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April, 2012 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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USA schützen chinesischen Menschenrechtler

US-Botschaft in Peking scheint den Bürgerrechtler Chen Guangcheng aufgenommen zu haben. Der Fall dürfte das amerikanisch-chinesische Verhältnis schwer belasten.

Wenige Tage vor einem China-Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton scheint der Fall des aus dem Hausarrest geflohenen Bürgerrechtlers Chen Guangcheng zu einer schweren Belastung für die chinesisch-amerikanischen Beziehungen zu werden. Der blinde Anwalt halte sich in der US-Botschaft in Peking auf, erklärten mehrere Unterstützer, darunter die US-Menschenrechtsorganisation ChinaAid und der Pekinger Aktivist Hu Jia. Die Regierung in Washington hat bisher jeden Kommentar zu Chens Verbleib vermieden, doch dass sie seinen Aufenthalt in der Gesandtschaft nicht dementiert, sehen viele Beobachter als stilles Eingeständnis, dass die Amerikaner dem 40-Jährige tatsächlich Schutz gewähren…

Bernhard Bartsch | 29. April 2012 um 12:45 Uhr

 

Chinas blinder Seher

Dem chinesischen Menschenrechtsaktivisten Chen Guangcheng ist die Flucht aus dem Hausarrest gelungen. In einem Video stellt er Premier Wen Jiabao Forderungen.

China wollte ihn mundtot machen, doch nun kann er wieder frei sprechen: Dem blinden Menschenrechtsaktivisten Chen Guangcheng ist unter spektakulären Umständen die Flucht aus dem Hausarrest gelungen. In einer Videobotschaft, die er am Freitag im Internet veröffentlichte, beschreibt der 40-Jährige, wie er und seine Familie jahrelang misshandelt wurden. „Sehr geehrter Premierminister Wen Jiabao, ich habe endlich fliehen können“, beginnt Chen seine 15-minütige Botschaft, in der er von Wen eine Untersuchung seines Falles fordert. Regelmäßig seien er und seine Angehörigen von lokalen Beamten geschlagen worden…

Bernhard Bartsch | 27. April 2012 um 11:45 Uhr

 

Der Genosse hört mit

Chongqings gestürzter Parteichef Bo Xilai soll die Telefone von Präsident Hu Jintao und anderen Spitzenpolitikern abgehört haben.

„Bo Xilai hat die Telefone von Chinas höchsten Führern abgehört und ihre Bodyguards waren seine Spione.“ Als dieses Gerücht Anfang April in chinesischen Mikroblogforen auftauchte, glaubten viele Internetbenutzer an eine krude Verschwörungstheorie. Dass Chongqings einst gefeiertem Parteichef Korruption, seiner Frau Mord und seinem Polizeichef Fahnenflucht vorgeworfen wurde, war bereits ein Politthriller, wie ihn China noch nicht erlebt hatte. Dass der hollywoodreife Plot noch einen Spionagekrimi enthalten sollte, schien der Verwicklungen zu viel. Doch offenbar hat Bo tatsächlich die Gespräche der Spitzengenossen belauscht…

Bernhard Bartsch | 26. April 2012 um 16:59 Uhr

 

Kulturkampf im Kino

Chinesische Kinoplakate sind häufig Kopien von Hollywood-Postern. Dabei soll Chinas Filmindustrie den kulturellen Einfluss des Westens eigentlich bekämpfen.

Wenn chinesische Filmplakate ein Maßstab sind, wie gut sich Chinas eigene Kultur gegenüber westlichen Einflüssen behauptet, kann Pekings Führung nicht glücklich sein. Denn die Poster, die Besucher in die Kinos locken sollen, sind überwiegend von den Werbungen für Hollywoodblockbustern inspiriert und häufig sogar direkte Kopien. So etwa das Plakat für „Jingtian dongdi“ („Als Himmel und Erde bebten“), ein Epos über den heldenhaften Einsatz der Armee nach dem verheerenden Erdbeben in Sichuan im Jahr 2008. Das Bild zeigt eine Gruppe von Soldaten, die Chinas rote Flagge in den Boden rammen, eine imposante Szene, die patriotische Gefühle wecken soll…

Bernhard Bartsch | 26. April 2012 um 02:51 Uhr

 

Im Osten viel Neues

Auf der Autoshow in Peking scheuen deutsche Autobauer keine Kosten, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Was wäre die Autoindustrie ohne den Absatzmarkt China? Bei der Automesse in Peking scheuen die Hersteller deshalb keinen Aufwand, um ihr Engagement zum größten Automarkt der Welt zu demonstrieren. 36 Neuheiten präsentieren ausländische Marken bei der am Montag eröffneten Autoschau. Chinas Fachpresse verfolgt genau, welche Weltpremieren in der Volksrepublik stattfinden, denn die chinesischen Kunden wollen nicht länger das Gefühl haben, ihnen würde bevorzugt Technologie der letzten Generation verkauft…

Bernhard Bartsch | 24. April 2012 um 05:29 Uhr

 

Ein Traum in Rosa

Die Japaner feiern die Kirschblüten-Saison – einen botanischen Karneval, der die Zwänge des Alltags außer Kraft setzt.

Die teure Kamera musste sein. „Vier Jahre bin ich mit der gleichen Ausrüstung unterwegs gewesen“, sagt Frau Tani. „Jedes Foto, das man damit machen konnte, habe ich gemacht.“ Diesmal ist die Mittvierzigerin ausgestattet wie ein Profi. Mit schwerem Rucksack marschiert sie durch den Zoo von Kyoto. Affen und Tiger streift sie mit flüchtigem Blick. Was sie interessiert, steht zwischen den Gehegen: Kirschbäume. Wie große Blumensträuße wiegen sie sich im Frühlingswind, jeder Ast bedeckt von Tausenden Blüten, strahlend weiß mit einem Hauch von Rosa…

Bernhard Bartsch | 23. April 2012 um 05:56 Uhr

 

Exportmarkt Nummer eins

China ist für deutsche Unternehmen schon längst zum Schlüsselmarkt geworden.

Um Deutschlands erfolgreichste Messe zu besuchen, müsste Chinas Premier Wen Jiabao nicht unbedingt nach Hannover reisen. Es könnte auch eine Fahrt nach Schanghai reichen. Erfolg ist schließlich Definitionssache – und je nach Sichtweise ist nicht die weltgrößte Technologiemesse, die Wen am Sonntagabend gemeinsam mit Kanlzerin Angela Merkel in Hannover eröffnet hat, das herausragendste deutsche Messeprojekt, sondern das „Schanghaier New International Exibition Center“, ein deutsch-chinesisches Gemeinschaftsunternehmen, das unter deutscher Führung innerhalb weniger Jahre zum best ausgelasteten Ausstellungsort der Welt geworden ist…

Bernhard Bartsch | 22. April 2012 um 22:16 Uhr

 

China im Würgegriff

Mit einem Raketentest meldet Indien seine Machtansprüche an – vor allem gegenüber China. Dort fühlt man sich zwar nicht direkt bedroht, aber zunehmend eingekesselt.

Eine turbulentere Woche hatten Chinas Sicherheitspolitiker wohl lange nicht mehr. Am Donnerstag testete Indien erfolgreich seine neue Langstreckenrakete Agni-V, die das Land in die Lage versetzt, Atomwaffen in alle grossen chinesischen Städte zu schiessen. Aus Sicht der chinesischen Volksbefreiungsarmee ist dies die seit Jahren grösste Provokation im Verhältnis der beiden bevölkerungsreichsten Staaten, zwischen denen jahrzehntealte Grenzkonflikte für Spannungen sorgen. Doch nicht nur an Chinas Westflanke herrscht Unruhe…

Bernhard Bartsch | 22. April 2012 um 05:37 Uhr

 

Giftige Kapseln

Ein neuer Produktskandal erschüttert China: Pharmafirmen haben krebserregende Gelatine verwendet, um Materialkosten zu sparen.

Die Vorstellung im Internet klingt vertrauenserweckend. „Unsere Firma ist auf die Produktion von Gelatine spezialisiert (…) und wurde als Exportbasis für Medikamente und Lebensmittel vorgeschlagen“, präsentiert sich die Xueyang Glair Gelatin Factory aus der nordchinesischen Provinz Hebei auf einer englischsprachigen Webseite. Neben chinesischen Kunden hatte Manager Song Xunjie offensichtlich auch den internationalen Markt im Visier. Doch als Anfang der Woche die Polizei bei der Fabrik vorfuhr, fand sie die Anlage in Flammen stehend. Manager Song Kunjie hatte mit den Polizeibeamten gerechnet und bei dem Versuch, belastende Beweise zu vernichten, lieber gleich sein ganzes Werk angezündet…

Bernhard Bartsch | 19. April 2012 um 05:57 Uhr

 

Für Opa nur das Beste

Nordkorea feiert den 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung. Zur Feier des Tages darf das Volk erstmals seinen Nachfolger Kim Jong Un sprechen hören.

Kim Il Sung, Nordkoreas Staatsgründer und Diktator für fast ein halbes Jahrhundert, ist in dem Land allgegenwärtig. Jeder trägt ein Foto als Anstecknadel über dem Herzen. Wer eine Zeitung mit Kims Foto wegwirft, bekleckert oder knickt, begeht ein Schwerverbrechen. Jeden Samstag müssen sich die Nordkoreaner zu Studiensitzungen versammeln, um seine „Juche-Ideologie“ zu studieren, die dem Land Unabhängigkeit und den Sieg gegen imperialistische Aggressoren verspricht. Ob im Kino oder im Stadtbild – auch 18 Jahre nach seinem Tod amtiert er noch immer als Nordkoreas Präsident. An diesem Sonntag wäre Kim Il Sung hundert Jahre alt geworden…

Bernhard Bartsch | 15. April 2012 um 06:09 Uhr

 

80 Sekunden Flugzeit zur Blamage

Nordkoreas umstrittener Raketenstart scheitert. Das Debakel könnte Jungdiktator Kim Jong Un verleiten, sich durch einen Atombombentest zu rehabilitieren.

Es sollte eine Erfolgsmeldung zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il-sung werden, doch stattdessen muss Nordkorea eine bittere Pleite eingestehen. Der umstrittene Start einer Langstreckenrakete endete am Freitagmorgen mit einem Debakel. Der Flugkörper zerbrach nach nur 80 Sekunden in mehrere Teile und stürzte ins Meer. Doch der Fehlschlag könnte dramatische Folgen haben: Mehrere Analysten befürchten nun, dass der junge Diktator Kim Jong-un verleitet sein könnte, sich schon in den kommenden Tagen durch einen Atombombentest zu rehabilitieren…

Bernhard Bartsch | 14. April 2012 um 06:14 Uhr

 

Kein neuer Sonnenschein

Nach Südkoreas Parlamentswahl gilt die Tochter des ehemaligen Diktators Park Chung-hee als mögliche nächste Präsidentin. Für Nordkorea ist das keine gute Aussicht.

Südkoreas Wähler haben Nordkorea kein Geschenk zum 100. Geburtstag seines Staatsgründers Kim Il Sung gemacht. Bei den Parlamentswahlen am Mittwoch hat die konservative Saenuri-Partei des in Pjöngjang verhassten Präsidenten Lee Myun Bak einen überraschenden Sieg errungen. Das Regime im Norden hatte dagegen auf einen Machtwechsel und eine Wiederaufnahme der versöhnlichen Sonnenscheinpolitik gehofft, die Nordkorea unter Lees Vorgängern zehn Jahre lang Zugang zu umfangreicher Wirtschaftshilfe sicherte. Nordkoreas jüngste militärische Provokationen, insbesondere der für die nächsten Tage geplante Start einer Langstreckenrakete, waren wohl ein Versuch, die Wähler in die Arme der Opposition zu treiben – eine Strategie, die offenbar das Gegenteil bewirkt hat…

Bernhard Bartsch | 12. April 2012 um 06:17 Uhr

 

Kim der Ewige

Nordkorea zelebriert seine toten Diktatoren.Zur Feier soll eine Langstreckenrakete starten – auch um den Preis einer weiteren Isolation.

Alle Macht will Ewigkeit: Nordkoreas im Dezember verstorbener Diktator Kim Jong Il ist zum „ewigen Generalsekretär“ der Arbeiterpartei ernannt worden – und damit zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung ähnlich geehrt worden wie sein Vater, der auch 18 Jahre nach seinem Tod noch als „ewiger Präsident“ amtiert. Die Entscheidung sei bei einem Sonderparteitag gefallen, meldete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Gleichzeitig wurde ein weiterer dereinst womöglich ewiger Kim in Stellung gebracht: Kim Jong Un…

Bernhard Bartsch | 11. April 2012 um 06:21 Uhr

 

Ein Prinz wird demontiert

Der Spitzenpolitiker Bo Xilai fällt tief und stürzt die Partei ins Dilemma.

Die brisantesten Nachrichten werden in China oft in nächtlicher Stunde vermeldet. Was zur Unzeit über den Ticker läuft, erregt am wenigsten Aufsehen, scheinen Pekings Propagandabeamte zu hoffen. In der Nacht zum Mittwoch wartete die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua bis kurz vor Mitternacht, bevor sie in knappen Sätzen mitteilte, was nichts weniger ist als das öffentliche Eingeständnis von Korruption und Amtsmissbrauch in den höchsten Rängen der Kommunistischen Partei: Der Mitte März gestürzte Chongqinger Parteisekretär Bo Xilai, einst als Schlüsselfigur der künftigen Führung gehandelt, ist wegen mutmaßlicher „schwerer Disziplinarvergehen“ aller Ämter enthoben worden…

Bernhard Bartsch | 11. April 2012 um 05:24 Uhr

 

China will Monopole schleifen

Die chinesische Regierung will die dringend nötige Reform des Finanzsystems vorantreiben. Zur Disposition steht das Monopol der Staatsbanken.

Chinas Regierung will die Macht der staatlichen Banken beschneiden und die Kreditvergabe durch private Institutionen zulassen. Regierungschef Wen Jiabao kritisierte am Dienstag bei einer Rede vor chinesischen Unternehmern, Chinas Staatsbanken hätten de facto ein Monopol, das gebrochen werden müsse. Damit bekräftigte er seine Ankündigung von vergangener Woche, Chinas private Schattenbanken aus der Illegalität zu holen. Das südchinesische Wenzhou, eine der Hochburgen der Privatwirtschaft, soll dafür den Status einer Sonderfinanzzone erhalten und als Pilotprojekt für den Rest des Landes dienen…

Bernhard Bartsch | 07. April 2012 um 06:30 Uhr