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	<title>Bernhard Bartsch &#187; Atomwaffen</title>
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	<description>TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN</description>
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		<title>Nordkorea reichert Uran an</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 01:44:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Pjöngjang führt Wissenschaftlern moderne Atomanlage vor. Errichtet wurde sie womöglich mit Hilfe auf China und Pakistan.</h3>
Wenn Nordkoreas Diktator Kim Jong-il der Welt droht, bedient er sich meist martialischer Formulierungen. "Flammenmeer" und "totaler Krieg" gehören zum Standardvokabular seines offiziellen Sprachrohrs, der Nachrichtenagentur KCNA. Doch Pjöngjangs jüngste Warnung kommt in feinstem Wissenschaftsjargon daher...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Pjöngjang führt Wissenschaftlern moderne Atomanlage vor. Errichtet wurde sie womöglich mit Hilfe auf China und Pakistan.</h3>
<p>Wenn Nordkoreas Diktator Kim Jong-il der Welt droht, bedient er sich meist martialischer Formulierungen. &#8220;Flammenmeer&#8221; und &#8220;totaler Krieg&#8221; gehören zum Standardvokabular seines offiziellen Sprachrohrs, der Nachrichtenagentur KCNA. Doch Pjöngjangs jüngste Warnung kommt in feinstem Wissenschaftsjargon daher. Anfang November lud Nordkorea drei Atomphysiker der US-Eliteuniversität Stanford ein, um ihnen eine bisher unbekannte Anlage zur Urananreicherung vorzuführen &#8211; und überließ es dann ihnen, das gefährliche Geheimnis mit der Weltöffentlichkeit zu teilen. &#8220;Man hat uns eine neue Anlage gezeigt, die eine moderne, kleine Industrieanlage zur Anreicherung von Uran mit 2000 Zentrifugen enthält&#8221;, schreibt Delegationsleiter Siegfried S. Hecker in einem Bericht, der zunächst dem Weißen Haus zuging, aber inzwischen auf der Universitätswebsite zu lesen ist. Zwar werde die Anlage vorrangig für zivile Anwendungen benutzt, doch sie könne &#8220;einfach umgebaut werden, um hochangereichertes Uran für Bomben&#8221; herzustellen.</p>
<p>Damit ist es dem abgeschotteten Land offenbar gelungen, sein Atomprogramm in aller Heimlichkeit viel weiter voranzutreiben, als der Westen bisher ahnte. Zwar beobachten US-Militärs per Satellit schon länger Arbeiten zum Wiederaufbau der Atomanlage Yongbyon, die im Jahr 2008 im Zuge eines Abrüstungsabkommens teilweise zerstört wurde. Erst vergangene Woche hatte das in Washington ansässige Institute for Science and International Security (ISIS) von Hinweisen auf die Errichtung eines Leichtwasserreaktors berichtet, in dem theoretisch auch waffenfähiges Plutonium hergestellt werden könnte. Doch obwohl Nordkorea schon seit Jahren von seinem Urananreicherungsprojekt berichtet, war über dessen tatsächliche Existenz bisher nichts bekannt.</p>
<p>Hecker berichtete von einem &#8220;ultramodernen Kontrollraum&#8221;. Fotos habe er allerdings nicht machen dürfen und auch nicht Nordkoreas Behauptung überprüfen können, dass die Fabrik tatsächlich bereits niedrig angereichertes Uran produziere. Hecker bezweifelt, dass Nordkorea das Projekt allein entwickelt habe oder zu Ende bringen könne. Wahrscheinlich habe das Land Hilfe aus Pakistan und China erhalten, urteilte Hecker &#8211; und unterstellte China damit indirekt, im Nuklearkonflikt ein doppeltes Spiel zu spielen. Denn gleichzeitig bemühen sich Pekings Diplomaten um eine Fortsetzung der Sechs-Parteien-Gespräche zur Beilegung des Atomstreits. An den Verhandlungen in der chinesischen Hauptstadt nahmen in der Vergangenheit neben den beiden Koreas und China auch die USA, Russland und Japan teil.</p>
<p>Dass Kim Jong-il ausgerechnet jetzt einen Blick hinter die Kulissen erlaubt, ist wohlkalkuliert: Gestern brach der US-Sondergesandte für den Nordkoreakonflikt, Stephen Bosworth, zu einer neuen Vermittlungsmission nach Seoul, Tokio und Peking auf. Die internationale Sorge vor einer weiteren Aufrüstung Nordkoreas oder dem Bau eines womöglich unsicheren Kernreaktors dürfte die Verhandlungsposition von Pjöngjang durchaus verbessern.</p>
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		<title>Verantwortung für drei</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 03:02:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[<h3>China spielt beim Atomsicherheitsgipfel eine Schlüsselrolle – auch als Verbündeter von Nordkorea und Iran.</h3>
Er kontrolliert das fünftgrößte Atombombenarsenal der Welt, doch beim Washingtoner Nukleargipfel spielt Chinas Präsident Hu Jintao nicht nur wegen seiner eigenen Waffen eine Rolle, sondern vor allem wegen seines Einflusses auf die Regime in Nordkorea und im Iran. Pekings Taktik gilt als ambivalent...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>China spielt beim Atomsicherheitsgipfel eine Schlüsselrolle – auch als Verbündeter von Nordkorea und Iran.</h3>
<p>Er kontrolliert das fünftgrößte Atombombenarsenal der Welt, doch beim Washingtoner Nukleargipfel spielt Chinas Präsident Hu Jintao nicht nur wegen seiner eigenen Waffen eine Rolle, sondern vor allem wegen seines Einflusses auf die Regime in Nordkorea und im Iran. Pekings Taktik gilt als ambivalent. Offiziell tritt die Volksrepublik zwar für die Nichtverbreitung von Atomwaffen ein. Doch ohne ihre politische Rückendeckung und wirtschaftliche Unterstützung hätte Pjöngjangs Diktator Kim Jong-il wohl kaum seine eigene Atombombe entwickeln können. Im Nuklearkonflikt mit Teheran steht Peking nun abermals im Verdacht, effektive Uno-Sanktionen zu verhindern, um seine Bündnis- und Rohstoffinteressen zu schützen.</p>
<p>Zwar soll es in Washington nicht um einzelne Länder gehen, so dass Hu keine offene Kritik fürchten muss – schon gar nicht von Gastgeber Barack Obama, der sich nach mehreren Monaten bilateraler Verspannungen zuletzt wieder um eine Annäherung bemühte. Trotzdem hat China kurz vor dem Gipfel sein grundsätzliches Nein zu neuen Sanktionen gegen den Iran aufgegeben. Die Gruppe der fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder und Deutschland berät derzeit über neue Zwangsmaßnahmen. Wie schon bei den drei vergangenen Runden könnte sich Peking wieder der Stimme enthalten, dürfte allerdings vorher dafür sorgen, dass die Sanktionen hinter den Forderungen des Westens zurückbleiben. China hat im Iran starke Rohstoffinteressen. Im Bezug auf Nordkorea bemüht sich Peking derzeit darum, Pjöngjang zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche zu bewegen.</p>
<p>Da Peking seinen politischen Einfluss auf seine Verbündeten gerne herunterspielt, ist von Hus offiziellen Redebeiträgen in Washington wenig Überraschendes zu erwarten. „Chinas Atompolitik und strategische Absichten sind klar“, erklärte Vize-Außenminister Cui Tiankai vergangene Woche. „Seit den 1960ern haben wir unsere Position bei vielen Gelegenheiten wiederholt und nie geändert.“ China habe immer eine vollständige Vernichtung der weltweiten Atomarsenale unterstützt. In einem 2005 veröffentlichen Weißbuch bekennt sich China außerdem dazu, seine Atomwaffen unter keinen Umständen für einen Erstschlag und niemals gegen Nichtnuklearstaaten einsetzen zu wollen.</p>
<p>China hatte 1964 seine erste Atombombe getestet. 1996 unterzeichnete Peking den Kernwaffenteststopp-Vertrag. Das chinesische Atomwaffenarsenal wird auf 240 Sprengköpfe geschätzt. Die USA warfen China allerdings im Vorfeld des Gipfels mangelnde Transparenz vor. Zwar sei Chinas Arsenal zweifellos kleiner als das der USA oder Russlands, hieß es vergangene Woche in einem offiziellen Bericht. Trotzdem machten sich die Vereinigten Staaten und Chinas asiatische Nachbarn „sorgen über das Tempo und das Ausmaß von Chinas gegenwärtigen militärischen Modernisierungsbemühungen, inklusive der quantitativen und qualitativen Modernisierung seiner nuklearen Ressourcen.“</p>
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		<title>Diplomatische Dehnübungen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 13:44:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Die USA und China bemühen sich um eine Besserung ihres Verhältnisses. Dafür könnte Peking seinen Widerstand gegen Iran-Sanktionen aufgeben.</h3>
Keine Antwort ist auch eine Antwort – aber welche? Eine Stunde lang stellte sich der iranische Atomunterhändler Said Dschalili am Freitagnachmittag in Peking der internationalen Presse, doch zu der entscheidenden Frage sagte er nichts: Gibt Chinas Regierung ihren Widerstand gegen westliche Sanktionsforderungen auf? „Wir haben gute Beziehungen“, wich Dschalili ein ums andere Mal aus...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die USA und China bemühen sich um eine Besserung ihres Verhältnisses. Dafür könnte Peking seinen Widerstand gegen Iran-Sanktionen aufgeben.</h3>
<p>Keine Antwort ist auch eine Antwort – aber welche? Eine Stunde lang stellte sich der iranische Atomunterhändler Said Dschalili am Freitagnachmittag in Peking der internationalen Presse, doch zu der entscheidenden Frage sagte er nichts: Gibt Chinas Regierung ihren Widerstand gegen westliche Sanktionsforderungen auf? „Wir haben gute Beziehungen“, wich Dschalili ein ums andere Mal aus und flüchtete sich in Teherans altbekannte Positionen. Selbst als ein Reporter wissen wollte, ob sich Iran angesichts der jüngsten Entwicklungen von China verraten fühle, sprach Dschalili noch von „guten Beziehungen“. Das war immerhin kein Nein.</p>
<p>Denn seit Tagen verdichten sich die Anzeichen, dass Peking von seiner Unterstützung für Teheran abzuweichen bereit ist, um Beziehungen zu kitten, die für China von noch größerer Bedeutung sind: die mit den USA. Nach Monaten zunehmender Spannungen signalisieren beide Chinesen und Amerikaner derzeit gleichermaßen die Bereitschaft, sich um eine Verbesserung zu bemühen. Am Freitag führten die Präsidenten beider Länder ein einstündiges Telefongespräch. Wenige Stunden später sagte Chinas Außenminister Yang Jiechi seinem Gast Dschalili, dass Peking sich im Atomkonflikt von allen Seiten „mehr Flexibilität“ erwünsche. Die Formulierung scheint die jüngsten Aussagen amerikanischer Diplomaten zu bestätigen, wonach China in internen Gesprächen angekündigt habe, einer Sanktionsverschärfung im Uno-Sicherheitsrat kein Veto entgegensetzen zu wollen. Bei den letzten drei Sanktionsrunden hatten die Chinesen, die im Iran große Rohstoffinteressen haben, sich ihrer Stimme enthalten, allerdings im Vorfeld dafür gesorgt, dass die westlichen Mächte nur einen Teil ihrer Forderungen durchsetzen konnten.</p>
<p>Als Zeichen des guten Willens ist auch die Entscheidung des chinesischen Präsidenten Hu Jintao zu werten, am 12. und 13. April persönlich an dem von US-Präsident Barack Obama initiierten Gipeltreffen zur atomaren Sicherheit in Washington teilzunehmen. Bis zuletzt war spekuliert worden, dass China womöglich einen rangniedrigen Beamten schicken werde, um sich für Obamas Dalai-Lama-Empfang im Februar zu rächen. Außerdem belasten amerikanische Waffenverkäufe an Taiwan, Handelsstreitigkeiten, das Thema Internetzensur sowie der Disput über chinesische Währungsmanipulationen das Verhältnis. Staatliche chinesische Medien zitierten Hu nach dem Telefonat mit der Aussage, beide Länder müssten sich „unaufhörlich“ um „partnerschaftliche, positive und umfassende“ Beziehungen bemühen, zugleich aber auch ihre wichtigsten Interessen respektieren und „sensible Fragen&#8221; vorsichtig handhaben. Ob es in Washington auch zu einem bilateralen Treffen der beiden Präsidenten kommen wird, ist bisher unklar.</p>
<p>Chinas Annäherungsbereitschaft dürfte vor allem zum Ziel haben, Obama davon abzuhalten, die Volksrepublik auf Washingtons Liste der währungsmanipulierenden Länder zu setzen, die am 15. April veröffentlicht werden soll. Republikaner und Demokraten hatten kürzlich einen gemeinsamen Gesetzesentwurf vorgestellt, der Strafzölle gegen chinesische Waren ermöglichen soll, falls Peking den Yuan nicht deutlich aufwertet. Sie werfen der Volksrepublik vor, ihren Exporten durch die künstlich billige Währung unfaire Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Peking bestreitet dies.</p>
<p>Politisch mögen beide Seiten zu diplomatischen Dehnübungen bereit sein. Doch wie verspannt das Verhältnis jenseits der politischen Vernunft noch immer ist, zeigte sich, als am Freitag bei Dschalilis Pressekonferenz der Vertreter der parteiunmittelbaren „Volkszeitung“ das Wort ergriff. „Wir sind die größte Zeitung Chinas, und ich möchte dem Iran meinen Respekt aussprechen, dass es den Mut hat, sich gegen die Unterdrückungsversuche einiger großer Länder zu wehren.“ Selbst wenn die Parteiführung nach Monaten verschärfter antiwestlicher Töne einen Kurswechsel einleiten sollte – die Konfrontation in den Köpfen lässt sich nicht so schnell rückgängig machen.</p>
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		<title>Kims Coup</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 21:46:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Machtdemonstration oder Vertrauensbildung - nach Bill Clintons Nordkoreareise versuchen Experten die politischen Signale der Geiselfreilassung zu deuten.</h3>
Es war der Tag der Bilder – in den USA ebenso wie in Nordkorea.  Am Mittwochmorgen, pünktlich zu den amerikanischen Frühnachrichten, schlossen die US-Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee auf dem Flughafen von Los Angeles vor laufenden Kameras ihre Familien wieder in die Arme - nach viereinhalb Monaten in nordkoreanischer Haft...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Machtdemonstration oder Vertrauensbildung &#8211; nach Bill Clintons Nordkoreareise versuchen Experten die politischen Signale der Geiselfreilassung zu deuten.</h3>
<p>Es war der Tag der Bilder – in den USA ebenso wie in Nordkorea.  Am Mittwochmorgen, pünktlich zu den amerikanischen Frühnachrichten, schlossen die US-Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee auf dem Flughafen von Los Angeles vor laufenden Kameras ihre Familien wieder in die Arme &#8211; nach viereinhalb Monaten in nordkoreanischer Haft. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hatte am Dienstag mit einem Überraschungsbesuch bei Pjöngjangs Diktator Kim Jong-il die Freilassung der US-Bürgerinnen erreicht, die bei Filmaufnahmen an der chinesisch-nordkoreanischen Grenze verhaftet und zu zwölf Jahren „Umerziehung durch Arbeit“ verurteilt worden waren. „Wir dachten, wir könnten jeden Augenblick in ein schlimmes Arbeitslager geschickt werden, aber dann hieß es plötzlich, wir hätten einen Termin“, beschrieb Ling den Moment ihrer Rettung. „Dann gingen wir durch eine Tür und vor uns stand Bill Clinton.“ Ihr Befreier stand derweil neben ihr und gab sich alle Mühe, bescheiden zu wirken.</p>
<p>In Nordkorea zeigten die Staatsmedien derzeit die Bilder, die Clinton beim Treffen mit Kim Jong-il zeigten. Der Diktator erschien darauf in staatsmännischer Pose, während Clinton ernst blickte, was als respektvolles Zuhören gedeutet werden kann. „Clinton richtete eine ernsthafte Entschuldigung an Kim Jong-il“, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur KCNA über das Treffen. Man habe die ganze Bandbreite der bilateralen Themen „erschöpfend diskutiert“ und Clinton habe „höflich eine mündliche Nachricht von US-Präsident Barack Obama an Kim Jong-il überbracht.“</p>
<p>Das Weiße Haus widersprach zwar Berichten, Clinton sei als Geheimverhandler unterwegs gewesen. Dennoch wird darüber spekuliert, ob der Ehemann von Außenministerin Hilary Clinton neben der Befreiung der Journalistinnen auch eine diplomatische Mission hatte. Die Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang sind äußerst gespannt, nachdem Nordkorea Ende Mai zum zweiten Mal eine Atombombe sowie mehrere Raketen getestet hatte.</p>
<p>Ob der ranghöchste Kontakt seit neun Jahren im amerikanisch-nordkoreanischen Verhältnis eine neue Ära einleiten kann, ist unter Nordkorea-Experten umstritten. „Der Besuch ist für mich ein eindeutiges Zeichen, dass Präsident Obama einen Neuanfang sucht”, sagte Paik Hak-soon vom Sejon-Institut in Seoul. „Der Politik der Konfrontation, wie George W. Bush sie betrieben hat, wird nun hoffentlich eine Politik des Dialogs, der Verhandlung und der ernsthaften Problemlösung folgen.” Der russische Nordkoreakenner Andrei Lankov von der Kookmin-Universität in Seoul, glaubt dagegen nicht an einen Gesinnungswandel der nordkoreanischen Regimes. „Ich würde nicht von einem Durchbruch sprechen“, erklärte er. „Nordkorea spielt doch nur sein altes Spiel: Erst provozieren, um die Provokationen dann für einen hohen Preis wieder einzustellen.“</p>
<p>Für Lankov ist Kim Jong-il der eindeutige Sieger des Geiseldramas. „Kim und seine Clique haben viel gewonnen, denn die nordkoreanischen Medien sagen jetzt: Schaut her, die blutrünstigen amerikanischen Kriegstreiber und Imperialisten haben vor unserem Führer Kotau gemacht“, so Lankov. Dies sei Teil einer neuen Propagandalinie: Da das Volk die alte Mär, Nordkorea sei das wohlhabendste Land der Erde, nicht mehr glaube, suche Kim nach neuen Wegen, sich den Respekt seiner Untertanen zu sichern. „Jetzt sagt die Regierung: Wir sind zwar arm, aber trotzdem so mächtig, dass ein amerikanischer Präsident zu uns betteln kommen muss.“ Zwar sei es durchaus möglich, dass Clinton versucht habe, Nordkoreas Verhandlungsbereitschaft zu testen. „Zur Aufgabe seiner Atomwaffen wird Kim aber nie bereit sein“, ist sich Lankov sich. „Realistisch wäre höchstens, dass Kim sich dazu bewegen lässt, keine neuen Sprengköpfe zu bauen und zu versichern, dass er seine Technologie nicht an andere Länder weitergibt.“</p>
<p>Paik sieht dagegen Chancen für eine echte Annäherung. „Die Führung in Pjöngjang weiß, dass sich ihr derzeitiger Kurs nicht endlos weiterführen lässt”, sagte der Südkoreaner. „Wenn das Regime im 21. Jahrhundert überleben will, muss es einen dauerhaften Frieden mit Südkorea und den anderen Nachbarn finden.” Die Chancen für den Machterhalt seien nicht schlecht, da kein Land in der Region ein ernsthaftes Interesse habe, Nordkoreas Herrscher zu stürzen. Südkorea fürchtet sich vor einer teuren Wiedervereinigung, während Chinesen und Russen Nordkorea als Pufferstaat zur militärischen Einflusszone der USA behalten möchten. „Ich glaube, dass Nordkoreas Aggressionen der letzten Zeit das Ziel hatten, die USA auf einen neuen Weg zu zwingen”, so Paik. „Sie sind zu einem Handel bereit und könnten sogar ihre Atomwaffen aufgeben, wenn sie dafür bekommen, was sie wollen: Sicherheitsgarantieren, Energieversorgung, Wirtschaftshilfe und internationale Anerkennung.”</p>
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		<title>Des Wahnsinns fette Beute</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 15:16:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Bill Clinton will in Nordkorea die Freilassung von zwei US-Journalistinnen erreichen. Für Kim Jong-il ist der Besuch ein gewaltiger Propagandacoup.</h3>
Der Nordkoreakonflikt nimmt eine unerwartete Wendung: Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton reiste am Dienstag überraschend nach Pjöngjang, offenbar um die Freilassung von zwei inhaftierten US-Journalistinnen zu erreichen. Welche weiteren Verhandlungsaufträge ihm seine Frau, Außenministerin Hillary Clinton, mitgegeben haben könnte, ist in Diplomatenkreisen derzeit Thema heißer Spekulationen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Bill Clinton will in Nordkorea die Freilassung von zwei US-Journalistinnen erreichen. Für Kim Jong-il ist der Besuch ein gewaltiger Propagandacoup.</h3>
<p>Der Nordkoreakonflikt nimmt eine unerwartete Wendung: Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton reiste am Dienstag überraschend nach Pjöngjang, offenbar um die Freilassung von zwei inhaftierten US-Journalistinnen zu erreichen. Welche weiteren Verhandlungsaufträge ihm seine Frau, Außenministerin Hillary Clinton, mitgegeben haben könnte, ist in Diplomatenkreisen derzeit Thema heißer Spekulationen. Die Beziehungen zwischen Nordkorea und dem Rest der Welt, insbesondere den USA, sind seit Pjöngjangs zweitem Atombombentest Ende Mai äußerst gespannt.</p>
<p>Für Pjöngjangs Machthaber Kim Jong-il ist Clintons Besuch ein Propagandacoup, den die Staatsmedien nach allen Regeln instrumentalisieren dürften, um den Nordkoreanern die vermeintliche Macht ihres Landes glaubhaft zumachen. So sehr sich Clinton auch bemühen wird, nicht unterwürfig zu erscheinen – bei den Nordkoreaner wird der Eindruck entstehen, der ehemalige US-Präsident begegne ihrem „Geliebten Führer“ mit Anerkennung und Dankbarkeit. Vorab hatte Pjöngjang den Amerikanern sogar das ungewöhnliche Zugeständnis abgerungen, zuerst über die Reise berichten zu dürfen. Kurz vor Mittag Ortszeit meldete die offizielle Nachrichtenagentur KCNA Clintons Ankunft. Seine Entourage wurde am Flughafen von Parlaments-Vizepräsident Yang Hyong-sop und Vize-Außenminister Kim Kye-kwan empfangen. &#8220;Ein kleines Mädchen überreichte Bill Clinton einen Blumenstrauß&#8221;, hieß es in der Meldung.</p>
<p>Details über Clintons Programm wurden nicht bekannt. Südkoreanische Medien spekulierten allerdings, dass Clinton sicherlich mit Kim Jong-il zusammentreffen werde, über dessen Gesundheit seit Monaten gerätselt wird. Zuletzt hieß es, der 67-Jährige leide unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs, weshalb er begonnen habe, seinen jüngsten Sohn Kim Jong-un als Nachfolger aufzubauen. Bei aller Heimlichkeit der Reise darf allerdings davon ausgegangen werden, dass Clinton kaum ohne vorherige Zusagen für eine erfolgreiche Mission nach Nordkorea gereist sein dürfte. &#8220;Ich erwarte, dass die Journalistinnen zusammen mit Clinton ausreisen dürfen&#8221;, sagt ein für Nordkorea zuständiger europäischer Diplomat in Peking, der über den Besuch allerdings selbst erst aus der Presse erfahren hatte. Laura Ling und Euna Lee waren Mitte März bei Filmaufnahmen an der nordkoreanisch-chinesischen Grenze unter ungeklärten Umständen verhaftet worden. Pjöngjang warf ihnen vor, unerlaubt in Nordkorea eingedrungen zu sein. Mitte Juni waren sie wegen &#8220;schwerer Verbrechen&#8221; zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden. US-Außenministerin Clinton hatte die Strafe damals scharf kritisiert, aber erklärt, sich durch den Fall nicht politisch erpressen lassen zu wollen. Nordkoreas Staatsmedien hatten sie daraufhin als &#8220;komische Dame&#8221; verspottet, die sich auf dem internationalen Parkett nicht zu bewegen wisse und manchmal wirke &#8220;wie ein kleines Schuldmädchen&#8221;.</p>
<p>Die Reporterinnen arbeiten für den kalifornischen Internet-Filmdienst Current TV, an dem auch Clintons ehemaliger Vize-Präsident Al Gore beteiligt ist. Weder amerikanische Regierungssprecher noch die Familien der beiden Reporterinnen kommentierten den Besuch.</p>
<p>Bill Clinton hatte während seiner Amtszeit mehrfach versucht, Nordkoreas Machthaber zu einer Aufgabe ihrer internationalen Isolation zu bewegen. 1994 schickte er den ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter als inoffiziellen Unterhändler nach Pjöngjang. Kurz vor Ende seiner Amtszeit im Jahr 2000 besuchte auch seine Außenministerin Madeleine Albright das Land und stellte Kim Jong-il einen Besuch des US-Präsidenten in Aussicht gestellt, falls dieser zu entsprechenden Zugeständnissen bereit sei, insbesondere der Aufgabe seines Atomwaffenprogramms. Die Verhandlungen waren damals jedoch gescheitert. Womöglich nimmt Clinton sie nun selbst wieder auf.</p>
<p>Kim Jong-il hat von seinem Vater gelernt, mit Kidnapping Politik zu machen. 1968 ließ Kim Il-sung das amerikanische Aufklärungsschiff USS Pueblo kapern, wobei damals wie heute umstritten war, ob die Gefangenen auf nordkoreanischem Territorium gemacht wurden oder dorthin verschleppt wurden. Die 82 Besatzungsmitglieder wurden elf Monate festgehalten und erst freigelassen, nachdem Washington sich für den Vorfall entschuldigt hatte. Die USS Pueblo ist heute eine Touristenattraktion und versinnbildlicht für die Nordkoreaner die angebliche Überlegenheit ihrer Armee. Wie sein Vater dürfte nun auch Kim Jong-il die Freilassung der Journalistinnen als Gnadenakt darzustellen versuchen, ein perfides Stück Realitätsverdrehung, denn im Umgang mit seinem eigenen Volk ist dem Tyrann jede Gnade fremd. Auch ohne Ling und Lee hat Kim noch immer 28 Millionen Menschen als Geiseln und opfert ihr Leben dem Überleben seines zynischen Regimes. Dabei werden die Journalistinnen wahrscheinlich sogar über beste Haftbedingungen berichten, denn Kim wird nicht den Fehler gemacht haben, den Amerikanerinnen Anlass zu geben, Horrorgeschichten über sein Land zu verbreiten. Das wahre Grauen des nordkoreanischen Alltags bleibt dem Blick der Weltöffentlichkeit verborgen.</p>
<p>Sollten die Reporterinnen tatsächlich freikommen, wäre der Besuch allerdings nicht nur für Kim ein Coup, sondern auch für Bill Clinton. Denn auch wenn er nicht in offizieller Mission kommt, dürfte er Kim doch zur Rückkehr zu den Pekinger Sechs-Parteien-Gesprächen oder zur Aufnahme bilateraler Verhandlungen mit Washington zu bewegen versuchen. Womit er seiner Frau wieder einmal die Show stiehlt: Während Hilary Clinton als US-Außenministerin bisher keine überzeugende Figur gemacht hat und zuletzt in Washington abwechselnd kritisiert und verspottet wurde, kassiert den ersten echten Erfolg ihrer Diplomatie ausgerechnet ihr Ehemann.</p>
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		<title>Warten auf Kims nächste Provokation</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jun 2009 22:49:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Nordkorea kündigt nach der neuen Uno-Resolution den Bau weiterer Atomwaffen an. Damit riskiert Kim Jong-il die Unterstützung seines letzten Verbündeten.</h3>
Der diplomatische Schlagabtausch um Kim Jong-ils Atomwaffenprogramm geht in die nächste runde: Nach der neuen Resolution des UN-Sicherheitsrats hat Nordkorea den Bau weiterer Atombomben angekündigt und erstmals erklärt, über Urananreicherungsanlagen zu verfügen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Nordkorea kündigt nach der neuen Uno-Resolution den Bau weiterer Atomwaffen an. Damit riskiert Kim Jong-il die Unterstützung seines letzten Verbündeten.</h3>
<p>Der diplomatische Schlagabtausch um Kim Jong-ils Atomwaffenprogramm geht in die nächste runde: Nach der neuen Resolution des UN-Sicherheitsrats hat Nordkorea den Bau weiterer Atombomben angekündigt und erstmals erklärt, über Urananreicherungsanlagen zu verfügen. Alles verfügbare Nuklearmaterial solle umgehend für den Bau neuer Waffen vorbereitet werden, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums, die den UN-Beschluss als „widerwärtiges Ergebnis“ und „kriegerischen Akt“ bezeichnete.</p>
<p>Die 15 Sicherheitsratsmitglieder hatten am Freitag einstimmig für neue Sanktionen gestimmt, um Nordkorea für seinen zweiten Atomwaffentest vom 25. Mai zu bestrafen. Die Resolution 1874 verlangt von Pjöngjang den sofortigen Stopp seines Nuklearprogramms und erlaubt UN-Mitgliedsstaaten, verdächtige nordkoreanische Frachtlieferungen zu kontrollieren. Die völkerrechtlich bindenden Sanktionen verbieten dem Land jegliche Waffenexporte sowie die Einfuhr der meisten Waffenklassen.</p>
<p>Dass die Zwangsmaßnahmen die Spannungen zunächst weiter verschärfen würden, war allgemein erwartet worden. Washingtons UN-Botschafterin Susan Rice erklärte, es wäre „keine Überraschung, wenn Nordkorea auf diese sehr harten Sanktionen mit weiteren Provokationen reagieren würde“. Ein dritter Atombombentest sei nicht auszuschließen. Geheimdienste rechnen außerdem mit dem baldigen Start einer neuen Interkontinentalrakete.</p>
<p>Pjöngjangs Erklärung, über Urananreicherungsanlagen zu verfügen, soll der Welt offenbar demonstrieren, dass Nordkorea über genügend Kernmaterial für ein beträchtliches Atomwaffenarsenal verfügt. Das Land hat beträchtliche natürliche Uranvorkommen. Die USA hatten dem Nordkorea bereits 2002 vorgeworfen, heimlich Uran anzureichern, was Pjöngjang jedoch abstritt. Bisher gehen ausländische Experten davon aus, dass Nordkorea 30 bis 50 Kilogramm Plutonium besitzt, was theoretisch für den Bau von sechs bis neun Bomben reichen würde. Allerdings ist unklar, wie viel davon bereits in kernwaffenfähiges Material umgewandelt worden ist.</p>
<p>Der Eskalationskurs ist für Diktator Kim Jong-il gefährlich, denn er riskiert damit die Unterstützung seines letzten Verbündeten, China. Hatte die Volksrepublik in der Vergangenheit schärfere UN-Sanktionen verhindert, stimmte sie diesmal für die Zwangsmaßnahmen und erneuerte am Samstag noch einmal ihre Kritik. Nordkoreas Atomwaffenprogramm „beeinträchtigt die Effektivität der internationalen Mechanismen zur Nichtverbreitung von Nukleartechnologie und untergräbt außerdem Frieden und Stabilität in Nordostasien“, erklärte das Pekinger Außenministerium. Sollte Kim zum Atomwaffensperrvertrag zurückkehren, stellte China ihm allerdings das „Recht auf eine friedliche Nutzung der Atomenergie“ in Aussicht. Nordkoreas Atombombentest hatte in Nordchina erhebliche Unruhe in der Bevölkerung hervorgerufen. Die unterirdische Detonation hatte nur 70 Kilometer von der Grenze stattgefunden und in China Erdbeben ausgelöst. Seitdem kursiert die Angst vor Strahlenverseuchung und möglichen Atomunfällen. Einem Bericht der japanischen Tageszeitung „Tokio Shimbun“ zufolge soll Peking bereits eigene Sanktionen verhängt und etwa die Rohöllieferungen reduziert haben. Die Volksrepublik ist Nordkoreas mit Abstand wichtigster Wirtschaftspartner und für die Versorgung des Regimes überlebenswichtig.</p>
<p>Seoul arbeitet derweil bereits an einer neuen Strategie für eine mögliche neue Runde der Pekinger Sechs-Parteien-Gespräche, an denen in der Vergangenheit neben den beiden Koreas auch China, die USA, Russland und Japan teilgenommen haben. Südkoreas Präsident Lee Myung-bak erklärte am Samstag in einem Interview, die Verhandlungen hätten Nordkorea stets Gelegenheit gegeben, Zeit zu schinden und derweil seine eigenen Ziele voranzutreiben. „Ich glaube, dass es zu diesem kritischen Zeitpunkt wichtig ist, die Fehler von früher nicht zu wiederholen“, sagte Lee. Er will das Thema am Dienstag in Washington mit US-Präsident Barack Obama besprechen.</p>
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		<title>Zwei Frauen zwischen den Fronten</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 23:41:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Nordkorea verurteilt US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager. Doch Washington will sich durch das drakonische Urteil nicht erpressen lassen.</h3>
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il hat zwei US-Journalistinnen zu Geiseln seines antiamerikanischen Konfrontationskurses gemacht. "Zwölf Jahre Umerziehung durch Arbeit" lautete das Urteil, das Pjöngjangs oberstes Gericht am Montag gegen die Fernsehreporterinnen Euna Lee und Laura Ling verhängte. Sie waren Mitte März an der chinesischen Grenze festgenommen worden...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Nordkorea verurteilt US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager. Doch Washington will sich durch das drakonische Urteil nicht erpressen lassen.</h3>
<p>Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il hat zwei US-Journalistinnen zu Geiseln seines antiamerikanischen Konfrontationskurses gemacht. &#8220;Zwölf Jahre Umerziehung durch Arbeit&#8221; lautete das Urteil, das Pjöngjangs oberstes Gericht am Montag gegen die Fernsehreporterinnen Euna Lee und Laura Ling verhängte. Sie waren Mitte März an der chinesischen Grenze festgenommen worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA wurde ihnen illegaler Grenzübertritt und ein &#8220;schweres Verbrechen&#8221; gegen den Staat vorgeworfen. Ein Berufungsverfahren ist nach nordkoreanischem Recht nicht möglich.</p>
<p>Die koreanischstämmige Lee und die chinesischstämmige Ling hatten im Grenzgebiet für das kalifornische Internet-Nachrichtennetzwerk Current TV eine Dokumentation über das Schicksal nordkoreanischer Flüchtlinge gedreht. Ob sie dabei tatsächlich den damals zugefrorenen Grenzfluss Tumen überquerten oder von nordkoreanischen Soldaten von chinesischem Territorium verschleppt wurden, ist ungeklärt.</p>
<p>Die USA hatten bis zuletzt an Nordkorea appelliert, die beiden Frauen nicht zur Verhandlungsmasse der aktuellen diplomatischen Spannungen zu machen, die sich in den vergangenen zwei Wochen durch Pjöngjangs unterirdischen Atombombentest noch weiter verschärft haben. Der UN-Sicherheitsrat bereitet derzeit eine neue Resolution vor. Nordkorea hat angekündigt, darauf mit &#8220;unerbittlicher Härte&#8221; zu reagieren. Details über das fünftägige Verfahren wurden nicht bekannt.</p>
<p>Die Öffentlichkeit war vom Gerichtssaal ebenso ausgeschlossen wie ausländische Beobachter oder Diplomaten. Selbst Mitarbeitern der schwedischen Botschaft, die in Nordkorea die Interessen von US-Bürgern vertritt &#8211; Washington und Pjöngjang haben keine diplomatischen Beziehungen &#8211; war der Zugang verweigert worden. Auch über die Haftbedingungen der Frauen ist nichts bekannt.</p>
<p>Um Lee und Ling zu Hilfe zu kommen, hatte Washington eine Nordkorea-Reise des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore erwogen, der an Current TV beteiligt ist. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte jedoch, man werde sich von Nordkorea nicht erpressen lassen. Sie erklärte vor der Urteilsverkündung, die US-Regierung denke nach den jüngsten Atom- und Raketentests darüber nach, Nordkorea wieder auf die Liste der Staaten zu setzen, die Terror unterstützten. Erst im Oktober war das Land aus der Riege der &#8220;Schurkenstaaten&#8221; gestrichen worden.</p>
<p>Clintons Sprecher zeigte sich am Montag über das drakonische Urteil &#8220;tief besorgt&#8221; und forderte Nordkorea auf, &#8220;die beiden amerikanischen Staatsbürgerinnen aus humanitären Gründen freizulassen&#8221;. Auch die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen verurteilte das Strafmaß. &#8220;Diese Strafen sind schlimmer als alles, was man sich ausmalen konnte&#8221;, hieß es in einer Stellungnahme. &#8220;Die Behörden in Pjöngjang müssen diese Entscheidung dringend zurücknehmen und Ling und Lee erlauben, zu ihren Familien zurückzukehren.&#8221;</p>
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		<title>&#8220;Ich war wie James Bond&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 10:58:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Gwon Hyeok gehörte zu Nordkoreas Elite. Er beaufsichtigte Straflager, arbeitete im Ausland, eliminierte Deserteure. Dann floh er. Wegen einer Frauengeschichte.</h3>
<img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1189" title="Gwon Hyeok (Copyright: Martin Gottske)" src="http://www.bernhardbartsch.de/wp-content/uploads/2009/05/mgkorea_08_defector_221-150x150.jpg" alt="Gwon Hyeok (Copyright: Martin Gottske)" width="150" height="150" />Sein Blick klebt an einem Paar langer Beine, das auf hohen Absätzen die Bar verlässt. "Mit Frauen hat man nichts als Ärger", murmelt Gwon Hyeok. Er hat einiges getrunken, aber auch ohne Alkohol landet er über kurz oder lang bei seinem Lieblingsthema: Frauen. Während seine Augen den Raum nach weiblichen Rundungen absuchen, erzählt Gwon, dass er früher jede haben konnte, ob sie wollte oder nicht. Doch irgendwann landete er bei der Falschen. Und deswegen sitzt er jetzt hier, in einem Restaurant in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Viel lieber wäre er in seiner Heimat: in Nordkorea...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Gwon Hyeok gehörte zu Nordkoreas Elite. Er beaufsichtigte Straflager, arbeitete im Ausland, eliminierte Deserteure. Dann floh er. Wegen einer Frauengeschichte.</h3>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1189" title="Gwon Hyeok (Copyright: Martin Gottske)" src="http://www.bernhardbartsch.de/wp-content/uploads/2009/05/mgkorea_08_defector_221-300x286.jpg" alt="Gwon Hyeok (Copyright: Martin Gottske)" width="231" height="220" />Sein Blick klebt an einem Paar langer Beine, das auf hohen Absätzen die Bar verlässt. &#8220;Mit Frauen hat man nichts als Ärger&#8221;, murmelt Gwon Hyeok. Er hat einiges getrunken, aber auch ohne Alkohol landet er über kurz oder lang bei seinem Lieblingsthema: Frauen. Während seine Augen den Raum nach weiblichen Rundungen absuchen, erzählt Gwon, dass er früher jede haben konnte, ob sie wollte oder nicht. Doch irgendwann landete er bei der Falschen. Und deswegen sitzt er jetzt hier, in einem Restaurant in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Viel lieber wäre er in seiner Heimat: in Nordkorea.</p>
<p>Gwon ist Ende 40, ein schmaler, aber kräftiger Mann, der in der Öffentlichkeit stets eine große Brille trägt, um sein Gesicht unkenntlich zu machen. &#8220;Es gibt in Seoul eine ganze Reihe nordkoreanischer Geheimagenten, die Deserteure wie mich liquidieren sollen&#8221;, erklärt er seine Verkleidung. &#8220;Ich stehe mit Sicherheit auf jeder ihrer Listen.&#8221; Gwon kennt ihre Methoden &#8211; denn er war selbst einer von ihnen, bis er vor zehn Jahren in den Süden des geteilten Landes floh.</p>
<p>Gwons Lebensgeschichte vermittelt eine Ahnung davon, mit welchen Methoden sich das nordkoreanische Terrorregime seit Jahrzehnten an der Macht hält &#8211; auch wenn manches, was der Überläufer im Laufe dieses Abends erzählen wird, nicht zweifelsfrei zu überprüfen ist.</p>
<p>Immer wieder ist es in der Vergangenheit vorgekommen, dass nordkoreanische Flüchtlinge ausländischen Medien gegen Geld Horrorgeschichten über ihre Heimat verkaufen. Bei der Begegnung mit Gwon jedoch fließt kein Geld &#8211; lediglich ein paar Gin Tonics lässt sich der Überläufer bezahlen. Zudem sind seine Angaben zumindest in Teilen verbürgt. Das Treffen ist auf Vermittlung des südkoreanischen Menschenrechtsaktivisten Kim Sang-hun zustande gekommen, der seit über zehn Jahren Nordkoreas Menschenrechtsverletzungen anhand von Flüchtlingsaussagen dokumentiert. Kim hofft, eines Tages genug Material für eine Klage vor dem internationalen Menschenrechtsgerichtshof sammeln zu können. Dafür hat er systematische Interviews mit über 400 Deserteuren geführt und ihre Angaben verglichen. Teile von Gwons Aussagen konnte Kim auf diese Weise durch Berichte anderer Überläufer verifizieren, die den Agenten teilweise schon in Nordkorea kannten.</p>
<p>Demnach gehört Gwon zu einer der privilegiertesten nordkoreanischen Familien. &#8220;Mein Großvater war ein Kampfgenosse von Kim Il Sung und später in Pjöngjang sein Nachbar&#8221;, erzählt der Überläufer. &#8220;Sie haben morgens zusammen Frühsport gemacht, und wenn ich als Kind zu Besuch war, hat der Große Führer mit mir gespielt.&#8221; Auch den heutigen Herrscher Kim Jong Il habe er schon in seiner Jugend mehrmals getroffen, bevor er selbst zum Teil des Apparats wurde, mit dem die führenden Clans das 24-Millionen-Menschen-Volk daran hindern, gegen ihre Unterdrücker aufzubegehren.</p>
<p>&#8220;Meine Laufbahn begann mit einem Jungenstreich&#8221;, erzählt Gwon. Er war 13, als er eines Nachmittags die Schule schwänzte, um mit Freunden ins Kino zu gehen. Damals glaubte er, sich über Regeln hinwegsetzen zu können, weil sein Vater in der Heimatstadt Kimchaek das mächtige Amt des Propagandachefs bekleidete. Die Kinoangestellten aber wollten sich nicht von einem Schüler herumkommandieren lassen. &#8220;Sie haben mir zwei Ohrfeigen gegeben und mich zurück in die Schule geschickt&#8221;, erinnert sich Gwon. &#8220;Um mich zu rächen, warf ich brennende Strohballen durch das Klofenster des Kinos.&#8221; Zwar konnte der Brand schnell gelöscht werden. &#8220;Aber das Feuer hatte im Foyer einige Bilder von Kim Il Sung angekokelt&#8221;, sagt Gwon. &#8220;Darauf stand die Todesstrafe.&#8221;</p>
<p>Selbst dem Sohn einer Elitefamilie konnte ein solches Vergehen nicht verziehen werden &#8211; schließlich steht es in Nordkorea sogar unter Strafe, Zeitungsseiten mit Bildern der Kims als Einwickelpapier oder Sitzunterlage zu benutzen. Drei Wochen wurde Gwon eingesperrt, während sein Großvater bei Kim um das Leben des Enkels bat. Schließlich begnadigte der Führer den Jungen, unter der Auflage, dass er nie wieder in Kimchaek auftauchen dürfe und einer Organisation unterstellt werde, die ihn Disziplin lehre.</p>
<p>So kam der 13-Jährige unter die Aufsicht eines Onkels, der ein Ausbildungskontingent für Spezialkräfte kommandierte &#8211; eine Karriereentscheidung, die unumkehrbar war: &#8220;Wer erst einmal Mitglied der Staatssicherheit ist, kommt da nie wieder raus&#8221;, sagt Gwon. Allerdings habe er sich im Laufe seiner mehr als 20 Jahre währenden Karriere auch nie einen Ausstieg gewünscht. &#8220;Als Geheimagent zu arbeiten ist das Beste, was einem in Nordkorea passieren kann&#8221;, sagt er. &#8220;In meiner Position stand ich über dem Gesetz und genoss alle Privilegien, die man sich vorstellen kann. Ich war wie James Bond.&#8221; Nicht ohne Stolz zählt Gwon die Operationen auf, an denen er beteiligt war: Er wurde in Südkorea und Südostasien eingeschleust, um Überläufer zu töten, Devisen zu beschaffen und Waffen zu schmuggeln. Wie viele Menschenleben er auf dem Gewissen hat, will er nicht sagen, angeblich weil der südkoreanische Geheimdienst ihn nach der Flucht dazu verpflichtet hat, über bestimmte Details zu schweigen.</p>
<p>In Japan will Gwon beispielsweise an der Entführung einer Studentin beteiligt gewesen sein, die in Nordkorea bei der Ausbildung von Geheimagenten helfen sollte. Bis heute ist die Verschleppung von Japanern der größte diplomatische Konflikt zwischen Pjöngjang und Tokio.</p>
<p>Außerdem, sagt Gwon, habe er mehrere Jahre lang als Aufseher in Nordkoreas berüchtigtem &#8220;Konzentrationslager 22&#8243; gearbeitet, in dem 35 000 Häftlinge leben sollen, teilweise in dritter Generation. &#8220;Das Camp ist der schlimmste Ort, den man sich vorstellen kann&#8221;, sagt Gwon. Die Insassen arbeiten in Minen und auf Feldern, mit einem Minimum an Verpflegung. Wer zu fliehen versucht oder den Gehorsam verweigert, wird öffentlich hingerichtet. Auch humanbiologische Experimente seien an der Tagesordnung. &#8220;Ich war dabei, als Giftgas an Menschen getestet wurde&#8221;, sagt Gwon.</p>
<p>Auch über den Umgang mit weiblichen Insassen und Untergebenen berichtet er bereitwillig: &#8220;Wenn mir eine Frau gefiel, habe ich sie mir genommen. Ich hatte uneingeschränkte Macht über das Leben anderer Menschen.&#8221; Ob er das Gefühl vermisst? &#8220;Natürlich habe ich es genossen&#8221;, gibt Gwon zu. &#8220;In Nordkorea war ich allmächtig, hier bin ich ein Niemand.&#8221; Ein wenig scheint Gwon es zu genießen, den Bösewicht zu spielen.</p>
<p>Dass er dennoch ins Feindland Südkorea getürmt sei, habe nichts mit Gewissensbissen zu tun gehabt, sondern mit einer &#8220;Frauengeschichte&#8221;. Nach einer amourösen Eskapade habe er 1999, während eines Einsatzes in Peking, den Tipp erhalten, besser nicht nach Nordkorea zurückzukehren. So blieb ihm keine andere Wahl, als in Südkorea Schutz zu suchen.</p>
<p>Für Seouls Geheimdienste sind Überläufer wie Gwon Glücksfälle &#8211; er selbst jedoch haderte zunächst mit seinem Schicksal. Einen richtigen Job hat er heute nicht. Zwar weist ihn seine Visitenkarte als Präsident einer Handelsfirma aus, doch in Wirklichkeit ist er nur ein Strohmann, auf den seine südkoreanischen Geschäftspartner die Verantwortung für zwielichtige Geschäfte abwälzen. Mehrfach, sagt Gwon, habe er daran gedacht, sich als Söldner in Pakistan zu verdingen oder als Personenschützer im Irak. &#8220;Nordkoreaner haben da einen guten Ruf, weil wir gut ausgebildet sind und kämpfen können&#8221;, sagt Gwon. Aber eigentlich wolle er nicht noch einmal eine kriminelle Laufbahn einschlagen.</p>
<p>Ganz ohne Skrupel ist Gwon heute nicht. &#8220;In Südkorea wurde mir allmählich bewusst, was für fürchterliche Dinge ich getan habe&#8221;, sagt er. &#8220;Wer in Nordkorea Macht hat, unterscheidet nicht mehr zwischen Gut und Böse, sondern nur zwischen Nutzen und Schaden. Es ist eine durch und durch verrottete Gesellschaft.&#8221;</p>
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		<title>Kim droht mit neuem Koreakrieg</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 14:34:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Nordkorea kündigt den Waffenstillstand aus dem Jahr 1953 mit Südkorea auf und droht mit "unvorstellbar gnadenloser Bestrafung" jedes "feindlichen Akts".</h3>
Pjöngjang/Seoul. - Nordkoreas Diktator Kim Jong Il scheint genau zu verfolgen, wie die Weltpresse über ihn berichtet. Nachdem die Reaktionen auf seinen zweiten Atomwaffentest vom Montag weitgehend darin übereinstimmten, dass Kims Bombe zwar eine enorme Provokation, aber keine unmittelbare Gefahr darstelle, zeigte sich Pjöngjang gestern bemüht, doch als echte Bedrohung wahrgenommen zu werden...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Nordkorea kündigt den Waffenstillstand aus dem Jahr 1953 mit Südkorea auf und droht mit &#8220;unvorstellbar gnadenloser Bestrafung&#8221; jedes &#8220;feindlichen Akts&#8221;.</h3>
<p>Pjöngjang/Seoul. &#8211; Nordkoreas Diktator Kim Jong Il scheint genau zu verfolgen, wie die Weltpresse über ihn berichtet. Nachdem die Reaktionen auf seinen zweiten Atomwaffentest vom Montag weitgehend darin übereinstimmten, dass Kims Bombe zwar eine enorme Provokation, aber keine unmittelbare Gefahr darstelle, zeigte sich Pjöngjang gestern bemüht, doch als echte Bedrohung wahrgenommen zu werden: Das Waffenstillstandsabkommen von 1953, das seinerzeit die Kampfhandlungen des Koreakriegs beendete, wurde aufgekündigt. Ausserdem hat das ostasiatische Land mit der Wiederinbetriebnahme der vor einem Jahr weitgehend zerstörten Atomanlage Yongbyon begonnen, in der nuklearwaffenfähiges Plutonium hergestellt werden könnte.</p>
<p>Eine Meldung der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete die formelle Rückkehr zum Kriegszustand als Reaktion auf Südkoreas Absicht, einer US-Initiative zum Schutz vor der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen beizutreten. Das nach den Terroranschlägen vom 11. September gegründete Bündnis erlaubt unter anderem die Durchsuchung von verdächtigen Schiffen. «Diejenigen, die uns provozieren, müssen mit einer unvorstellbar gnadenlosen Bestrafung rechnen», drohte die KCNA-Mitteilung. Jeder «noch so kleine feindliche Akt gegen unsere Republik, etwa das Aufhalten und Durchsuchen unserer friedlichen Schiffe», werde einen «starken Militärschlag» nach sich ziehen, hiess es. Überdies könne die sichere Fahrt von Schiffen aus Südkorea und den USA an der umstrittenen Grenze im Gelben Meer nicht länger garantiert werden, hiess es.</p>
<p>Südkorea hatte am Dienstag betont, an der seit langem geplanten Vollmitgliedschaft in dem so genannten PSI-Bündnis festhalten zu wollen. Praktisch gesehen ist der Beitritt eine Formalität, da Seoul und Washington in allen Sicherheitsfragen bereits engstens kooperieren. Pjöngjang hatte sich jedoch stets auf den Standpunkt gestellt, es würde eine volle PSI-Mitgliedschaft des Südens als Kriegserklärung auffassen.</p>
<p>Südkoreas Staatspräsident Lee Myung Bak rief seine Landsleute gestern zu «gelassenen Reaktionen» auf und verzichtete zunächst auf eine Erhöhung der Truppenstärke an der Grenze. Zusammen mit anderen Staaten in der Region &#8211; insbesondere Nordkoreas engstem Verbündeten China &#8211; wiederholte Seoul seine Forderung, Pjöngjang solle den Weg zurück an den Verhandlungstisch finden, an dem seit Jahren versucht wird, Nordkorea den Ausstieg aus seinem Atomwaffenprogramm schmackhaft zu machen.</p>
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		<title>Kim keilt nach</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 03:25:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Die Welt tobt und Nordkoreas Diktator hört Schlager. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch will er sich teuer bezahlen lassen.</h3>
Kim Jong Il spielt den Unverwundbaren. Mitten in die weltweite Empörung über seinen zweiten Atombombentest hat Nordkoreas Diktator am Dienstag erneut zwei Kurzstreckenraketen abgeschossen und die internationale Gemeinschaft per Pressemeldung wissen lassen, dass ihn ihre Drohungen nicht beeindrucken. Während am Montagabend rund um den Globus Politiker und Sicherheitsstäbe über Pjöngjangs nukleare Provokation berieten, soll sich der „Geliebte Führer“ in aller Seelenruhe bei einer Schlagergala vergnügt haben...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Welt tobt und Nordkoreas Diktator hört Schlager. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch will er sich teuer bezahlen lassen.</h3>
<p>Kim Jong Il spielt den Unverwundbaren. Mitten in die weltweite Empörung über seinen zweiten Atombombentest hat Nordkoreas Diktator am Dienstag erneut zwei Kurzstreckenraketen abgeschossen und die internationale Gemeinschaft per Pressemeldung wissen lassen, dass ihn ihre Drohungen nicht beeindrucken.</p>
<p>Während am Montagabend rund um den Globus Politiker und Sicherheitsstäbe über Pjöngjangs nukleare Provokation berieten, soll sich der „Geliebte Führer“ in aller Seelenruhe bei einer Schlagergala vergnügt haben. Die offizielle Nachrichtenagentur KCNA berichtete, die Frauenmusiktruppe „Persimonenbaum“ habe Kim und seine Entourage mit Revolutionshits wie „Unser General ist der beste“ und „Lasst die Glücksgesänge der Soldaten weit und breit ertönen“ unterhalten.</p>
<p>Bei den beiden Raketen handelte es sich nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap um ein Boden-Luft- und ein Boden-Schiffs-Geschoss. Sie wurden von der Ostküste aus ins Meer geschickt. Am Montag hatte das Land wenige Stunden nach seinem unterirdischen Atomtest schon einmal drei Raketen von seiner Westküste aus gestartet und das Gebiet zur Sperrzone für Schiffe erklärt. Südkoreanische Militärexperten spekulierten, der Norden wolle so ausländische Spionageflugzeuge und -schiffe abschrecken. Westliche Aufklärungsdienste bemühen sich derzeit darum, dem nordkoreanischen Territorium möglichst nahe zu kommen, um Luftproben zu sammeln, die Rückschlüsse auf die Atomtests zulassen.</p>
<p>Unklar ist nach wie vor, mit welchen Ergebnissen der Test verlaufen ist. Bei Nordkoreas erstem Versuch im Oktober 2006 hatte es nach Ansicht von Experten Probleme bei der Zündung gegeben, so dass nicht die gesamte Sprengkraft freigesetzt wurde. Nach Angaben der Organisation des Vertrags über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) waren die Erschütterungen diesmal nur „geringfügig stärker“ und erreichten einen Wert von 4,5 auf der Richterskala. 2006 waren es 4,1.</p>
<p>Der UN-Sicherheitsrat hatte den Nukleartest noch am Montag scharf verurteilt und angekündigt, eine neue Resolution auf den Weg zu bringen. 2006 hatte ein Beschluss des Gremiums Nordkorea alle Atomwaffen- oder Raketentests verboten. Die in Tokio erscheinende Zeitung Choson Sinbo, die Teil der nordkoreanischen Auslandspropaganda ist, warnte die Weltgemeinschaft am Dienstag jedoch vor Zwangsmaßnahmen. Da UN-Resolutionen auf das Regime in Pjöngjang in der Vergangenheit wenig Eindruck gemacht haben, richtet sich die Aufmerksamkeit derzeit vor allem darauf, ob Nordkorea sich zu neuen Gesprächen im Rahmen der Pekinger Sechs-Parteien-Gespräche bewegen lässt. An der Runde nahmen in der Vergangenheit neben den beiden Koreas auch China, die USA, Japan und Russland teil.</p>
<p>Chinas Außenministerium hatte sich am Montag bereits „energisch gegen den Nukleartest der Demokratischen Volksrepublik Korea “ ausgesprochen und sein Nachbarland aufgerufen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Volksrepublik gilt als Nordkoreas engster Verbündeter, hat allerdings nur begrenzten Einfluss, insbesondere in der Atomwaffenfrage. Zwar hat China bisher zusammen mit Russland scharfe UN-Sanktionen verhindert, doch da eine Veränderung des Kräfteverhältnisses auf der koreanischen Halbinsel oder gar ein Zusammenbruch des Regimes nicht den Interessen entspricht, dürfte Peking erneut einen Burgfrieden auszuhandeln versuchen. Experten und Diplomaten gehen davon aus, dass Nordkorea sich gegen Hilfslieferungen und Bargeldzahlungen erneut einen Stopp seiner Aufrüstungsbemühungen abkaufen lassen wird.</p>
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		<title>Wie Kim lernte, die Bombe zu lieben</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 00:38:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Nordkorea]]></category>

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		<description><![CDATA[<h3>Nordkoreas Diktator ist kein Dr. Seltsam, sondern ein skrupelloser Machtstratege: Seine Atomwaffen sind eine Lebensversicherung für sein grausames Regime.</h3>
1964, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, erteilte der Regisseur Stanley Kubrick der Welt eine Lektion in Galgenhumor. Sein Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ wurde über Nacht zum Referenzwerk über den Wahnsinn des atomaren Kräftemessens, wobei vielen Kinobesuchern bewusst war, dass die Satire in gewisser Hinsicht mehr über die Wirklichkeit verriet als alle Zeitungsberichte...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Nordkoreas Diktator ist kein Dr. Seltsam, sondern ein skrupelloser Machtstratege: Seine Atomwaffen sind eine Lebensversicherung für sein grausames Regime.</h3>
<p>1964, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, erteilte der Regisseur Stanley Kubrick der Welt eine Lektion in Galgenhumor. Sein Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ wurde über Nacht zum Referenzwerk über den Wahnsinn des atomaren Kräftemessens, wobei vielen Kinobesuchern bewusst war, dass die Satire in gewisser Hinsicht mehr über die Wirklichkeit verriet als alle Zeitungsberichte. So grotesk die Geschichte und ihre Figuren &#8211;  allen voran der altfaschistische Nuklearexperte Dr. Seltsam – auch sein mochten, so nah war das Ergebnis doch an der Realität des globalen Countdowns.</p>
<p>Nordkoreas Diktator Kim Jong Il und Dr. Seltsam haben einiges gemeinsam: Das bizarre Auftreten und der abstruse Erlöserkult des „Geliebten Führers“ können es mit jeder Filmerfindung aufnehmen. Doch Kim ist hier und jetzt, und anders als Dr. Seltsam ist er kein irres Genie, sondern ein skrupelloser Machtstratege, der ein Volk von 24 Millionen Menschen als Geisel hält, um das Überleben seines ausbeuterischen Regimes zu sichern. Mit seinem zweiten Atombombentest hat er nun demonstriert, dass er ernst genommen werden will – ernst genommen als Bedrohung. Etwas anderes hat er nicht zu bieten, weder der Welt, noch seinem eigenen Volk.</p>
<p>Die Rolle des globalen Erpressers spielt Kim dafür mit realpolitischer Bravour. Seit Jahrzehnten wiederholt er in regelmäßigen Abständen seine Ankündigungen, Nuklearwaffen bauen zu wollen. Denn wer aufrüstet, kann auch wieder abrüsten &#8211; und sich dafür von der Weltgemeinschaft belohnen lassen, in Form von Öl, Hilfslieferungen und Devisen. Mit der Angst lassen sich gute Geschäfte machten lassen.</p>
<p>Allerdings muss Kim jedes Mal ein wenig mehr von seinen Folterinstrumenten zeigen. 2006 testete er erstmals einen Sprengkopf und handelte hinterher im Rahmen der Pekinger Sechs-Parteien-Gespräche mit China, den USA, Südkorea, Japan und Russland eine Rekordentschädigung für das Versprechen aus, sich auf den Weg der Denuklearisierung zu begeben. Dass er diesen m ihn nicht weit gehen würde, war abzusehen, zumal Experten schnell erkannten, dass sein atomares Drohpotential eher psychologischer als militärischer Natur war. Denn der unterirdische Test entpuppte sich nur als Teilerfolg. Wahrscheinlich hatte die Zündung nicht richtig funktioniert. Damit war Nordkoreas Armee noch weit davon entfernt, eine Trägerrakete mit einem Sprengkopf einzusetzen.</p>
<p>Inwiefern Kim mit dem zweiten Test seinem Ziel, eine ernstzunehmende Nuklearmacht mit jederzeit einsetzbarem Zerstörungspotential zu werden, näher gekommen ist, werden Spezialisten in den kommenden Tagen zu ermitteln versuchen. Weil auf ihre Erkenntnisse allerdings nur begrenzt Verlass ist, muss die Welt den schlimmstmöglichen Fall annehmen. Dieser besteht nicht einmal darin, dass Kim seine Bombe eines Tages selbst einsetzen könnte. Weitaus dramatischer wäre die Gefahr, wenn Nordkorea seine Atomwaffen an andere Länder weitergeben würde. Dass Kontakte zu Terrorkreisen bereits existieren, gilt als gesichert.</p>
<p>Der Weltgemeinschaft wird nichts anderes übrig bleiben, als wieder einmal auf Kims Forderungen einzugehen und ihm damit unfreiwillig zu helfen, seine Herrschaft zu sichern. Zwar wird der Uno-Sicherheitsrat gewiss erneut mit Sanktionen drohen und vielleicht sogar einige Zwangsmaßnahmen beschließen. Doch über symbolische Akte wird das Engagement nicht hinausgehen. Denn nicht nur für Nordkoreas Schutzmacht China, sondern auch für Südkorea, die USA und Russland ist der Status quo noch das kleinste Übel. An einem Regionalkonflikt hat niemand ein Interesse. So hat Kim gelernt, seine Atomwaffen als Lebensversicherung für sein Regime einzusetzen. Sie schützen ihn vor militärischen Angriffen von außen und versorgen ihn mit den notwendigen Ressourcen, um die Eliten bei Laune zu halten. Kein Wunder, dass Kim die Bombe liebt.</p>
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		<title>&#8220;Kim Jong Il hatte es eilig&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 14:04:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Atomwaffen]]></category>
		<category><![CDATA[Nordkorea]]></category>

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		<description><![CDATA[<h3>Der Nordkorea-Experte Andrei Lankov erklärt, warum Pjöngjangs zweiter Atomtest unausweichlich war, welche Strategie Kim Jong Il verfolgt und wie die Weltgemeinschaft auf seine Provokation reagieren kann.</h3>
<img class="alignleft size-thumbnail wp-image-320" title="Andrei Lankov" src="http://www.bernhardbartsch.de/wp-content/uploads/2009/01/andrei_lankov_1-150x150.jpg" alt="Andrei Lankov" width="150" height="150" />Frage: Herr Professor Lankov, Nordkorea hat innerhalb weniger Stunden eine Atombombe und eine Kurzstreckenrakete getestet. Sind sie überrascht?

Lankov: Überhaupt nicht. Ein zweiter Nukleartest war absehbar. Was mich allerdings etwas wundert, ist der Zeitpunkt. Ich hatte erst Ende des Jahres damit gerechnet. Aber Kim Jong Il hatte es offensichtlich eilig, und dass er gleich eine Rakete hinterher geschossen hat, zeigt, dass er einen maximalen Effekt erzielen wollte...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Der Nordkorea-Experte Andrei Lankov erklärt, warum Pjöngjangs zweiter Atomtest unausweichlich war, welche Strategie Kim Jong Il verfolgt und wie die Weltgemeinschaft auf seine Provokation reagieren kann.</h3>
<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-320" title="Andrei Lankov" src="http://www.bernhardbartsch.de/wp-content/uploads/2009/01/andrei_lankov_1-150x150.jpg" alt="Andrei Lankov" width="150" height="150" />Frage: Herr Professor Lankov, Nordkorea hat innerhalb weniger Stunden eine Atombombe und eine Kurzstreckenrakete getestet. Sind sie überrascht?</p>
<p>Lankov: Überhaupt nicht. Ein zweiter Nukleartest war absehbar. Was mich allerdings etwas wundert, ist der Zeitpunkt. Ich hatte erst Ende des Jahres damit gerechnet. Aber Kim Jong Il hatte es offensichtlich eilig, und dass er gleich eine Rakete hinterher geschossen hat, zeigt, dass er einen maximalen Effekt erzielen wollte.</p>
<p>Frage: Bei wem?</p>
<p>Lankov: In erster Linie bei den USA. Kim will die neue Regierung davor warnen, ihn unter Druck zu setzen. Seine Botschaft lautet: Ich bin hier, und ich bin gefährlich.</p>
<p>Frage: Der Test ist also ein rein politisches Manöver?</p>
<p>Lankov: Es gibt auch einen technischen Grund für den Test: Nordkoreas erste Nuklearexplosion im Oktober 2006 war kein voller Erfolg. Man konnte damals feststellen, dass die Sprengkraft nicht so groß war, wie sie hätte sein müssen, womöglich weil die Zündung nicht richtig funktionierte. Deshalb brauchten Nordkoreas Wissenschaftler noch einen zweiten Test, um sicherzustellen, dass die Bombe tatsächlich einsatzfähig ist. Ob das gelungen ist, wissen wir allerdings noch nicht.</p>
<p>Frage: Wie reagieren die Menschen in Südkorea? Haben sie Angst, dass Nordkorea seine seit Monaten schwelenden Angriffsdrohungen wahr machen könnte?</p>
<p>Lankov: Ach was, Nordkoreas Atomwaffen interessieren die Südkoreaner viel weniger, als man sich das im Ausland vorstellt. Sie wissen, dass das alles Teil eines politischen Spiels ist.</p>
<p>Frage: Was will Kim denn erreichen?</p>
<p>Lankov: Kim will Geld, und er will seine Ruhe. Und er weiß genau, was er tut. Wenn es läuft wie immer, dann werden die Nordkoreaner bald für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag – zahlbar in Öl, Hilfslieferungen oder Bargeld – wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Dann redet man ein paar Runden, bis Nordkorea mit harten Forderungen konfrontiert wird und die Gespräche abbricht.</p>
<p>Frage: Aber Nordkorea hat doch schon mehrmals dem Abbau seines Nuklearprogramms zugestimmt.</p>
<p>Lankov: Das ist reine Taktik. Eine Denuklearisierung läuft Pjöngjangs Interessen völlig entgegen. Wir müssen uns absolut im Klaren darüber sein, dass Nordkorea seine Atombomben niemals aufgeben wird. Niemals, niemals, niemals.</p>
<p>Frage: Für die Weltgemeinschaft eine sehr ernüchternde Erkenntnis. Wie wird sie reagieren?</p>
<p>Lankov: Der Uno-Sicherheitsrat wird sicherlich wieder eine seiner zahnlosen Resolutionen verabschieden und Kim mitteilen, dass man sehr unzufrieden ist, noch viel unzufriedener als beim letzten Mal. Mehr kann die Uno nicht tun. Sanktionen bringen in diesem Fall nichts, ganz zu schweigen davon, dass China und Russland Zwangsmaßnahmen ohnehin nie zulassen würden.</p>
<p>Frage: China agiert seit Jahren als Nordkoreas Schutzmacht. Warum gibt Peking dem Regime so beharrlich politische und wirtschaftliche Rückendeckung?</p>
<p>Lankov: Weil den Chinesen gar nichts anderes übrig bleibt. Einen Kollaps Nordkoreas wollen sie schließlich um jeden Preis vermeiden, weil ihnen dann ein Konflikt mit Südkorea und den USA drohen würde. Pjöngjangs Atomwaffen sind da immer noch as kleinere Übel.</p>
<p>Frage: Kim wird mit seiner Erpressung also Erfolg haben?</p>
<p>Lankov: Das hängt in erster Linie von der Reaktion der USA ab. Wenn Washington auf seine Forderungen eingeht, hat Kim gewonnen. Nach dem ersten Atomtest 2006 hat das funktioniert. Damals gab es in der amerikanischen Öffentlichkeit einen plötzlichen Meinungsumschwung und die Menschen haben eine weichere Haltung gegenüber Nordkorea befürwortet. Die Amerikaner haben schließlich noch ganz andere Probleme.</p>
<p>Frage: Gibt es denn keine klügere Strategie, eine die nicht darauf hinausläuft, dass die Weltöffentlichkeit Kims Diktatur unfreiwillig unterstützt?</p>
<p>Lankov: Das ist schwer zu sagen. Natürlich könnten die USA versuchen, Nordkoreas Provokation einfach zu ignorieren. Dann müsste Kim nachlegen, und da sind seine Möglichkeiten beschränkt. Er kann ja nicht eine Atombombe nach der anderen zünden, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Jeder Test verbraucht schließlich sechs Kilogramm Plutonium, und Nordkorea hat maximal 50 Kilogramm. Trotzdem hat Kim immer noch ein Ass im Ärmel: Er könnte seine Atomwaffen an irgendein amerikafeindliches Land im Nahen Osten weiterzugeben – und dann dafür zu sorgen, dass die ganze Weltpresse davon erfährt.</p>
<p>Andrei Lankov, 45, lehrt koreanische Geschichte an der Kookmin-Universität in Seoul und verfasste mehrere Bücher über das nordkoreanische Regime. Der Russe studierte Mitte der Achtziger an der Kim-Il-Sung-Universität in Pjöngjang und ist damit einer von nur wenigen Ausländer, die das isolierte Land mehrere Jahre von innen erlebt haben.</p>
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		<title>Und Kim spricht doch</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 22:54:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Nordkorea nimmt Verhandlungen mit dem Süden wieder auf. Der Weg zu neuen Atomwaffengesprächen führt zunächst über Wirtschaftskontakte.</h3>
Kim Jong-il hat es in der Isolation nicht lange ausgehalten. Nur eine Woche, nachdem der Tyrann von Pjöngjang die Welt wissen ließ, dass er seine Atomwaffenentwicklung wieder aufnehmen und „niemals mehr“ über einen Verzicht verhandeln wolle, nahm Nordkorea neue Gespräche mit dem Süden auf...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Nordkorea nimmt Verhandlungen mit dem Süden wieder auf. Der Weg zu neuen Atomwaffengesprächen führt zunächst über Wirtschaftskontakte.</h3>
<p>Kim Jong-il hat es in der Isolation nicht lange ausgehalten. Nur eine Woche, nachdem der Tyrann von Pjöngjang die Welt wissen ließ, dass er seine Atomwaffenentwicklung wieder aufnehmen und „niemals mehr“ über einen Verzicht verhandeln wolle, nahm Nordkorea neue Gespräche mit dem Süden auf.</p>
<p>Eine Delegation von Regierungsbeamten aus Seoul reiste am Dienstag in die nordkoreanische Grenzstadt Kaesong, wo beide Seiten gemeinsam einen Industriepark betreiben. Es ist das erste derartige Treffen seit dem Amtsantritt des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak im Februar 2008. Der konservative Lee hatte im Atomwaffenstreit eine härtere Tonart angeschlagen, worauf Pjöngjang die Beziehungen auf Kollisionskurs gesteuert und mit Krieg gedroht hatte. Die täglichen Hetztiraden nordkoreanischer Staatsmedien rissen trotz der anstehenden Gespräche nicht ab. „Die USA und Lee Myung Baks Gruppe sind die Erzbelästiger von Frieden und Sicherheit“, titelte am Montag die offizielle Nachrichtenagentur KCNA. Eine andere Meldung lautete: „Lee Myung Baks Annäherungsdiplomatie ist lächerlich“.</p>
<p>Nach Angaben des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums seien die Gespräche in Kaesong dennoch auf Einladung des Nordens zustande gekommen. Dabei soll die Zukunft der gemeinsamen Entwicklungszone im Vordergrund stehen. Für den Norden ist Kaesong eine wichtige Deviseneinnahmequelle, für den Süden ein vorteilhafter Niedriglohnstandort. Wegen der angespannten Beziehungen hatten die südkoreanischen Unternehmen zuletzt wiederholt den Zugang zu ihren Fabriken verweigert bekommen. Für Streit sorgt seit Ende März zusätzlich die Verhaftung eines südkoreanischen Firmenangestellten, der gegenüber nordkoreanischen Arbeitern abfällig über die Pjöngjanger Führung gesprochen haben soll. Auch zwei US-amerikanische Journalisten befinden sich seit über einem Monat in nordkoreanischer Gefangenschaft.</p>
<p>Ob Kim mit seiner Einladung eine diplomatische Kehrtwende vollziehen oder nur wieder einmal Verwirrung stiften will, ist unklar. Allerdings bekommt er von seinem engsten Verbündeten, der Volksrepublik China, seit Tagen Druck, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das chinesische Außenministerium forderte wiederholt, die Pekinger Sechs-Parteien-Gespräche, bei denen seit 2003 Vertreter von Nord- und Südkorea, China, den USA, Japan und Russland über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms beraten, wieder aufzunehmen. Peking rief außerdem die USA dazu auf, Schritte zu einer Annäherung mit Nordkorea zu ergreifen. Im Lauf dieser Woche soll auch Russlands Außenminister Sergei Lavrov nach Pjöngjang reisen, um Nordkorea zu einer neuen Gesprächsrunde in Peking zu bewegen.</p>
<p>Trotz der anhaltenden Bemühungen um eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel, erklärte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohammed al Baradei, am Montag in Peking am Rande einer Kernenergiekonferenz, Nordkorea müsse schon heute als Atomstaat gelten. Obwohl Pjöngjang vergangenes Jahr seinen Versuchsreaktor Yongbyon stillgelegt und teilweise zerstört hatte, könne das Atomprogramm innerhalb „von Monaten“ reaktiviert werden. „Ich mag es nicht, irgendein Land als Atomwaffenstaat anzuerkennen“, erklärte die IAEA-Chef am Rande einer internationalen Kernenergiekonferenz. „Die Welt muss sich der Realität stellen.“</p>
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		<title>Déjà-vu in Nordkorea</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 00:11:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h3>Die Weltmächte können mit Sanktionen drohen, so viel sie wollen. Einen Hebel, um Kim an der Wiederaufnahme seines Atomprogramms zu hindern, haben sie nicht.</h3>
Kim Jong Il ist wieder ganz der alte. Ein halbes Jahr nach seinem Schlaganfall, der weltweit Hoffnung auf ein Ende der Schreckensherrschaft des nordkoreanischen Tyrannen beflügelte, zeigt der „Geliebte Führer“, dass er von seiner kriminellen Energie nichts eingebüßt hat. Kaum gesundet, hat Kim die Beziehungen zu Südkorea und deren Schutzmacht USA auf Konfrontationskurs gesteuert und sich so einen Vorwand geschaffen, um seinen grausamsten Trumpf auszuspielen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Weltmächte können mit Sanktionen drohen, so viel sie wollen. Einen Hebel, um Kim an der Wiederaufnahme seines Atomprogramms zu hindern, haben sie nicht.</h3>
<p>Kim Jong Il ist wieder ganz der alte. Ein halbes Jahr nach seinem Schlaganfall, der weltweit Hoffnung auf ein Ende der Schreckensherrschaft des nordkoreanischen Tyrannen beflügelte, zeigt der „Geliebte Führer“, dass er von seiner kriminellen Energie nichts eingebüßt hat.<br />
Kaum gesundet, hat Kim die Beziehungen zu Südkorea und deren Schutzmacht USA auf Konfrontationskurs gesteuert und sich so einen Vorwand geschaffen, um seinen grausamsten Trumpf auszuspielen: Nordkorea reaktiviert sein Atomwaffenprogramm. Damit kündigt Kim eine zwei Jahre alte Vereinbarung zum Abbau der Nukleareinrichtungen, für die er bereits umfangreiche Hilfslieferungen erhalten hat. Neuen Gesprächen mit China, Südkorea, den USA, Russland und Japan erteilte er gleich eine Absage.</p>
<p>Dabei verfolgt Kim die gleiche Strategie, mit der er seit Jahren alle ausländischen Angriffe auf seine Macht abgeblockt hat. Nordkorea droht mit der Entwicklung von Atomwaffen, worauf der Westen Sanktionen ankündigt, was Pjöngjang umgehend zu neuen Provokationen veranlasst. Der Schlagabtausch geht so lange weiter, bis er der Weltgemeinschaft zu heiß wird und sie Kim für Zugeständnisse einen hohen Preis bezahlt, wahlweise in Rohstoffen, Bargeld oder politischem Kapital.</p>
<p>Nach einer kurzen Periode scheinbarer Versöhnlichkeit beginnt der Diktator das Spiel dann erneut. Zu viel Annäherung an den Westen kann er sich ohnehin nicht leisten. Denn sein Regime ist nur solange sicher, wie die Nordkoreaner isoliert sind und in der Illusion leben, sich gegen eine Welt imperialistischer Aggressoren zur Wehr setzen zu müssen. Dass ihr Land diese nun mit Atomwaffen im Schach halten kann, ist der einzige politische Erfolg, den Kim seinem Volk verkaufen kann. Doch sein Einfluss reicht über die Grenzen seines kleinen Landes hinaus. Nordkorea zeigt der Welt, wie einfach es ist, der Staatengemeinschaft auf der Nase herumzutanzen. Die Weltmächte können mit Sanktionen drohen, so viel sie wollen. Einen Hebel, um Pjöngjang an der Wiederaufnahme seines Atomprogramms zu hindern, haben sie nicht. Und schlimmer noch: Am Zusammenbruch des nordkoreanischen Regimes hat keine der involvierten Parteien ein echtes Interesse.</p>
<p>Seoul fürchtet sich vor einer Flüchtlingslawine und einer teuren Wiedervereinigung. Peking bangt um seinen exklusiven Zugang zu Nordkoreas Rohstoffen und möchte ebenso wie Moskau die US-Armee von ihrer Grenze fern halten. Washington graut es vor neuen militärischen Engagements. So kann sich Kim sicher fühlen und Pläne schmieden, zu welchem Preis er sich einen neuerlichen Stopp seines Atomwaffenprogramms abringen lässt.</p>
<p>Erschienen in: Kölner Stadtanzeiger, 15. April 2009</p>
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		<title>Kim will wieder Bomben bauen</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 00:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernhard Bartsch</dc:creator>
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Nordkoreas Diktator Kim Jong Il lässt den Streit über sein Atomwaffenprogramm weiter eskalieren. Einen Tag nach der Verurteilung von Pjöngjangs jüngstem Raketentest durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) kündigte das erzkommunistische Land am Dienstag die Wiederaufnahme seiner Nuklearforschung an - und drohte damit, künftig nicht mehr über dessen Einstellung verhandeln zu wollen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Nordkorea will sein Nuklearprogramm reaktivieren und nie wieder über dessen Einstellung verhandeln.</h3>
<p>Nordkoreas Diktator Kim Jong Il lässt den Streit über sein Atomwaffenprogramm weiter eskalieren. Einen Tag nach der Verurteilung von Pjöngjangs jüngstem Raketentest durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) kündigte das erzkommunistische Land am Dienstag die Wiederaufnahme seiner Nuklearforschung an &#8211; und drohte damit, künftig nicht mehr über dessen Einstellung verhandeln zu wollen.</p>
<p>&#8220;Wir werden nie wieder an diesen Gesprächen teilnehmen&#8221;, erklärte das Außenministerium mit Blick auf die Pekinger Sechs-Parteien-Runde, in der Nordkorea 2007 mit China, den USA, Russland, Südkorea und Japan den Stopp seines Atomwaffenprogramms ausgehandelt hatte &#8211; im Gegenzug zu umfangreichen Hilfslieferungen. Angesichts der jüngsten Entwicklungen sei der Verhandlungsmechanismus &#8220;nicht länger nötig&#8221;, hieß es in einer von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Meldung.</p>
<p>Pjöngjang erklärte außerdem die Zusammenarbeit mit der internationalen Atomenergiebehörde IAEA für beendet und forderte alle IAEA- Inspekteure zur Ausreise auf. Nordkorea droht damit seine atomare Abschreckung auszubauen.</p>
<p>Der 2008 stillgelegte und teilweise zerstörte Versuchsreaktor Yongbyon, der kernwaffentaugliches Plutonium herstellen könnte, solle reaktiviert werden, um Nordkoreas Abschreckungspotenzial auszubauen. Experten gehen davon aus, dass der Wiederaufbau gut ein Jahr dauern würde.</p>
<p>Pjöngjang hatte am 5. April eine Langstreckenrakete gestartet, die nach Einschätzung westlicher Experten eine Reichweite von mehr als 5000 Kilometern haben könnte. Damit würden Nordkoreas Atomsprengköpfe nicht nur für die verfeindeten Nachbarländer Südkorea und Japan, sondern auch für die USA zur Bedrohung.</p>
<p>Der UN-Sicherheitsrat hatte den Test am Montag einstimmig verurteilt, die Wiederaufnahme der Verhandlungen gefordert und mit Sanktionen gedroht. Eine UN-Resolution aus dem Jahr 2006, mit der die Staatengemeinschaft auf Nordkoreas ersten Atombombentest reagiert hatte, verbietet dem Land alle Versuche mit Nuklearwaffen und ballistischen Raketen. Eine von westlichen Ländern und Japan geforderte neue Resolution scheiterte aber nach langem diplomatischem Tauziehen am Widerstand Chinas und Russlands.</p>
<p>Vorerst kann der Sicherheitsrat dem Wiederholungstäter deshalb nur damit drohen, einen 2006 beschlossenen Ausschuss einzuberufen, der mögliche Zwangsmaßnahmen konkretisieren soll. Kim hatte schon vor dem Raketenstart angekündigt, die Sechsergespräche im Fall einer Verurteilung platzen zu lassen. Er behauptet, bei dem Test handele es sich um einen &#8220;friedlichen Satellitenstart&#8221;. Westliche Raumfahrtexperten glauben jedoch nicht, dass Nordkorea einen Satelliten ins All gebracht hat.</p>
<p>Chinas Regierung, die international als eine Art Schutzmacht des nordkoreanischen Regimes auftritt, versuchte am Dienstag, eine weitere Eskalation zu verhindern. &#8220;Wir hoffen, dass alle Seiten die großen Zusammenhänge im Auge behalten, sich ruhig und zurückhaltend verhalten und die Fortschritte der Sechs-Parteien-Gespräche schützen&#8221;, erklärte Außenministeriumssprecherin Jiang Yu und unterstrich damit Pekings Hoffnung, Nordkorea könne auch diesmal wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren.</p>
<p>Erschienen in: Frankfurter Rundschau: 15. April 2009</p>
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