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Februar, 2011 | Bernhard Bartsch

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Demo der Schaulustigen

Mit Polizeigroßeinsätzen und Pressezensur will Peking neue „Jasmin-Demonstrationen“ verhindern – und führt die Proteste just damit zum Erfolg.

Kann man eine Demonstration ohne Demonstranten veranstalten? Chinesische Regimekritiker haben am Sonntag gezeigt, wie das geht: Hunderte hochnervöse Polizisten und dutzende ausländische Journalisten versammelten sich am Sonntagnachmittag vor einem McDonald’s-Restaurant in Pekings zentraler Fußgängerzone Wangfujing und wurden damit selbst zu Protagonisten von Chinas zweiter „Jasmin-Kundgebung“…

Bernhard Bartsch | 27. Februar 2011 um 17:21 Uhr

 

Weckruf aus Libyen

Peking will 36 000 Chinesen aus Libyen evakuieren. Doch neben seinen Bürgern fürchtet China auch um lukrative Verträge mit Ghadhafi und anderen Diktatoren.

Zu den vielen politischen Zusammenhängen, die durch die Volksaufstände in Nordafrika und dem Nahen Osten ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gelangen, gehören auch die Verstrickungen, die sich hinter der Zahl 36 000 verbergen. 36 000 Chinesen arbeiteten in Libyen, bevor dort die Revolte gegen Ghadhafi ausbrach. Doch was machen 36 000 chinesische Niedriglohn-Arbeiter in einem Land, dessen Bevölkerung aus Verzweiflung über Armut und Arbeitslosigkeit den blutigen Aufstand gegen seinen Diktator wagt?

Bernhard Bartsch | 26. Februar 2011 um 16:42 Uhr

 

Chinas Durst nach Jasmintee

Chinas Aktivisten wollen die arabischen Revolten kopieren. Doch die Kommunistische Partei ist auf Proteste besser vorbereitet als die Diktatoren im Nahen Osten.

Jasmintee ist in China ein beliebtes Getränk, doch wer sich öffentlich dazu bekennt, droht neuerdings ins Visier der Staatssicherheit zu geraten. Denn seit Tunesiens «Jasminrevolution» im Januar die Herrschaft des Autokraten Ben Ali beendet und die anhaltende Protestwelle im Nahen Osten losgetreten hat, benutzen chinesische Regimekritiker den Blumentee als Codewort für Widerstand gegen die Kommunistische Partei…

Bernhard Bartsch | 21. Februar 2011 um 03:06 Uhr

 

Großes Rad statt kleiner Schrauben

Chinas Regierung glaubt an die Macht der Technik. Megaprojekten sollen die Umwelt retten, die Wasserversorgung sicherstellen und die Energieversorgung sichern.

Wie aberwitzig muss ein Plan sein, um als unrealisierbar zu gelten in einem Land, das schon in vorchristlichen Zeiten seine Grenze mit einer über 6000 Kilometer langen Mauer zu sichern begann und im 6. Jahrhundert einen 1800 Kilometer langen Kanal aushob, damit Reis per Schiff aus dem fruchtbaren Süden in die Hauptstadt Peking transportiert werden konnte? Wang Xiushuns Vorhaben scheint jedenfalls plausibel genug, um seit mehreren Jahren Chinas höchste Politiker zu beschäftigen…

Bernhard Bartsch | 19. Februar 2011 um 03:03 Uhr

 

Die blauen Ratten von Xintang

Firmen aus aller Welt lassen in der chinesischen Provinz Guangdong Jeans und Dessous produzieren – mit katastrophalen Folgen für Mensch und Natur.

Yu Li hat die Hände eines Außerirdischen. „Wie ein blauer Alien“, sagt er, als er sie zu Krallen formt. Die blaue Farbe reicht bis an seine Unterarme und lässt sich schon lange nicht mehr abwaschen. Doch daran hat sich Yu Li, Ende dreißig, ebenso gewöhnt wie an den Juckreiz, den die Chemikalien auf seiner aufgeweichten Haut auslösen. Zwölf Stunden steht er jeden Tag an einer großen Waschtrommel, in der Jeans mit Lavasteinen und Bleichmitteln geschleudert werden, um ihnen den Stone-Washed-Look zu verleihen. Pro Schicht gehen Tausende Jeans durch seine Hände. Am Monatsende bekommt er dafür 1800 Yuan, umgerechnet rund 200 Euro…

Bernhard Bartsch | 17. Februar 2011 um 03:16 Uhr

 

Schlägertrupps gegen ausländische Journalisten

Banden verhindern Besuche bei festgesetztem Menschenrechtsanwalt. Der Dissident Chen Guangcheng steht nach seiner Haftentlassung faktisch unter Hausarrest.

Er ist blind, mittellos und erst kürzlich aus dem Gefängnis freigekommen, doch Chinas Behörden haben vor Chen Guangcheng offenbar so viel Angst, dass sie Schlägertrupps einsetzen, um ihn von der Aussenwelt abzuschirmen. In den vergangenen Tagen sahen sich mehrere ausländische Journalisten in Chens ostchinesischem Heimatdorf Dongshugu mehrköpfigen Banden gegenüber, die mit Steinen warfen, Kameras zerstörten, Ausweise entwendeten und Autos beschädigten…

Bernhard Bartsch | 16. Februar 2011 um 03:09 Uhr

 

China holt Silber

China löst Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft ab – und könnte um 2025 auch die USA überholen.

Die Weltwirtschaft ist nicht die Fußball-Bundesliga. Trotzdem verfolgen auch Ökonomen gerne Ranglisten und diskutieren statistische Auf- oder Abstiege. Vielen gilt es deshalb als historische Zäsur, dass China im vergangenen Jahr Japan als zweitgrößte Wirtschaftsmacht abgelöst hat. Die Japaner hatten den Rang hinter den USA 42 Jahre inne…

Bernhard Bartsch | 14. Februar 2011 um 04:03 Uhr

 

Hosni wer?

Chinas Propagandabehörden haben Berichte über Ägyptens Volksaufstand weitgehend zensiert – aus Angst vor Nachahmung im eigenen Land.

Der Sturz von Hosni Mubarak ist derzeit das wichtigste weltpolitische Gesprächsthema, doch in den chinesischen Nachrichten spielt der Name des geschassten Diktators kaum eine Rolle. Schon vor Wochen wurden Chinas Staatsmedien angewiesen, die Berichterstattung über die ägyptische Revolte auf ein Minimum zu reduzieren und sich strikt an die Vorgaben der zentralen Nachrichtenkanäle zu halten…

Bernhard Bartsch | 13. Februar 2011 um 05:21 Uhr

 

Der Schachspieler

Wang Keqin ist Chinas berühmtester Enthüllungs-Reporter. Ein gefährlicher Job, bei dem es darauf ankommt, die Züge der Gegner so gut wie möglich zu berechnen.

„Wenn wir diesen Artikel nicht drucken, finde ich keinen Frieden mehr.“ An diesen Satz seines Chefredakteurs aus dem vergangenen Januar erinnert sich Wang Keqin gern. Sie saßen sich damals gegenüber, in wattierte Mäntel gehüllt, denn die Heizung kam gegen den Pekinger Winter nicht an. Bao Yueyang, der Chefredakteur, hatte gerade den Entwurf einer Reportage gelesen, für die Wang sechs Monate lang recherchiert hatte. Sie enthielt Enthüllungen, von denen Leben und Gesundheit Hunderttausender Menschen abhingen. Enthüllungen, mit denen Bao und Wang nicht nur ihre eigenen Karrieren, sondern auch die Existenz ihrer Zeitung aufs Spiel setzen würden. Enthüllungen, wie sie in China noch kein Medium zu veröffentlichen gewagt hatte…

Bernhard Bartsch | 04. Februar 2011 um 14:06 Uhr

 

Der Herr der roten Umschläge

Chen Guangbiao will Chinas größter Wohltäter sein – nur seine Familie bekommt nichts ab.

Rote Umschläge gehören zum chinesischen Neujahrsfest wie Feuerwerk und Jahrestiere. Die Kuverts in der Glücksfarbe, in denen Geldgeschenke überreicht werden, nützen nach traditioneller Vorstellung nicht nur dem Empfänger; der Schenker darf erwarten, dass ihm seine Großzügigkeit durch gute Geschäfte vielfach vergolten wird. Ist an diesem Volksglauben tatsächlich etwas dran, dann wird der chinesische Multimillionär Chen Guangbiao im Jahr des Hasen seinen Reichtum weiter vermehren…

Bernhard Bartsch | 03. Februar 2011 um 13:39 Uhr

 

Kims Hunger nach Diplomatie

Südkorea will wieder mit dem Norden verhandeln, doch die Annäherung ist umstritten.

Süd- und Nordkorea nähern sich an – oder demonstrieren zumindest ihren guten Willen, nach einem Jahr auf Eskalationskurs wieder zur Diplomatie zurückzukehren. Am 8. Februar sollen sich Armeevertreter im Waffenstillstandsdorf Panmunjom treffen. Auch andere Kontakte würden auf Arbeitsebene wieder aufgenommen, sagte Südkoreas Präsident Lee Myung Bak…

Bernhard Bartsch | 02. Februar 2011 um 13:29 Uhr