Kims Coup
Machtdemonstration oder Vertrauensbildung – nach Bill Clintons Nordkoreareise versuchen Experten die politischen Signale der Geiselfreilassung zu deuten.
Es war der Tag der Bilder – in den USA ebenso wie in Nordkorea. Am Mittwochmorgen, pünktlich zu den amerikanischen Frühnachrichten, schlossen die US-Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee auf dem Flughafen von Los Angeles vor laufenden Kameras ihre Familien wieder in die Arme – nach viereinhalb Monaten in nordkoreanischer Haft…
Des Wahnsinns fette Beute
Bill Clinton will in Nordkorea die Freilassung von zwei US-Journalistinnen erreichen. Für Kim Jong-il ist der Besuch ein gewaltiger Propagandacoup.
Der Nordkoreakonflikt nimmt eine unerwartete Wendung: Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton reiste am Dienstag überraschend nach Pjöngjang, offenbar um die Freilassung von zwei inhaftierten US-Journalistinnen zu erreichen. Welche weiteren Verhandlungsaufträge ihm seine Frau, Außenministerin Hillary Clinton, mitgegeben haben könnte, ist in Diplomatenkreisen derzeit Thema heißer Spekulationen…
Warten auf Kims nächste Provokation
Nordkorea kündigt nach der neuen Uno-Resolution den Bau weiterer Atomwaffen an. Damit riskiert Kim Jong-il die Unterstützung seines letzten Verbündeten.
Der diplomatische Schlagabtausch um Kim Jong-ils Atomwaffenprogramm geht in die nächste runde: Nach der neuen Resolution des UN-Sicherheitsrats hat Nordkorea den Bau weiterer Atombomben angekündigt und erstmals erklärt, über Urananreicherungsanlagen zu verfügen…
Zwei Frauen zwischen den Fronten
Nordkorea verurteilt US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager. Doch Washington will sich durch das drakonische Urteil nicht erpressen lassen.
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il hat zwei US-Journalistinnen zu Geiseln seines antiamerikanischen Konfrontationskurses gemacht. “Zwölf Jahre Umerziehung durch Arbeit” lautete das Urteil, das Pjöngjangs oberstes Gericht am Montag gegen die Fernsehreporterinnen Euna Lee und Laura Ling verhängte. Sie waren Mitte März an der chinesischen Grenze festgenommen worden…
“Ich war wie James Bond”
Gwon Hyeok gehörte zu Nordkoreas Elite. Er beaufsichtigte Straflager, arbeitete im Ausland, eliminierte Deserteure. Dann floh er. Wegen einer Frauengeschichte.
Sein Blick klebt an einem Paar langer Beine, das auf hohen Absätzen die Bar verlässt. “Mit Frauen hat man nichts als Ärger”, murmelt Gwon Hyeok. Er hat einiges getrunken, aber auch ohne Alkohol landet er über kurz oder lang bei seinem Lieblingsthema: Frauen. Während seine Augen den Raum nach weiblichen Rundungen absuchen, erzählt Gwon, dass er früher jede haben konnte, ob sie wollte oder nicht. Doch irgendwann landete er bei der Falschen. Und deswegen sitzt er jetzt hier, in einem Restaurant in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Viel lieber wäre er in seiner Heimat: in Nordkorea…
Kim droht mit neuem Koreakrieg
Nordkorea kündigt den Waffenstillstand aus dem Jahr 1953 mit Südkorea auf und droht mit “unvorstellbar gnadenloser Bestrafung” jedes “feindlichen Akts”.
Pjöngjang/Seoul. – Nordkoreas Diktator Kim Jong Il scheint genau zu verfolgen, wie die Weltpresse über ihn berichtet. Nachdem die Reaktionen auf seinen zweiten Atomwaffentest vom Montag weitgehend darin übereinstimmten, dass Kims Bombe zwar eine enorme Provokation, aber keine unmittelbare Gefahr darstelle, zeigte sich Pjöngjang gestern bemüht, doch als echte Bedrohung wahrgenommen zu werden…
Kim keilt nach
Die Welt tobt und Nordkoreas Diktator hört Schlager. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch will er sich teuer bezahlen lassen.
Kim Jong Il spielt den Unverwundbaren. Mitten in die weltweite Empörung über seinen zweiten Atombombentest hat Nordkoreas Diktator am Dienstag erneut zwei Kurzstreckenraketen abgeschossen und die internationale Gemeinschaft per Pressemeldung wissen lassen, dass ihn ihre Drohungen nicht beeindrucken. Während am Montagabend rund um den Globus Politiker und Sicherheitsstäbe über Pjöngjangs nukleare Provokation berieten, soll sich der „Geliebte Führer“ in aller Seelenruhe bei einer Schlagergala vergnügt haben…
Wie Kim lernte, die Bombe zu lieben
Nordkoreas Diktator ist kein Dr. Seltsam, sondern ein skrupelloser Machtstratege: Seine Atomwaffen sind eine Lebensversicherung für sein grausames Regime.
1964, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, erteilte der Regisseur Stanley Kubrick der Welt eine Lektion in Galgenhumor. Sein Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ wurde über Nacht zum Referenzwerk über den Wahnsinn des atomaren Kräftemessens, wobei vielen Kinobesuchern bewusst war, dass die Satire in gewisser Hinsicht mehr über die Wirklichkeit verriet als alle Zeitungsberichte…
“Kim Jong Il hatte es eilig”
Der Nordkorea-Experte Andrei Lankov erklärt, warum Pjöngjangs zweiter Atomtest unausweichlich war, welche Strategie Kim Jong Il verfolgt und wie die Weltgemeinschaft auf seine Provokation reagieren kann.
Frage: Herr Professor Lankov, Nordkorea hat innerhalb weniger Stunden eine Atombombe und eine Kurzstreckenrakete getestet. Sind sie überrascht?
Lankov: Überhaupt nicht. Ein zweiter Nukleartest war absehbar. Was mich allerdings etwas wundert, ist der Zeitpunkt. Ich hatte erst Ende des Jahres damit gerechnet. Aber Kim Jong Il hatte es offensichtlich eilig, und dass er gleich eine Rakete hinterher geschossen hat, zeigt, dass er einen maximalen Effekt erzielen wollte…
Und Kim spricht doch
Nordkorea nimmt Verhandlungen mit dem Süden wieder auf. Der Weg zu neuen Atomwaffengesprächen führt zunächst über Wirtschaftskontakte.
Kim Jong-il hat es in der Isolation nicht lange ausgehalten. Nur eine Woche, nachdem der Tyrann von Pjöngjang die Welt wissen ließ, dass er seine Atomwaffenentwicklung wieder aufnehmen und „niemals mehr“ über einen Verzicht verhandeln wolle, nahm Nordkorea neue Gespräche mit dem Süden auf…
Déjà-vu in Nordkorea
Die Weltmächte können mit Sanktionen drohen, so viel sie wollen. Einen Hebel, um Kim an der Wiederaufnahme seines Atomprogramms zu hindern, haben sie nicht.
Kim Jong Il ist wieder ganz der alte. Ein halbes Jahr nach seinem Schlaganfall, der weltweit Hoffnung auf ein Ende der Schreckensherrschaft des nordkoreanischen Tyrannen beflügelte, zeigt der „Geliebte Führer“, dass er von seiner kriminellen Energie nichts eingebüßt hat. Kaum gesundet, hat Kim die Beziehungen zu Südkorea und deren Schutzmacht USA auf Konfrontationskurs gesteuert und sich so einen Vorwand geschaffen, um seinen grausamsten Trumpf auszuspielen…
Kim will wieder Bomben bauen
Nordkorea will sein Nuklearprogramm reaktivieren und nie wieder über dessen Einstellung verhandeln.
Nordkoreas Diktator Kim Jong Il lässt den Streit über sein Atomwaffenprogramm weiter eskalieren. Einen Tag nach der Verurteilung von Pjöngjangs jüngstem Raketentest durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) kündigte das erzkommunistische Land am Dienstag die Wiederaufnahme seiner Nuklearforschung an – und drohte damit, künftig nicht mehr über dessen Einstellung verhandeln zu wollen…
USA streichen Nordkorea von Terrorliste
Kritik am Abkommen Washingtons mit Pjöngjang kommt aus Japan – Iran, Syrien, Sudan und Kuba bleiben auf der Terrorliste.
Die jahrelange Forderung, Nordkorea müsse die Weltöffentlichkeit vollständig über sein Atomwaffenprogramm sowie seinen internationalen Handel mit Nuklearmaterial informieren, hat Washington Medienberichten zufolge bis auf weiteres aufgegeben. Dabei soll Nordkorea Syrien beim Aufbau eines eigenen Atomreaktors unterstützt haben.
Ende eines Schurkenstaats
Die USA wollen Nordkorea von ihrer Terrorliste streichen. Dabei hält Kim Jong-il unbeirrt an seinen Atomwaffen fest.
Nordkoreas Diktator Kim Jong Il wird gesellschaftsfähig. Übereinstimmenden Meldungen zufolge will die US-Regierung sein erzkommunistisches Land noch diesen Monat von der Liste der Schurkenstaaten streichen. Einen entsprechenden Deal soll US-Chefunterhändler Christopher Hill in Pjöngjang ausgehandelt haben…
“Nordkorea wird seine Atomwaffen niemals aufgeben”
Nordkorea-Experte Andrei Lankov über Pjöngjangs Erpressungskünste, den Schulbuchamerikaner John McCain und Kim Jong-il als fürsorglichen Familienvater.
Nordkorea hat jüngst den Wiederaufbau des Atomreaktors Yongbyon angekündigt. Für den Nordkorea-Experten Andrei Lankov von der Kookmin-Universität in Seoul ist das Teil eines langerprobten Erpressungsmusters. Im Interview erklärt er, warum Pjöngjang weiterhin an seinen Atomwaffen festhalten wird.