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Januar, 2010 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Entsetzt und verletzt

Chinas Intellektuelle diskutieren im Internet über das harsche Urteil gegen den Demokratieaktivisten Liu Xiaobo.

Als Chinas Kommunistische Partei Ende Dezember den Dissidenten Liu Xiaobo zu elf Jahren Haft verurteilte, war sie auf harsche Kritik ausländischer Medien und Politiker vorbereitet. Sollte die Pekinger Führung jedoch gehofft haben, zumindest im eigenen Land die Debatte über Lius Demokratiemanifest „Charta 08“ beenden zu können, so hat sie sich getäuscht…

Bernhard Bartsch | 30. Januar 2010 um 05:35 Uhr

 

Klemmender Mythos

Toyota muss wegen klemmender Gaspedale bis zu acht Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Es ist der größte Image-Unfall in der Konzerngeschichte.

„Nichts ist unmöglich. Toyota“ lautet der Werbeslogan des weltgrößten Autobauers. Nun ist tatsächlich das scheinbar Unmögliche eingetreten: Die Japaner, die über drei Jahrzehnte lang branchenweit den Ruf der zuverlässigsten Produktionsqualität genossen, müssen bis zu acht Millionen Autos aus dem Verkehr ziehen und mit dem größten Image-Unfall der Konzerngeschichte rechnen…

Bernhard Bartsch | 29. Januar 2010 um 05:20 Uhr

 

Ewige Wiederkehr

Der Dalai Lama schickt Abgesandte in die Volksrepublik. Doch auch diesmal sind die Erwartungen an die Gespräche gering.

Das Rad der ewigen Wiederkehr gehört zu den zentralen Glaubenssätzen des Buddhismus: Alles passiert in unendlichen Repetitionen, zwar in stets neuen Variationen, aber letztlich trotzdem immer gleich. Auch die Gespräche zwischen den Exiltibetern und der chinesischen Regierung gleichen diesem Muster. Seit Jahren treffen sich Abgesandte des Dalai Lama und der Kommunistischen Partei, um eine Einigung in der Tibetfrage zu erörtern – bisher jedes Mal vergeblich…

Bernhard Bartsch | 27. Januar 2010 um 05:55 Uhr

 

Tritt auf die Kreditbremse

Peking zieht in der Geldpolitik die Zügel an und schaltet vom Krisenmodus zurück in den Kampf gegen eine Überhitzung der Konjunktur.

Als im Herbst 2008 die Finanzkrise über die Welt hineinbrach, befand sich China mitten im Dauerkampf gegen die Überhitzung der Konjunktur. 16 Monate und einen globalen Jahrhunderteinbruch später machen Pekings Wirtschaftslenker nun dort weiter, wo sie aufgehört haben…

Bernhard Bartsch | 27. Januar 2010 um 05:45 Uhr

 

Mord im Namen des Volkes

In einem chinesischen Dorf gilt ein 18-Jähriger als Held, weil er den korrupten Parteisekretär erstochen hat.

„Es war ein guter Stich“, sagen die Leute und heben die Daumen. Die Messerspitze traf Parteisekretär Li Shiming direkt ins Herz, er brach auf der Stelle tot zusammen. Der Täter, der 18-jährige Zhang Xuping, war schnell gefasst. Mehrere Anwohner hatten ihn davonlaufen sehen und wiesen den Polizisten den Weg. Doch heute ärgern sich einige, dass sie damals nicht die Geistesgegenwart besaßen, die Beamten in die falsche Richtung zu schicken. Zwar war der Stich ins Herz von Parteisekretär Li eine Art Auftragsmord. Die Bezahlung: Handy-Guthabenkarten im Wert von 1 000 Yuan (100 Euro)…

Bernhard Bartsch | 26. Januar 2010 um 05:26 Uhr

 

Autos aus China – nächster Versuch

Chinas größter Autobauer SAIC will mit eigenen Fahrzeugen in Europa Fuß fassen – unter der britischen Traditionsmarke MG.

Der „Landwind“ hat es nicht geschafft, auch nicht der „Brilliance“ oder der „Great Wall“. Trotzdem startet Chinas Automobilindustrie einen neuen Versuch, um auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Die Shanghai Automotive Industry Corp. (SAIC), größter Fahrzeughersteller der Volksrepublik, will noch in diesem Jahr in Europa mit dem Verkauf eigener Autos beginnen und wird dafür das Label der britischen Traditionsmarke MG bemühen, die SAIC seit 2005 besitzt…

Bernhard Bartsch | 25. Januar 2010 um 05:42 Uhr

 

China wächst – aber wohin?

Chinesisches BIP legte 2009 um 8,7 Prozent zu. Doch ein Teil der staatlichen Konjunkturspritzen fließt in neue Spekulationsblasen.

James Chanos lebt davon, gegen den Trend zu denken. Vor neun Jahren hat der amerikanische Hedgefonds-Manager ein Vermögen verdient, als er zum richtigen Zeitpunkt auf einen Kursverfall der Aktie des Energiekonzerns Enron wettete. Seitdem wird seinen Prognosen in Investorenkreisen Gewicht beigemessen, weshalb es für ein gewisses Aufsehen sorgte, als Chanos kürzlich über den Absturz der chinesischen Wirtschaft orakelte. Der Immobilienmarkt sei völlig überhitzt, sagt Chanos, und die Volksrepublik sei deshalb „wie Dubai mal tausend – oder schlimmer“…

Bernhard Bartsch | 22. Januar 2010 um 05:51 Uhr

 

Rot stoppt blau

Chinas Zensoren bremsen „Avatar“ aus. Die Geschichte der blauen Rebellen weckte bei den Chinesen politisch unkorrekte Assoziationen.

Chinas Zensoren haben offenbar noch freie Kapazitäten: Mitten im Streit um Googles möglichen Rückzug aus der Volksrepublik haben die Behörden sich mit einem zweiten großen US-Konzern angelegt: dem Filmverleiher 21. Century Fox.Dessen Blockbuster „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ soll trotz gewaltigen Besucheransturms aus der Mehrheit der chinesischen Kinos verschwinden…

Bernhard Bartsch | 19. Januar 2010 um 15:45 Uhr

 

Chuzpe statt Change

Chimerica muss warten: Peking will keinen Schulterschluss mit Washington – und beschert Obama eine der größten Pleiten seines ersten Präsidentschaftsjahres.

„No, you can’t“ – das ist die Botschaft, die Barack Obama kurz vor Ende seines ersten Präsidentschaftsjahres aus China erhalten hat. Bei den Klimaschutzverhandlungen in Kopenhagen bescherte Peking dem international gefeierten Politsuperstar eine seiner schmerzlichsten Pleiten: Nicht nur verweigerte Chinas Premier Wen Jiabao Obama den erhofften Minimalkompromiss und zeigte dem sogenannten „mächtigsten Mann der Welt“ die engen Grenzen seines Handlungsspielraums auf…

Bernhard Bartsch | 19. Januar 2010 um 09:53 Uhr

 

„Ich spekuliere nur“

Chinas Starblogger Han Han malt sich aus, wie weit Chinas Zensoren wohl gehen werden, um die Kontrolle über das Internet aufrecht zu erhalten. Eine Satire.

Wenige Tage, nachdem Google im Streit um Hackerangriffe und gefilterte Suchergebnisse seinen Rückzug aus China angekündigt hat, veröffentlicht der Schriftsteller, Blogger und Autorennfahrer Han Han auf seinem Blog eine Zensursatire. Nur wenige Stunden nach ihrer Veröffentlichung wird sie von den Behörden gelöscht. Mit Genehmigung des Autors hier eine gekürzte Version:

Jahr 2010: China beginnt eine Internet-Säuberungskampagne mit dem Slogan: „Wen man drei Tage lang nicht haut, der steigt einem aufs Dach.“ (Chinesisches Sprichwort für unartige Kinder. Anmerkung B.B.)

Bernhard Bartsch | 18. Januar 2010 um 18:01 Uhr

 

Supermacht auf Probe

Chinas Aufstieg stellt die politische Dominanz des Westens in Frage. Trotzdem ist es für Nachrufe auf die demokratische Leitkultur noch zu früh.

„Unauffällig auftreten und niemals die Führung übernehmen.“ So lautete die außenpolitische Strategie, die Deng Xiaoping seinem Land um 1980 verschrieb. Chinas Reformpatriarch war damals weit über siebzig und lange genug Revolutionär; er kannte die Gefahren übereifriger Neuanfänge…

Bernhard Bartsch | 18. Januar 2010 um 04:47 Uhr

 

Westerwelle und Mr. Gay

Chinas Polizei stoppt schwule Schönheitsparade – just am gleichen Tag, als Premier Außenminister Westerwelle mit Partner empfängt.

Es war spät am Freitagabend, Guido Westerwelle und sein Partner Michael Mronz dinierten im Kreis von Diplomaten, Geschäftsleuten und Journalisten im edlen Pekinger China Club, als Außenministeriumssprecher Andreas Peschke seinem Chef eine pikante Handynachricht zu lesen gab: In einer nahegelegenen Bar haben Polizisten gerade Chinas ersten Schönheitswettbewerb für homosexuelle Männer verhindert…

Bernhard Bartsch | 17. Januar 2010 um 04:48 Uhr

 

Gipfel der Selbstbewussten

Guido Westerwelle spricht in Peking über Menschenrechte und Internetfreiheit. Doch China reagiert auf klare Worte auch diesmal mit verbalen Ausweichmanövern.

So unterschiedlich kann Selbstbewusstsein aussehen: Guido Westerwelle, Deutschlands Außenminister auf Antrittsreise, gibt sich im Pekinger Staatsgästehaus Diaoyutai besonders aufmerksam. Fast übereifrig sucht er Blickkontakt zu seinem Amtskollegen Yang Jiechi. Chinas Chefdiplomat zeigt wenig Interesse an den Annäherungsversuchen. Lustlos rezitiert er seine vorbereiteten Statements. Doch gerade Yangs Desinteresse strotzt vor Selbstvertrauen: Wer so mächtig ist wie China, braucht seine Bedeutung nicht zu zeigen…

Bernhard Bartsch | 16. Januar 2010 um 08:37 Uhr

 

Ein Geschenk für Baidu

Chinas größter Internetsuchdienst wertet den angedrohten Rückzug von Google als eigenen Erfolg.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte: Dass Google im Konflikt mit Peking um Hackerangriffe und Internetzensur seinen Rückzug aus der Volksrepublik erklärt hat, ist für Googles chinesischen Konkurrenten Baidu ein unverhofftes Geschenk. Das im Westen noch weitgehend unbekannte IT-Unternehmen – in Chinas Suchmaschinengeschäft mit 70 Prozent Marktanteil die klare Nummer eins – dürfte künftig de facto eine Monopolstellung genießen…

Bernhard Bartsch | 15. Januar 2010 um 08:31 Uhr

 

Maulkorb für Journalisten

Wie Pekings Protokoll bei Staatsbesuchen heikle Fragen verhindert.

Wenn der neue Außenminister Guido Westerwelle am Freitag zu seinem Antrittsbesuch in der chinesischen Hauptstadt eintrifft, bekommt er es gleich mit den Besonderheiten des chinesischen Protokolls zu tun. Der FDP-Politiker darf zwar nach dem Gespräch mit seinem Amtskollegen Yang Jiechi gemeinsam mit ihm vor die Presse treten – doch Fragen von Journalisten haben sich die Machthaber in Peking verbeten…

Bernhard Bartsch | 14. Januar 2010 um 09:59 Uhr