Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Verschlankte Bedürfnisse

Mit klemmenden Gaspedalen hat Toyota hat seinen Ruf als zuverlässigste Automarke der Welt ruiniert. Wie konnte das passieren? Eine Spurensuche in Toyota City.

Der Griff zur Reißleine ist alltägliche Routine. In weiten Schlaufen hängt das gelbe Seil über den Köpfen der Arbeiter, die mit Akkuschraubern im Sekundentakt um die halbfertigen Autos springen. Immer wieder greift einer über sich und bringt mit einem Ruck das Fließband zum Stehen. “Probleme werden bei Toyota sofort gelöst”, erklärt die junge PR-Dame und lächelt so selbstverständlich, als habe sie seit Wochen keine Zeitung gelesen…

Bernhard Bartsch | 25. Februar 2010 um 02:23 Uhr

 

Nationale Karambolage

Toyotas Pannen beschädigen das Image des größten Autoherstellers der Welt – und spiegeln die Probleme der ganzen japanischen Wirtschaft.

Ausgerechnet das Gaspedal! Welch bittere Ironie. Über Jahre hinweg hat der japanische Automobilkonzern Toyota bei Millionen Fahrzeugen Beschleunigungspedale eingebaut, die im durchgedrückten Zustand verklemmen können. Im schlimmsten Fall ist das Auto dann nicht mehr zu stoppen, und die Insassen können nur hoffen, dass wenigstens der Airbag funktioniert…

Bernhard Bartsch | 07. Februar 2010 um 14:55 Uhr

 

Enkel in Not

Akio Toyoda sollte den Autokonzern Toyota durch die Krise steuern. Jetzt steckt er mittendrin.

“Ich werde wieder zu den Grundsätzen zurückkehren, auf denen dieses Unternehmen aufgebaut wurde”, sagte Akio Toyoda im Januar 2009. Damals war der Enkel des Toyota-Gründers gerade zum neuen Vorstandschef des weltgrößten Autokonzerns erkoren worden und wollte das Unternehmen, das durch die Finanzkrise erstmals in seiner 75jährigen Geschichte in die roten Zahlen gerutscht war, wieder in die Profitzone steuern…

Bernhard Bartsch | 03. Februar 2010 um 04:20 Uhr

 

Klemmender Mythos

Toyota muss wegen klemmender Gaspedale bis zu acht Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Es ist der größte Image-Unfall in der Konzerngeschichte.

„Nichts ist unmöglich. Toyota“ lautet der Werbeslogan des weltgrößten Autobauers. Nun ist tatsächlich das scheinbar Unmögliche eingetreten: Die Japaner, die über drei Jahrzehnte lang branchenweit den Ruf der zuverlässigsten Produktionsqualität genossen, müssen bis zu acht Millionen Autos aus dem Verkehr ziehen und mit dem größten Image-Unfall der Konzerngeschichte rechnen…

Bernhard Bartsch | 29. Januar 2010 um 05:20 Uhr

 

Autos aus China – nächster Versuch

Chinas größter Autobauer SAIC will mit eigenen Fahrzeugen in Europa Fuß fassen – unter der britischen Traditionsmarke MG.

Der “Landwind” hat es nicht geschafft, auch nicht der “Brilliance” oder der “Great Wall”. Trotzdem startet Chinas Automobilindustrie einen neuen Versuch, um auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Die Shanghai Automotive Industry Corp. (SAIC), größter Fahrzeughersteller der Volksrepublik, will noch in diesem Jahr in Europa mit dem Verkauf eigener Autos beginnen und wird dafür das Label der britischen Traditionsmarke MG bemühen, die SAIC seit 2005 besitzt…

Bernhard Bartsch | 25. Januar 2010 um 05:42 Uhr

 

Volvo und Saab werden chinesisch

Asiatische Unternehmen erlangen Kontrolle über große Teile von Schwedens Autoindustrie.

Schwedens Automobilindustrie wird chinesisch: Sowohl Volvo als auch Teile von Saab werden künftig unter der Kontrolle chinesischer Automobilkonzerne stehen – verkauft von den US-Giganten Ford und GM, die mit ihren schwedischen Töchtern nicht zurecht kamen. Volvos US-Mutterkonzern Ford erklärte, dass ein Verkauf an den privaten chinesischen Fahrzeughersteller Geely weitgehend ausgehandelt sei…

Bernhard Bartsch | 24. Dezember 2009 um 19:00 Uhr

 

Ein Land, zwei Systeme

In China liegen Klimaschutz und -sünden dicht beieinander, aber das Land arbeitet energisch am ökologischen Umbau.

Das nennt man eine verspargelte Landschaft: In der Geröllwüste der westchinesischen Provinz Xinjiang, außerhalb der Hauptstadt Urumqi, stehen über 200 Windmühlen in Reih und Glied und drehen sich im scharfen Wind. Ihre Zahl steigt ständig, denn Urumqis Energiebedarf wächst mit zweistelligen Prozentzahlen; außerdem legt die Provinzregierung Wert auf das ökologische Prädikat, den größten Windpark Chinas zu betreiben. Doch Nachhaltigkeitsidylle existiert nur auf Prospektbildern – in der Wirklichkeit ziehen schmutzigschwarze Rußwolken durch den weißen Turbinenwald…

Bernhard Bartsch | 16. November 2009 um 04:36 Uhr

 

Nächste Ausfahrt China

Die Krise beschleunigt die Verlagerung westlicher Fabriken nach China.

Gute Nachrichten haben in der Wirtschaftswelt derzeit meistens etwas mit China zu tun. Zum Beispiel bei BMW: Nicht nur konnten die Münchner ihren Absatz im neuerdings weltgrößten Automarkt seit Jahresbeginn um 36,7 Prozent steigern. Zudem erklärte das Unternehmen gestern, mit seinem chinesischen Partner Brilliance Automotive für 560 Millionen Euro ein zweites Werk bauen zu wollen…

Bernhard Bartsch | 13. November 2009 um 10:54 Uhr

 

Mehr Motorlärm!

In Japan müssen Hybridfahrzeuge vielleicht bald künstlich Krach erzeugen – den Blinden zuliebe.

Es sieht aus wie ein Auto, es fährt wie ein Auto, aber es klingt nicht so. Was das ist? Ein Hybridfahrzeug. Wenn die klimafreundlichen Pkw mit dem Doppelantrieb in den Elektromodus schalten, bewegen sie sich fast so leise wie ein Fahrrad. Doch weniger Lärm ist nicht unbedingt besser, warnen japanische Verbraucherschützer…

Bernhard Bartsch | 06. Juli 2009 um 09:37 Uhr

 

Mit Hammer und Sichel

Neben Fiat, Magna und Ripplewood zeigt auch der chinesische Autohersteller BAIC Interesse an Opel. Bekannt ist über den Staatsbetrieb nur wenig.

Im Rennen um Opel gibt es einen vierten Wettbewerber: Chinas fünftgrößten Autohersteller Beijing Automotive Industry Holding Corp, kurz BAIC. Bisher ist der Staatsbetrieb in Deutschland vor allem als Partner von Daimler bekanntgeworden. Der Stuttgarter Konzern produziert gemeinsam mit den Chinesen in einem erst vor drei Jahren eröffneten Werk in Peking Fahrzeuge der C- und E-Klasse von Mercedes-Benz…

Bernhard Bartsch | 27. Mai 2009 um 14:46 Uhr

 

Schneller als die Japaner

Chinas Autohersteller wollen sich aus dem Schatten der internationalen Konkurrenz lösen. Ausgerechnet beim Thema Umwelt könnten sie Wettbewerbsvorteile haben.

Die Messelounge, in der die Manager des chinesischen Fahrzeugherstellers BYD auf der Shanghai Auto Show ihre Gäste empfangen, hat den Namen „Lounge“ kaum verdient. Statt der modischen Designermöbel und kalten Buffets, mit denen Volkswagen und Co. ihre Besucher zu beeindrucken versuchen, sitzt man bei BYD auf unbequemen Bürosesseln und trinkt Wasser aus Pappbechern. Trotzdem herrscht bei dem Unternehmen aus Shenzhen mehr Andrang als bei den namhaften internationalen Konkurrenten…

Bernhard Bartsch | 25. April 2009 um 03:21 Uhr

 

Alles ohne Abwrackprämie

Die Krise macht China zum Schlachtfeld um die Zukunft der Autoindustrie. Bei der Shanghaier Automesse buhlen die Hersteller um ihren letzten Wachstumsmarkt.

Wer Kevin Wale reden hört, könnte gauben, der Chinachef des US-Autokonzerns General Motors lese keine Zeitung. Während seine Vorgesetzten in Detroit Insolvenzpläne schmieden, müssen, verbreitet Wale auf der anderen Seite des Globus rosige Zukunftsvisionen: Die chinesische Nachfrage nach Buicks und Chevys sei so hoch, dass GM mindestens noch ein neues Werk bauen müsse, glaubt Wale…

Bernhard Bartsch | 21. April 2009 um 01:39 Uhr

 

Mit PS aus der Krise?

Porsche feiert in Shanghai die Weltpremiere seines „Panamera“. Mit der neuen Baureihe wollen die Zuffenhausener jährlich bis zu 20.000 Autos mehr verkaufen.

Symbole können tückisch sein. Das mussten am Sonntagabend die Marketingstrategen von Porsche erleben: Für die Weltpremiere der neuen Modellreihe Panamera hatten die Zuffenhausener in den 94. Stock des Shanghai World Financial Center geladen. Der Blick über das Lichtermeer der 20-Millionen-Metropole sollte den Gästen Porsches künftiges Wachstumspotential vor Augen führen. Doch ein Unwetter verdarb die Inszenierung und verwandelte den Funkelteppich in einen trüben Sumpf…

Bernhard Bartsch | 20. April 2009 um 06:16 Uhr

 

Besuch eines Handlungsreisenden

Chinas Premier Wen Jiabao kam mit einer großen Wirtschaftsdelegation nach Deutschland. Seine Botschaft: Chinaengagement ist Krisenbewältigung.

Wie in den alten Zeiten: Chinas Premier Wen Jiabao machte auf seiner Europareise am Donnerstag in Berlin Halt und hatte mehr als hundert chinesische Topmanager dabei. Das erinnerte an Visiten der späten 90er Jahre, als Chinas Politiker als Handlungsreisende verkehrten und mit westlichen Amtskollegen ausgiebige Unterschriftenzeremonien absolvierten…

Bernhard Bartsch | 30. Januar 2009 um 02:08 Uhr

 

Prinz Toyoda wird König Toyota

Toyotas Gründerenkel Akio Toyoda rückt an die Spitze des weltgrößten Autokonzerns – ein ungemütlicher Posten

Beruf, Hobby und Familie sind für Akio Toyoda eins: Alles dreht sich um Autos – und überall strebt der 52-Jährige an die Spitze. Im Juni wird er dort ankommen. Dann soll Toyoda, der 2007 beim 24-Stunden-Rennen in einem von ihm selbst mitentwickelten Toyota Lexus vier Stunden lang über den Nürburgring raste, die Führung des Konzerns übernehmen, den sein Großvater vor 75 Jahren als Ableger der elterlichen Webstuhlfirma gründete und der bis heute in leicht abgewandelter Form den Namen der Familie trägt.

Bernhard Bartsch | 21. Januar 2009 um 17:32 Uhr