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Kein Frieden mit Konfuzius

Chinas Regierung streicht den umstrittenen Friedenspreis. Zu den Nominierten gehörte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Angela Merkel bleibt dieser Tage wenig erspart, doch zumindest die Gefahr einer diplomatischen Peinlichkeit in China ist aus der Welt. Die deutsche Bundeskanzlerin muss nicht mehr befürchten, den umstrittenen Konfuzius-Friedenspreis verliehen zu bekommen, für den sie kürzlich nominiert worden war, zusammen mit Kandidaten wie Russlands Premier Wladimir Putin…

Bernhard Bartsch | 29. September 2011 um 04:19 Uhr

 

Die Partei baut an

Chinas reichster Mann, Baumaschinenunternehmer Liang Wengen, soll Mitglied im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei werden.

„Reichtum ist glorreich“, ermutigte Chinas Reformpatriarch Deng Xiaoping einst seine Landsleute, ihre sozialistischen Glaubenssätze aufzugeben und ungeniert nach materiellem Wohlstand zu streben. Drei Jahrzehnte später nimmt die Kommunistische Partei nun erstmals einen Musterkapitalisten in den inneren Machtzirkel auf: Der Baumaschinenmagnat Liang Wengen, der als Chinas reichster Mann gilt, soll beim Parteikongress im Oktober 2012 Mitglied im Zentralkomitee werden. Das Gremium vereint die 300 mächtigsten Politiker des Landes…

Bernhard Bartsch | 28. September 2011 um 04:10 Uhr

 

Erdbeeren für Pjöngjang

Wem nutzt es, wenn man die Not der Menschen in Nordkorea lindert? Für den deutschen Gartenbauer Karl Fall ist das keine Frage.

Wenn Karl Fall der Wahnsinn mal wieder zu viel wird, setzt er seine Kopfhörer auf und hört Heavy Metal. „Aber das ist gar nicht so häufig nötig“, sagt der 61-Jährige, „jedenfalls längst nicht so häufig, wie man vielleicht denken würde.“ Alle paar Wochen mal, das reicht. Dabei könnte es nicht verwundern, wenn Fall sich öfter in die lärmenden Welten von Motörhead oder Megadeth flüchten und dort wohler fühlen würde als in seiner Alltagsrealität. Seit acht Jahren bemüht sich der Ingolstädter darum, Nahrung für ein Volk zu organisieren, das wohlhabend sein könnte und trotzdem hungert, weil sein Herrscher die Ressourcen des Landes für Atomwaffen und den persönlichen Luxus seines Gefolges verschwendet…

Bernhard Bartsch | 25. September 2011 um 03:04 Uhr

 

Zweifelhafte Ehre

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für den obskuren Konfuzius-Preis nominiert – wegen ihrer Verdienste um den Frieden in Europa.

Die Euro-Rettung wird teuer, aber vielleicht verdient Angela Merkel bald etwas dazu: Wegen ihrer „Verdienste um den Frieden in Europa“ ist die deutsche Bundeskanzlerin für den chinesischen Konfuzius-Preis nominiert, der mit 100 000 Yuan dotiert ist, immerhin 11 300 Euro. Das macht zwar noch keinen Rettungsschirm, aber auch kleine Spenden können helfen, und bei Börsenhändlern stehen chinesische Vertrauensbeweise für die europäische Gemeinschaftswährung ohnehin hoch im Kurs…

Bernhard Bartsch | 20. September 2011 um 02:38 Uhr

 

Abtreibung mit Studentenrabatt

Täglich werden in China 35.000 Kinder abgetrieben. Mangelnde Aufklärung und schlechte medizinische Standards machen Millionen Frauen unfruchtbar.

Die Angst vor dem, was kommt, steht dem Mädchen ins Gesicht geschrieben. Blass und schmal lehnt sie an der Wand, die Augen verheult. Im Arm hält sie eine Puppe, obwohl sie dafür eigentlich schon viel zu alt ist. 14 sei sie, sagt das Mädchen, doch in der einschüchternden Sachlichkeit des Krankenhausflurs fühlt sie sich nicht mehr als Frau, sondern wieder als Kind. Auch der schlaksige Teenager, der verlegen neben ihr steht, ist nicht mehr der junge Mann, der er war, als er seine Mitschülerin vor einigen Wochen zu sich nach Hause lockte…

Bernhard Bartsch | 19. September 2011 um 02:59 Uhr

 

„Dieser Dialog ist Geldverschwendung“

Im Interview kritisiert Anwaltslegende Zhang Sizhi Deutschlands Ergebenheit gegenüber China und sieht dort noch lange keinen Rechtsstaat.

Chinas Rechtssystem produziert derzeit Negativschlagzeilen in Serie. Dutzende Bürgerrechtler und Regimekritiker wurden in den vergangenen Monaten von der Polizei bedroht, verschleppt oder gefoltert. Viele wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Prominentestes Opfer ist der Künstler und Blogger Ai Weiwei, der 81 Tage ohne Anklage festgehalten wurde. Die Frau des inhaftierten Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo ist seit der Ehrung im vergangenen Jahr verschwunden. Neben chinesischen Aktivisten klagen auch ausländische Unternehmen über Chinas politisch dominierte Justiz, etwa wenn die Behörden sich weigern, effektiv gegen Patentrechtsverletzungen vorzugehen. Die Kommunistische Partei behauptet dennoch beharrlich, in ihrem Land gehe es streng nach Recht und Gesetz zu…

Bernhard Bartsch | 17. September 2011 um 08:13 Uhr

 

China braucht sein Geld zu Hause

China erkauft sich mit Devisenreserven globalen Einfluss. Das Volk ist darüber geteilter Meinung.

Einerseits überheblich, andererseits um Hilfe bettelnd: diesen unsympathischen Charakterzug attestieren die Chinesen den Europäern. Wie mit den unhöflichen Bittstellern umzugehen ist – darüber ist man in China geteilter Meinung. Dass die Länder der Eurozone auf Finanzspritzen der devisenreichen Volksrepublik hoffen, sehen führende Staatsmedien als Zeichen Chinas neuer, mächtiger Rolle auf der globalen Bühne. Gleichzeitig warnen sie aber davor, im Ausland freigebig Milliarden zu verteilen, während ein Großteil des eigenen Volkes noch immer nur knapp über der Armutsgrenze lebt…

Bernhard Bartsch | 17. September 2011 um 08:03 Uhr

 

Hart, aber nicht herzlich

Peking wirbt für sein „chinesisches Modell“ eines friedlichen Aufstiegs. Doch China hat in der Welt zwar Bewunderer und Neider, aber kaum echte Freunde.

China gibt derzeit den Weltenretter. Die Volksrepublik will der angezählten Eurozone eine „helfende Hand“ entgegenstrecken, verspricht Premier Wen Jiabao. Die Dankbarkeit, mit der sein Angebot in Europa und an den Aktienmärkten angenommen wird, erfüllt die Chinesen mit patriotischem Stolz. Genüsslich berichten die Staatsmedien, wie einst mächtige Nationen, die China gerade noch Ratschläge in Sachen Reformen und Menschenrechte erteilten, nun als Bittsteller dastehen…

Bernhard Bartsch | 16. September 2011 um 03:00 Uhr

 

Chinesischer Rettungsschirm

China stellt Europa Finanzhilfe in Aussicht und fordert im Gegenzug den Marktwirtschaftsstatus. Das würde Dumping-Klagen gegen „Made in China“ erschweren.

Der sprichwörtliche „reiche Onkel aus Amerika“ ist Vergangenheit – die neuen reichen Onkel sitzen in China. Das ist zumindest die Rolle, die viele Europäer sich von der Volksrepublik erhoffen und welche die Chinesen gerne spielen. Regierungschef Wen Jiabao, Herr über die höchsten Devisenreserven der Welt, erneuerte am Mittwoch sein Versprechen, den finanziell angezählten Euro-Staaten unter die Arme zu greifen…

Bernhard Bartsch | 14. September 2011 um 02:50 Uhr