Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Koreanisches Patt

Nordkorea ist auf dem Weg, ein Atomstaat mit einsatzfähigen Sprengköpfen zu werden. Nur eine Allianz zwischen Washington und Peking kann Pjöngjang stoppen.

Nordkorea demonstriert der Weltgemeinschaft wieder einmal die Grenzen ihrer Macht: Mit seinem dritten Atombombentest ignoriert Pjöngjang die Forderungen der Vereinten Nationen, sein Nuklearprogramm einzustellen. Auch wenn noch wenig Details bekannt sind, scheint Nordkorea auf dem besten Wege, eine Nuklearmacht mit einsatzfähigen Waffen zu werden. Wenn Pjöngjangs Atomphysiker weiter entwickeln dürfen wie bisher, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie Sprengköpfe bauen können, die sich auf eine Rakete montieren lassen. Einen Interkontinentalflugkörper, der mehr als 10.000 Kilometer weit fliegen kann und sowohl die USA als auch weite Teile Asiens und Europas beschießen könnte, hatte Nordkorea bereits im Dezember erfolgreich getestet…

Bernhard Bartsch | 12. Februar 2013 um 17:34 Uhr

 

Von Papas Gnaden

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un erhofft sich von seinem Atomtest eine bessere Verhandlungsbasis mit den USA.

Pjöngjang Wirklich ernst hat die Welt Kim Jong-un bisher nicht genommen. In der internationalen Presse tauchte Nordkoreas 30-jähriger Jungdiktator bisher vor allem als politischer Paradiesvogel auf: Man belächelte seine Statur und Frisur, amüsierte sich über seine Vorliebe für Vergnügungsparks und Mickey Mouse, und freute sich über Bilder seiner eleganten Frau, mit der er so verliebt wirkte. Einen altstalinistischen Tyrannen stellt man sich anders vor. Seit Dienstag scheint jedoch klar, dass Kim Jong-un nicht der erhoffte Reformer ist, der Nordkorea aus der Isolation und Armut führen will, sondern vor allem der Sohn seines 2011 verstorbenen Vaters…

Bernhard Bartsch | 12. Februar 2013 um 17:18 Uhr

 

Nordkorea reichert Uran an

Pjöngjang führt Wissenschaftlern moderne Atomanlage vor. Errichtet wurde sie womöglich mit Hilfe auf China und Pakistan.

Wenn Nordkoreas Diktator Kim Jong-il der Welt droht, bedient er sich meist martialischer Formulierungen. „Flammenmeer“ und „totaler Krieg“ gehören zum Standardvokabular seines offiziellen Sprachrohrs, der Nachrichtenagentur KCNA. Doch Pjöngjangs jüngste Warnung kommt in feinstem Wissenschaftsjargon daher…

Bernhard Bartsch | 21. November 2010 um 03:44 Uhr

 

Verantwortung für drei

China spielt beim Atomsicherheitsgipfel eine Schlüsselrolle – auch als Verbündeter von Nordkorea und Iran.

Er kontrolliert das fünftgrößte Atombombenarsenal der Welt, doch beim Washingtoner Nukleargipfel spielt Chinas Präsident Hu Jintao nicht nur wegen seiner eigenen Waffen eine Rolle, sondern vor allem wegen seines Einflusses auf die Regime in Nordkorea und im Iran. Pekings Taktik gilt als ambivalent…

Bernhard Bartsch | 11. April 2010 um 05:02 Uhr

 

Diplomatische Dehnübungen

Die USA und China bemühen sich um eine Besserung ihres Verhältnisses. Dafür könnte Peking seinen Widerstand gegen Iran-Sanktionen aufgeben.

Keine Antwort ist auch eine Antwort – aber welche? Eine Stunde lang stellte sich der iranische Atomunterhändler Said Dschalili am Freitagnachmittag in Peking der internationalen Presse, doch zu der entscheidenden Frage sagte er nichts: Gibt Chinas Regierung ihren Widerstand gegen westliche Sanktionsforderungen auf? „Wir haben gute Beziehungen“, wich Dschalili ein ums andere Mal aus…

Bernhard Bartsch | 02. April 2010 um 15:44 Uhr

 

Kims Coup

Machtdemonstration oder Vertrauensbildung – nach Bill Clintons Nordkoreareise versuchen Experten die politischen Signale der Geiselfreilassung zu deuten.

Es war der Tag der Bilder – in den USA ebenso wie in Nordkorea. Am Mittwochmorgen, pünktlich zu den amerikanischen Frühnachrichten, schlossen die US-Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee auf dem Flughafen von Los Angeles vor laufenden Kameras ihre Familien wieder in die Arme – nach viereinhalb Monaten in nordkoreanischer Haft…

Bernhard Bartsch | 05. August 2009 um 23:46 Uhr

 

Des Wahnsinns fette Beute

Bill Clinton will in Nordkorea die Freilassung von zwei US-Journalistinnen erreichen. Für Kim Jong-il ist der Besuch ein gewaltiger Propagandacoup.

Der Nordkoreakonflikt nimmt eine unerwartete Wendung: Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton reiste am Dienstag überraschend nach Pjöngjang, offenbar um die Freilassung von zwei inhaftierten US-Journalistinnen zu erreichen. Welche weiteren Verhandlungsaufträge ihm seine Frau, Außenministerin Hillary Clinton, mitgegeben haben könnte, ist in Diplomatenkreisen derzeit Thema heißer Spekulationen…

Bernhard Bartsch | 04. August 2009 um 17:16 Uhr

 

Warten auf Kims nächste Provokation

Nordkorea kündigt nach der neuen Uno-Resolution den Bau weiterer Atomwaffen an. Damit riskiert Kim Jong-il die Unterstützung seines letzten Verbündeten.

Der diplomatische Schlagabtausch um Kim Jong-ils Atomwaffenprogramm geht in die nächste runde: Nach der neuen Resolution des UN-Sicherheitsrats hat Nordkorea den Bau weiterer Atombomben angekündigt und erstmals erklärt, über Urananreicherungsanlagen zu verfügen…

Bernhard Bartsch | 14. Juni 2009 um 00:49 Uhr

 

Zwei Frauen zwischen den Fronten

Nordkorea verurteilt US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager. Doch Washington will sich durch das drakonische Urteil nicht erpressen lassen.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il hat zwei US-Journalistinnen zu Geiseln seines antiamerikanischen Konfrontationskurses gemacht. „Zwölf Jahre Umerziehung durch Arbeit“ lautete das Urteil, das Pjöngjangs oberstes Gericht am Montag gegen die Fernsehreporterinnen Euna Lee und Laura Ling verhängte. Sie waren Mitte März an der chinesischen Grenze festgenommen worden…

Bernhard Bartsch | 09. Juni 2009 um 01:41 Uhr

 

„Ich war wie James Bond“

Gwon Hyeok gehörte zu Nordkoreas Elite. Er beaufsichtigte Straflager, arbeitete im Ausland, eliminierte Deserteure. Dann floh er. Wegen einer Frauengeschichte.

Gwon Hyeok (Copyright: Martin Gottske)Sein Blick klebt an einem Paar langer Beine, das auf hohen Absätzen die Bar verlässt. „Mit Frauen hat man nichts als Ärger“, murmelt Gwon Hyeok. Er hat einiges getrunken, aber auch ohne Alkohol landet er über kurz oder lang bei seinem Lieblingsthema: Frauen. Während seine Augen den Raum nach weiblichen Rundungen absuchen, erzählt Gwon, dass er früher jede haben konnte, ob sie wollte oder nicht. Doch irgendwann landete er bei der Falschen. Und deswegen sitzt er jetzt hier, in einem Restaurant in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Viel lieber wäre er in seiner Heimat: in Nordkorea…

Bernhard Bartsch | 28. Mai 2009 um 12:58 Uhr

 

Kim droht mit neuem Koreakrieg

Nordkorea kündigt den Waffenstillstand aus dem Jahr 1953 mit Südkorea auf und droht mit „unvorstellbar gnadenloser Bestrafung“ jedes „feindlichen Akts“.

Pjöngjang/Seoul. – Nordkoreas Diktator Kim Jong Il scheint genau zu verfolgen, wie die Weltpresse über ihn berichtet. Nachdem die Reaktionen auf seinen zweiten Atomwaffentest vom Montag weitgehend darin übereinstimmten, dass Kims Bombe zwar eine enorme Provokation, aber keine unmittelbare Gefahr darstelle, zeigte sich Pjöngjang gestern bemüht, doch als echte Bedrohung wahrgenommen zu werden…

Bernhard Bartsch | 27. Mai 2009 um 16:34 Uhr

 

Kim keilt nach

Die Welt tobt und Nordkoreas Diktator hört Schlager. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch will er sich teuer bezahlen lassen.

Kim Jong Il spielt den Unverwundbaren. Mitten in die weltweite Empörung über seinen zweiten Atombombentest hat Nordkoreas Diktator am Dienstag erneut zwei Kurzstreckenraketen abgeschossen und die internationale Gemeinschaft per Pressemeldung wissen lassen, dass ihn ihre Drohungen nicht beeindrucken. Während am Montagabend rund um den Globus Politiker und Sicherheitsstäbe über Pjöngjangs nukleare Provokation berieten, soll sich der „Geliebte Führer“ in aller Seelenruhe bei einer Schlagergala vergnügt haben…

Bernhard Bartsch | 27. Mai 2009 um 05:25 Uhr

 

Wie Kim lernte, die Bombe zu lieben

Nordkoreas Diktator ist kein Dr. Seltsam, sondern ein skrupelloser Machtstratege: Seine Atomwaffen sind eine Lebensversicherung für sein grausames Regime.

1964, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, erteilte der Regisseur Stanley Kubrick der Welt eine Lektion in Galgenhumor. Sein Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ wurde über Nacht zum Referenzwerk über den Wahnsinn des atomaren Kräftemessens, wobei vielen Kinobesuchern bewusst war, dass die Satire in gewisser Hinsicht mehr über die Wirklichkeit verriet als alle Zeitungsberichte…

Bernhard Bartsch | 26. Mai 2009 um 02:38 Uhr

 

„Kim Jong Il hatte es eilig“

Der Nordkorea-Experte Andrei Lankov erklärt, warum Pjöngjangs zweiter Atomtest unausweichlich war, welche Strategie Kim Jong Il verfolgt und wie die Weltgemeinschaft auf seine Provokation reagieren kann.

Andrei LankovFrage: Herr Professor Lankov, Nordkorea hat innerhalb weniger Stunden eine Atombombe und eine Kurzstreckenrakete getestet. Sind sie überrascht?

Lankov: Überhaupt nicht. Ein zweiter Nukleartest war absehbar. Was mich allerdings etwas wundert, ist der Zeitpunkt. Ich hatte erst Ende des Jahres damit gerechnet. Aber Kim Jong Il hatte es offensichtlich eilig, und dass er gleich eine Rakete hinterher geschossen hat, zeigt, dass er einen maximalen Effekt erzielen wollte…

Bernhard Bartsch | 25. Mai 2009 um 16:04 Uhr

 

Und Kim spricht doch

Nordkorea nimmt Verhandlungen mit dem Süden wieder auf. Der Weg zu neuen Atomwaffengesprächen führt zunächst über Wirtschaftskontakte.

Kim Jong-il hat es in der Isolation nicht lange ausgehalten. Nur eine Woche, nachdem der Tyrann von Pjöngjang die Welt wissen ließ, dass er seine Atomwaffenentwicklung wieder aufnehmen und „niemals mehr“ über einen Verzicht verhandeln wolle, nahm Nordkorea neue Gespräche mit dem Süden auf…

Bernhard Bartsch | 21. April 2009 um 00:54 Uhr