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Juni, 2011 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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„Feindliche Mächte wollen China schaden“

Interne Dokumente der Kommunistischen Partei zeigen, wie sehr Chinas Führung die Ausbreitung westlicher Ideen fürchtet. Der Staatsapparat soll deshalb zu einer Festung gegen Kritik und Meinungsfreiheit werden.

Über die größten Probleme spricht man am besten im kleinsten Kreis: In der eleganten Liebermann-Villa am Wannsee speisten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao am Montagabend, begleitet nur von einer Handvoll enger Vertrauter. Themen, bei denen offene Worte nottun, gibt es reichlich, von den Menschenrechten über Wirtschaftsstreitigkeiten bis hin zur Reform des globalen Finanzsystems. Doch wie offen Wen mit Merkel über Chinas Positionen und Pläne reden kann, ist fraglich. Denn auch in Peking werden die wichtigsten Fragen nur im innersten Führungszirkel diskutiert, und viele der dort vertretenen Ansichten sind keineswegs für die Öffentlichkeit bestimmt. 

So etwa der Inhalt des Kommuniqués, welches das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei am 5. März verschickte…

Bernhard Bartsch | 28. Juni 2011 um 02:42 Uhr

 

Die chinesische Herausforderung

Chinas Aufstieg stellt die Vormachtstellung des Westens in Frage. Doch wie stark die Chinesen künftig unser Leben beeinflussen können, liegt vor allem an uns selbst.

Im Winter 1907 erhielt der britische Außenminister Edward Grey zwei Strategiepapiere für den Umgang mit dem erstarkenden Deutschland. Das eine warnte vor den deutschen Großmachtambitionen, das andere setzte auf gutnachbarschaftliche Beziehungen. Die gegensätzlichen Standpunkte wurden einige Monate lang diskutiert und dann beide als „geheim“ abgeheftet. Sieben Jahre später brach der erste Weltkrieg aus. Der englische Strategiestreit steht als Lehrstück am Ende des neuen Buches des ehemaligen US-Außenministers Henry Kissinger, das die Welt auf die Umwälzungen im globalen Mächtegleichgewicht einschwören soll und folgerichtig den Titel „China“ trägt…

Bernhard Bartsch | 27. Juni 2011 um 02:35 Uhr

 

Freilassung in den Hausarrest

China entlässt Bürgerrechtler Hu Jia aus der Haft. Ein Gastgeschenk zu Wen Jiabaos Berlin-Besuch ist das nicht: Hu musste seine Strafe bis zum letzten Tag absitzen.

An den Fall Hu Jia wird Angela Merkel sich gut erinnern. Im Oktober 2008 saß die Bundeskanzlerin in Peking Chinas Regierungschef Wen Jiabao gegenüber, als in Brüssel das EU-Parlament beschloss, seinen Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit dem inhaftierten Menschenrechtler Hu Jia zu verleihen. Die Chinesen waren empört und Merkels Bemühungen, ein Jahr nach ihrem Kanzleramtsempfang für den Dalai Lama Pekings Vertrauen zurückzugewinnen, vergeblich…

Bernhard Bartsch | 26. Juni 2011 um 11:47 Uhr

 

Frei, aber stumm

Der Künstler Ai Weiwei zahlt für seine Freiheit einen hohen Preis: Der einst wortgewaltige Regimekritiker muss mindestens ein Jahr lang schweigen.

Ai Weiwei sieht gut aus. In knapp drei Monaten Haft hat der schwergewichtige Künstler abgenommen und er strahlt wie an seinen glücklichsten Tagen. Am späten Mittwochabend war der renommierte Künstler überraschend gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden. In den Stunden nach seiner Heimkehr zeigte er sich mehrfach in der Öffentlichkeit und begrüßte Journalisten, die noch nachts zu seinem Studio im Pekinger Kreativenviertel Caochangdi geeilt waren. „Es geht mir gut“, erwiderte Ai allen, die ihn anriefen oder per SMS zu seiner Freilassung beglückwünschten. Dabei ist eigentlich gar nichts gut…

Bernhard Bartsch | 23. Juni 2011 um 14:18 Uhr

 

Ai Weiwei kommt frei

Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei ist überraschend aus der Haft entlassen worden. Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung.

80 Tage saß er in Haft – nun ist der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei gegen Kaution freigelassen worden. Das berichtete die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua am späten Mittwochabend. Die Freilassung wurde damit begründet, dass Ai ein Geständnis wegen Steuerhinterziehung abgelegt habe und unter chronischen Krankheiten – Diabetes und Bluthochdruck – leide. Ai war am 3. April am Pekinger Flughafen wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen festgenommen worden. Unter Chinakennern herrscht allerdings Konsens, dass hinter Ais Verhaftung politische Motive stehen…

Bernhard Bartsch | 22. Juni 2011 um 17:53 Uhr

 

100 Tage Fukushima: Bittere Bilanz

Fukushima wird in den globalen Wortschatz eingehen – als Inbegriff für die Gefahren der Atomenergie, aber auch als Symbol für Japans Niedergang.

Der Name der japanischen Präfektur Fukushima – Heimat von zwei Millionen Menschen, weltweit erfolgreichen Hightech-Unternehmen und vielfach prämierten Birnen – wird nie wieder so klingen wie früher. Am Sonntag ist es hundert Tage her, dass ein Erdbeben und ein Tsunami dafür gesorgt haben, dass die dadurch ausgelöste Nuklearkatastrophe Fukushima in den globalen Wortschatz eingehen musste. Der Name erscheint als Inbegriff für die Gefahren der Atomenergie, aber auch als Symbol für den Niedergang eines Landes, das einst zur Avantgarde des Fortschritts gehörte und nun den Anschluss zu verlieren droht…

Bernhard Bartsch | 18. Juni 2011 um 15:23 Uhr

 

Geklonte Idylle

Kopien westlicher Wahrzeichen und Städte werden in China immer beliebter. Nun wird das Unesco-Weltkulturerbe Hallstatt nachgebaut.

Im Salzkammergut, da ka’mer gut lustig sein“, besingt ein alter Schlager jene österreichische Ferienregion, in der das malerische Hallstatt liegt. Der Text könnte sich bald aber auch genau so gut als Werbespruch für ein chinesisches Immobilienprojekt eignen. In Südchina entsteht derzeit ein Nachbau des 900-Einwohner-Ortes, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört und dessen Kopie bald als Wohnanlage für reiche Chinesen dienen soll…

Bernhard Bartsch | 17. Juni 2011 um 02:49 Uhr

 

Strategische Perlenkette

China erweitert mit einem Flugzeugträger seine Machtposition – sehr zum Ärger der Nachbarn.

Andeutungen zirkulieren schon seit Jahren und Fotos seit Monaten, doch erst jetzt hat sich Chinas Volksbefreiungsarmee offiziell zu ihrem aufsehenerregendsten Rüstungsprojekt bekannt. „China baut einen Flugzeugträger“, erklärte Generalstabschef Chen Bingde vergangene Woche, „er ist aber noch nicht fertig.“ Der knappe Satz ist nichts weniger als die Bestätigung, dass die Volksrepublik auch auf den Weltmeeren den Status einer Großmacht beansprucht…

Bernhard Bartsch | 16. Juni 2011 um 03:31 Uhr

 

Teurer als die Partei erlaubt

Die Inflation macht auch vor China nicht halt und steigt auf 5,5 Prozent. Die Regierung fürchtet soziale Spannungen – trotz Wachstumsraten von fast zehn Prozent.

Wenn Pekings Propagandabehörden chinesischen Medien Direktiven schicken, wie über ein bestimmtes Thema zu berichten ist, handelt es sich stets um politisch sensible Probleme. Auch die Inflation gehört derzeit zu den sogenannten „heißen Punkten“: Seit Monaten sorgen sich die Chinesen um die steigenden Preise für Fleisch, Reis sowie andere Lebensmittel und Alltagsgüter. Die Kommunistische Partei befürchtet, dass die Inflationsangst soziale Spannungen anheizen könnte und hält Journalisten deshalb an, in ihren Berichten über die Teuerung stets um Vertrauen für die Maßnahmen der Regierung zu werben…

Bernhard Bartsch | 14. Juni 2011 um 13:33 Uhr