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April, 2008 | Bernhard Bartsch

Bernhard Bartsch

TAGEBUCH EINES ASIENKORRESPONDENTEN

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Kulinarische Botschaften

Fusion-Küche ist eine Pekinger Erfindung. Wie in keiner anderen Stadt verschmelzen in Peking seit acht Jahrhunderten die Kochtraditionen eines Riesenreichs.

Im Morgengrauen steht Li Shanlin im Innenhof seines kleinen Hauses und macht Taiqi. Für den 87-jährigen ist es einzige stille Stunde des Tages. Seine Tochter ist zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Markt, prüft Karotten, Lauchstangen und Pilze, kratzt an Gurkenschalen, riecht an Lotuswurzeln, reibt Tomaten auf Hochglanz, inspiziert Fleisch und Fisch. Einen Einkaufszettel braucht sie nicht…

Bernhard Bartsch | 24. April 2008 um 15:09 Uhr

 

Nasenbrechen per SMS

Chinas Marketingguerilla weiß, was die Menschen brauchen. Per SMS vertreibt sie Schlägertrupps und Schmuggelware.

Sollte ich einmal jemandem die Knochen brechen lassen wollen, wüsste ich, wen ich anrufe. Bräuchte ich kurzfristig eine Kalaschnikow, hätte ich auch dafür eine Nummer, ebenso wie für geschmuggelte Sportwagen, gefälschte Steuerbelege und schmutzige Sexspiele. Die Kontakte sind alle auf meinem Handy gespeichert. Allerdings nicht von mir, sondern ganz ohne mein Zutun…

Bernhard Bartsch | 23. April 2008 um 03:15 Uhr

 

Muse komm raus, du bist umzingelt

Der japanische Bergort Arima hilft blockierten Künstlerseelen auf die Sprünge.

In vielen Menschen steckt ein großer Autor. Oder genauer: Er steckt in ihnen fest. Widrige Umstände hindern ihn an seiner Entfaltung. Denn wer kann sich schon den Küssen der Muse hingeben, wenn er nebenher zur Arbeit gehen, eine Familie bekochen oder das Getrampel der Obermieter ertragen muss?

Bernhard Bartsch | 10. April 2008 um 10:59 Uhr

 

Per du mit Mao Zedong

Wie heißt Mao Zedong eigentlich mit Vornamen? Mao? Oder Zedong? Ein Schnellkurs in chinesischer Namenskunde.

In der Grundschule brachte mir ein Klassenkamerad aus linkem Elternhaus bei, dass man Revolutionäre stets beim Vornamen nennt: Fidel Castro hieß für ihn Fidel, Che Guevara rief er Che und Mao Zedong war einfach Mao…

Bernhard Bartsch | 03. April 2008 um 03:27 Uhr

 

Scharfe Töne

Einige Monate lang schien es, als wolle Nordkorea sich öffnen. Doch nun schwenkt Pjöngjang auf seinen alten Konfrontationskurs zurück.

Nordkorea poltert wieder. Nachdem das weitgehend isolierte erzkommunistische Regime in den vergangenen Monaten Signale einer vorsichtigen Öffnung gesendet hatte, zeigte es nun, dass seine Strategie der fortwährenden Provokation noch lange nicht der Vergangenheit angehört. Mit drastischen Formulierungen griff die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Südkoreas seit Februar amtierenden Präsidenten Lee Myung Bak an. Lee sei ein „Verräter“ und „Kriecher“ vor den USA.

Bernhard Bartsch | 02. April 2008 um 05:18 Uhr

 

Chinesisches Schwabenland

In der ostchinesischen Provinzstadt Taicang haben sich fast hundert deutsche Firmen angesiedelt. Sie fertigen Dübel, Stoßdämpfer, Kugellager, Staubsaugerdüsen und vieles mehr. Denn wer seinen Markt nicht der chinesischen Konkurrenz überlassen will, muss ihr im eigenen Land begegnen.

Das Erste, was in Daniel Mützelburgs Büro auffällt, ist das Poster hinter seinem Schreibtisch. Eine Übung von Fallschirmspringern im Abendrot, dazu der Slogan „Fallschirmjäger – Glück ab! „. „Ein Kindheitstraum“, sagt Mützelburg und lacht. „Als ich damals den Einberufungsbescheid bekam, bin ich zum Kreiswehrersatzamt gegangen und habe gesagt: Lasst mich zu den Fallschirmjägern, oder ich verweigere.“ Das rote Barett neben seinem Kalender verrät den Ausgang der Geschichte.

Bernhard Bartsch | 01. April 2008 um 04:22 Uhr