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Juni, 2009 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Die Buddha-Bar

Buddhistische Mönche betreiben in Tokio eine Kneipe. Sie wollen zeigen, dass Spiritualität und Spaß gut zusammenpassen.

Gugan Gaguchi (Copyright: Martin Gottske)Donnerstagabend, kurz nach zehn. Aus den Lautsprechern sprudelt Jazz, und der blinde Mönch an der Theke lauscht, wie sich John Coltranes Saxofon in die Stimmen seiner Gäste webt. Knapp zwei Dutzend sind gekommen, und wenn einer aufsteht, muss sich die Hälfte des Raumes mit ihm erheben, so eng ist es. Ursprünglich war die Vowz-Bar ein Einzimmerapartment im zweiten Stock eines Hauses in Tokios Stadtteil Shinjuku. Doch nun steht an der Stelle des Bettes eine Theke, auf der neben den Sakeflaschen auch ein paar Bände buddhistischer Schriften ausliegen. An den Wänden hängen Gebetswimpel und Kalligrafien, und in der hinteren Ecke sitzt ein Bronzebuddha, vor dem Räucherstäbchen ihren Sandelholzduft in den Zigarettenqualm mischen…

Bernhard Bartsch | 22. Juni 2009 um 04:50 Uhr

 

China wächst – und zwar am liebsten allein

Weltbank traut China 2009 ein Wachstum von 7,2 Prozent. Doch die Erholung ist teilweise mit Protektionismus erkauft – und deshalb womöglich nicht nachhaltig.

China ist wieder auf Wachstumskurs – und versucht die wirtschaftliche Erholung mit protektionistischen Maßnahmen im eigenen Land zu halten. Bei der Vorstellung ihres Quartalsberichts für die drittgrößte Volkswirtschaft hob die Weltbank am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 7,2 Prozent. Gleichzeitig kritisierte sie jedoch Berichte, wonach die Pekinger Zentralregierung untere Verwaltungsebenen aufgefordert haben soll, bei öffentlichen Aufträgen chinesische Produkte und Dienstleistungen zu bevorzugen…

Bernhard Bartsch | 19. Juni 2009 um 01:15 Uhr

 

Peking rekrutiert 10.000 Onlinespitzel

China macht die Zensur zum lukrativen Nebenjob: Zehntausende Internetbenutzer sollen das Netz künftig gegen Geld auf „ungesunde Inhalte“ durchforsten.

„Pornos gucken und damit Geld verdienen“ – so beschreibt ein chinesischer Blogger Pekings neueste Kampagne zur Zensur des Internets. Zehntausende Chinesen sollen künftig als freiberufliche Onlinespitzel das Netz auf „ungesunde Inhalte“ wie Pornographie oder Regierungskritik durchforsten und diese der Polizei melden…

Bernhard Bartsch | 18. Juni 2009 um 09:20 Uhr

 

Was Nordkoreaner in der Zeitung lesen

Die Welt verbündet sich gegen Kim Jong-il – aber was bekommen eigentlich die Nordkoreaner davon mit? Eine Pjöngjanger Presseschau.

Am Dienstagmorgen war der Endsieg wieder einmal nah. Die gute Nachricht fanden die Nordkoreaner wie gewohnt auf der Titelseite ihrer Zeitung, diesmal unter der Schlagzeile „Pjöngjanger Mammutdemonstration verurteilt ‚Resolution’ des UN-Sicherheitsrats“. Demnach hatten über 100.000 Demonstranten am Vorabend auf dem Kim-Il-sung-Platz gegen die „hintertückische Erpressungsoffensive der US-Imperialisten“ protestiert…

Bernhard Bartsch | 17. Juni 2009 um 00:46 Uhr

 

Warten auf Kims nächste Provokation

Nordkorea kündigt nach der neuen Uno-Resolution den Bau weiterer Atomwaffen an. Damit riskiert Kim Jong-il die Unterstützung seines letzten Verbündeten.

Der diplomatische Schlagabtausch um Kim Jong-ils Atomwaffenprogramm geht in die nächste runde: Nach der neuen Resolution des UN-Sicherheitsrats hat Nordkorea den Bau weiterer Atombomben angekündigt und erstmals erklärt, über Urananreicherungsanlagen zu verfügen…

Bernhard Bartsch | 14. Juni 2009 um 00:49 Uhr

 

Buntes Bild

Chinas Industrieproduktion legt zu, doch der Handel bricht ein. Belastet wird Chinas Exportindustrie auch vom Kollaps des Einzelhandelskonzerns Arcandor.

Die chinesische Wirtschaft bietet derzeit ein „buntes Bild“. So beschreibt Liu Mingkang, Chinas oberster Bankenregulator und einer der einflussreichsten Pekinger Konjunktursteuerer, die jüngsten Entwicklungen in der drittgrößten Volkswirtschaft. Im Mai zogen die Industrieproduktion und die Investitionen überraschend stark an, während gleichzeitig der Handel ebenso überraschend stark einbrach…

Bernhard Bartsch | 13. Juni 2009 um 01:23 Uhr

 

Joe und der Vertrauensstreik

Die internationale Bankenvereinigung IIF warnt in Peking vor überregulierten Finanzmärkten. Am liebsten will die Branche sich weiter selbst kontrollieren.

Eigentlich war die Pressekonferenz für Josef Ackermann nicht schlecht gelaufen. Eine Stunde lang hatte der Deutsche-Bank-Chef zusammen mit den anderen Vorständen des von ihm geführten Branchenverbands IIF (Institute of International Finance) ungestört über die aktuelle Wirtschaftslage und seine Wünsche an die Politik sprechen können. Aber die letzte Frage hätte er wohl besser nicht mehr zugelassen…

Bernhard Bartsch | 12. Juni 2009 um 01:45 Uhr

 

Kollektive Notwehr

Chinas Internetgemeinde macht eine Fußpflegerin zur Volksheldin – weil sie einen zudringlichen Regierungsbeamten erstochen hat.

Das Volk bloggt, die Partei blockt – nach diesem Muster tobt im chinesischen Internet der Kampf um Presse- und Meinungsfreiheit. Obwohl Peking sein Informationsmonopol mit einer „Great Firewall“ aus Zensursoftware und Cyberpolizei verteidigt, gelingt es der Online-Gemeinde immer wieder, die Regierung vor aller Welt bloß zu stellen. So wie in ihrer jüngsten Schlacht, die sie im Namen einer Fußpflegerin schlägt, der wegen Mordes die Todesstrafe drohte – bis in der Internetöffentlichkeit die Frage nach Tätern und Opfern aufkam…

Bernhard Bartsch | 11. Juni 2009 um 00:10 Uhr

 

Zwei Frauen zwischen den Fronten

Nordkorea verurteilt US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager. Doch Washington will sich durch das drakonische Urteil nicht erpressen lassen.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il hat zwei US-Journalistinnen zu Geiseln seines antiamerikanischen Konfrontationskurses gemacht. „Zwölf Jahre Umerziehung durch Arbeit“ lautete das Urteil, das Pjöngjangs oberstes Gericht am Montag gegen die Fernsehreporterinnen Euna Lee und Laura Ling verhängte. Sie waren Mitte März an der chinesischen Grenze festgenommen worden…

Bernhard Bartsch | 09. Juni 2009 um 01:41 Uhr

 

China plant Ökosteuer

Unternehmen sollen für Umweltverschmutzung künftig zahlen. Öko-Projekte sind Teil des Pekinger Konjunkturpakets.

Chinas Regierung will den Umweltschutz mit Hilfe einer Ökosteuer fördern. Der Vizeminister des chinesischen Umweltministeriums, Zhang Lijun, erklärte am Freitag in Peking, mehrere Abteilungen arbeiteten derzeit an Konzepten, die Unternehmen künftig zu Abgaben für die von ihnen verursachten Umweltschäden verpflichten sollen…

Bernhard Bartsch | 06. Juni 2009 um 09:45 Uhr

 

Der Aufmarsch der roten Smileys

Am 20. Jahrestag des Tiananmen-Massakers versucht Peking Normalität vorzutäuschen. Doch die Nervosität der Partei bleibt dem Volk nicht verborgen.

Für ihren großen Tag hat Chinas Staatssicherheit den Gärtner bestellt. Pünktlich zum 20. Jubiläum des Tiananmen-Massakers haben sie vor dem mächtigen Betonklotz, schräg gegenüber vom Tor des Himmlischen Friedens, frische Blumenrabatten anlegt. Die Zentrale des Sicherheitsapparats, der seinerzeit der Armeeaufmarsch vorbereitete, soll für die Kameras der Weltpresse ein friedliches Bild abgeben – so friedlich wie die Studenten, die ihr Engagement für politische Reformen am 4. Juni 1989 tausendfach mit dem Leben bezahlten…

Bernhard Bartsch | 05. Juni 2009 um 02:24 Uhr

 

Chinas schmutziges Geheimnis

Zwanzig Jahre nach dem Tiananmen-Massaker schweigt die Partei die Tragödie noch immer tot. Chinas junge Intellektuelle interessieren sich gerade deshalb dafür.

Die Touristen kommen kurz vor Sonnenaufgang. Mit einheitlichen Schirmmützen steigen sie aus ihren Bussen und folgen den Fähnchen der Reiseleiter, die per Megafon lustlos Erklärungen aufsagen: 40 Hektar, größter gepflasterter Platz der Welt, hier das Denkmal der Revolutionshelden, dort das Mausoleum des Vorsitzenden Mao. Im Westen die Große Halle des Volkes, im Norden das Tor des Himmlischen Friedens. Dann erschallt Musik, tausende Besucher drängen sich um den Flaggenmast, an dem Soldaten in Paradeuniformen eine rote Fahne befestigen und zum Klang der Nationalhymne in die Höhe ziehen. „Steht auf, seid kein Volk von Sklaven mehr“, singen einige mit…

Bernhard Bartsch | 04. Juni 2009 um 02:02 Uhr

 

Die Schwerkraft der Demokratie

Zwanzig Jahre nach der blutigen Niederschlagung der Pekinger Studentenproteste ist die Macht der Kommunistischen Partei stabiler denn je. Doch der Fortschritt hat die Chinesen anspruchsvoller gemacht – auch gegenüber ihrer Regierung.

Am 30. Mai 2007 betrat ein Mann mittleren Alters die Anzeigenabteilung der westchinesischen Provinzzeitung „Chengdu Abendnachrichten“, um eine Annonce aufzugeben. Der Text bestand aus dreizehn Schriftzeichen und sollte fünf Tage später im Großdruck erscheinen: „Gegrüßt seien die unnachgiebigen Mütter der Opfer des 4. Juni“. Der Anzeigenkunde bezahlte in bar und hinterließ für Nachfragen eine Handynummer. Die 23-jährige Angestellte, die den Text entgegennahm, machte sich darüber keine weiteren Gedanken…

Bernhard Bartsch | 03. Juni 2009 um 02:15 Uhr

 

Kim 3.0

Nordkoreas Diktatorendynastie geht in die dritte Generation: Kim Jong-il soll seinen jüngsten Sohn als Machterben auserkoren haben.

Kim Jong-un - ein "Strahlender Führer"?Kim und kein Ende in Nordkorea: Diktator Kim Jong-il soll seinen jüngsten Sohn Kim Jong-un offiziell in den Rang seines Nachfolgers erhoben haben. Unmittelbar nach dem Atombombentest am Montag vergangener Woche habe das Regime seine Auslandsvertretungen über die Wahl des Machterben informiert, berichten südkoreanische Zeitungen unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Vertreter des Parlaments und der Armee hätten bereits Treueschwüre auf Kim Jong-un schwören müssen, hieß es. Der Tyrannenspross würde die seit 1948 andauernde Herrschaft des Kim-Clans in die dritte Generation führen…

Bernhard Bartsch | 02. Juni 2009 um 13:14 Uhr