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Exil in spe?

Simbabwes Diktator Robert Mugabe baut seiner Familie in Hongkong eine Basis für die Zukunft auf. Auch im Ausland scheut seine Entourage nicht vor Gewalt zurück.

Die Stimmung ist schlecht in JC Castle, einer Hongkonger Villensiedlung, die ihren Namen aus den Initialen von Kungfu-Star Jacky Chan ableitet. Schuld ist der neue Nachbar, der „einfach nicht hier her passt“, wie einer der Bewohner sagt. Robert Mugabe, Simbabwes einstiger Befreier und heutiger Tyrann, soll in dem Edeldomizil laut Medienberichten für 6,8 Millionen Franken eine Luxusimmobilie erstanden haben. Die Manieren der offenbar ebenfalls aus Simbabwe stammenden Hauswächter scheinen die Richtigkeit der Meldungen zu bestätigen: Zwei Fotografen, die das Anwesen ablichten wollten, wurden prompt zusammengeschlagen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Mugabe-Clan in Hongkong Schlagzeilen macht. Seit Monaten häufen sich die Anzeichen, dass der greise Despot, der in Simbabwe am heutigen Samstag in aller Opulenz seinen 85. Geburtstag feiert, seiner Familie in der ehemaligen britischen Kronkolonie eine Basis aufbaut. Hongkong ist eine der wenigen Weltstädte, in der die Mugabes noch willkommen sind. Aufgrund von Reisebeschränkungen sind die meisten westlichen Staaten für Mitglieder des Regimes tabu. In China hat Mugabe dank florierender Wirtschaftsbeziehungen jedoch einen starken Verbündeten.

So darf Mugabes Tochter Bona, 20, derzeit an der Hong Kong City University studieren, während Australien vergangenes Jahr mehrere Kinder von mächtigen Familien des verarmten Landes auswies. Als die Diktatorentochter kürzlich Besuch von ihrer Mutter erhielt, kam es auf offener Strasse zum Eklat. Ein Fotograf, der Grace Mugabe vor Luxuskaufhäusern ablichtete, wurde von der First Lady und ihren Bodyguards angegriffen und musste mit Schürf- und Schnittwunden ins Krankenhaus.

Bernhard Bartsch | 21. Februar 2009 um 09:16 Uhr

 

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