wird. Denn der bisherige „Exportweltmeister“ Deutschland sieht seine Ausfuhren derzeit noch schneller sinken als die Chinesen. Im April lag der Rückgang bei 28,7 Prozent.</p>
<p>Obwohl der Außenhandel daniederliegt, konnte Chinas Industrie im Mai stark zulegen. Der Wert der produzierten Waren lag im Mai 8,9 Prozent höher als vor einem Jahr, nach 7,3 Prozent im April. Ausgelöst hat das starke Wachstum vor allem das Konjunkturpaket der chinesischen Regierung. Die Investitionen steigen in den ersten fünf Monaten um 32,9 Prozent. Insgesamt sollen rund 460 Milliarden Euro sollen für Infrastruktur, Umwelt, Technologie, Bildung und den Aufbau eines landesweiten Sozialsystems ausgegeben werden. Renten- und Krankenversorgung seien von entscheidender Bedeutung, um den Binnenkonsum zur tragenden Säule der chinesischen Wirtschaft zu machen. „Die Chinesen sparen ihr Geld, aber sie sparen nicht zum Spaß, sondern weil es für sie die einzige Möglichkeit der Absicherung ist“, erklärte Bankenregulator Liu. Nach einer neuen Studie der chinesischen Zentralbank wollen 47 Prozent der Chinesen in Zukunft mehr sparen. Das ist der höchste Wert seit zehn Jahren. Nur 15,1 Prozent erklärten, sie seien bereit, mehr Geld auszugeben. Allerdings zeigten sich die Chinesen in der Umfrage deutlich vorsichtiger als in der Realität. Die neuesten Konsumstatistiken weisen einen deutlichen Aufwärtstrend auf. Im Mai kauften Chinas Verbraucher 15,2 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.</p>
<p>Trotz aller Probleme daheim will Peking die Krise auch nutzen, um chinesischen Staatskonzernen und Privatunternehmen internationale Expansionen zu ermöglichen. Die Möglichkeiten für Investitionen hätten zugenommen, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung auf der Internet-Seite des Handelsministeriums. „Dies ist für chinesische Unternehmen eine gewaltige Chance“, erklärte auch der Vizechef der Bank of China, Zhu Min. „Für chinesische Banken sollte es eine Priorität sein, die internationalen Aktivitäten chinesischer Unternehmen zu unterstützen.“ Pekings Ambitionen hatten kürzlich einen derben Rückschlag erlitten, als der australische Bergbau-Konzern Rio Tinto eine 20-Milliarden-Dollar-Beteiligung des chinesischen Metall-Konzerns Chinalco platzen ließ und sich lieber mit dem Erzrivalen BHP Billiton verbündete. Der Einstieg der Chinesen bei Rio Tinto war in Australien politisch höchst umstritten gewesen, weil Kritiker Chinas wachsenden Einfluss auf dem Rohstoffmarkt fürchten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/buntes-bild/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Joe und der Vertrauensstreik</title>
		<link>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/joe-und-der-vertrauensstreik/</link>
		<comments>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/joe-und-der-vertrauensstreik/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 23:45:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bernhardbartsch.de/?p=1218</guid>
		<description><![CDATA[<h3>Die internationale Bankenvereinigung IIF warnt in Peking vor überregulierten Finanzmärkten. Am liebsten will die Branche sich weiter selbst kontrollieren.</h3>
Eigentlich war die Pressekonferenz für Josef Ackermann nicht schlecht gelaufen. Eine Stunde lang hatte der Deutsche-Bank-Chef zusammen mit den anderen Vorständen des von ihm geführten Branchenverbands IIF (Institute of International Finance) ungestört über die aktuelle Wirtschaftslage und seine Wünsche an die Politik sprechen können. Aber die letzte Frage hätte er wohl besser nicht mehr zugelassen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die internationale Bankenvereinigung IIF warnt in Peking vor überregulierten Finanzmärkten. Am liebsten will die Branche sich weiter selbst kontrollieren.</h3>
<p>Eigentlich war die Pressekonferenz für Josef Ackermann nicht schlecht gelaufen. Eine Stunde lang hatte der Deutsche-Bank-Chef zusammen mit den anderen Vorständen des von ihm geführten Branchenverbands IIF (Institute of International Finance) ungestört über die aktuelle Wirtschaftslage und seine Wünsche an die Politik sprechen können. Aber die letzte Frage hätte er wohl besser nicht mehr zugelassen.</p>
<p>Ob es im IIF angesichts des Finanzmarktfiaskos auch Selbstkritik gebe, wollte ein Reporter wissen. Schließlich sei die weltgrößte Bankenorganisation doch Anfang der Achtziger als Reaktion auf die damalige Schuldenkrise gegründet worden, um Strukturprobleme des Finanzsektors rechtzeitig zu erkennen. Da kann sich Ackermann, den seine Kollegen vertraulich Joe nennen, ein Lachen nicht verkneifen. „Warum wir die Krise nicht vorhergesehen haben?“, fragt er amüsiert zurück. „Keiner hat sie vorhergesehen.“ Zwar habe man Probleme wie Subprime-Kredite oder falsche Risikoeinschätzungen schon lange erkannt. „Aber was wir nicht vorhergesehen haben ist, wie schnell man Vertrauen verlieren kann“, sagt Ackermann. Die Bankkunden hätten einfach „gestreikt“, klagt er.</p>
<p>Mehr hat er zum Thema Selbstkritik nicht zu sagen. Dabei wollen die 370 Banken des IIF eigentlich Vertrauen zurückgewinnen, untereinander ebenso wie bei Politikern und in der Öffentlichkeit. Um Zukunftsfähigkeit zu demonstrieren, hält der Verband seine erste Frühjahrstagung nach dem Systemkollaps in Peking ab. China und andere Schwellenländer würden bei der Erholung der Weltwirtschaft voraussichtlich einen „entscheidenden Beitrag“ leisten, sagt Ackermann. Zwar erwartet der Verband, dass das weltweite Bruttoinlandsprodukt 2009 um drei Prozent schrumpfen wird, für 2010 sei aber wieder ein globales Wachstum von gut zwei Prozent zu erwarten.</p>
<p>Bei der Stabilisierung der Finanzsysteme zeige sich ein Trend zum Protektionismus, erklärte Ackermann. Diese Entwicklung schade allen und widerspreche den G-20-Beschlüssen von London, die Marktabschottung verhindern sollen. Bei seinen Vorschlägen zur Reform der globalen Finanzaufsicht warnte der IIF zudem vor Überregulierung. Zwar müsse der Schutz von Kundengeldern und Anlegern höchste Priorität haben und die Gesundheit der Märkte und Institutionen gewährleistet sein; die Finanzaufsicht dürfe aber keine Regeln und Strukturen einführen, die Banken daran hinderten, innovative Produkte zu entwickeln und eine „kraftvolle Wachstumsmaschine“ zu sein. Auch Konzepte, die Aktivitäten einzelner Institute auf bestimmte Geschäftsfelder beschränken, will Ackermann verhindern. „Wir denken nicht, dass es hilfreich wäre, Reformen auf die Größe einzelner Banken oder die Breite ihres Geschäftsmodells zu konzentrieren“, erklärte der Cheflobbyist.</p>
<p>Politik und Öffentlichkeit sollten die Vorschläge der Banker allerdings mit Vorsicht genießen, denn Brancheninteressen dürften bei der Formulierung mindestens so wichtig gewesen sein wie die Sorge um das globale Allgemeinwohl. Zumal sich in Peking zeigt, dass die Finanzelite über die Krise schon wieder lachen kann. „Wir brauchen strenge Regulatoren“, scherzte der Präsident einer europäischen Großbank bei einer IIF-Diskussionsrunde. „Wir Banker wissen doch genau, dass wir nie aus unseren Fehlern lernen.“ Der Saal lachte. Der Name des Scherzbolds kann hier nicht genannt werden. Um einen „offenen Austausch“ zu ermöglichen, hatte Ackermann den Journalisten auferlegt, nur Redner zu zitieren, die dies ausdrücklich erlauben. So viel zum Thema Vertrauen.</p>
<p>Erschienen in: Der Tagesspiegel, 12. Juni 2009</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bernhardbartsch.de/archiv/joe-und-der-vertrauensstreik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
