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Mai, 2009 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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„Ich war wie James Bond“

Gwon Hyeok gehörte zu Nordkoreas Elite. Er beaufsichtigte Straflager, arbeitete im Ausland, eliminierte Deserteure. Dann floh er. Wegen einer Frauengeschichte.

Gwon Hyeok (Copyright: Martin Gottske)Sein Blick klebt an einem Paar langer Beine, das auf hohen Absätzen die Bar verlässt. „Mit Frauen hat man nichts als Ärger“, murmelt Gwon Hyeok. Er hat einiges getrunken, aber auch ohne Alkohol landet er über kurz oder lang bei seinem Lieblingsthema: Frauen. Während seine Augen den Raum nach weiblichen Rundungen absuchen, erzählt Gwon, dass er früher jede haben konnte, ob sie wollte oder nicht. Doch irgendwann landete er bei der Falschen. Und deswegen sitzt er jetzt hier, in einem Restaurant in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas. Viel lieber wäre er in seiner Heimat: in Nordkorea…

Bernhard Bartsch | 28. Mai 2009 um 12:58 Uhr

 

Kim droht mit neuem Koreakrieg

Nordkorea kündigt den Waffenstillstand aus dem Jahr 1953 mit Südkorea auf und droht mit „unvorstellbar gnadenloser Bestrafung“ jedes „feindlichen Akts“.

Pjöngjang/Seoul. – Nordkoreas Diktator Kim Jong Il scheint genau zu verfolgen, wie die Weltpresse über ihn berichtet. Nachdem die Reaktionen auf seinen zweiten Atomwaffentest vom Montag weitgehend darin übereinstimmten, dass Kims Bombe zwar eine enorme Provokation, aber keine unmittelbare Gefahr darstelle, zeigte sich Pjöngjang gestern bemüht, doch als echte Bedrohung wahrgenommen zu werden…

Bernhard Bartsch | 27. Mai 2009 um 16:34 Uhr

 

Mit Hammer und Sichel

Neben Fiat, Magna und Ripplewood zeigt auch der chinesische Autohersteller BAIC Interesse an Opel. Bekannt ist über den Staatsbetrieb nur wenig.

Im Rennen um Opel gibt es einen vierten Wettbewerber: Chinas fünftgrößten Autohersteller Beijing Automotive Industry Holding Corp, kurz BAIC. Bisher ist der Staatsbetrieb in Deutschland vor allem als Partner von Daimler bekanntgeworden. Der Stuttgarter Konzern produziert gemeinsam mit den Chinesen in einem erst vor drei Jahren eröffneten Werk in Peking Fahrzeuge der C- und E-Klasse von Mercedes-Benz…

Bernhard Bartsch | 27. Mai 2009 um 14:46 Uhr

 

Kim keilt nach

Die Welt tobt und Nordkoreas Diktator hört Schlager. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch will er sich teuer bezahlen lassen.

Kim Jong Il spielt den Unverwundbaren. Mitten in die weltweite Empörung über seinen zweiten Atombombentest hat Nordkoreas Diktator am Dienstag erneut zwei Kurzstreckenraketen abgeschossen und die internationale Gemeinschaft per Pressemeldung wissen lassen, dass ihn ihre Drohungen nicht beeindrucken. Während am Montagabend rund um den Globus Politiker und Sicherheitsstäbe über Pjöngjangs nukleare Provokation berieten, soll sich der „Geliebte Führer“ in aller Seelenruhe bei einer Schlagergala vergnügt haben…

Bernhard Bartsch | 27. Mai 2009 um 05:25 Uhr

 

Wie Kim lernte, die Bombe zu lieben

Nordkoreas Diktator ist kein Dr. Seltsam, sondern ein skrupelloser Machtstratege: Seine Atomwaffen sind eine Lebensversicherung für sein grausames Regime.

1964, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, erteilte der Regisseur Stanley Kubrick der Welt eine Lektion in Galgenhumor. Sein Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ wurde über Nacht zum Referenzwerk über den Wahnsinn des atomaren Kräftemessens, wobei vielen Kinobesuchern bewusst war, dass die Satire in gewisser Hinsicht mehr über die Wirklichkeit verriet als alle Zeitungsberichte…

Bernhard Bartsch | 26. Mai 2009 um 02:38 Uhr

 

„Kim Jong Il hatte es eilig“

Der Nordkorea-Experte Andrei Lankov erklärt, warum Pjöngjangs zweiter Atomtest unausweichlich war, welche Strategie Kim Jong Il verfolgt und wie die Weltgemeinschaft auf seine Provokation reagieren kann.

Andrei LankovFrage: Herr Professor Lankov, Nordkorea hat innerhalb weniger Stunden eine Atombombe und eine Kurzstreckenrakete getestet. Sind sie überrascht?

Lankov: Überhaupt nicht. Ein zweiter Nukleartest war absehbar. Was mich allerdings etwas wundert, ist der Zeitpunkt. Ich hatte erst Ende des Jahres damit gerechnet. Aber Kim Jong Il hatte es offensichtlich eilig, und dass er gleich eine Rakete hinterher geschossen hat, zeigt, dass er einen maximalen Effekt erzielen wollte…

Bernhard Bartsch | 25. Mai 2009 um 16:04 Uhr

 

Der Kauf als Kunstgenuss

Westliche Galeristen suchen in Asien nach kaufkräftigen Kunstliebhabern. Die Hongkonger Kunstmesse will sich dabei als Art Basel in Fernost etablieren.

Dass Andy Warhol das nicht mehr erleben darf! Der Übervater der Popart, der den Kunstbetrieb mit Bildern von Dosensuppen und Marilyn Monroe zwang, sich als Teil der Konsumgüter- oder Unterhaltungsindustrie zu begreifen, hätte sich gewiss bestätigt gefühlt, als die Branche kürzlich zur Hongkonger Kunstmesse zusammenkam. Für Traditionalisten mag Kunst zwar noch immer genauso wenig auf einer Messe verloren haben wie ein Gottesdienst im Fußballstadion. Doch der Papst predigt ja längst auch in Sportarenen…

Bernhard Bartsch | 25. Mai 2009 um 04:49 Uhr

 

„Mr. Clean“ springt in den Tod

Korruptionsermittlungen trieben Südkoreas Ex-Präsidenten Roh Moo Hyun zum Selbstmord. Trotzdem erhält er ein staatlich finanziertes Begräbnis.

Er galt als Saubermann und konnte es nicht ertragen, dass sein Image irreparablen Schaden genommen hatte: Südkoreas Ex-Präsident Roh Moo Hyun, der sich seit dem Ende seiner Amtszeit im Februar 2008 in eine Reihe von Korruptionsfällen verstrickt sah, hat sich am frühen Samstagmorgen das Leben genommen. Der 62-Jährige sprang in den Bergen nahe seines Heimatdorfes Bongha von einer Klippe…

Bernhard Bartsch | 24. Mai 2009 um 11:54 Uhr

 

Das letzte Geschäft

Vom Tod lässt sich gut leben: Eine Bestattungsmesse in Hongkong zeigt die neuesten Trends der Beerdigungsindustrie.

Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt, nur sorgt er meist für weniger Freude. Es sei denn, man hat den Sensenmann als Arbeitgeber. Dann kann man mit der Vergänglichkeit leicht seinen Frieden machen, und unter Umständen sogar ein Vermögen verdienen. Wie das geht, darüber tauschte sich die Branche kürzlich in Hongkong aus, bei der Asiatischen Bestattungsmesse…

Bernhard Bartsch | 19. Mai 2009 um 01:32 Uhr

 

Der letzte Trumpf des Genossen Zhao

Chinas ehemaliger Parteichef Zhao Ziyang, der 1989 den Militäreinsatz auf dem Tiananmen-Platz verhindern wollte, meldet sich aus dem Grab zurück: Kurz vor dem 20. Jahrestag des Massakers erscheinen seine heimlich verfassten Memoiren.

Chinas Kommunistische Partei ist undurchsichtig und stolz darauf. Schließlich hängt ihr Machterhalt maßgeblich davon ab, Schein und Sein fein säuberlich zu trennen. Umso verheerender ist es deshalb für die Partei, dass nun ausgerechnet ein ehemaliger Vorsitzender Licht in eines ihrer dunkelsten Kapitel bringt…

Bernhard Bartsch | 16. Mai 2009 um 02:11 Uhr

 

Konjunkturelle Tiefebene

Chinas Wirtschaft sendet widersprüchliche Signale. Zwar scheint die Volksrepublik die Talsohle erreicht haben, doch ein Aufschwung ist noch nicht in Sicht.

Keine Wirtschaftsmetapher wird derzeit so häufig verwendet wie die „Talsohle“. Das Bild suggeriert, hinter dem Tiefpunkt werde bald der nächste Anstieg beginnen. Doch Analogien sind keine Gesetzmäßigkeiten, und im Fall Chinas legen die Konjunkturdaten nahe, dass sich die Talsohle auch zur Tiefebene ausdehnen kann…

Bernhard Bartsch | 15. Mai 2009 um 02:28 Uhr

 

Sichuans politisches Nachbeben

Ein Jahr nach dem Erdbeben in Südwestchina betreibt Peking den Wiederaufbau als Prestigeprojekt – und tut so, als ob es außer der Natur keine Probleme gebe.

„Das Glück ist zurück!“ lautete die Botschaft, mit der Chinas Zeitungen über eine Gruppenhochzeit in der südwestchinesischen Provinz Sichuan berichteten. Großformatige Fotos zeigten 20 Paare auf einer mit roten Bannern geschmückten Bühne, vor der sich hunderte Journalisten drängelten. Die öffentlichen Ja-Worte sind Teil eines propagandistischen Rührstücks: mindestens einer der Partner der neuen Paare war seit dem Erdbeben vom 12. Mai 2008 verwitwet…

Bernhard Bartsch | 12. Mai 2009 um 02:00 Uhr

 

Toyota sieht rot

Toyota hat den ersten operativen Jahresverlust seiner Geschichte eingefahren. Und der weltgrößte Autobauer befürchtet, dass das Schlimmste noch vor ihm liegt.

Toyota galt jahrzehntelang als krisensicher, doch der aktuelle globale Konjunktureinbruch ist selbst für den japanischen Musterkonzern ein paar Nummern zu groß. Gestern musste Unternehmenschef Katsuaki Watanabe deshalb tun, wozu in der mehr als 70-jährigen Firmengeschichte bisher kein Vorstandsvorsitzender gezwungen war: Er vermeldete einen operativen Jahresverlust…

Bernhard Bartsch | 09. Mai 2009 um 13:57 Uhr

 

„Wir machen die Dreckarbeit“

Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben von Sichuan erstellt der Künstler Ai Weiwei eine öffentliche Liste getöteter Kinder. Im Interview spricht er über Pekings Katastrophenpropaganda, die Kunst des Ungehorsams und die Macht des Internets.

ai_weiwei_copyright-bernhard-bartsch2Frage: Herr Ai, wollen Sie ins Gefängnis?

Ai Weiwei: Nein, ich will nur die Wahrheit.

Wahrheit und Gefängnis liegen in China manchmal eng beieinander.

Ai: Ich weiß, aber das hält mich nicht auf.

Sie erstellen eine öffentliche Liste aller Kinder, die beim Erdbeben im Mai 2008 getötet wurden. Die Regierung hat eine solche Aufstellung bisher verweigert, offenbar um Proteste gegen marode Schulgebäude zu verhindern. Eltern werden eingeschüchtert und verhaftet…

Bernhard Bartsch | 07. Mai 2009 um 02:05 Uhr