Warning: Use of undefined constant BASE_URL - assumed 'BASE_URL' (this will throw an Error in a future version of PHP) in /kunden/193953_76835/www/web11/html/wp-content/plugins/wp-social-share-privacy-plugin/wp-social-share-privacy.php on line 12
Juli, 2012 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

RSS Home | Archiv | ImpressumKontakt

Bloß nicht ausruhen

Der Wirtschaftsboom hat die Chinesen zu einem Volk von Reisenden gemacht. Sie wollen sich in ihren Ferien weniger erholen als viel erleben.

Müllsammeln am Mount Everest, das wär’s doch, dachte He Sulan, als sie vor einiger Zeit morgens die Zeitung las. Die Pekingerin hatte die Reiseseiten durchstöbert, als ihr die ungewöhnliche Anzeige auffiel: Drei Wochen lang mit dem Auto von der Hauptstadt nach Tibet und an den Fuß des höchsten Berges der Erde – unterwegs im Zeichen des Umweltschutzes. „Das fanden mein Mann und ich spannend“, erinnert sich die Kleinunternehmerin. Einige Monate später startete das Ehepaar tatsächlich in einer Kolonne von 54 Fahrzeugen quer durch China zum Dach der Welt. Ein Fernsehteam begleitete die Urlauber…

Bernhard Bartsch | 28. Juli 2012 um 09:59 Uhr

 

Sinnsuche im Wirtschaftswunderland

Viele Mittelstands-Chinesen nehmen beim tibetischen Buddhismus spirituelle Zuflucht – ein schroffer Gegensatz zur politischen Lage.

Im Zug der Gläubigen, die den Pilgerweg mit seinen bunten Gebetsfahnen abschreiten, fällt Sun Wei auf. Vor und hinter ihr laufen Tibeter in traditionellen Gewändern, die Männer in Pelzmänteln, Filzhüten und hohen Lederstiefeln, die Frauen mit geflochtenen Haaren, wattierten Jacken und Seidenschürzen. Ihre Gesichter sind dunkel und wettergegerbt. Sun Wei hat dagegen die gepflegte Blässe einer Großstädterin und trägt modische Outdoor-Kleidung: Fleecepullover, Funktionshose, teure Wanderschuhe. Man sieht sofort, dass sie eine Han-Chinesin ist…

Bernhard Bartsch | 20. Juli 2012 um 10:03 Uhr

 

Tod eines Teddys

Viele Japaner trauern um das im Zoo von Tokio verendete Pandababy. In China dagegen gibt es Verschwörungstheorien: Ist der kleine Bär etwa ermordet worden?

Tokio Pandas sind Chinas beste Botschafter. Alle Welt liebt die pummeligen Bambusfresser, und die Chinesen wollen gerne glauben, diese Liebe gelte auch ihnen. Deshalb wird das Schicksal der Bären, die Peking im Rahmen seiner sogenannten Pandadiplomatie ins Ausland schickt, in der Volksrepublik genau verfolgt. Doch selten gingen die Chinesen mit ihrem Nationaltier durch ein turbulenteres Wechselbad der Gefühle als in diesen Tagen…

Bernhard Bartsch | 13. Juli 2012 um 10:06 Uhr

 

Im Land der Tugenden

Fast eine Millionen Chinesen besuchen jährlich Deutschland, auf der Suche nach Porsche, Bier und Würstchen.

Als politischer Vordenker hat Karl Marx schon lange ausgedient, aber die Kapitalisten brauchen ihn trotzdem noch. Sein Geburtshaus in Trier ist ein lukrativer Besuchermagnet, vor allem für Touristen aus China. In chinesischen Reisebüchern wird das Marx-Haus als einer der Höhepunkte einer Deutschlandreise empfohlen. Bei Europareisen (Motto: „8 Länder in 8 Tagen“) gehört Trier sogar oft zu den zwei oder drei Sehenswürdigkeiten, für die bei der deutschen Etappe Zeit ist. 3,8 Millionen Chinesen flogen 2011 als Touristen nach Europa, knapp ein Viertel kam auch nach Deutschland. Wenn der Trend anhält, dürften 2012 erstmals mehr als eine Million chinesische Urlauber „Deguo“, das „Land der Tugenden“, wie Chinesen Deutschland nennen, besuchen…

Bernhard Bartsch | 09. Juli 2012 um 10:08 Uhr

 

Geschmacklose Delikatesse

Chinas Regierung will bei Staatsbanketten keine Haifischflossensuppe mehr servieren. Das Abschlachten der Haie in den Weltmeeren wird das nicht bremsen.

Im Tanjia-Restaurant des Peking-Hotels ist auf Diskretion Verlass. Die Gäste des legendären Staatsgästehauses nahe dem Platz des Himmlischen Friedens speisen in privaten Zimmern. Paravents vor den Türen stoppen neugierige Blicke, dicke rote Teppiche verschlucken die Schritte. Wer hier isst, will sich in der Regel nicht so prominent zeigen wie die berühmten Gäste, deren Bilder die Wände zieren: Mao Zedong dinierte hier mit dem vietnamesischen Genossen Ho Chi Minh, sein Premier Zhou Enlai gab im Tanjia ein Bankett für US-Präsident Richard Nixon. „Das Menü ist damals wie heute das gleiche“, versichert Zhao Yanfei, die Marketingmanagerin des Traditionsrestaurants. „Unsere Gäste kommen vor allem wegen unserer berühmten Haifischflossengerichte.“…

Bernhard Bartsch | 07. Juli 2012 um 10:16 Uhr