Ai Weiwei kommt frei
Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei ist überraschend aus der Haft entlassen worden. Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung.
80 Tage saß er in Haft – nun ist der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei gegen Kaution freigelassen worden. Das berichtete die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua am späten Mittwochabend. Die Freilassung wurde damit begründet, dass Ai ein Geständnis wegen Steuerhinterziehung abgelegt habe und unter chronischen Krankheiten – Diabetes und Bluthochdruck – leide. Ai war am 3. April am Pekinger Flughafen wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen festgenommen worden. Unter Chinakennern herrscht allerdings Konsens, dass hinter Ais Verhaftung politische Motive stehen…
Kim in China – aber welcher?
Nordkoreas Diktator besucht seinen engsten Verbündeten. Womöglich ist die Reise auch der Antrittsbesuch seines jüngsten Sohnes und designierten Nachfolgers.
Wie immer ist alles höchst geheimnisvoll: Kim Jong-il, Nordkoreas undurchschaubarer Diktator, soll erneut nach China gereist sein. Es wäre das dritte Mal seit Mai vergangenen Jahres, dass der „Geliebte Führer“ seinen engsten Verbündeten besucht. Über die Visite, die bisher weder von nordkoreanischer noch von chinesischer Seite bestätigt worden ist, kursieren unterschiedliche Angaben…
Ais Familie weist Anklage zurück
Künstler soll wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden. Ein faires Verfahren gilt jedoch als unwahrscheinlich.
Ais Schwester Gao Ge warf den Behörden vor, Vorwände zu suchen, um den prominenten Regimekritiker mundtot zu machen. „Das Verfahren war von Anfang an illegal, weshalb wir auch kein gerechtes Ergebnis erwarten“, sagte Gao. In den mittlerweile 49 Tagen seit Ais Festnahme am Pekinger Flughafen hatte die Polizei bereits mehrfach gegen die vom chinesischen Gesetz vorgeschriebenen Verfahrensregeln verstoßen…
Zurück in die Rezession
Nach der humanitären und nuklearen Katastrophe des Erdbebens vom 11. März droht Japan nun auch der wirtschaftliche Absturz.
Die Rezession kehrt zurück: Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Quartal um 0,9 Prozent. Auf das Gesamtjahr gerechnet entspricht das einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,7 Prozent. Schon im letzten Quartal 2010 hatte es einen Rückgang gegeben. Der Konjunktureinbruch übertrifft die Befürchtungen vieler Experten…
Lebenszeichen von Ai Weiwei
Kritischer Künstler darf sechs Wochen nach Festnahme seine Frau sehen. Dass Chinas Polizei geltende Gesetze ignoriert, führt zu diplomatischen Verstimmungen.
Sechs Wochen nach seiner Festnahme ist dem chinesischen Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei erstmals Kontakt mit seiner Familie gestattet worden. Von einem Auto der Staatssicherheit wurde Ais Frau Lu Qing am Sonntagabend zu einem unbekannten Treffpunkt gefahren, berichten Familienangehörige und Mitarbeiter. Polizisten wiesen sie an, mit Ai ausschließlich über seine Gesundheit zu sprechen…
Kim der Zahme
Nordkoreas Diktator signalisiert dem ehemaligen US-Präsidenten Carter Gesprächsbereitschaft.
Im Streit um Nordkoreas umstrittenes Atomwaffenprogramm hat Pjöngjang die Bereitschaft zu Verhandlungen signalisiert – ohne damit jedoch auch den Willen zu politischen Zugeständnissen zu verbinden. Wie der frühere US-Präsident Jimmy Carter nach einer Reise in das isolierte Land erklärte, habe Diktator Kim Jong Il ihm eine Botschaft an die Regierung Südkoreas mitgeben lassen…
Carter besucht Kim
Ehemaliger US-Präsident will im Korea-Konflikt vermitteln.
Mit einer Reise nach Nordkorea will der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter neue Bewegung in den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel bringen. Der Friedensnobelpreisträger traf zu einer dreitägigen Visite in Pjöngjang ein…
Kein Rechtsstaat
Wie Chinas Regierung ihre Kritiker einschüchtert.
Chinas Kommunistische Partei betreibt seit Monaten eine harte Kampagne gegen ihre Kritiker. Festnahmen wie die des Künstlers Ai Weiwei, auf die meist drakonische Strafen folgen, sind dabei nur die letzte Eskalationsstufe einer Reihe von Drohgebärden und Einschüchterungsmaßnahmen. Seit Jahren setzten Polizisten und Beamte der Staatssicherheit den 53-Jährigen unter Druck…
Razzia bei Ai Weiwei
Chinas Polizei nimmt kritischen Künstler und Mitarbeiter fest. Womöglich droht Ai Weiwei eine lange Haftstrafe.
Chinas Kommunistische Partei hat ihren prominenten Kritiker, den Künstler Ai Weiwei, festnehmen lassen. Der Künstler wurde am Sonntag gegen 8.30 Uhr am Pekinger Flughafen verhaftet, als er nach Hongkong fliegen wollte. „An der Passkontrolle wurde er abgeführt“, erklärte eine Begleiterin. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Wenig später starteten dann rund zwanzig Polizisten eine Razzia in Ais Studio…
Mission Aufklärung
Außenminister Westerwelle genießt in China die Distanz zu seinen innenpolitischen Problemen und versucht, sich als politischer Aufklärer zu profilieren.
Eine Pause von der deutschen Innenpolitik kann er dringend gebrauchen: Außenminister Guido Westerwelle ist am Donnerstag zu einem dreitägigen Besuch in Peking eingetroffen – sichtlich froh, nach dem Wahldesaster vom vergangenen Sonntag die Rolle des FDP-Vorsitzenden gegen die des Staatsmannes tauschen und Fragen zu seiner politischen Zukunft mit dem Hinweis abwehren zu können, Kommentare zum Berliner Betrieb seien auf Auslandsreisen nicht üblich…
Japans gezwungene Helden
Die Arbeiter im Unglückskraftwerk Fukushima riskieren ihr Leben, um einen GAU zu verhindern. Doch viele sind offenbar nicht freiwillig im Einsatz.
Der Volksmund nennt sie die “Samurai von Fukushima”. Doch zwei Wochen nach Beginn des Rettungseinsatzes im havarierten Atomkraftwerk kursieren in Japan immer beunruhigendere Meldungen über die Männer, die das Land vor einem GAU bewahren sollen. Erst am Freitag erklärte der Kraftwerksbetreiber Tepco, dass drei Arbeiter, die sich am Vortag akute Strahlenvergiftungen zugezogen hatten, ohne Sicherheitsschuhe in schwer verseuchtem Wasser gestanden hätten, um elektrische Leitungen zu reparieren. Die Warnsignale ihrer Geigerzähler sollen sie ignoriert haben. Kompetente Rettungskräfte stellt man sich anders vor, Helden ohnehin…
Zwischen Angst und Alltag
In Tokio demonstrieren die Menschen Normalität – und können doch den Schrecken nicht vertreiben. Viele versuchen, die Millionenstadt zu verlassen.
Was für einen Unterschied ein kleiner Wetterumschwung macht. Nachdem der Wind über Nordjapan in der Nacht gedreht hat, so dass eine Strahlenwolke aus Unglückskernkraftwerk Fukushima nicht mehr Richtung Tokio, sondern auf den Pazifik wehen würde, versuchen die Hauptstadtbewohner am Mittwochvormittag wieder zum Alltag zurückzukehren…
Japans Medien fordern transparente Informationen
Nach dem Erdbeben kritisieren Japans Medien den Kernkraftwerkbetreiber Tepco und fordern ein Ende der politischen Grabenkämpfe. Eine Presseschau.
Angesichts des Ausmasses der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe sowie der Sorgen um die Sicherheit der beschädigten Atomkraftwerke fordern Japans Medien ein Ende der lähmenden Blockade zwischen Regierung und Opposition. «Seit Monaten haben sich die Regierung und die Opposition Grabenkämpfe geliefert», schreibt die «Asahi Shimbun». «Die Katastrophe hat endlich eine Situation geschaffen, in der die Parteien zum Wohl des Landes zusammenarbeiten können.»…
Japan fürchtet den Super-GAU
Nach dem verheerenden Erdbeben droht in Atomkraftwerken der Austritt von großen Mengen Radioaktivität. Die Zahl der Tsunamiopfer geht in die Tausende.
Jahrzehntelang haben japanische Kernkraftgegner davor gewarnt, nun droht der größtmögliche Nuklearunfall einzutreten. Das verheerende Erdbeben, das am Freitag Japan erschütterte, hat im Atomkraftwerk Fukushima eine Kernschmelze ausgelöst. Ob der mit einem Super-GAU verbundene Austritt von großen Mengen Radioaktivität verhindert werden kann, war anderthalb Tage nach der Naturkatastrophe noch ungewiss…
Tag der Angst
Nach einem Beben der Stärke 8,9 trifft eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle die japanische Küste. Tausende Tote sind zu befürchten.
Eine Frau mit angstvollem Blick kauert auf dem Boden und versucht ein Telefonat fortzusetzen, Männer hocken unter ihren Schreibtischen, auf denen die Computer wackeln. Dann löst sich eine Deckenverkleidung und fällt krachend mitten ins Büro. Furchtbarer Lärm ist zu hören, das gesamte Gebäude scheint zu wackeln…