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September, 2009 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Massaker an der Meinungsfreiheit

Chinas Sicherheitsbehörden verbieten dem Dichter Liao Yiwu, zur Buchmesse nach Deutschland zu fahren.

Wir erleben ein Massaker in diesem Land der Utopien. Der Regierungschef braucht sich nur zu erkälten, und schon müssen die Massen mit ihm niesen.“ So beginnt das Gedicht „Massaker“, in dem der chinesische Dichter Liao Yiwu im Juni 1989 seinem Entsetzen über das Blutbad auf dem Platz des Himmlischen Friedens Luft machte…

Bernhard Bartsch | 24. September 2009 um 17:31 Uhr

 

Großgrundbesitzerbonbons

Vor 44 Jahren versuchten Chinas Bildhauer, Bauern durch Kunst die Weltrevolution zu erklären. Nun reist das kommunistische Lehrwerk erstmals ins Ausland.

PachthofKennste die noch?“ schallt es von links. „Und schau mal den da!“ kommt es lachend von rechts zurück. Es ist Sonntagnachmittag. In kleinen Gruppen ziehen Touristen und Wochenendausflügler durch das feudale Anwesen von Chinas berüchtigtstem Großgrundbesitzer, Liu Wencai. Sie fotografieren sich in den gepflegten Gärten und vor Oldtimern vom Anfang des 20. Jahrhunderts, doch der Höhepunkt ist der „Hof für die Pachteinnahmen“, zu dem Wegweiser die Menschenströme führen wie im Louvre zur Mona Lisa. „Hier sehen sie das wichtigste Kunstwerk es Neuen China“, knarzt es aus dem Megaphon der Reiseführerin, als ob die Besucher das nicht selber wüssten…

Bernhard Bartsch | 24. September 2009 um 04:16 Uhr

 

„Indoktrination ist wirkungsvoller als Atombomben“

Erfolgsautor Yan Lianke, 51, spricht im Interview über Mao-Kult, Zensur und die Angst der chinesischen Intellektuellen vor sich selbst.

Yan_LiankeFrage: Herr Yan, Sie gelten als einer der wichtigsten chinesischen Gegenwartsautoren, aber in der offiziellen Delegation für die Frankfurter Buchmesse hat der Schriftstellerverband Sie übergangen. Warum hält die Regierung Sie für nicht vorzeigbar?

Yan Lianke: Tja, offenbar gibt es noch viele bessere Autoren als mich.

Sie stapeln tief. Die meisten Autoren der Delegation haben sich ihre Reise nicht als Literaten, sondern als Führungskader offizieller Schriftstellerverbände verdient.

Da haben Sie recht. Ich finde, dass unsere Regierung da nicht besonders klug gehandelt hat. Einerseits will sie ihre Offenheit beweisen und andererseits brandmarkt sie meine Bücher als subversiv. Das passt eigentlich nicht zusammen.

Bernhard Bartsch | 23. September 2009 um 01:06 Uhr

 

Der große Nachsitzende

Chinas Volksbefreiungsarmee hat Maos Enkel zu ihrem jüngsten General ernannt.

Er gilt als nicht sehr helle, aber sein Name strahlt dafür umso mehr: Mao Xinyu, der 39-jährige Enkel Mao Zedongs, ist zum jüngsten General der Volksbefreiungsarmee ernannt worden. Kurz vor dem 60. Gründungstag der Volksrepublik am 1. Oktober versucht die Kommunistische Partei, dem Mythos des großen Vorsitzenden neuen Glanz zu verleihen…

Bernhard Bartsch | 22. September 2009 um 16:43 Uhr

 

Black Box KP

Chinas Kommunistische Partei erweist sich wieder einmal als undurchschaubar. Nach dem jüngsten Spitzenkonklave rätselt das Land, was in der Führung vor sich geht.

Im Kino ist Chinas Kommunistische Partei derzeit ein offenes Buch. Kurz vor dem 60. Jahrestag ihrer Machtübernahme verbreitet der Propagandaapparat den monumentalen Historienfilm „Die Gründung der Republik“, der die Entstehung des sogenannten Neuen China als revolutionäres Heldenepos erzählt…

Bernhard Bartsch | 21. September 2009 um 16:44 Uhr

 

Twittern vom Krankenbett

Künstler soll durch Schläge der chinesischen Polizei Gehirnblutungen erlitten haben. Seinen Krankenhausaufenthalt in München dokumentiert er im Internet.

Der renommierte chinesische Künstler und Designer Ai Weiwei ist am Montag in München wegen Gehirnblutungen operiert worden, bei denen es sich um eine Spätfolge von Misshandlung durch die chinesische Polizei handeln soll. „Der Auslöser war der Vorfall in Sichuan“, erklärte Ai im Telefonat mit dem Autor…

Bernhard Bartsch | 16. September 2009 um 20:51 Uhr

 

Protektionistische Machtspiele

Peking reagiert auf US-Strafzölle für chinesische Reifen mit Einfuhrhürden auf US-Hühnerfleisch und -Autoteile.

Zwischen den USA und China bahnt sich ein Handelsstreit an: Nachdem Washington Strafzölle auf Autoreifen aus China erhoben hat, will Peking nun im Gegenzug Hürden gegen US-Hühnerfleisch sowie Autoteile einführen. In beiden Richtungen lautet der Vorwurf Preisdumping und der Gegenvorwurf Protektionismus…

Bernhard Bartsch | 15. September 2009 um 04:41 Uhr

 

Wegen Hiroschima

Der Japaner Yukiya Amano, 62, übernimmt die Führung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Als zum Ende des Zweiten Weltkriegs die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki fielen, war Yukiya Amano noch nicht geboren. Als Japaner fühle er sich jedoch besonders in der Pflicht, für die Nichtverbreitung von Atomwaffen einzutreten. Das hat Amano in den vergangenen Monaten häufig gesagt. Nicht ohne Hintergedanken. Und nicht ohne Erfolg…

Bernhard Bartsch | 15. September 2009 um 02:33 Uhr

 

Teurer Triumph

Am 15. September 2008 bricht die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammen. Ein Jahr später ruhen die Hoffnungen auf China als globaler Konjunkturmotor.

Kann China den Rest der Welt aus der Krise ziehen? Seitdem die Volksrepublik als erste große Wirtschaftsmacht wieder auf Wachstumskurs eingeschwenkt ist, sind die Erwartungen gewaltig – und die Ängste. Denn das fernöstliche Land gilt vielen als einziger Gewinner des globalen Finanzmarktkollaps und des anschließenden Konjunktureinbruchs…

Bernhard Bartsch | 15. September 2009 um 00:46 Uhr

 

Mehr Grautöne, bitte!

China hat vor der Buchmesse gegen Meinungs- und Pressefreiheit verstoßen. Aber wer es jetzt beim wohlfeilen China-Bashing belässt, vergibt eine einmalige Chance.

Chinas Gastlandauftritt bei der Buchmesse ist eine Chance. Damit sie genutzt werden kann, muss die gegenwärtige Debatte nicht nur anhalten, sondern viel besser werden. Alle dreschen auf China ein – die Vorlage ist halt verlockend, und moralisch kann man gar nichts falsch machen: Einen Monat vor der Frankfurter Buchmesse hat Peking mit dem gescheiterten Versuch, kritische Autoren an der Teilnahme einer Vorbereitungskonferenz zu hindern, alle Vorbehalte gegen den Gastlandauftritt bestätigt…

Bernhard Bartsch | 12. September 2009 um 02:43 Uhr

 

„Ich übe Kritik, weil ich China liebe“

Die Schriftstellerin Dai Qing spricht über die Frankfurter Buchmesse, das Stigma des Störenfrieds und Chinas Kultur der Unfreiheit.

Dai_QingFrage: Frau Dai, Sie hätten dieses Wochenende bei einer Vorbereitungskonferenz für die Frankfurter Buchmesse auf dem Podium sitzen sollen, wurden aber auf Druck der chinesischen Mitveranstalter ausgeladen. Warum hat die Regierung solche Angst vor Ihrer Meinung?

Dai: Ich gelte in China als Störenfried. Deshalb möchte die Regierung mich mundtot machen – ganz egal um welches Thema es geht. Dabei ist es überhaupt nicht so, dass ich immer nur schlecht über mein Land oder unser System reden würde. Ich bin keine aggressive Aktivistin, sondern eine Schriftstellerin, die Bücher und Artikel über Themen wie Umweltschutz oder Geschichte schreibt. Damit möchte ich das Leben in meinem Land verbessern. Und wenn ich China dabei kritisiere, dann nur, weil ich China liebe…

Bernhard Bartsch | 11. September 2009 um 17:58 Uhr

 

Dai Qing fliegt

Kritische Autorin reist auf eigene Kosten nach Frankfurt. Nach ihrer Ausladung von der Buchemesse-Konferenz will sie vom Publikum aus mitdiskutieren.

Trotz ihrer Ausladung von der Vorbereitungskonferenz der Frankfurter Buchmesse ist die kritische chinesische Autorin Dai Qing am Freitagmorgen auf eigene Kosten nach Frankfurt geflogen, um im Publikum daran teilzunehmen. „Keiner kann mich jetzt mehr daran hindern, auf dem Symposium meine Meinung zu sagen“, erklärte die 68-Jährige in einem Telefonat mit dem Autor, nachdem sie in Peking das Flugzeug bestiegen hatte…

Bernhard Bartsch | 11. September 2009 um 10:41 Uhr

 

Buchmessekonferenz droht zu platzen

Kritische Autorin Dai Qing erhält Visum für Deutschland. Da die Frankfurter Buchmesse sie von der Rednerliste gestrichen hat, will sie nun im Publikum sitzen.

Die Vorbereitungskonferenz zu Chinas Gastlandauftritt bei der Frankfurter Buchmesse droht zu platzen. Die kritische Schriftstellerin Dai Qing, deren Teilnahme Peking um jeden Preis verhindern will, hat am Donnerstag von der deutschen Botschaft in Peking doch noch ein Visum erhalten. Das bestätigte Dai. Dabei hatte sich die Buchmesse Anfang der Woche auf Druck des chinesischen Gastlandkomitees entschieden, die Einladung der Investigativ- und Umweltjournalistin, die in der Volksrepublik Veröffentlichungsverbot hat, nicht weiter zu verfolgen…

Bernhard Bartsch | 10. September 2009 um 12:51 Uhr

 

Auf einmal war die Einladung weg

Die Frankfurter Buchmesse hat ihren ersten Skandal. Ehrengast China versucht mit allen Mitteln den Auftritt der kritischen Autorin Dai Qing zu verhindern.

Chinas Ehrengastauftritt bei der Frankfurter Buchmesse hat seinen ersten Zensurskandal. Mit allen Mitteln versucht Peking den Auftritt der kritischen Schriftstellerin Dai Qing bei einem Symposium am Wochenende zu verhindern. Das von der Buchmesse ausgestellte Einladungsschreiben, mit dem Dai ein Visum beantragen sollte, ließ die Pekinger Behörde für Presse und Publikation (Gapp) kurzerhand verschwinden und droht mit der Absage der Konferenz…

Bernhard Bartsch | 08. September 2009 um 17:53 Uhr

 

Japan will Klimaschutzweltmeister werden

Premier in spe verspricht drastische Emissionssenkung. Der Vorstoß soll die stockenden Kopenhagen-Verhandlungen voranbringen.

Japan will Klimaschutzweltmeister werden. Eine Woche vor seinem Amtsantritt hat der designierte Regierungschef Yukio Hatoyama ehrgeizige Emissionsziele formuliert, mit denen er die Führung im globalen Kampf gegen die Erderwärmung übernehmen will: 2020 könne die zweitgrößte Wirtschaftsmacht ein Viertel weniger Kohlenstoffdioxid produzieren als im Jahr 1990, verspricht Hatoyama. Sein Vorgänger Taro Aso hatte im Juni noch acht Prozent als anspruchsvolle Vorgabe bezeichnet…

Bernhard Bartsch | 08. September 2009 um 03:35 Uhr