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November, 2011 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Das Hasenkomplott

Wer im chinesischen Jahr des Hasen geboren wurde, sollte zurzeit etwas Rotes am Körper tragen – das schützt vor Unheil.

Am Wochenende hat mir ein Taschendieb mein Portemonnaie geklaut, im Gedränge eines Pekinger Cafés, dem mein sechster Sinn nicht gewachsen war. Er erbeutete einen Batzen Geld, Bankkarten, Presseausweis und andere Papiere. Muss ich erwähnen, dass ich mich sehr geärgert habe? Muss ich wohl. Denn als ich einer chinesischen Freundin von meinem Erlebnis erzählte, klärte sie mich auf, dass ich erstens selbst schuld sei und zweitens Glück im Unglück gehabt habe…

Bernhard Bartsch | 29. November 2011 um 06:24 Uhr

 

Autobahnen aus Fernost

Chinesen wollen in die Infrastruktur Europas und der USA investieren. Der Westen ist skeptisch.

Wird China bald in Europa Autobahnen, Stromleitungen oder Mobilfunknetze bauen? Pekings oberster Staatsinvestor zumindest hat daran offensichtlich Interesse. In einem Gastbeitrag für die Financial Times schreibt Lou Jiwei, Chef des Staatsfonds China Investment Corp. (CIC), Europäer und Amerikaner benötigten dringend mehr Investitionen in die Infrastruktur. „China möchte sich da gerne engagieren“, kündigte Lou an. Man beobachte die Sparten Energie, Transport, Wasserversorgung, Kommunikationsnetzwerke und Müllentsorgung. Konkrete Pläne verriet Lou allerdings nicht…

Bernhard Bartsch | 28. November 2011 um 04:15 Uhr

 

China bekommt Berufsbuddhisten

Tibetische Mönche und Nonnen haben in China künftig Renten- und Versicherungsansprüche. Die Partei will damit ihre Protestbereitschaft schwächen.

Tibetischer Mönch zu sein, ist in China künftig ein anständiger Beruf. Die buddhistischen Geistlichen haben neuerdings Anspruch auf eine Rente und eine staatliche Gesundheitsversicherung, berichtete Pekings offizielle Nachrichtenagentur Xinhua. Dass tibetische Mönche und Nonnen unter den Schirm des staatlichen Sozialsystems kommen, ist Teil einer Kampagne der Kommunistischen Partei, die mit Zuckerbrot und Peitsche – sprich: Geld und Repressionen – versucht, die von Unruhen geprägte Region zu befrieden…

Bernhard Bartsch | 25. November 2011 um 15:55 Uhr

 

Ein Ei pro Monat

Auch diesen Winter ist die Versorgungslage für viele Nordkoreaner wieder heikel. Doch die internationale Hilfsbereitschaft ist begrenzt.

Es ist Kohlernte in Nordkorea. Landauf, landab hacken Arbeitertrupps die grünen Köpfe ab und türmen sie am Feldrand zu großen Bergen auf. Armeeeinheiten verladen sie auf altmodische Lastwagen und transportieren sie in die Dörfer und Städte, wo die Menschen in Gruppen antreten, um ihre Zuteilungen in Empfang zu nehmen. Auf Handkarren verfrachten sie ihren Kohl nach Hause, stapeln ihn auf Balkonen oder vor der Tür. In den kommenden Tagen werden die Hausfrauen die Blätter in großen Krügen zu Kimchi einlegen, dem Nationalgericht, das in den langen Wintermonaten für viele Nordkoreaner die einzige Vitaminquelle ist, und eine von wenigen Möglichkeiten, dem täglichen Maisbrei ein wenig Geschmack zu verleihen…

Bernhard Bartsch | 25. November 2011 um 05:37 Uhr

 

Schlagobers in Pjöngjang

Im Herzen der nordkoreanischen Hauptstadt gibt es jetzt ein Wiener Café – ein Zeichen, dass die Abschottung des Landes Risse bekommt.

Ein Cappuccino ist kein Politikum, jedenfalls an den meisten Orten der Welt. Doch der Milchschaumkaffee, der neuerdings an Pjöngjangs Kim-Il-Sung-Platz serviert wird, hat einen unverkennbar politischen Beigeschmack – und manche Gäste sagen, dass er gerade deshalb so gut schmeckt. Direkt am Aufmarschfeld im Herzen der nordkoreanischen Hauptstadt hat Ende Oktober ein Wiener Café eröffnet. Ein symbolträchtigeres Gebäude hätte der österreichische Betreiber kaum finden können: das Museum für koreanische Geschichte, ein stalinistischer Repräsentierbau, auf dessen Dach ein zehn Meter hoher Soldat zum Angriff bläst…

Bernhard Bartsch | 22. November 2011 um 03:59 Uhr

 

Grau im Grün

Chinas Pläne, Elektroautos massenhaft auf die Straße zu bringen, gehen nicht auf. Hersteller müssen ihre Prognosen drastisch senken – trotz hoher Subventionen.

Die Prototypen sind alle wieder da, oft in grün oder hellblau, und wo bei anderen Autos die Tanköffnung ist, ragen demonstrativ Stromkabel heraus: Auf der Automobilmesse im südchinesischen Guangzhou zeigen internationale und chinesische Marken einmal mehr ihre Vorbereitung für die Ära der Elektroautos, von denen sich viele die nächste große Revolution der Fahrzeugindustrie versprechen. China spielt dabei eine Schlüsselrolle…

Bernhard Bartsch | 21. November 2011 um 03:47 Uhr

 

„Den ganzen Sommer über geschmolzenes Eis“

Siemens steht in China vor einem Imagedesaster: Ein bekannter Blogger will einen Kühlschrank der Marke öffentlich zerstören, weil er angeblich nichts taugt.

„This is how“, lautet ein Werbespruch von Siemens: So geht’s! Aber so, wie das Unternehmen sich derzeit der chinesischen Öffentlichkeit darstellt, geht es ganz bestimmt nicht. Die Deutschen stehen vor einem Imagedesaster, weil sie eine Qualitätsbeschwerde des populären Bloggers Luo Yonghao ignorierten – oder zumindest nicht so beantworteten, wie dieser und seine Anhänger es sich gewünscht hätten. Aus Rache will Luo nun seinen Siemens-Kühlschrank vor dem Pekinger Firmensitz zertrümmern, unterstützt von anderen Prominenten, die ebenfalls ihre Siemens-Eistruhen mitbringen wollen…

Bernhard Bartsch | 18. November 2011 um 16:26 Uhr

 

IWF warnt vor Chinas Kreditblase

Der Internationale Währungsfonds sieht Risiken im chinesischen Finanzsystem und fordert Reformen. Ein prominenter Ökonom fürchtet, dass es dafür schon zu spät ist.

China gilt vielen als wirtschaftlicher Stabilitätsanker in turbulenten Zeiten. Doch ein neuer Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) warnt vor übertriebenen Erwartungen an die chinesische Krisenresistenz. Der zweitgrößten Wirtschaftsmacht drohe eine Kreditblase, auf die seine Banken schlecht vorbereitet seien. Zwar attestiert der IWF China „bemerkenswerte Fortschritte“, doch bei der Frage, ob die Reformen schnell genug vorangehen, um den wachsenden Gefahren vorzubeugen, sind die Experten skeptisch…

Bernhard Bartsch | 16. November 2011 um 02:59 Uhr

 

Steuerstreit als Performancekunst

Ai Weiweis Machtkampf mit Chinas Regierung geht in die nächste Runde – mit erhöhtem Einsatz auf allen Seiten.

Sie kamen per Post oder Überweisung, wurden unter der Tür durchgeschoben, über die Mauer geworfen oder segelten als Papierflieger in den Hof: Umgerechnet eine Million Euro hat der regimekritische Künstler Ai Weiwei in den vergangenen Wochen mit einem Spendenaufruf eingesammelt und seinen Steuerstreit mit den chinesischen Behörden zu einem öffentlichen Spektakel gemacht, das hunderttausende Chinesen im Internet verfolgen…

Bernhard Bartsch | 15. November 2011 um 13:28 Uhr

 

Frau Zou will wählen

In China herrscht Demokratie, zumindest auf dem Papier. Aber was muss man tun, um sein Kreuz machen zu dürfen – und was hat man davon? Ein Experiment.

„Weswegen ich anrufe, Mama: Hast du schon mal gewählt?“ Am anderen Ende der Leitung herrscht einen Moment lang Stille. „Gewählt?“, kommt es dann ungläubig zurück. „Ja, Volksvertreter gewählt“, sagt Frau Zou. Ihre Mutter denkt eine Weile nach. Stimmt, da war mal was. Wahlen. In den 80er Jahren, als sie noch bei einem Staatsbetrieb arbeitete, wurde die Belegschaft zum Wählen aufgefordert. „Was das sollte, wusste keiner, aber wir haben halt irgendwo ein Kreuz gemacht“, erinnert sich die Dame und fragt ihre Tochter, warum sie das wissen wolle. „Weil ich auch wählen will!“, antwortet Frau Zou…

Bernhard Bartsch | 08. November 2011 um 05:53 Uhr

 

Die überforderte Weltmacht

Je tiefer Europa und die USA in die Krise rutschen, desto höher steigen die Erwartungen an China. Dabei ist auch dort die Wirtschaftswunderstimmung verflogen.

An den Meerjungfrauen wird nicht gespart. Es ist acht Uhr morgens, die wenigen Frühstücksgäste achten kaum auf die jungen Schwimmerinnen in den Nixenkostümen, die hinter der Scheibe des Aquariums zwischen Fischen und Korallen aufreizende Unterwassersaltos schlagen. Der dreißig Meter lange Fischtank bildet eine Wand des Restaurants – doch warum sollte das ein Hingucker sein in einem Hotel, in dem die Lobby ein goldener Rokokosaal von den Ausmaßen einer Messehalle ist, in dem jedes Bad einem gigantischen Kronleuchter Platz bietet und bereits die einfachen Zimmer nicht nur über einen, sondern gleich zwei private Whirlpools verfügen? 750 Suiten und 60 Konferenzsäle hat das Aoweixin-Hotel in der südchinesischen Kleinstadt Zhaoqing. Nur an einem fehlt es: an Gästen…

Bernhard Bartsch | 05. November 2011 um 08:03 Uhr

 

Galaktische Immobilie

China arbeitet am Aufbau einer eigenen Weltraumstation – und hat zum ersten Mal einen deutschen Satelliten ins All befördert.

China liebt Prestigeprojekte und baut sich nun auch im All eine Vorzeige-Immobilie. Das chinesische Raumschiff „Shenzhou 8“ transportierte das zweite Modul für Chinas geplante Weltraumstation „Tiangong“ („Himmelspalast“) in den Orbit. Sollte es gelingen, die Komponente erfolgreich an ein Erstes, Ende September in die Erdumlaufbahn geschossenes Teil anzudocken, hätte die Volksrepublik eine Schlüsseltechnik zum Aufbau einer eigenen bemannten Allstation gemeistert…

Bernhard Bartsch | 02. November 2011 um 07:55 Uhr