Der Aufklärer
Der Fernsehhistoriker Yi Zhongtian erklärt seinen Landsleuten, was es bedeutet, Chinese zu sein.
„Immanuel Kant für alle, Aufklärung in 20 oder 30 Sendungen, das wär’s!“ Der Professor presst die Lippen zusammen, eine Angewohnheit, mit der er sich das Lachen unterdrückt. Er genießt es zuzuschauen, wie es in den Köpfen seiner Zuhörer rattert, wie sie sich fragen, wo er diesen Einfall nun wieder hergenommen hat und wohin er ihn führen will. Wenn er in Fahrt ist, macht er dieses Gesicht nach jedem zweiten Satz. „Und dann Hegel“, fügt er hinzu. „Da könnten wir Chinesen wirklich etwas fürs Leben lernen.“
Er trinkt Drachenbrunnentee, vorgebeugt, um sich nicht zu bekleckern. Das also ist er: Yi Zhongtian ist Chinas berühmtester Historiker, der Hauslehrer der Nation, der seinen Landsleuten Woche für Woche im Fernsehen erklärt, was es bedeutet, Chinese zu sein…
Der Globalisierungsgewinner
Albrecht Grimm zählte sich zum alten Eisen. Bis er erkannte, dass das, was er kann, sehr wertvoll ist. Heute hilft der 65-Jährige in China, Indien und anderswo bei der Optimierung der internationalen Arbeitsteilung.
An einem Samstag im Herbst 1994 ging Albrecht Grimm in Berlin auf dem Kurfürstendamm spazieren. Und traf einen alten Bekannten, für den sein Gedächtnis nach kurzer Suche den Namen Uwe Hellmann zutage förderte. “Wie geht es Ihnen?”, fragte Hellmann, und weil Grimm sein Herz auf der Zunge trug, antwortete er nicht “gut” oder “geht so”, sondern frei heraus: “Schlecht.”