Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Die Knoblauchblase

Knoblauch ist in China zum heißen Spekulationsobjekt geworden – dank Finanzkrise und Schweinegrippe.

Frau Wens Imbiss am Tuanjiehu, dem “Solidaritäts-Teich” in der Pekinger Oststadt, ist eine beliebte Adresse für rustikale Hausmannskost. Nachbarn, die selbst keine Zeit zum Kochen haben, können sich dort für wenig Geld den Magen füllen. Auf den Tischen stehen verschmierte Töpfe mit Koriander und Chili, Sojasoße und Essig. Bis vor kurzem gehörten auch gestampfter Knoblauch und eingelegte Zehen zum Selbstbedienungssortiment. Aber die gibt es inzwischen nur noch auf Nachfrage und in kleinen Mengen…

Bernhard Bartsch | 14. Januar 2010 um 09:53 Uhr

 

Nicht mehr böse

Google will sich nicht länger den chinesischen Zensurbestimmungen unterwerfen – und dem größten Computermarkt der Welt notfalls ganz den Rücken kehren.

“Um 11:45 Uhr möchte ich Google Blumen überreichen, wer macht mit?” lautete die Nachricht, die ein chinesischer Internetnutzer mit dem Codenamen “Richter Li” auf seiner Twitterseite veröffentlichte. Gut eine Stunde später stehen 30 junge Chinesen mit Sträußen vor dem Pekinger Bürohaus, in dem der US-Internetkonzern sein China-Hauptquartier hat. “Wir sind stolz auf Google”, sagt eine Frau, die als Programmiererin für den chinesischen Konkurrenten Sina arbeitet…

Bernhard Bartsch | 13. Januar 2010 um 23:46 Uhr

 

Strafpunkte für Spucker

Die chinesische Stadt Guangzhou will unkultiviertes Verhalten hart bestrafen – bis hin zum Verlust der Wohnung.

Die Chinesen sind ein großes Kulturvolk – nur benehmen sie sich nicht immer so: Spucken ist in der Volksrepublik so weit verbreitet, dass die Unsitte zu den festen Bestandteilen des weltweiten Chinabilds gehört. Weil den Chinesen ihr unappetitlich beflecktes Image peinlich ist und das öffentliche Rachenputzen die Ausbreitung gefährlicher Krankheiten beschleunigt, versucht die Regierung immer wieder, mit Kampagnen die gute Kinderstube zu ersetzen…

Bernhard Bartsch | 08. Januar 2010 um 10:08 Uhr

 

Vereinigte Staaten von Asien

China und die ASEAN-Staaten gründen die drittgrößte Freihandelszone der Welt. Doch die Pläne für den asiatischen Integrationsprozess gehen noch viel weiter.

Den Anfang machten die Drachenfrüchte: In den frühen Morgenstunden des ersten Tages im neuen Jahr überquerte eine Kolonne vietnamesischer Lastwagen die Grenze nach China und fuhren mit Dutzenden Tonnen des rosa-grünen Obstes auf den Großmarkt der Hafenstadt Pingxiang. Dort dokumentierten nicht nur die Händler die neue Lieferung, sondern auch ein Korps chinesischer Journalisten, die den Drachenfruchttransport als symbolischen Beginn für eine neue Ära wirtschaftlicher Zusammenarbeit auserkoren hatten…

Bernhard Bartsch | 05. Januar 2010 um 10:01 Uhr

 

Zug um Zug

China will nicht länger globaler Lieferant für Billigwaren sein und steckt Milliarden in die Entwicklung eigener Technologien.

Deutschland hat den ICE, Frankreich den TGV und Japan seinen Shinkansen. Nun verfügt auch China über einen eigenen Hochgeschwindigkeitszug, und zwar einen, der alle Konkurrenten überholt: Bis zu 350 Stundenkilometer erreicht der “Zidan” (wörtlich: Geschoss), der seit Ende Dezember zwischen der südchinesischen Metropole Guangzhou und der Jangtse-Stadt Wuhan verkehrt…

Bernhard Bartsch | 04. Januar 2010 um 10:05 Uhr