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Peking öffnet Taiwan die Tür zur WHO

Nach der Annäherung zwischen Peking und Taipeh nimmt Taiwan offizielle Verbindungen zur Weltgesundheitsorganisation auf.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals seit über drei Jahrzehnten offizielle Verbindungen mit Taiwan aufgenommen – ein deutliches Zeichen für die Verbesserungen der Beziehungen zwischen Peking und Taipeh. Taiwans Gesundheitsministerium teilte mit, die WHO habe ihm in einem Schreiben vom 13. Januar erlaubt, bei akuter Seuchengefahr direkten Kontakt aufzunehmen. Der de facto unabhängige Inselstaat bemüht sich seit Jahren um eine WHO-Mitgliedschaft, die bisher jedoch an Pekings Widerstand scheitert. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, der WHO dürfen jedoch nur unabhängige Staaten beitreten.

Offiziell befinden sich die beiden Chinas seit 1949 im Kriegszustand, doch nachdem sich beide Seiten in den vergangenen neun Monaten deutlich angenähert haben, scheint Peking nun ein Zugeständnis gemacht zu haben. „Die Verbesserung der Beziehungen zwischen Taiwan und Festland-China war eine große Hilfe, um diese Sache durchzubringen“, erklärte Taiwans Außenamtssprecher Henry Chen. Bei Epidemien wie der Lungenkrankheit SARS oder der Vogelgrippe könne Taiwan nun schneller reagieren. Bisher habe man „keinen Kanal gehabt, um Hilfe anzufordern“, so Chen. In der Vergangenheit hatte es allerdings trotzdem informelle Kontakte gegeben.

Als Signal, dass die Kommunistische Partei ihren Machtanspruch auf Taiwan aufgeben könnte, dürfte der Schritt jedoch keineswegs zu werten sein. Die Bezeichnungen „Taiwan“ oder „Republik China“, an denen Peking im internationalen Gebrauch Anstoß nimmt, tauchen in dem WHO-Schreiben denn auch nicht auf. Stattdessen ist es an den „Direktor des Zentrums für Seuchenkontrolle in Taipeh“ adressiert. Von einer vollen WHO-Mitgliedschaft ist bisher nicht die Rede. So ist Pekings stille Zustimmung wohl eher ein Zeichen des guten Willens an Taiwans Präsident Ma Ying-jeou, der seit seinem Amtsantritt im vergangenen Mai den Unabhängigkeitskurs seines Vorgängers Chen Shui-bian revidiert hat.

Bernhard Bartsch | 23. Januar 2009 um 14:51 Uhr

 

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