Warning: Use of undefined constant BASE_URL - assumed 'BASE_URL' (this will throw an Error in a future version of PHP) in /kunden/193953_76835/www/web11/html/wp-content/plugins/wp-social-share-privacy-plugin/wp-social-share-privacy.php on line 12
Dezember, 2010 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

RSS Home | Archiv | ImpressumKontakt

Schenken auf Chinesisch

Was tun mit ungewollten Geschenken? In China gibt es dafür eine eigene Industrie – und das Geschäft mit Gebrauchtpräsenten floriert.

Von China lernen heißt Pragmatismus lernen: Während hierzulande zur Weihnachtszeit viele Menschen mit der Frage ringen, was sie mit all den ungewollten Geschenken anfangen sollen, lösen die Chinesen das Problem mit einer eigenen Industrie. Hässliche, nutzlose oder doppelte Präsente gibt es in China nicht, nur billige und teure…

Bernhard Bartsch | 27. Dezember 2010 um 02:20 Uhr

 

Gott auf der Müllkippe

Unter Chinas Wanderarbeitern findet das Christentum viele Anhänger. Sie wissen, was es bedeutet, ein Kreuz zu tragen.

Das Kreuz ist auf eine Kiste gemalt, die auf einem abgewetzten Tischchen steht. Davor sitzen eng gedrängt zwei Dutzend Menschen in wattierten Wintermänteln. „Glauben findet nicht in prächtigen Gebäuden statt, sondern in unseren Herzen“, erklärt Missionar Jia. „Wir Christen wissen, dass Gott zu uns Menschen kommt – keine andere Religion hat einen solchen Gott.“ Die Stimmung ist aufgewühlt, es wird viel geweint, und jedes Amen bricht aus den Gläubigen heraus wie ein Befreiungsschrei…

Bernhard Bartsch | 25. Dezember 2010 um 17:41 Uhr

 

Wo Raupen Seide tragen

Schals, Pyjamas und Krawatten aus Seide sind beliebte Weihnachtsgeschenke. Sie sind erschwinglich, weil Chinas Bauern arm sind – noch.

Dass es so weit kommen würde, hätte in Chengsheng niemand gedacht. „Das wäre doch alles wieder ins Lot gekommen“, meint Dorfbürgermeister Lu Yuanjing und schaut auf die kleine Steinbrücke, von der Cui Chunfen in den Tod sprang. Das Gewässer ist nicht breiter als acht Meter, doch da die Schaulustigen, die den nächtlichen Showdown auf der Brücke verfolgt hatten, ebenso wenig schwimmen konnten wie Cui, kam niemand der Bäuerin zur Hilfe…

Bernhard Bartsch | 15. Dezember 2010 um 16:53 Uhr

 

Der ängstliche Riese

Der Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo stellt die Kommunistische Partei Chinas erneut vor die Frage, wie lange sie politische Reformen noch hinauszögern kann.

Am vergangenen Sonntag erreichte Chinas Albtraum Zhangjiagang, eine 100000-Einwohner-Stadt in der ostchinesischen Provinz Jiangsu. Mehrere Dutzend Menschen versammelten sich vor dem Volkskrankenhaus Nummer 1, um Blumen im Gedenken an einen fünfjährigen Jungen niederzulegen, der mit Grippesymptomen eingeliefert worden war und nach einer Spritze innerhalb weniger Stunden starb. Sein Tod löste Gerüchte aus, das Hospital verwende gefälschte oder verdorbene Medikamente und vertusche nun den Skandal…

Bernhard Bartsch | 10. Dezember 2010 um 05:33 Uhr

 

Konfuzius und die Clowns

Einen Tag vor der Nobelpreiszeremonie in Oslo vergibt China einen eigenen Friedenspreis. Geehrt wird Taiwans Chefunterhändler mit der Volksrepublik.

Als der Friedensnobelpreis 1936 dem inhaftierten deutschen Schriftsteller und Pazifisten Carl von Ossietzky zugesprochen wurde, der mit Enthüllungsberichten über die verbotene Aufrüstung der Reichswehr den Zorn der Nazis auf sich gezogen hatte, stiftete Adolf Hitler kurzerhand eine Gegenauszeichnung. „Um für alle Zukunft beschämenden Vorgängen vorzubeugen, verfüge ich mit dem heutigen Tage die Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft“, hieß es in einem Führererlass. An diesem Freitag wird zum ersten Mal seit 1936 ein Friedensnobelpreisträger seine Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen können, weil er als Regimefeind im Gefängnis sitzt…

Bernhard Bartsch | 09. Dezember 2010 um 03:56 Uhr

 

Asiens Elitemaschine

Schüler aus Shanghai und Südkorea belegen in der Pisa-Studie die Spitzenplätze. Das Erfolgsrezept: Lerndisziplin, ehrgeizige Eltern und viel Geld.

Das ostasiatische Bildungssystem ist der Gewinner der jüngsten Pisa-Studie. Die Schüler aus Shanghai, Hongkong und Südkorea belegten die Spitzenplätze, auch Japan und das chinesisch geprägte Singapur liegen weit über dem OECD-Durchschnitt. Damit brilliert im internationalen Leistungsvergleich wieder einmal ein System, das im Ausland vor allem mit Druck und Drill in Verbindung gebracht wird…

Bernhard Bartsch | 08. Dezember 2010 um 03:21 Uhr

 

Pekings liebster Feind

Chinas Kommunistische Partei nutzt die Verleihung des Friedensnobelpreises am kommenden Freitag für eine antiwestliche Kampagne.

„Frau Lehrerin, warum hassen die Westler uns Chinesen?“ Die Frage kommt in aller Unschuld. Eine Stunde lang sind die Grundschüler durch Yuanmingyuan gelaufen, die ehemalige Sommerresidenz der chinesischen Kaiser in Peking, von der heute nur noch Trümmer zu sehen sind. 1860 schleiften britische und französische Truppen den Palast, um dem abgeschlossenen Reich eine Lektion in Sachen offene Märkte zu erteilen – heute lernen Schüler hier Geschichte…

Bernhard Bartsch | 07. Dezember 2010 um 03:52 Uhr

 

Jugend forscht

Wie ein elfjähriger Schüler einen chinesischen Lebensmittelskandal aufdeckte.

Soll man glauben, was in der Zeitung steht? Nein, fand Zhang Hao, jedenfalls nicht wenn es um seine Leibspeise geht: Pilze. Weil chinesische Medien im Frühjahr berichtet hatten, dass Pilze häufig mit Bleichmitteln aufgehellt werden, hatte seine Mutter sie kurzerhand aus ihrer Küche verbannt, sehr zum Verdruss des Pekinger Grundschülers. Um seine Mutter eines Besseren zu belehren, startete der Elfjährige seine eigene Untersuchung…

Bernhard Bartsch | 06. Dezember 2010 um 03:52 Uhr

 

Chinas verbotene Bücher

Der Hongkonger Verleger Bao Pu veröffentlicht Enthüllungsbücher über die Kommunistische Partei. Leser sind vor allem Chinas Eliten.

Der Bucheinband landet gleich im Papierkorb. Er zeigt einen älteren Herren mit einer mächtigen Hornbrille und einem Gesichtsausdruck, der zwischen Spott und Sorge liegt. Die Kundin weiß, dass sie mit seinem Bild lieber nicht im chinesischen Zoll auffallen sollte. Also schnell weg damit…

Bernhard Bartsch | 04. Dezember 2010 um 10:55 Uhr