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Juli, 2009 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Ein Gott für alle Fälle

Der Dalai Lama ist eine Jahrhundertpersönlichkeit. Alle großen Themen unserer Zeit spiegeln sich in ihm wider. Porträt einer globalen Projektionsfläche.

Dalai LamaVor einigen Wochen servierte der Dalai Lama in einem US-amerikanischen Obdachlosenheim das Mittagessen. Es gab Pasta mit Pesto und dazu eine Kostprobe, warum der 74-jährige Mönch einer der beliebtesten Menschen des Planeten ist. „Wissen Sie, ich bin auch heimatlos“, scherzte er in die Runde der Penner und lachte dabei so herzlich und mitreißend, dass selbst diejenigen einstimmten, die weder sein holpriges Englisch noch die Anspielung auf sein Exil verstanden hatten. In der Regel sind derartige Suppenküchentermine das Spielfeld von Politikern im Wahlkampf oder Promis bei der Imagesanierung. Doch das tibetische Religionsoberhaupt absolviert sie mit der gleichen Ernsthaftigkeit. Seit fünf Jahrzehnten ist sein Leben eine einzige Öffentlichkeitskampagne für sich und seine Sache: die politische oder zumindest kulturelle Freiheit der Tibeter…

Bernhard Bartsch | 31. Juli 2009 um 00:43 Uhr

 

Klimapolitische Nettigkeiten

Washington und Peking unterzeichnen ein Klimaschutzabkommen, ohne zu verraten, was eigentlich vereinbart wird. Offensichtlich also nichts Konkretes.

Würde die Welt so funktionieren, wie Diplomaten sie gerne darstellen, müsste der Meeresspiegel ab heute wieder sinken. Immerhin haben die USA und China am Dienstag eine Absichtserklärung für eine engere Zusammenarbeit im Klimaschutz unterzeichnet. „Richtungweisend“, nannte es US-Außenministerin Hilary Clinton bei der feierlichen Unterschriftenzeremonie in Washington…

Bernhard Bartsch | 29. Juli 2009 um 22:45 Uhr

 

Nach der Blase ist vor der Blase

Chinesischer Baukonzern feiert weltweit größten Börsengang seit 15 Monaten – und profitiert von Chinas wiedererwachter Spekulationslust.

China scheint als erste große Volkswirtschaft die Krise hinter sich zu lassen. Jüngstes Symbol des neuen Booms ist der Baukonzern China State Construction Engineering Corp (CSCEC): Am Mittwoch legte der Staatsbetrieb in Shanghai den weltweit größten Börsengang seit über 15 Monaten aufs Parkett…

Bernhard Bartsch | 29. Juli 2009 um 16:14 Uhr

 

Der neue Klassenkampf

Stahlarbeiter erschlagen einen Manager, um eine Konzernübernahme zu verhindern. Der Fall zeigt, wie es in vielen chinesischen Unternehmen zugeht.

Die Szene erinnert an die Zeiten des Klassenkampfs: Arbeiter eines chinesischen Staatsbetriebs haben einen Manager erschlagen, der ihr Unternehmen privatisieren wollte und mit Massenentlassungen gedroht hatte. Die Kommunistische Partei ließ die Konzernfusion daraufhin tatsächlich stoppen – doch die Arbeiterführer werden nicht als Proletarierhelden gefeiert, sondern als Kriminelle gesucht…

Bernhard Bartsch | 28. Juli 2009 um 09:06 Uhr

 

Die große Fiktion

Bei ihrer Gründung hatte Chinas Kommunistische Partei 57 Mitglieder. Heute sind es 73 Millionen, die das bevölkerungsreichste Land der Erde beherrschen. Was hält eine solche Riesenorganisation zusammen? Und was an der Macht?

Mao-3Vor einigen Wochen machte eine Delegation von Führungskräften der China Construction Bank einen Ausflug zum Geburtsort von Mao Zedong. Die Manager des zweitgrößten chinesischen Geldhauses flogen von Peking zweieinhalb Stunden nach Changsha und fuhren dann weitere zwei Stunden nach Shaoshan. Dort hatte ein Vorauskommando bereits alles vorbereitet. Eine Reiseleiterin führte die Banker durch das kleine Bauernhaus, in dem der „Große Steuermann“ am 26. Dezember 1893 geboren wurde. „Seitdem blühen in Shaoshan am 26. Dezember mitten im Winter die Blumen“, erklärte sie…

Bernhard Bartsch | 25. Juli 2009 um 04:22 Uhr

 

China setzt auf Sonne

Peking startet Subventionsinitiative für Solarkraftwerke. Erneuerbare Energien sollen in China zur Schwerpunktindustrie werden – auch für den Export.

China gilt als Land der nachholenden Modernisierung – doch bei den Technologien der Zukunft will die Volksrepublik von Anfang an vorne mitspielen. Besonders bei erneuerbaren Energien: Mit einer neuen Subventionsoffensive will die Pekinger Regierung ihr Land innerhalb kurzer Zeit zur weltweit treibenden Kraft beim Bau von Solaranlagen machen…

Bernhard Bartsch | 25. Juli 2009 um 03:23 Uhr

 

China schwelgt in Eigenlob

Trotz der Uiguren-Aufstände findet Chinas Regierung ihre Minderheitenpolitik vorbildlich. Dabei zeigt sich ihr Versagen sogar in Pekings eigenen Statistiken.

In Urumqi darf wieder gefeilscht werden. Zweieinhalb Wochen, nachdem bei Zusammenstößen zwischen Uiguren und Han-Chinesen 197 Menschen getötet und fast 2000 verletzt wurden, erlaubten die Behörden am Mittwoch die Wiedereröffnung des Internationalen Bazars. Der Großmarkt ist das wirtschaftliche Herz von Xinjiangs Provinzhauptstadt. Zwar ist die Polizeipräsenz unvermindert hoch, doch zumindest oberflächlich das Leben in Urumqi bald wieder seinen gewohnten Gang gehen. Glaubt man der Pekinger Regierung, herrscht auch in den tieferen Schichten der Volkspsyche reine Harmonie…

Bernhard Bartsch | 23. Juli 2009 um 04:21 Uhr

 

Der Drache am Himmel

In Asien ist heute die längste Sonnenfinsternis des Jahrhunderts zu sehen. Hobbyastronomen aus aller Welt treffen sich in Shanghai.

Mit Drachen ist nicht zu spaßen, schon gar nicht, wenn sie die Sonne verschlucken. Wenn sich im alten China plötzlich der Tag verfinsterte, glaubten die Menschen, es mit einem Angriff des legendären Fabeltiers zu tun zu haben. Dann wappneten sie sich für Erdbeben oder Überschwemmungen und munkelten, dass der Himmel ihrem Kaiser womöglich das Regierungsmandat entzogen habe…

Bernhard Bartsch | 21. Juli 2009 um 14:18 Uhr

 

Sonnenuntergang für Japans Regierungspartei

In Japan hat der Wahlkampf begonnen. Die Abstimmung am 30. August dürfte Japans politische Landschaft grundlegend verändern.

In Tokios Mode-Viertel Akihabara ist Taro Aso noch groß. Vier Stockwerke hoch spannt sich die Karikatur des Premiers. Weil der 68-Jährige sich gerne als leidenschaftlichen Fan von Manga-Comics ausgibt, wurde er in der Szene zur Kultfigur und erhielt den Spitznamen „Cooler alter Kerl“, was allerdings eher belächelnd als bewundernd gemeint war. Aso ignorierte den Spott, wenn er ihn überhaupt bemerkte, und betrachtete die Jugend unbeirrt als seine Basis…

Bernhard Bartsch | 18. Juli 2009 um 04:01 Uhr

 

China boomt mit Flower-Power

Chinas Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 7,9 Prozent – und stellt das Land erneut vor die Frage, ob jedes Wachstums gutes Wachstum ist.

Die Zeichen der wirtschaftlichen Erholung kann man in China am Straßenrand pflücken. Tausende Kilometer Blumenrabatten legten Arbeitertrupps in den vergangenen Monaten entlang den Verkehrsadern an. Von den Innenstädten pflanzten sie sich allmählich ins Umland, und inzwischen blühen selbst an wenig befahrenen Bergstraßen Stiefmütterchen und Bouganvillen. Die Begrünungskommandos sind Teil des umgerechnet 460 Milliarden Euro schweren Konjunkturprogramms, mit dem die Regierung ihr Volk beschäftigt hält, während in den Fabriken Flaute herrscht…

Bernhard Bartsch | 17. Juli 2009 um 00:56 Uhr

 

Der Fluch der vielen Dollars

China besitzt Währungsreserven von 2,13 Billionen Dollar – und weiß nicht, wohin mit dem Geld.

Es ist das Jahr der großen Zahlen – und in China sind es nicht die Schulden, die auf Rekordniveau steigen, sondern die Ersparnisse. Zum ersten Mal weisen die Chinesen mehr als zwei Billionen Dollar Devisenreserven aus, erklärte die Zentralbank gestern. Im ersten Halbjahr stiegen sie um 185,6 Milliarden Dollar auf 2,13 Billionen Dollar (1,52 Billionen Euro) und sind damit mit weitem Abstand die größten der Welt. Die Summe entspricht in etwa zwei Drittel der chinesischen oder deutschen Wirtschaftsjahresleistung…

Bernhard Bartsch | 16. Juli 2009 um 05:29 Uhr

 

Der gefallene Ölprinz

Ex-Chef des Rohstoffkonzerns Sinopec wird wegen Korruption zum Tode verurteilt. Er ist nicht nur Opfer seiner Gier, sondern auch politischer Machtkämpfe.

Irgendwann stellte Jürgen Hambrecht fest, dass sein chinesischer Partner verschwunden war. Das war im Sommer 2007. Zahlreiche Großprojekte hatte der BASF-Vorstandsvorsitzende mit Chen Tonghai, dem Chef von Chinas staatlichem Rohstoffkonzern Sinopec ausgehandelt. Doch plötzlich war Chen weg, ohne Abschied oder Erklärung…

Bernhard Bartsch | 16. Juli 2009 um 05:25 Uhr

 

„Chinas Wahrheit ist nicht elegant“

Der chinesische Schriftsteller Mo Yan erzählt, wie er vom Bauer zum Erfolgsautor wurde, weshalb Chinas Gegenwartsliteratur nicht ohne Gewalt auskommt und warum John Updike das nie verstehen konnte.

mo_yan_2Frage: Mo Yan, ich sage es Ihnen lieber gleich zu Anfang: In diesem Gespräch wird es viel um Schubladendenken gehen.

Mo Yan: (lächelt) Ach du liebe Güte!

Frage: Wir wollen ja über chinesische Literatur reden, und davon verstehen wir im Westen leider so wenig, dass wir die Autoren meistens alle in einen Topf werfen. Das gilt auch für Sie: Ihre Romane werden bei uns in erster Linie als „chinesische Bücher“ gelesen, statt als Werke des einzigartigen Schriftstellers Mo Yan…

Bernhard Bartsch | 15. Juli 2009 um 02:35 Uhr

 

Wettbewerb mit Wild-West-Methoden

Die Verhaftung eines Rio-Tinto-Managers bringt Peking unter Erpressungsverdacht. Derartige Methode könnten sogar den Opel-Verkauf beeinflussen.

China kämpft im internationalen Wettbewerb mit harten Bandagen – so wie grundsätzlich alle Länder, die über entsprechende Druckmittel verfügen. Doch nun steht Peking im Verdacht, sich regelrechter Geiselnehmermethoden zu bedienen. Nachdem das Ministerium für Staatssicherheit vier Mitarbeiter des australischen Rohstoffkonzerns Rio Tinto wegen Spionageverdachtes verhaften ließ, befürchten internationale Manager, Chinas Regierung könne westliche Unternehmen zu erpressen versuchen…

Bernhard Bartsch | 14. Juli 2009 um 02:44 Uhr

 

Hat Kim Krebs?

Fernsehbilder zeigen Nordkoreas Diktator in klapprigem Zustand. Geheimdienste wollen von einer Krebserkrankung erfahren haben.

Totgesagte leben länger – aber auch nicht ewig. Für Nordkoreas Diktator Kim Jong-il haben Geheimdienste und Medien schon häufig die Totenglocken geläutet, nur um ihn am Ende immer wieder vom Sterbebett auferstehen zu sehen. Aber nun verdichten sich die Anzeichen auf schwere Gesundheitsprobleme des „Geliebten Führers“…

Bernhard Bartsch | 13. Juli 2009 um 17:43 Uhr