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Juni, 2012 | Bernhard Bartsch

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Grausame Praxis

China Beamte zwingen eine Frau, im siebten Monat abzutreiben, und beschimpfen ihren Mann als Verräter. Ein öffentlicher Aufschrei kostet die Kader nun den Job.

Die Jagd zog sich über Tage hin. Ende Mai hatten die Beamten des Bezirks Zhenping in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi erfahren, dass Feng Jianmei im siebten Monat schwanger war. Es war ihr zweites Kind, und nach den Regeln der chinesischen Geburtenpolitik war das verboten. Aus Angst, ein zusätzliches Baby in ihrer Neugeborenenstatistik könnte ihnen Ärger einbringen, griffen die Kader zu drastischen Maßnahmen. Tagelang fahndeten sie nach der 23-Jährigen, die sich vorsichtshalber nur noch selten zu Hause aufhielt…

Bernhard Bartsch | 29. Juni 2012 um 10:12 Uhr

 

Unbeirrbarer Chronist

Der regimekritische Schriftsteller Liao Yiwu, der seit seiner Flucht aus China in Berlin lebt, erhält den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

In den vergangenen Wochen hat Liao Yiwu viel geschrieben. Nicht nur Literatur, sondern vor allem Briefe und Emails an Freunde, Kollegen und Journalisten. Darin berichtete der Autor vom Schicksal seines Freundes Li Bifeng, einem erfolgreichen Geschäftsmann und Untergrunddichter aus seiner Heimatstadt Chengdu, der Liao finanziell unterstützt hatte, bevor dieser im Juli vergangenen Jahres nach Deutschland floh. „Vor kurzem habe ich aus mehreren Kanälen erfahren, dass die Polizisten Li Bifeng meinetwegen verhaftet haben“, schrieb Liao. Die Behörden hätten seinen Freund im Verdacht, Liaos Flucht ermöglicht zu haben und wollten sich deshalb an ihm rächen…

Bernhard Bartsch | 21. Juni 2012 um 16:15 Uhr

 

„Die Polizei darf bei mir einziehen“

Ai Weiwei hofft, Ende des Jahres als Gastprofessor in Berlin antreten zu können. Im Interview spricht er über das Leben nach seiner Festnahme, neue Formen des Protests und den Dokumentarfilm „Never Sorry“, der nächste Woche in die deutschen Kinos kommt.

Ai Weiwei lebt idyllisch. Im Garten seines Wohnstudios im Norden Pekings sprießen Bambus und Kiefern. Dichtes Efeu rankt die Hauswände empor. Ein Dutzend Katzen und mehrere Hunde tollen über den Rasen. Ai Weiwei sitzt in der Morgensonne und isst Kirschen. Die Kerne landen in einem gläsernen Aschenbecher, der die Form des Pekinger Olympiastadions hat. Ein Spucknapf mit hohem Symbolwert: Vor zehn Jahren wurde Ai durch seine Mitarbeit am Design des sogenannten „Vogelnests“ weltberühmt und zu einem der bestverkauften chinesischen Künstler. Doch noch vor den Olympischen Spielen 2008 distanzierte er sich von dem Projekt, weil er das Sportfest als geschmacklose Machtdemonstration der Kommunistischen Partei sah. Seitdem gilt er als Chinas prominentester und mutigster Regimekritiker…

Bernhard Bartsch | 04. Juni 2012 um 09:53 Uhr