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August, 2012 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Politisches Speeddating

Deutschland und China üben mit einer gemeinsamen Kabinettssitzung den Schulterschluss. Trotzdem ist das Verhältnis schwierig.

Zum Nachtisch gibt es „Tomatensaft mit Sahne“. So steht es auf dem Menü, das die Köche in Pekings Großer Halle des Volkes für die Teilnehmer der zweiten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen zusammengestellt haben. Tomatensaft mit Sahne? Das klingt nach einem kulinarischen Missverständnis, entstanden bei dem Versuch, ein Dessert zu servieren, das Deutschen und Chinesen gleichermaßen schmeckt. Die Küchendiplomatie passt gut zu dem politischen Potpourri, mit dem Berlin und Peking am Donnerstag ihre Partnerschaft zu untermauern versuchen…

Bernhard Bartsch | 31. August 2012 um 13:28 Uhr

 

Großes Welttheater

Deutschland und China demonstrieren zelebrieren ihr Sonderverhältnis. Schön und gut. Aber protokollarischer Pomp ist kein Ersatz für klare Positionen.

In einer Partnerschaft muss man Zugeständnisse machen. Das gilt im Privaten wie in der Diplomatie. Angela Merkel hat deshalb für ihren chinesischen Amtskollegen Wen Jiabao den Terminkalender der Berliner Politik durcheinandergeworfen. Ausgerechnet zum Beginn des heißen Herbstes, der letzten Chance der schwarz-gelben Koalition, noch ein paar vorzeigbare Erfolge für die Bundestagswahl zu schaffen, macht das Kabinett erst einmal einen Betriebsausflug. Mit sieben ihrer 15 Minister reist Merkel nach Peking zu einer zweiten Runde der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen…

Bernhard Bartsch | 30. August 2012 um 13:30 Uhr

 

Keine Zeit für Herrn Mo

Kanzlerin Merkel reist zu deutsch-chinesischen Konsultationen nach China – kurz bevor dort die Führungselite abtritt. Im Vordergrund stehen Wirtschaftsthemen.

Mo Shaoping ist diesmal von Kanzlerin Angela Merkel gar nicht erst eingeladen worden. Ihren letzten Versuch, den Anwalt des inhaftierten Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo zu treffen, dürfte sie in schlechter Erinnerung haben. Die Harmonie der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen, zu denen Merkel mit einer große Delegation am Mittwoch aufbricht, soll nicht gestört werden. Anfang Februar war die Kanzlerin noch anders gestimmt. Da hatte sie den 54-jährigen Bürgerrechtler Mo am Rande ihres Pekingbesuchs zu einem vertraulichen Gespräch in die deutsche Botschaft bitten lassen…

Bernhard Bartsch | 29. August 2012 um 13:32 Uhr

 

Der grüne Versuch

Die Katastrophe von Fukushima hat in Japan eine Anti-Atomkraft-Bewegung hervorgerufen. Die erste grüne Partei des Landes will daraus Politik machen.

Drei Männer und keine Frau? Das geht ja schon mal gar nicht! „Reiner Zufall, ganz ehrlich“, sagt Hitoshi Nakayama, Co-Chef der japanischen Grünen, der zum Gespräch über seine Partei zwei Kollegen mitgebracht hat. Die Gleichstellung der Geschlechter sei natürlich auch in Japan ein Kernanliegen der Grünen und von den vier Parteivorsitzenden seien selbstverständlich zwei Frauen. Darüber hinaus sei noch keine Zeit gewesen, um Proporzregeln für den politischen Arbeitsalltag festzulegen. Und wie auch? Die „Midori no To“, die „Grüne Partei“ Japans, ist erst wenige Wochen alt…

Bernhard Bartsch | 27. August 2012 um 13:21 Uhr

 

Chinakorrespondenten bitten Merkel um Hilfe

Deutsche Pressevertreter fordern von Bundeskanzlerin Einsatz für Pressefreiheit in China. Repressionen gegen internationale Journalisten nehmen zu.

Weltoffen, modern und rechtsstaatlich– so möchte China im Ausland wahrgenommen werden. Doch die Wahrheit sieht häufig düsterer aus, und auch internationale Journalisten, von denen sich Peking eigentlich die Vermittlung eines positiven Chinabildes erhofft, werden regelmäßig Opfer von Repressalien. Deutsche Chinakorrespondenten haben Bundeskanzlerin Angela Merkel nun in einem offenen Brief aufgefordert, sich bei ihrem chinesischen Amtskollegen Wen Jiabao für mehr Pressefreiheit einzusetzen. Merkel wird am Mittwoch zusammen mit einem großen Teil ihres Kabinetts zu den zweiten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen nach Peking reisen…

Bernhard Bartsch | 27. August 2012 um 03:23 Uhr

 

Man backt deutsch

Deutschlands Exportwirtschaft hinterlässt auch linguistische Spuren.

Auf der Suche nach einem Café landete ich kürzlich in der „Bäckerei Mainz Dom“. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, hätte ich mich in Mainz befunden, oder zumindest in Deutschland. Ich war aber in Südkorea, in einer populären Restaurantmeile von Seoul. Über der Ladentür prangte ein Wappen mit zwei Löwen, die eine Brezel halten. Die Gebäcktüten waren mit deutschen Flaggen bedruckt, die zwar falsch herum wehten, aber das passte gewissermaßen zu den Backwaren, die ebenfalls nur fast authentisch waren. Außer mir dürfte das an diesem Nachmittag allerdings niemandem aufgefallen sein. Was kümmert es Koreaner, ob ihr Kuchen echt deutsch ist, solange er schmeckt?…

Bernhard Bartsch | 24. August 2012 um 06:06 Uhr

 

Kim flirtet mit Reformen

Nordkorea entwickelt neue Industriezonen mit China. Will der junge Diktator Kim Jong Un das verarmte Land endlich auf den Weg marktwirtschaftlicher Reformen führen?

Kürzlich erreichte Park Too Jin wieder einmal eine Nachricht von seinem Neffen in Nordkorea. Er werde sich sicher erinnern, wie er vor einiger Zeit begonnen habe, ein kleines Geschäft aufzuziehen, berichtete dieser seinem in Japan lebenden Onkel. Leider sei daraus nichts geworden, inzwischen sei er pleite. Allerdings habe er eine neue Idee und diesmal auch bessere Kontakte. Nur eines fehle ihm noch: Startkapital. Ob er seinen grosszügigen Onkel noch einmal um 100 000 Yen (1020 Euro) bitten dürfe? Park verfolgt die Aktivitäten seines Neffen nicht nur mit persönlichem Interesse. «In Nordkorea ist derzeit eine Menge in Bewegung», sagt der Leiter des Korea International Research Institute, eines privaten Think-Tanks in Tokio…

Bernhard Bartsch | 22. August 2012 um 11:33 Uhr

 

Tod auf Bewährung

Tod sagen und Haft meinen: Das Giftmordverfahren gegen Gu Kailai endet mit „aufgeschobener Todesstrafe“. Sie dürfte mit lebenslanger Haft davonkommen.

„Chinas Rechtssystem funktioniert anders als das amerikanische: Wir spielen nicht mit Worten“, schrieb eine chinesische Wirtschaftsanwältin 1998 in ihrem Buch „Wie man in den USA einen Prozess gewinnt“. Chinesische Verbrecher könnten sich nicht mit juristischen Winkelzügen ihrer gerechten Strafe entziehen. Wer in China einen Mord begehe, werde „verhaftet, verurteilt und exekutiert“. 14 Jahre später kann die Autorin von Glück sagen, dass sie mit ihrer Einschätzung weit daneben lag: Gu Kailai, Juristin, Unternehmerin und Gattin des in Ungnade gefallenen Spitzenkaders Bo Xilai, erhielt am Montag eine „aufgeschobene Todesstrafe“ für die Ermordung ihres britischen Geschäftspartners Neil Heywood…

Bernhard Bartsch | 20. August 2012 um 09:31 Uhr

 

Bei Anruf: GAU

Ein japanischer Mobilfunkkonzern bringt Handys mit Strahlenmesser auf den Markt.

Es ist eine Funktion, die hoffentlich kein Benutzer je ernsthaft brauchen wird: Gut ein Jahr nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima hat der japanische Telekomkonzern Softbank ein Handy mit eingebautem Strahlenmesser auf den Markt gebracht. Das bunte Telefon namens Pantone 5 soll Kunden in die Lage versetzen, sich im Fall eines Atomunfalls unabhängig von offiziellen Daten über die Bedrohung informieren zu können. Im März 2011 hatten Tokios Regierung und der Fukushima-Betreiber Tepco Informationen über die radioaktive Belastung tagelang zurückgehalten und damit Zehntausende Menschen einer erhöhten Strahlung ausgesetzt…

Bernhard Bartsch | 17. August 2012 um 09:33 Uhr

 

Die Mutanten von Fukushima

Japanische Forscher entdecken deformierte Schmetterlinge. Auch Menschen fürchten die Folgen der Strahlen.

Es war eine der großen Befürchtungen nach der Atomkatastrophe von Fukushima, und sie hat sich bewahrheitet: Die freigesetzte radioaktive Strahlung hat das Erbgut von Lebewesen verändert und zu schweren Missbildungen geführt. Das konnten japanische Wissenschaftler nun erstmals an Schmetterlingen nachweisen…

Bernhard Bartsch | 15. August 2012 um 09:45 Uhr

 

China probt Vermittlerrolle

Peking empfängt syrische Gesandte und sucht Kontakte zur Opposition.

Im Syrienkonflikt richtet sich die Aufmerksamkeit wieder einmal auf China, das sich als eines der letzten einflussreichen Länder noch nicht von Präsident Baschar al-Assad abgewandt hat. Am Dienstag reiste eine Beraterin Assads, Buthaina Schaaban, nach Peking, um sich mit Außenminister Yang Jiechi zu treffen. Über den genauen Zeitpunkt und Inhalt der Gespräche wurde zunächst nichts bekannt. Allerdings erklärte China am Vorabend von Schaabans Ankunft, dass man in naher Zukunft auch erneut Vertreter der syrischen Opposition einzuladen gedenke…

Bernhard Bartsch | 14. August 2012 um 09:46 Uhr

 

Pekinger Strandspiele

Chinas Machtkampf vor dem Führungswechsel im Herbst geht in die letzte Runde. Die Parteigranden ringen um persönliche Loyalitäten, aber auch um Reformen.

Die Bilder von der Parteiklausur im chinesischen Badeort Beidaihe sind legendär: Chinas Führung am Strand, in stramm über den Bauch gezogenen Badehosen und ausgeleierten Unterhemden, mit altmodischen Sonnenbrillen und Fächern. Mao Zedong hat sich bereits so ablichten lassen, ebenso seine Nachfolger Deng Xiaoping und Jiang Zemin. Zwar hat der aktuelle Staatschef Hu Jintao mit der Tradition der politischen Ferienfotos gebrochen, weil badende Kader nicht mehr zum Image passen, das die Partei von sich verbreiten will. Doch auch dieses Jahr hat sich die Pekinger Elite wieder an der Ostküste eingefunden, um zu beraten, Allianzen zu schmieden und Machtkämpfe auszutragen…

Bernhard Bartsch | 11. August 2012 um 09:48 Uhr

 

Prozess nach Programm

Das Verfahren gegen die Frau von Bo Xilai in China endet nach einem Tag vorerst ohne Urteil.

Ein Konvoi schwarzer Limousinen ist zunächst das Einzige, was die Öffentlichkeit von Chinas spektakulärstem Politprozess seit Jahrzehnten zu sehen bekommt. Durch eine Tiefgarage wird Gu Kailai, die Gattin des gestürzten Spitzenfunktionärs Bo Xilai, am Donnerstagmorgen in den Volksgerichtshof des ostchinesischen Hefei geschleust, um sich für den Mord an dem Briten Neil Heywood zu verantworten. Publikum ist nicht zugelassen…

Bernhard Bartsch | 09. August 2012 um 09:52 Uhr

 

Chinas Lady Macbeth

Die Funktionärsgattin Gu Kailai steht wegen Mordes vor Gericht – ein Schauprozess.

Gu Kailai ist mit vielen bösen Frauen der Geschichte verglichen worden: mit Shakespeares Lady Macbeth, die ihren Mann zum Mord verführte; mit Maos Gattin Jiang Qing, die dem Großen Steuermann die verheerende Kulturrevolution eingeredet haben soll; oder mit den Fuchsgeistern der chinesischen Märchenwelt, die Ehrenmänner bezirzen und auf Abwege führen. Alle Vergleiche hinken, doch die Suche nach Vorbildern zeigt, was für großes Kino auf Chinas politischer Bühne derzeit geboten wird…

Bernhard Bartsch | 08. August 2012 um 09:54 Uhr

 

Zentraler Jubel

Die Olympiagastgeber von 2008 feiern den großen Erfolg ihrer Athleten in London. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

Vier Jahre nach den Spielen von Peking ist Olympia in London für die Chinesen erneut ein patriotisches Jubelfest – und die staatlichen Medien tun alles, um die Erfolge der chinesischen Sportler als nationale Errungenschaft zu inszenieren. Chinesische Goldmedaillengewinner sind stets darauf bedacht, ihren Sieg schnell ihrer Heimat zu widmen, und wer es im Rausch der Gefühle vergisst, wird von den Reportern des Hauptsenders CCTV, dem zentralen Jubelmedium, prompt daran erinnert. Umgekehrt fordern Misserfolge sofort Entschuldigungen heraus. Als Gewichtheber Wu Jingbao in der 56-Kilogramm-Klasse etwa nur Silber gewann, bat er seine Landsleute weinend und mit tiefen Verbeugungen um Verzeihung: „Es tut mir leid für mein Vaterland.“…

Bernhard Bartsch | 07. August 2012 um 09:57 Uhr